Einführung
Dehydration, oder Flüssigkeitsmangel, ist ein Zustand, der entsteht, wenn der Körper mehr Flüssigkeit verliert als er aufnimmt. Wasser spielt eine entscheidende Rolle bei nahezu allen biologischen Prozessen im menschlichen Körper. Deswegen ist die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit durch Trinken oder Nahrung lebensnotwendig. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Arten der Dehydration, insbesondere im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf das Gehirn. Zudem werden die besonderen Risiken für Kinder und ältere Menschen sowie präventive Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten erörtert.
Ursachen der Dehydration
Flüssigkeitsmangel kann verschiedene Ursachen haben:
- Unzureichende Flüssigkeitszufuhr: Zu wenig trinken, besonders bei heißem Wetter oder intensiver körperlicher Aktivität.
- Erkrankungen: Diabetes, Nierenerkrankungen und einige Herzerkrankungen können zu erhöhtem Flüssigkeitsverlust führen.
- Erhöhter Flüssigkeitsverlust: Schwitzen, Fieber, Erbrechen, Durchfall oder bestimmte Medikamente erhöhen den Flüssigkeitsverlust.
- Ernährungsgewohnheiten: Eine Ernährung, die wenig wasserhaltige Lebensmittel enthält, kann ebenfalls zu Dehydration beitragen. Bestimmte Lebensmittel wie salzige oder zuckerreiche Lebensmittel, koffeinhaltige Getränke und proteinhaltige Lebensmittel, können die Dehydration verstärken.
Was passiert im Körper bei Flüssigkeitsmangel?
Wenn der Körper mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnimmt, beginnt er, Wasser aus den Zellen und dem Blutkreislauf zu ziehen, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten. Dies führt jedoch zu vielfältigen Problemen:
- Verminderte Blutzirkulation: Flüssigkeitsmangel verringert das Blutvolumen, was zu einer verschlechterten Durchblutung führt. Das beeinträchtigt wiederum den Sauerstofftransport und die Nährstoffversorgung.
- Beeinträchtigung der Körpertemperaturregulation: Ohne ausreichend Flüssigkeit kann der Körper die Temperatur nicht mehr optimal regulieren. Ein Hitzschlag oder eine Hyperthermie können die Folge sein.
- Störungen im Elektrolythaushalt: Essenzielle Mineralien wie Natrium und Kalium geraten aus dem Gleichgewicht. Dadurch können Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen auftreten.
- Beeinträchtigung der Organfunktion: Insbesondere die Nieren, die für die Filterung von Abfallstoffen verantwortlich sind, können bei einer Dehydration nicht effektiv arbeiten. Auch die Herz- und Gehirnfunktionen können beeinträchtigt werden.
Symptome und Arten der Dehydration
Je nach Schweregrad können die Symptome einer Dehydration variieren. Ein trockener Mund und eine geringe Urinmenge beziehungsweise dunkelgelber Urin sind Anzeichen einer leichten Dehydration. Liegt eine moderate Dehydration vor, klagen Betroffene über ein starkes Durstgefühl, trockene Haut, Kopfschmerzen, Schwindel und eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. Eine schwere Dehydration äußert sich durch einen äußerst trockenen Mund, stark verminderten Urinfluss oder ausbleibenden Harndrang. Hinzu kommen tiefe Augen, Verwirrtheit und im schlimmsten Fall sogar Bewusstlosigkeit.
Des Weiteren lässt sich eine Dehydration in drei Hauptarten unterteilen. Jede Art zeichnet sich dabei durch eigene spezifische Merkmale und Ursachen aus:
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Isotonische Dehydration
Man spricht von einer isotonischen oder isovolämischen Dehydration, wenn der Körper gleiche Mengen an Wasser und Elektrolyten verliert. Das führt zu einem Gesamtverlust an Flüssigkeit, ohne dass sich die Konzentration der Elektrolyte im Blut wesentlich verändert.
Ursachen einer isotonischen Dehydration können sein:
- Erbrechen und Durchfall: zählen zu den häufigsten Ursachen, besonders bei Gastroenteritis
- Blutverlust: schwere Verletzungen oder Operationen können zu erheblichem Blutverlust führen
- Diuretika: Medikamente, die die Urinausscheidung erhöhen und so zu isotonischer Dehydration führen können
- schwere Infektionen, wie zum Beispiel Sepsis
Zu den Symptomen gehören:
- ein trockener Mund und trockene Haut
- reduzierte Urinausscheidung
- schneller Herzschlag
- niedriger Blutdruck
- Schwäche und Schwindel
- Müdigkeit und Verwirrtheit
Eine Behandlung geschieht meistens durch Trinklösungen, die Wasser, Zucker und Elektrolyte in ausgeglichenen Mengen enthalten. In schweren Fällen kann die intravenöse Verabreichung von isotonischen Kochsalzlösungen notwendig werden.
Hypotonische Dehydration
Eine hypotonische oder hyponatriämische Dehydration tritt auf, wenn der Körper mehr Elektrolyte als Wasser verliert. Auch eine zusätzliche Salzaufnahme durch salzhaltige Lebensmittel kann dabei helfen, das Natriumgleichgewicht wiederherzustellen. In schweren Fällen sind eine ärztliche Überwachung und eine intravenöse Gabe von Elektrolytlösungen notwendig. Falls Medikamente für die Dehydration verantwortlich sind, können diese durch einen Arzt überprüft und angepasst werden.
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Hypertonische Dehydration
Wenn der Körper mehr Wasser als Elektrolyte verliert, ist die Rede von einer hypertonischen oder hypernatriämischen Dehydration. Diese führt zu einer Erhöhung der Elektrolytkonzentration im Blut.
Ursachen einer hypertonischen Dehydration können sein:
- Fieber: erhöht den Wasserverlust durch Schwitzen und beschleunigte Atmung
- Verbrennungen: können zu einem massiven Flüssigkeitsverlust führen
- Zuckerkrankheit: unkontrollierter Diabetes kann zu erhöhten Urinausscheidungen führen
- unzureichende Wasserzufuhr: besonders bei Säuglingen und älteren Menschen, die weniger Durst empfinden
- Diuretika: Medikamente, die die Urinausscheidung fördern
Zu den Symptomen gehören:
- ein starkes Durstgefühl
- trockene, klebrige Schleimhäute
- Verwirrung und Reizbarkeit
- Muskelzuckungen und Krampfanfälle
- Schock und Bewusstlosigkeit bei einem extremen Flüssigkeitsverlust
- eine erhöhte Herzfrequenz
- eine erhöhte Körpertemperatur
Bei einer Behandlung wird der Betroffene langsam rehydriert, um die Gefahr einer Zellschwellung zu vermeiden. Hier kommen meistens Trinkwasser oder eine stark verdünnte Elektrolytlösung zum Einsatz. Häufig sind auch eine medizinische Überwachung und die intravenöse Zufuhr von Flüssigkeiten notwendig, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.
Dehydration und ihre Auswirkungen auf das Gehirn
Unser Gehirn besteht zu etwa 75 % aus Wasser. Fehlt es dem Körper an Flüssigkeit, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Gehirnfunktion haben.
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Kopfschmerzen
Kopfschmerzen als Folge von Flüssigkeitsmangel sind eine typische Beschwerde. Denn fehlt es dem Organismus an Wasser, wird das Blut dickflüssiger. Dieses kann dann feine Gefäße im Gehirn nicht mehr optimal versorgen. Das Organ bekommt also zu wenig Sauerstoff und reagiert darauf mit Kopfschmerzen. Eine britische Studie belegt, dass Kopfschmerzen durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst werden können. In ihrer Befragung gaben zwei Drittel der Kopfschmerzgeplagten an, dass ihre Beschwerden bereits innerhalb einer halben Stunde nach dem Trinken von einem halben Liter Wasser verschwanden.
Migräne
Eine Umfrage bei Migränepatienten hat außerdem ergeben, dass eine Schmerzattacke mit starken Kopfschmerzen durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst werden kann. Deshalb: Wer von Migräne betroffen ist, sollte stets darauf achten, mindestens zwei Liter Wasser pro Tag zu trinken.
Verwirrtheit und kognitive Beeinträchtigungen
Flüssigkeitsmangel kann zu Verwirrtheit, Konzentrationsproblemen und geistigen Ausfallerscheinungen führen, insbesondere bei älteren Menschen. Bei akut auftretenden Verwirrtheitszuständen können sich die Symptome innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen entwickeln. Im Gegensatz zu einer schleichend beginnenden Demenz, ist für ein Delir das plötzliche Auftreten einer sehr unterschiedlich zusammengesetzten Symptomatik mit Störungen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Denkens, des Gedächtnisses, der Psychomotorik und der Emotionalität typisch. Auch ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus sowie körperliche Symptome wie Schwitzen, Bluthochdruck und schneller Puls können vorliegen und machen aus dem Delir eine potentiell lebensbedrohliche Situation.
Stress
85 Prozent des Gehirns besteht aus Wasser. Wenn Sie dehydrieren, bedeutet dies sowohl körperlichen wie auch geistigen Stress.
Dehydration bei Kindern
Kinder sind besonders anfällig für Dehydration, da sie schneller Flüssigkeit verlieren als Erwachsene und oft das Bewusstsein dafür vermissen lassen, wann sie trinken sollten. Weitere Ursachen für eine Dehydration bei Kindern sind Durchfall und Erbrechen, insbesondere bei Magen-Darm-Infekten, sowie hohe körperliche Aktivität und Fieber.
Eine Dehydration ist bei Kindern nicht immer leicht zu erkennen. Trockene Lippen, fehlende Tränen beim Weinen, verminderte Energie und stark verminderter Urinfluss können jedoch Anzeichen dafür sein. Animieren Sie als Elternteil oder Aufsichtsperson Ihre Kinder deshalb immer regelmäßig zum Trinken oder halten Sie wasserhaltige Snacks bereit.
Dehydration bei älteren Menschen
Ältere Personen sind ebenfalls stark gefährdet, zu dehydrieren. Das Durstgefühl lässt im Alter nach. Gleichzeitig können chronische Erkrankungen sowie bestimmte Medikamente den Flüssigkeitsbedarf erhöhen. Zudem erschweren eine eingeschränkte Mobilität oder kognitive Beeinträchtigungen häufig die Flüssigkeitsaufnahme. Eine Dehydration äußert sich bei älteren Menschen meistens durch Verwirrtheit, Schwindel, trockene Haut und einen plötzlichen Blutdruckabfall.
Mit dem Alter wird das Auftreten von Flüssigkeitsmangel auch dadurch befördert, dass in diesem Lebensalter das Durstgefühl ausbleiben kann. Bemerken Angehörige oder andere Personen Verwirrtheitszustände bei Älteren, muss umgehend eine medizinische Versorgung gewährleistet werden.
Was hilft gegen Dehydration?
Einen leichten Flüssigkeitsverlust kann man meist schon durch ausreichend Wasser oder isotonische Getränke ausgleichen. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke wie zum Beispiel Apfelschorle oder Softdrinks, aber auch koffeinhaltige Getränke. Diese können die Dehydration sogar noch verstärken. Wenden Sie sich bei starker Dehydration unbedingt an einen Arzt. Hier sind in der Regel spezielle Elektrolytlösungen notwendig. In besonders schweren Fällen wird eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr angewandt. Sind Sie von einer Dehydration betroffen, sollten Sie außerdem körperliche Aktivitäten auf ein Minimum reduzieren und sich in kühler Umgebung aufhalten.
Elektrolyte
Beim Schwitzen sollte neben einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr auch auf eine ausreichende Zufuhr von Elektrolyten (Natrium, Calcium, Kalium und Magnesium) geachtet werden. In der Regel wird Natrium in ausreichender Menge durch das Essen aufgenommen. Kalium findet sich vor allem in Vollkorngetreide, Trockenobst, Nüssen, Avocados, Bananen, Aprikosen und Hülsenfrüchten. Der Bedarf an Magnesium lässt sich durch Vollkornprodukte, Milch und Milchprodukte sowie Nüsse und Hülsenfrüchte decken.
Flüssigkeitsmangel vorbeugen
Um einer Dehydration vorzubeugen, empfiehlt es sich, regelmäßig über den Tag verteilt Wasser zu trinken, auch wenn Sie keinen Durst verspüren. Verzehren Sie möglichst wasserhaltige Lebensmittel, wie Früchte oder Gemüse. Vermeiden Sie übermäßige Hitze und sorgen Sie für eine angenehme Raumtemperatur. Auch luftige, atmungsaktive Kleidung kann helfen. Sollten Sie Anzeichen von Dehydration verspüren, wirken Sie dem möglichst frühzeitig entgegen.
Tipps für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Feste Trinkmahlzeiten: Integrieren Sie regelmäßige Trinkpausen in Ihren Tagesablauf.
- Wasser griffbereit halten: Haben Sie - vor allem außer Haus - stets eine Flasche Wasser dabei.
- Geschmack variieren: Sie können, je nach Vorliebe, Zitronen - oder Gurkenscheiben zum Wasser hinzufügen, um es schmackhafter zu machen.
- Trink-Apps: Es gibt spezielle Apps, die Sie an das Trinken erinnern.
- Flüssigkeitsreiche Snacks: Wassermelone, Gurken, Orangen und Co. sind nicht nur lecker, sondern enthalten neben vielen Vitaminen auch eine ganze Menge Wasser.
Medikamente und Flüssigkeitsverlust
Achten Sie besonders dann, wenn Sie Arzneimittel nehmen, darauf, ausreichend zu trinken. Denn Arzneimittel benötigen ausreichend Flüssigkeit, um überhaupt richtig in den Magen zu gelangen und zu wirken. Daher sollten Tabletten mit reichlich Wasser genommen werden.
Zahlreiche Arzneimittel beeinflussen zudem den Wasserhaushalt:
- Durch Abführmittel (Laxantien) verliert der Körper über den Stuhl vermehrt Flüssigkeit.
- Entwässernde Arzneimittel (Wassertabletten/Diuretika) bewirken, dass vermehrt Flüssigkeit über den Urin ausgeschieden wird. Dadurch können Bluthochdruck, Herzschwäche und Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe) behandelt werden.
- ACE-Hemmer sind Arzneimittel zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck, die - insbesondere in Kombination mit Diuretika - ebenfalls zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust führen können.
- Lithium zählt zur Gruppe der Antipsychotika und wird zur Behandlung manischer Episoden oder bipolarer Störungen eingesetzt.
Sprechen Sie bei Einnahme von Arzneimitteln Ihre individuelle Trinkmenge immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Flüssigkeitsverlust durch Fieber und akute Erkrankungen
Bei fieberhaften Erkrankungen steigt die Körperkerntemperatur an, die Atemfrequenz erhöht sich und die Schweißproduktion verstärkt sich. Dadurch wird verstärkt Flüssigkeit abgegeben, die durch zusätzliches Trinken wieder ausgeglichen werden muss. Für jedes weitere Grad Temperaturerhöhung ab 38 Grad Celsius sollten täglich zusätzlich 200-300 ml getrunken werden.
Bei einem Magen-Darm-Infekt, bei dem es zu Übelkeit und/oder Erbrechen kommt, ist es wichtig, dem Körper wieder genügend Flüssigkeit, und je nach Krankheitsverlauf auch Elektrolyte zuzuführen. Das gilt auch für Durchfallerkrankungen. In diesen Fällen dienen die Elektrolyte auch dazu, dass die zugeführte Flüssigkeit besser aufgenommen werden kann. Dafür gibt es spezielle Elektrolytlösungen, die in der Apotheke erhältlich sind.
Chronische Erkrankungen und Flüssigkeitsverlust
Bei einem unzureichend eingestellten oder noch nicht erkannten Diabetes mellitus kann die Blutzuckerkonzentration so hoch sein, dass der überschüssige Zucker über den Urin ausgeschieden wird. Bei einem erhöhten Zuckeranteil wird vermehrt Wasser ausgeschieden. Die vermehrte Urinausscheidung kann eines der ersten Symptome bei einem Diabetes mellitus sein.
Beim Diabetes insipidus kann aufgrund hormoneller Störungen die Niere den Harn nicht mehr gut konzentrieren, sodass sehr viel Urin ausgeschieden wird.
Beim Morbus Addison ist eine hormonelle Störung Grund für vermehrte Urinausscheidung.
Liegt ein erhöhter Flüssigkeitsverlust aufgrund einer chronischen Erkrankung vor, ist es wichtig, die Ursache zu behandeln.
Weitere Faktoren, die den Flüssigkeitsverlust beeinflussen
Damit die Schleimhaut in den Atemwegen gut funktionieren kann, ist es notwendig, dass die eingeatmete Luft durch Verdunstung befeuchtet wird. Daher enthält die ausgeatmete Luft in der Regel deutlich mehr Wasser als die Luft, die wir einatmen. So verlieren wir mit der Verdunstung über die Atemwege etwa 250-300 ml Wasser pro Tag. Je trockener die Raumluft, desto mehr Wasser verlieren wir über die Atemluft. Ein gutes Beispiel hierfür ist die trockene Heizungsluft im Winter. Auch die Haut ist ein Organ, über das wir durch Verdunstung Flüssigkeit verlieren. Starker Wind kann daher eine Austrocknung begünstigen.
Risikofaktoren im Alter
Das Risiko weniger oder zu wenig Flüssigkeit aufzunehmen ist bei alleinlebenden älteren Menschen häufig erhöht. Beispielsweise kann die Gesellschaft einer Partnerin/eines Partners fehlen, mit der/dem gemeinsam eine Kanne Tee getrunken wurde. Oder es fehlt die Achtsamkeit der Partnerin/des Partners und das gegenseitige Erinnern, noch etwas zu trinken. In der Folge wird das Trinken vergessen. Es ist auch möglich, dass hinterbliebene Partner, die weniger in den Haushalt eingebunden waren, sich nicht in die neue Situation einfinden können und Probleme haben, sich selbst zu versorgen.
Menschen, die z. B. nach einer Operation bewegungseingeschränkt oder pflegebedürftig sind, brauchen oftmals die Unterstützung von Dritten, die sie an das Trinken erinnern und Getränke bereitstellen. Hier können Angehörige, Nachbarn und Freunde, aber auch ehrenamtliche oder ambulante Dienste eine gute Unterstützung sein.
Menschen, die an Demenz erkrankt sind, benötigen im Verlauf ihrer Erkrankung zunehmend (ggf. intensive) Unterstützung und Betreuung. Das Achtgeben auf eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist sehr wichtig, da das Trinken aufgrund der Erkrankung vergessen werden kann.
Nachlassendes Durstempfinden im Alter
Auf einen zu geringen Wassergehalt reagiert der Körper normalerweise mit Durst. Mit zunehmendem Alter ist dies jedoch immer weniger der Fall. Weitere Ursachen für ein nachlassendes Durstempfinden können unter anderem die Einnahme von Arzneimitteln oder Appetitlosigkeit sein, die durch eine Depression oder eine Demenz verursacht werden kann. Ein Flüssigkeitsmangel wird hier häufig gar nicht oder erst zu spät bemerkt.
Schluckstörungen
Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Demenz, entzündliche Muskel- oder neuromuskuläre Erkrankungen sowie ein Schlaganfall gehen häufig mit Schluckstörungen einher. Die Schluckfunktion wird jedoch nicht nur durch Erkrankungen beeinflusst, sondern verringert sich allgemein mit zunehmendem Lebensalter. Aus Angst vor Verschlucken oder einem Hustenanfall, möglicherweise auch wegen der erschwerten und ggf. schmerzhaften Flüssigkeitsaufnahme wird die Trinkmenge häufig reduziert.
Inkontinenz und Toilettengang
Menschen, die unter Inkontinenz leiden, trinken häufig weniger, um mögliche unangenehme Situationen zu vermeiden. Ebenso reduzieren Menschen, die pflegebedürftig sind und Hilfe beim Toilettengang benötigen, häufig ihre Trinkmenge, um weniger um Hilfe fragen zu müssen. Viele Stunden vor dem Zubettgehen wird dann nichts mehr getrunken, um einen nächtlichen Toilettengang zu vermeiden. Auch auf Reisen (z. B. mit dem Auto oder dem Bus) oder beim Einkaufsbummel wird häufig nichts oder nur sehr wenig getrunken, aus Sorge, nicht rechtzeitig eine Toilette zu finden.
Prostatavergrößerung
Im Alter kommt es insbesondere bei Männern häufig zu erschwertem Wasserlassen. Grund hierfür ist eine vergrößerte Prostata. Symptome sind unter anderem häufige Toilettengänge und das Gefühl einer nicht entleerten Blase. Ähnlich wie bei der Inkontinenz versuchen die Betroffenen häufig, die Beschwerden durch eine geringere Trinkmenge zu vermindern.
Exsikkose (Austrocknung)
Bei einer Exsikkose handelt es sich um eine starke Austrocknung des Körpers durch Verlust von Körperwasser. Sie entsteht durch Dehydratation und tritt häufig bei älteren Menschen auf. Bei der hypotonen Dehydratation verliert der Organismus mehr Salz als Wasser. Bei der hypertonen Dehydratation geht hingegen mehr Wasser als Salz verloren.
Hauptursache ist meist ein vermindertes Durstgefühl. Außerdem können Menschen eine Austrocknung erleiden, wenn nicht ausreichend Getränke zur Verfügung stehen oder sie nicht mobil genug sind, um Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Andere trinken aufgrund von Schluckbeschwerden oder einer Harninkontinenz bewusst weniger.
Symptome einer Exsikkose
Die Symptomatik kann individuell unterschiedlich ausfallen. Wenn sich der Zustand eines alten Menschen innerhalb kurzer Zeit verändert, kann das grundsätzlich auf eine Exsikkose hinweisen. Folgende Anzeichen können für eine Austrocknung sprechen:
- Die betroffene Person hat Durst.
- Sie wirkt antriebslos, bewegt sich wenig und/oder neigt zu Stürzen.
- Sie wirkt lethargisch, verwirrt und wird unselbstständiger.
- Die Person ist unruhig und motorisch aktiv (Agitation).
- Sie klagt über Schwindel und/oder Kopfschmerzen.
- Sie leidet unter Verstopfung und scheidet wenig oder dunklen Urin aus.
- Die Person hat einen trockenen Mund und/oder Schluckstörungen.
- Unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten treten auf.
- Die betroffene Person hat Fieber (Durstfieber).
- Es treten Muskelkrämpfe auf.
Diagnose der Exsikkose
Bei der körperlichen Untersuchung werden verschiedene klinische Zeichen der Exsikkose überprüft:
- stehende Hautfalten durch reduzierte Hautspannung (Hautturgor)
- eingefallene Halsvenen
- zu schneller Herzschlag (Tachykardie)
- trockene Mundschleimhaut, Zunge, Achselhöhlen
- dunkler Urin
- erhöhte Temperatur
- Veränderung des Bewusstseins
Aussagekräftige Ergebnisse kann eine Blutuntersuchung liefern. Dabei spielen verschiedene Messwerte eine Rolle, etwa Hämatokrit, pH-Wert, Natrium, Glukose und die Serum-Osmolalität.
Verwirrtheitszustände im Alter
Insbesondere im Sommer kann unter anderem eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr für ein so genanntes Delirium (Delir) ursächlich sein. Bemerken Angehörige oder andere Personen Verwirrtheitszustände bei Älteren, muss umgehend eine medizinische Versorgung gewährleistet werden.
Regelmäßiges Trinken und seine Vorteile
- Regelmäßiges Trinken macht Sie schlanker: Kalorienreiche Getränke wie Softdrinks und Säfte durch Wasser zu ersetzen, ist oft schon die halbe Miete. Wasser beschleunigt den Stoffwechsel und nimmt zugleich das Hungergefühl.
- Wasser gibt Ihnen einen Energieschub: Sie trinken nicht genug und sind fix und fertig nach einem langen und ermüdenden Arbeitstag? Exsikkose (Austrocknung) ist ein Ausnahmezustand für Ihren Körper, der eine sofortige Behandlung erfordert.
- Wasser reduziert den Stress-Pegel: 85 Prozent des Gehirns besteht aus Wasser. Wenn Sie dehydrieren, bedeutet dies sowohl körperlichen wie auch geistigen Stress.
- Flüssigkeit hilft beim Muskelaufbau: Sie verhindert Muskelkrämpfe, hält die Muskulatur geschmeidig und schmiert die Gelenke.
- Wasser fördert die Verdauung: Faserreiche Ernährung und Wasser sind lebensnotwendig für eine gute Verdauung.
- Wasser hilft bei der Vorbeugung der Bildung von Nierensteinen: Wasser verdünnt Salze und Mineralien im Urin, die Nierensteine verursachen.
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