Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen stellen eine wachsende Herausforderung für unsere Gesellschaft dar. Nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Familien, Freunde und Betreuer sind mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte von Demenz und Alzheimer, von den Herausforderungen der Diagnose und Pflege bis hin zu den persönlichen Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen.
Die Herausforderungen der Demenz
Sehnsucht nach Herausforderungen im Pflegeberuf
Im Pflegeberuf ist die Sehnsucht nach Herausforderungen oft ein wichtiger Antrieb. Eine Online-Jobprofil beschreibt die Herausforderungen im Umgang mit Demenzerkrankten. Es erfordert ein hohes Maß an Empathie, Geduld und Fachwissen, um den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden.
Die Realität des Alterns
Jeder Mensch wünscht sich, alt zu werden, doch das Alter bringt nicht nur Schönes mit sich. Der Alterungsprozess kann mit körperlichen und geistigen Einschränkungen verbunden sein, die das Leben erschweren. Die Akzeptanz dieser Realität ist ein wichtiger Schritt im Umgang mit dem Alter und den damit verbundenen Herausforderungen.
Eine seltsam intime Verbindung
Die Alzheimer-Krankheit kann eine seltsam intime Verbindung zwischen Betroffenen und ihren Angehörigen schaffen. Wenn Menschen mit Demenz sich an ihre Angehörigen wenden, um Hilfe und Unterstützung zu erhalten, kann dies zu einer tieferen Verbindung führen. Gleichzeitig kann die Pflege eines Demenzkranken auch eine große Belastung darstellen und die Beziehung zwischen den Betroffenen und ihren Angehörigen auf die Probe stellen.
Was ist Alzheimer?
Alzheimer ist eine der häufigsten Formen von Demenz und betrifft vor allem ältere Menschen. In Deutschland sind etwa 1,5 Millionen Menschen von Demenz betroffen, wobei zwei Drittel davon an Alzheimer leiden. Die Krankheit führt zu einem Abbau von Nervenzellen im Gehirn, was zu Gedächtnisverlust, Orientierungsschwierigkeiten und Einschränkungen im Alltag führt.
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Der schleichende Prozess
Die Forschung geht davon aus, dass Alzheimer ein schleichender Prozess ist, der sich über etwa 30 Jahre hinziehen kann, bevor die ersten Symptome auftreten. Dies macht es schwierig, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Mythos: Frauen sind häufiger betroffen als Männer
Entgegen der landläufigen Meinung sind Frauen und Männer gleichermaßen anfällig für Alzheimer. Der höhere Anteil weiblicher Alzheimerpatienten (etwa 70 Prozent) ist darauf zurückzuführen, dass Frauen durchschnittlich länger leben als Männer und die Krankheit meist erst im höheren Alter auftritt.
Die Entdeckung von Alois Alzheimer
Im Jahr 1906 entdeckte der deutsche Psychiater und Neurologe Alois Alzheimer die Ursache des pathologischen Vergessens. Bei der Untersuchung des Gehirns einer verstorbenen Patientin fand er den Abbau von Nervenzellen und Eiweißablagerungen in der Hirnrinde. Diese Entdeckung legte den Grundstein für das Verständnis und die Erforschung der Alzheimer-Krankheit.
7 Stufen der Alzheimer-Krankheit
Experten haben den Verlauf der Alzheimer-Krankheit in sieben Stufen eingeteilt:
- Normale Funktion: Keine Beeinträchtigungen
- Sehr leicht gemindertes Wahrnehmungsvermögen: Subjektive Beschwerden, die aber nicht objektivierbar sind.
- Leicht gemindertes Wahrnehmungsvermögen: Leichte Gedächtnisprobleme, die aber noch nicht den Alltag beeinträchtigen.
- Mäßig gemindertes Wahrnehmungsvermögen: Deutlichere Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten bei komplexen Aufgaben.
- Mittelschwer gemindertes Wahrnehmungsvermögen: Deutliche Einschränkungen im Alltag,Vergessen wichtiger Details aus dem Leben.
- Schwerwiegend gemindertes Wahrnehmungsvermögen: Starke Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten, Benötigung von Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben.
- Sehr schwerwiegend gemindertes Wahrnehmungsvermögen: Vollständiger Verlust der kognitiven Fähigkeiten, vollständige Abhängigkeit von Pflege.
Frühe Diagnose und Behandlung
Auch wenn Alzheimer derzeit nicht heilbar ist, kann eine frühe Diagnose und Behandlung den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Es ist daher wichtig, bei Verdacht auf Alzheimer einen Arzt aufzusuchen.
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Die Erfahrungen von Angehörigen
Peggy Elfmanns Blog "Alzheimer und wir"
Peggy Elfmann, Journalistin und Bloggerin, hat einen Blog ins Leben gerufen, um ihre Erfahrungen als Angehörige einer Alzheimerkranken Mutter zu teilen. In ihrem Blog berichtet sie über den Umgang mit der Krankheit, die den Alltag der gesamten Familie verändert hat.
Die Diagnose als Schock
Die Diagnose Alzheimer war für Peggy und ihre Familie ein Schock, da ihre Mutter erst 55 Jahre alt war. Zuvor hatten sie die Symptome auf Überarbeitung oder Burnout zurückgeführt.
Anzeichen vor der Diagnose
Vor der Diagnose hatte sich Peggys Mutter sozial zurückgezogen und Schwierigkeiten bei komplexen Aufgaben gezeigt. Vergesslichkeit, ein typisches Symptom von Demenz, war zunächst nicht aufgefallen.
Der Umgang mit der Krankheit
Peggy und ihre Familie haben einen positiven Umgang mit Alzheimer gefunden und leben gut damit. Es ist wichtig zu erkennen, dass das Leben mit der Krankheit nicht so furchterregend ist, wie man zunächst annimmt.
Die Rolle der Kinder
Peggy ist Mutter von drei Kindern, die die Oma kaum anders kennen als mit der Krankheit. Jedes Kind geht anders auf die Oma zu, aber alle drei versuchen ihr immer etwas Gutes zu tun.
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Der Blog als Hilfestellung
Mit ihrem Blog möchte Peggy ein breites Spektrum im Umgang mit der Krankheit abbilden und anderen Angehörigen eine Hilfestellung geben. Sie möchte zeigen, wie sich das Leben in der Familie trotz Alzheimer weiterdreht und dass es auch schöne Momente geben kann.
Briefe für Mama
Peggy schreibt Briefe an ihre Mutter, um die Mutter-Tochter-Gespräche zu ersetzen, die aufgrund der Krankheit nicht mehr möglich sind. Diese Briefe sind ein bewegender Ausdruck ihrer Liebe und Verbundenheit.
Der Podcast "Leben, Lieben, Pflegen"
Gemeinsam mit Anja Kälin und Isabel Hartmann hat Peggy den Podcast "Leben, Lieben, Pflegen - Der Podcast zu Demenz und Familie" entwickelt. In diesem Podcast werden bewegende Themen rund um Demenz besprochen, um anderen Familien Mut zu machen und Möglichkeiten aufzuzeigen, den Weg mit der Krankheit zu gestalten.
Persönliche Entwicklung durch die Pflege
Die Pflege eines Demenzkranken kann zu einer persönlichen Entwicklung führen. Angehörige lernen, sich von überall Hilfe zu holen und ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen. Sie entwickeln eine neue Perspektive auf das Leben und lernen, die kleinen Momente zu schätzen.
Fazit und Rat für andere Betroffene
Trotz der Herausforderungen und Veränderungen, die die Krankheit mit sich bringt, gibt es immer noch schöne Momente, die man mit dem Betroffenen erleben kann. Angehörige sollten nicht verzweifeln, sondern die Zeit, die sie noch haben, genießen.
Die Geschichte einer Mutter
Eine Mutter berichtet von ihren Erfahrungen mit ihrer eigenen Mutter, die an Demenz erkrankt ist. Sie erzählt von den Herausforderungen des Alltags, aber auch von den schönen Momenten, die sie gemeinsam erleben.
Ein bisschen anders - schon immer
Die Mutter war schon immer ein bisschen anders, wild und frei. Sie war eine starke und faszinierende Frau, die aber auch beängstigend sein konnte.
Zwischen den Zeilen begann das Vergessen
Irgendwann begann das Vergessen, zunächst nur als feine Veränderung, kaum greifbar. Die Gespräche wurden gereizter, die Stimmung kippte plötzlich.
Die Erfahrung eines Ehemanns
Ein Ehemann berichtet von der Pflege seiner dementen Frau. Er erzählt von den Schwierigkeiten, aber auch von den schönen Momenten, die sie gemeinsam erleben.
Die ersten Anzeichen seiner Demenz
Die ersten Anzeichen der Demenz zeigten sich in kleinen Dingen, wie plötzlicher Hilflosigkeit oder Schwierigkeiten bei der Orientierung.
Der Umgang mit der Krankheit
Der Ehemann versuchte, die Krankheit gelassen anzugehen und die verbleibende Zeit mit seiner Frau zu genießen. Sie unternahmen Reisen und Ausflüge, trafen sich mit Freunden und teilten ihre gemeinsamen Erinnerungen.
Die Erfahrungen von Betroffenen
Martina Peters' Aufruf zum Umdenken
Martina Peters, die selbst an Alzheimer erkrankt ist, fordert die Gesellschaft auf, Demenzerkrankte ernst zu nehmen, sie sprechen zu lassen und sie nicht auszugrenzen. Sie betont, dass Menschen mit Demenz nicht auf ihre Diagnose beschränkt werden möchten.
Was Menschen mit Demenz sich wünschen
Menschen mit Demenz wünschen sich von ihrem Umfeld und der Gesellschaft, dass sie ihnen mit Respekt und Verständnis begegnen. Sie möchten weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihre Fähigkeiten und Talente einbringen.
Die Erfahrungen eines ehemaligen Bankers
Ein ehemaliger Banker berichtet von seinem Abschied aus dem Arbeitsleben aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung. Er erzählt von den Herausforderungen, aber auch von den positiven Aspekten, die er durch die Krankheit entdeckt hat.
Der Umgang mit der Krankheit
Der ehemalige Banker hat beschlossen, sich der Krankheit zu stellen und aktiv zu werden. Er trinkt keinen Alkohol mehr, hat das Rauchen aufgegeben und bewegt sich viel. Er engagiert sich bei der Alzheimer Gesellschaft Hamburg und im Beirat der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.
Was er braucht
Was er braucht, sind "Sparringspartner", Gesprächspartner, die ihm offen zuhören und ihn nicht in eine Schublade stecken. Er betont, dass Menschen mit Demenz selbst über ihre Krankheit sprechen sollten.
Reisen mit Demenz
Ein Betroffener berichtet von seinen Erfahrungen beim Reisen mit Demenz. Er erzählt von den Herausforderungen, aber auch von den Möglichkeiten, die es gibt, um das Reisen trotz der Krankheit zu ermöglichen.
Vorbereitung ist alles
Eine intensive Vorbereitung ist für Menschen mit Demenz beim Reisen unerlässlich. Es ist wichtig, sich über die Rechte von behinderten und mobilitätseingeschränkten Fluggästen zu informieren und die notwendigen Serviceleistungen zu buchen.
Die Realität sieht oft anders aus
Leider entspricht die Theorie oft nicht der Realität. Das Chaos an den Flughäfen und die mangelnde Unterstützung für Menschen mit Behinderung können das Reisen mit Demenz zu einer Herausforderung machen.
Die Erfahrungen einer Lehrerin
Eine Lehrerin berichtet von ihrer Diagnose Alzheimer-Demenz im Alter von 62 Jahren. Sie erzählt von dem Schock, aber auch von den Möglichkeiten, die es gibt, um mit der Krankheit zu leben.
Der Umgang mit der Krankheit
Die Lehrerin hat Bücher zum Thema gelesen, Filme geschaut, kulturelle Veranstaltungen besucht und Sport getrieben. Sie hat einen Schwerbehindertenausweis erhalten und wird von ihrem Mann und ihrem Sohn unterstützt.
Offenheit oder Verschweigen?
Die Lehrerin balanciert zwischen Offenheit und Verschweigen ihrer Krankheit. Sie hat festgestellt, dass die Offenbarung des Krankheitszustandes oft positive kommunikative Türen öffnet.
Astrid Heller: Arbeiten trotz Demenz
Astrid Heller, eine Architektin, die an Alzheimer erkrankt ist, setzt sich dafür ein, trotz ihrer Krankheit weiterzuarbeiten. Sie möchte nicht auf ihre Krankheit reduziert werden und betont, dass sie trotz der Erkrankung noch viele Fähigkeiten und Talente hat.
Symptome und Auswirkungen auf den Alltag
Astrid Heller leidet vor allem unter Problemen mit dem Kurzzeitgedächtnis. Sie arbeitet aber weiterhin im Architekturbüro ihres Mannes und erstellt Entwürfe.
Unterstützung durch den Arbeitgeber
Astrid Heller setzt sich dafür ein, dass Arbeitgeber, die Menschen mit Demenz beschäftigen, finanzielle Hilfen oder Steuererleichterungen erhalten.
Martina, eine Betroffene aus einer Familie mit Demenz
Martina berichtet von ihrer Familiengeschichte, in der mehrere Familienmitglieder an Demenz erkrankt sind. Sie erzählt von ihren eigenen Erfahrungen mit der Krankheit und von ihrem Kampf für mehr Verständnis und Akzeptanz.
Die Diagnose als Schock
Die Diagnose Alzheimer war für Martina ein Schock, da sie befürchtete, dass sich ihr schrecklicher Ahnen bewahrheiten würde.
Der Umgang mit der Krankheit
Martina ist nach der Diagnose viel mit dem Fahrrad gefahren, um ihre Wut gegen die Krankheit wegzutrampeln. Sie leidet vor allem darunter, dass sich Freunde und Bekannte von ihr zurückgezogen haben.
Forderungen an die Gesellschaft
Martina fordert die Gesellschaft auf, umzudenken und Menschen mit Demenz ernst zu nehmen. Sie betont, dass Misstrauen und Isolation die Krankheit noch verschlimmern können.
Der Umgang mit Demenz
Geduld und Einfachheit
Im Umgang mit Demenzerkrankten ist Geduld das A und O. Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass die Betroffenen aufgrund ihrer Gedächtnisstörungen nur bedingt lernfähig sind. Die Verständigung sollte in einer einfachen Sprache geschehen und jeder Satz sollte nur eine Information enthalten.
Die Bedeutung der Sinne
Wenn die Sprache kaum noch möglich ist, wird es umso wichtiger, die übrigen Sinne anzusprechen. Zugang kann auch über Schmecken, Riechen, Sehen, Hören, Tasten und Bewegung geschaffen werden.
Die Belastung der Angehörigen
Zu 90 Prozent werden Demenzkranke von Angehörigen gepflegt, zu 80 Prozent von Frauen. Der Umgang mit einem Demenzkranken ist eine große Belastung, die oft zu Depressionen und psychosomatischen Beschwerden führt. Es ist daher wichtig, dass Angehörige sich Unterstützung suchen.
Schmerzmanagement bei Demenz
Die Bedeutung des Schmerzmanagements
Neuesten Studien zufolge leiden 50 Prozent aller Pflegeheimbewohner unter Schmerzen, wobei 20 Prozent keine ausreichende Schmerztherapie erhalten. Ein gutes Schmerzmanagement kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern und herausforderndes Verhalten reduzieren.
Wie Menschen mit Demenz Schmerz erleben
Menschen mit Demenz nehmen Schmerzreize oft anders wahr als gesunde Menschen. Sie können den Schmerz nicht ihrem Körper, einem Organ oder einer Krankheit zuordnen und zeigen ausgeprägte Mimik und vegetative Symptome.
Das Total-Pain Modell
Die englische Krankenschwester Cicely Saunders hat das Konzept des "totalen Schmerzes" definiert, das sich aus körperlichem, psychischem, sozialem und spirituellem Schmerz zusammensetzt.
Geeignete Instrumente zur Schmerzerfassung
Je nach Grad der kognitiven Beeinträchtigung empfehlen sich unterschiedliche Instrumente für ein Schmerzassessment. Dazu gehören die numerische Rating-Skala (NRS), die verbale Rating-Skala (VRS) und die BESD-Skala zur Beurteilung des Schmerzes bei Demenz.