Ursachen und Behandlung von anhaltenden Taubheitsgefühlen im Steißbein

Steißbeinschmerzen, auch Kokzygodynie genannt, sind eine oft unterschätzte Beschwerde, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Etwa 1 % der Bevölkerung sind betroffen. Das Steißbein, der unterste Abschnitt der Wirbelsäule, spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität und Beweglichkeit des Beckens.

Anatomie und Funktion des Steißbeins

Das Steißbein (Os coccygis) ist der unterste Abschnitt der Wirbelsäule und besteht aus drei bis fünf kleinen, miteinander verschmolzenen Wirbeln. Das Steißbein gilt als Überbleibsel der Schwanzwirbelsäule der Wirbeltiere, die sich während der menschlichen Evolution zurückgebildet hat. Obwohl das Steißbein ein eher kleiner Knochen ist, spielt es eine wichtige Rolle: Es bildet einen Ansatzpunkt für verschiedene Muskeln und Bänder, die für die Stabilität des Beckens und die Beweglichkeit im Alltag wichtig sind. Es dient als Befestigungspunkt für verschiedene Bänder, Muskeln und Faszien im Beckenbereich und hilft, Gewicht und Druck zu verteilen, wenn wir auf festen Oberflächen sitzen. Außerdem markiert das Steißbein die untere Grenze der menschlichen Wirbelsäule.

Ursachen von Steißbeinschmerzen

Die Ursachen von Steißbeinschmerzen sind vielfältig und reichen von alltäglichen Belastungen bis hin zu spezifischen Erkrankungen. Sie können am Steißbein selbst oder in entfernt liegenden Strukturen lokalisiert sein. Eine genaue Untersuchung ist wichtig, um zugrundeliegende Probleme wie Verletzungen, Entzündungen oder andere Erkrankungen auszuschließen. Die erste Anlaufstelle bei Steißbeinschmerzen ist Ihr Hausarzt. Er schätzt die Beschwerden ein und leitet Sie ggf. an einen Facharzt weiter. Steißbeinschmerzen können verschiedene Ursachen haben, daher wird die Behandlung von unterschiedlichen Fachärzten übernommen, z. B. von Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurologen, Proktologen oder Gynäkologen.

Verletzungen und Überlastung

Ein Sturz auf das Gesäß ist eine der häufigsten Ursachen für Steißbeinschmerzen. Dabei kann das Steißbein geprellt, verschoben oder sogar gebrochen sein. Solche Verletzungen führen oft zu akuten Schmerzen, die bei Belastungen wie Sitzen oder Aufstehen besonders intensiv sind. Langes Sitzen, vor allem auf harten oder ungepolsterten Oberflächen, kann das Steißbein stark belasten. Besonders betroffen sind Menschen, die beruflich oder privat viel Zeit im Sitzen verbringen, etwa am Schreibtisch oder im Auto. Überlastung, Fehlhaltungen, Verletzungen (z. B. Stürze) oder langes Sitzen auf harten Oberflächen können Auslöser von Steißbeinschmerzen sein.

Schwangerschaft und Geburt

Steißbeinschmerzen treten bei vielen Frauen während der Schwangerschaft auf. In der Frühschwangerschaft beginnt das Hormon Relaxin, die Bänder und Gelenke im Becken zu lockern, um mehr Flexibilität für das Wachstum des Babys zu schaffen. Diese Lockerung kann jedoch das Steißbein destabilisieren und Schmerzen auslösen. Auch Schwangerschaft und Geburt beanspruchen die Strukturen rund um das Becken stark. So sind auch Steißbeinschmerzen in der Schwangerschaft keine Seltenheit. Frauen können während oder nach der Geburt Schmerzen am Steißbein entwickeln.

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Menstruation

Steißbeinschmerzen während der Periode entstehen durch die Veränderungen im Beckenbereich, die während des Menstruationszyklus auftreten. Während der Periode ziehen sich die Gebärmutter und die umliegenden Muskeln zusammen, um die Schleimhaut abzustoßen. Zusätzlich kann eine verstärkte Durchblutung in der Beckenregion während der Menstruation zu einem erhöhten Druck auf Nerven und Gewebe führen, was die Beschwerden verstärkt.

Altersbedingte Veränderungen und Entzündungen

Mit zunehmendem Alter kann es durch Verschleißerscheinungen an den Bändern, Gelenken oder Knorpelstrukturen rund um das Steißbein zu Schmerzen kommen. Entzündungen im Bereich des Steißbeins, beispielsweise durch Infektionen oder eine Steißbeinfistel (Pilonidalsinus), verursachen Schmerzen.

Muskelverspannungen und Beckenbodenprobleme

Das Steißbein ist über Muskeln, Bänder und Sehnen mit der Beckenbodenmuskulatur verbunden. Muskelverspannungen im Beckenboden oder unteren Rücken können Zug auf das Steißbein ausüben und Schmerzen verursachen.

Weitere mögliche Ursachen

In einigen Fällen verursachen Entzündungen, anatomische Veränderungen oder starke Verstopfung (Obstipation) die Beschwerden. Auch Strukturen, die im Bauchraum gelegen sind, können Steißbeinschmerzen verursachen. In seltenen Fällen können auch Tumore oder Knochenmetastasen auf den Ischiasnerv drücken. Ebenso sollte man bestimmte Erreger auf dem Schirm haben. Manche Bakterien und Viren haben eine Vorliebe für Nerven und können unter anderem den Ischiasnerv befallen. Sie provozieren typischerweise eine Entzündung der Nervenwurzel (Radikulitis), was zu akuten Steißbeinschmerzen führt. Darmkrebs selbst verursacht in der Regel keine direkten Steißbeinschmerzen. Wenn ein Tumor im Enddarm (Rektum) wächst, drückt er möglicherweise auf das Steißbein, das Kreuzbein oder die umliegenden Nerven und löst Schmerzen aus. Zudem kann Darmkrebs sich in fortgeschrittenen Stadien auf die Knochen oder das Nervensystem ausbreiten und dort Schmerzen verursachen.

Symptome von Steißbeinschmerzen

Steißbeinschmerzen treten am untersten Abschnitt der Wirbelsäule auf und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Eine der typischsten Beschwerden sind verstärkte Schmerzen beim Sitzen, insbesondere auf harten oder unbequemen Oberflächen. Der Wechsel vom Sitzen in eine stehende Position ist häufig schmerzhaft. Zudem ist das Steißbein oft druckempfindlich. Schon leichter Druck, wie das Anlehnen an eine harte Fläche, kann Schmerzen verursachen. In einigen Fällen können die Schmerzen in die Beine, den unteren Rücken oder den Genitalbereich ausstrahlen. Vor allem bei langem Sitzen wird das Steißbein stark beansprucht und kann schmerzen.

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Steißbeinschmerzen können in unterschiedlichen Formen auftreten, abhängig von der zugrunde liegenden Ursache der Beschwerden. Zu den häufigsten Arten gehört ein lokaler, dumpfer Schmerz, der sich auf das Steißbein oder das umliegende Gewebe beschränkt und als der häufigste Typ gilt. Viele Betroffene berichten auch von Schmerzen beim Sitzen, insbesondere auf harten Oberflächen, wobei der Schmerz oft als Druck oder Stechen empfunden wird. In einigen Fällen können die Schmerzen vom Steißbein in den unteren Rücken oder entlang des Ischiasnervs ausstrahlen, was als radikuläre Schmerzen bezeichnet wird. Bei bestimmten Erkrankungen, wie einer Steißbeinfistel oder einer Nervenkompression, können zudem brennende oder prickelnde Schmerzen auftreten. Darüber hinaus kann sich der Schmerz durch bestimmte Bewegungen oder Aktivitäten wie Bücken oder Treppensteigen verschlimmern.

Diagnose von Steißbeinschmerzen

Treten die Schmerzen ohne erkennbare Ursache auf, sind sie sehr stark oder bestehen sie länger als 6 Wochen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bei Verdacht auf eine Ischialgie befragt der Arzt den Patienten zunächst ausführlich (Anamnese). Auslöser, Dauer, Ort und Art der Schmerzen sowie Begleitsymptome sind für den Arzt sehr aufschlussreich. Die Anamnese liefert ihm wichtige Hinweise, ob tatsächlich ein gereizter Ischiasnerv hinter den Kreuzschmerzen steckt oder nicht vielleicht eher ein Hexenschuss (Lumbago), der durch akute Muskelverspannungen verursacht wird. Auch dabei können Ihre Au…

Körperliche Untersuchung

Der Arzt wird eine körperliche Untersuchung durchführen, um die Schmerzquelle zu lokalisieren und andere mögliche Ursachen auszuschließen. Dies kann das Abtasten des Steißbeins und der umliegenden Bereiche umfassen, um Druckempfindlichkeit oder andere Auffälligkeiten festzustellen.

Bildgebende Verfahren

In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, CT-Scans oder MRT-Scans erforderlich sein, um die Ursache der Steißbeinschmerzen zu ermitteln. Diese Untersuchungen können helfen, Frakturen, Luxationen, Tumore oder andere strukturelle Probleme zu identifizieren.

Behandlung von Steißbeinschmerzen

Die Therapie von Steißbeinschmerzen hängt von der zugrundeliegenden Ursache ab.

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Konservative Behandlungsmethoden

In den meisten Fällen können Steißbeinschmerzen mit konservativen Maßnahmen behandelt werden.

  • Schonung und Kühlung: Schonen Sie sich und kühlen Sie das schmerzende Steißbein in der akuten Phase nach dem Sturz.
  • Sitzkissen: Wir empfehlen ein spezielles Keil- oder Donutkissen, das den Druck auf das Steißbein reduziert. Spezielle Kissen helfen, beim Sitzen den Druck auf das Steißbein zu reduzieren.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Maßnahmen zur Selbsthilfe sind beispielsweise Wärmeanwendungen, um verspannte Muskeln zu lockern, oder Kälteanwendungen bei akuten Schmerzen und Entzündungen. Wir von TMX® geben dir unsere therapeutische, medizinische Erfahrung mit nach Hause. Somit kannst du deine Steiẞbeinschmerzen ganz entspannt selbst behandeln. Mit dem TMX® Wissen und unserer TMX® Trigger bzw. Akupressurmethode packst du das Problem an der Wurzel und stellst nicht nur die Symptome ruhig. Wir gehen an die tiefliegenden Faszien, an die sogenannten myofaszialen Septen - dort wo die meisten faszialen Verklebungen ihren Ursprung haben.
  • Bewegung und Positionswechsel: Außerdem entlasten kurze Gehpausen und häufige Positionswechsel die betroffene Region.
  • Physiotherapie: Dehn- und Kräftigungsübungen für den Beckenboden und die untere Rückenmuskulatur sowie manuelle Therapie helfen, Verspannungen zu lösen und die Stabilität zu verbessern. Beckenbodenmuskulatur und zur Verbesserung der Haltung empfehlen.
  • Medikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac als Tablette oder Salbe bzw. Fällen die Symptome lindern. In schweren Fällen können örtliche Betäubungsmittel oder Kortison direkt in den schmerzenden Bereich gespritzt werden, um die Schmerzen zu lindern. Bei chronischen Schmerzen ist die Nervenblockade eine Option.

Operative Behandlung

In extremen Fällen, wenn konservative Maßnahmen nicht helfen, kann eine teilweise oder vollständige Entfernung des Steißbeins im Rahmen einer Operation (Kokzygektomie) erwogen werden. Diese Operation zeigt mit einer Schmerzlinderung von 80-90 % recht gute Ergebnisse.

Selbsthilfemaßnahmen und Prävention

Neben den ärztlichen Behandlungen gibt es verschiedene Selbsthilfemaßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihre Steißbeinschmerzen zu lindern und vorzubeugen.

  • Ergonomie: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung beim Sitzen und Stehen. Sorge für eine ergonomische Gestaltung deines Arbeitsplatzes, um Haltungsprobleme zu vermeiden.
  • Gewichtsmanagement: Eine gut entwickelte Muskulatur im Becken- und Rückenbereich kann das Steißbein entlasten.
  • Stressmanagement: Reduziere Stress durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation, um Muskelverspannungen zu vermeiden.
  • Dehnübungen: Eine verkürzte oder verspannte Gesäß- und Rückenmuskulatur kann das Becken in eine ungesunde Position ziehen und dabei das Steißbein belasten. Auch die Beckenbodenmuskulatur ist mit dem Steißbein verbunden. Verspannungen oder eine Überlastung dieser Muskeln können Schmerzen beim Bücken auslösen.

Das Piriformis-Syndrom als mögliche Ursache

Das Piriformis-Syndrom ist eine Erkrankung, bei der der Piriformis-Muskel, ein birnenförmiger Muskel in der tiefen Hüftmuskulatur, verspannt oder verkürzt ist und den darunter verlaufenden Ischiasnerv einengt. Dies führt zu Schmerzen im unteren Rücken, Gesäß und kann sich bis ins Bein ausdehnen. Es wird oft als eine Form der nicht-diskogenen Ischialgie beschrieben, bei der die tiefen Außenrotatoren der Hüfte den Ischiasnerv reizen.

Ursachen des Piriformis-Syndroms

Die Ursachen des Piriformis-Syndroms sind vielfältig und umfassen:

  • Überlastung des Muskels, oft durch intensives Training oder sportliche Aktivitäten wie Laufen oder Radfahren.
  • Bewegungsmangel und häufiges Sitzen, besonders in ungünstigen Positionen.
  • Anatomische Anomalien, wie ein abweichender Verlauf des Ischiasnervs durch den Piriformis-Muskel.
  • Direkte Verletzungen wie Stürze oder Prellungen.
  • Fehlhaltungen, z.B. längeres Sitzen in schlechter Position oder das Tragen eines Portemonnaies in der Gesäßtasche.
  • Schwangerschaft, durch die veränderte Körperhaltung und das zusätzliche Gewicht.

Symptome des Piriformis-Syndroms

Die typischen Symptome des Piriformis-Syndroms sind:

  • Einseitige Schmerzen im Gesäß und unteren Rücken, die oft stechend und quälend sind und ins Bein ausstrahlen können.
  • Verstärkte Schmerzen beim Sitzen, Bücken oder längerem Gehen.
  • Missempfindungen wie Taubheitsgefühle, Kribbeln und andere Empfindungsstörungen, die bis in die Beine und Füße ausstrahlen können.
  • Gangschwierigkeiten, insbesondere Schmerzen beim Treppensteigen oder bei der Außenrotation des Beines.
  • Äußere Druckempfindlichkeit über der großen Ischias-Kerbe.
  • Schmerzverstärkung durch Sitzen oder Manöver, die die Spannung des Piriformismuskels erhöhen.

Behandlung des Piriformis-Syndroms

Die Behandlung des Piriformis-Syndroms ist in erster Linie konservativ und zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Muskelverspannungen zu lösen. Zu den häufigsten Therapieansätzen gehören:

  • Bewegung und gezielte Dehnübungen des Piriformis-Muskels.
  • Konservative Behandlungsmethoden wie Verhaltensänderungen und spezielle Übungen.
  • Stoßwellen- und Lasertherapie zur Auflösung von Triggerpunkten und Schmerzreduktion.
  • Injektionstherapie zur Schmerzlinderung in einigen Fällen.
  • Vermeidung weiterer Reizungen des betroffenen Nervs und Reduktion der Verspannung des Piriformis-Muskels.

Wirbelgleiten als mögliche Ursache

Beim Wirbelgleiten verrutschen ein oder mehrere Wirbel der Wirbelsäule - meist nach vorne, also Richtung Körpermitte. Das kann den Wirbelkanal verengen, in dem Rückenmark, Nervenbahnen und Gefäße verlaufen. Werden dadurch Nerven gequetscht, kann dies unter anderem zu Schmerzen und Taubheitsgefühlen führen.

Ursachen von Wirbelgleiten

Wirbelgleiten ist meist eine Folge altersbedingter Veränderungen an der Wirbelsäule und tritt vor allem bei Menschen über 60 Jahren auf. Eine andere Form des Wirbelgleitens ist bei jüngeren Menschen häufiger - das sogenannte isthmische Wirbelgleiten. Dazu kann es kommen, wenn die Wirbelbögen eines Wirbelkörpers brechen. Solche Brüche sind meist durch eine angeborene Schwäche an den Wirbelbögen bedingt und treten vor allem bei bestimmten Sportarten wie Tennis, Turnen oder Gewichtheben auf.

Symptome von Wirbelgleiten

Wenn es zu Beschwerden kommt, dann sind das typischerweise Schmerzen im unteren Rücken, die in das Gesäß oder die Oberschenkel ausstrahlen - manchmal auch in die Unterschenkel oder Füße. Die Schmerzen können eine oder beide Seiten betreffen. Die Beine oder Füße können auch kribbeln oder sich taub anfühlen - etwa so wie eingeschlafene Gliedmaßen.

Behandlung von Wirbelgleiten

Bei einem Wirbelgleiten ist es sinnvoll, so aktiv wie möglich zu bleiben. Aber auch Ruhepausen können bei Beschwerden Entlastung bringen. Das Ziel ist, zu einem guten Gleichgewicht zu finden - zum Beispiel, indem man sich Aufgaben in kleine Häppchen aufteilt oder zwischen leichteren und schwereren Aktivitäten wechselt. Ein Wirbelgleiten wird vorrangig konservativ behandelt - also ohne Operation.

  • schmerzstillende Medikamente: Sie können Schmerzen lindern und es erleichtern, aktiv zu bleiben.
  • manuelle Therapie und Physiotherapie: Studien zeigen, dass eine gezielte manuelle Therapie die Beschwerden zumindest für einige Wochen etwas lindern kann.
  • Rehasport und Funktionstraining: Die Ärztin oder der Arzt kann Rehasport zur Stärkung von Ausdauer und Kraft oder ein sogenanntes Funktionstraining (Gymnastik oder Wassergymnastik) verschreiben.
  • multimodale Behandlungsprogramme: Besonders wenn Beschwerden länger andauern, können solche Programme sinnvoll sein. Sie kombinieren mehrere Behandlungsansätze wie Bewegung, Entspannung und medizinische, physiotherapeutische sowie psychologische Therapien.
  • Operation: Führt eine Spinalkanalstenose mit Wirbelgleiten zu starken Beschwerden, die trotz konservativer Behandlungen über Monate andauern, kann eine Operation infrage kommen.

Taubheitsgefühl im Oberschenkel als Begleiterscheinung

Bei einem Taubheitsgefühl im Oberschenkel sind viele Patienten sehr besorgt. Vor allem, wenn die Taubheit mit Schmerzen im Rücken einhergeht ist Vorsicht gefragt. Da durch die Wirbelsäule das Rückenmark mit seinen vielen Nervenbahnen verläuft, muss immer abgeklärt werden, ob die Taubheitsgefühle im Oberschenkel von einer Schädigung der Nerven herrühren. Die Palette an möglichen Ursachen ist sehr groß.

Ursachen für Taubheitsgefühl im Oberschenkel

  • Bandscheibenvorfall: Bei einem Bandscheibenvorfall drückt die Bandscheibe auf das Rückenmark, wodurch die Nervenbahnen in Bedrängnis geraten und gereizt reagieren.
  • Muskelverspannungen: Starke Verspannungen, wie sie auch bei einem Hexenschuss vorkommen können, sind manchmal der Auslöser für eine vorübergehende Taubheitsgefühl im Oberschenkel.
  • Vitamin-B12-Mangel: Mögliche Folge eines Mangels sind ein Kribbeln oder Taubheitsgefühle.
  • Restless-Legs-Syndrom: Treten Taubheitsgefühle, ein Kribbeln oder auch leichte Schmerzen an Beinen und Füßen auf, kann dies auf das Restless-Legs-Syndrom hindeuten.
  • Rückenmarksverletzung: Eine Erschütterung, Prellung oder Quetschung des Rückenmarks kann zu Taubheitsgefühlen im Oberschenkel führen.
  • Nervenkompression im Leistenbereich: Bei einer Meralgia paraesthetica ist vor allem der Nervus cutaneus femoris lateralis betroffen. Dieser Hautnerv versorgt die Außenseite des Oberschenkels.
  • Guillain-Barré-Syndrom: Die Taubheitsgefühle entstehen bei dieser Erkrankung durch einen Schädigung der peripheren Nerven.

Ischialgie als mögliche Ursache

Ischialgie ist der Fachbegriff für Schmerzen und Begleitbeschwerden, die vom Ischiasnerv ausgehen. Umgangssprachlich werden Ischiasnerv bzw. Ischialgie oft auch als Ischias bezeichnet. Ischiasschmerzen sind sehr starke Schmerzen, die aus dem Lendenbereich über das Gesäß bis ins Bein hineinziehen. Sie gehen oft mit Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl einher. Ursache der Ischialgie ist in den meisten Fällen ein Reiz- und Entzündungszustand des Ischiasnervs, der durch eine verschobene Bandscheibe hervorgerufen wird. Es gibt aber auch andere Ursachen.

Symptome der Ischialgie

Typische Symptome bei Schmerzen am Ischias:

  • Ischiasschmerzen sind Nervenschmerzen und damit sehr starke Schmerzen
  • Reißender und ziehender Schmerz wie ein elektrischer Schlag
  • Schmerzen ziehen meistens aus dem Lendenbereich über das Gesäß bis ins Bein hinein
  • Schmerzen können auch bis in die Kniekehle ausstrahlen, manchmal auch bis in den Fuß
  • Schmerzen sind meist einseitig
  • Schmerzen treten meist plötzlich auf
  • Ischiasschmerzen gehen oft mit Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheit einher
  • Schmerzen werden oft nachts stärker (Zeichen für Entzündung des Ischiasnerv)
  • Schmerzen verstärken sich durch Niesen, Husten oder Pressen beim Stuhlgang

Ursachen der Ischialgie

Mögliche Ursachen der akuten Ischialgie im Überblick:

  • Vorwölbung (Protrusion) oder Vorfall (Prolaps) einer Bandscheibe
  • Verengungen des Spinalkanals, die von den Bandscheiben ausgehen, können zu chronischen Ischiasproblemen führen (lumbale Spinalkanalstenose)
  • Wirbelblockaden
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)
  • Wirbelbrüche durch Verletzung oder Osteoporose
  • Verspannung der unteren Rückenmuskulatur
  • Entzündung der Nervenwurzel durch Erreger wie Borrelien oder Herpes-zoster-Viren
  • Abszess (Eiteransammlung) im Bereich der Lendenwirbelsäule
  • Hämatom (Bluterguss) im Bereich der Lendenwirbelsäule
  • Tumor bzw. Metastasen im Bereich der Lendenwirbelsäule

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