Darmverschluss: Ursachen, neurologische Symptome und Behandlung

Ein Darmverschluss (Ileus) ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der die normale Passage des Darminhalts behindert oder vollständig blockiert ist. Dies kann lebensbedrohliche Folgen haben und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung. Der Darmverschluss kann verschiedene Ursachen haben, darunter mechanische Hindernisse oder eine Lähmung der Darmmuskulatur. Neurologische Symptome können ebenfalls eine Rolle spielen, insbesondere bei funktionellen Darmverschlüssen.

Definition und Arten des Darmverschlusses

In der Medizin wird der Darmverschluss als Ileus bezeichnet. Es handelt sich um eine vollständige Blockade eines Darmabschnitts, die entweder durch mechanische Hindernisse (mechanischer Ileus) oder durch eine Lähmung des Darms oder von Darmabschnitten (paralytischer Ileus) verursacht werden kann. Darmverschlüsse sind medizinische Notfälle, die umgehend im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Häufigkeit des Darmverschlusses

Genaue Zahlen zur Häufigkeit von Darmverschlüssen liegen nicht vor. Ärzte fassen den Ileus oft unter dem Begriff "akutes Abdomen" zusammen. Die häufigste Ursache für ein akutes Abdomen ist die Blinddarmentzündung (Appendizitis). Darmverschlüsse sind in etwa 10 Prozent der Fälle für stationäre Aufnahmen aufgrund akuter Bauchbeschwerden verantwortlich.

Symptome eines Darmverschlusses

Die Symptome eines Darmverschlusses können plötzlich und heftig auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Stuhlverhalt: Der Betroffene kann keinen Stuhlgang mehr absetzen.
  • Krampfartige Bauchschmerzen: Oft sehr starke Schmerzen, die zunächst in einem kleinen Bauchbereich auftreten und sich dann ausbreiten.
  • Geblähter Bauch: Der Bauch ist stark aufgebläht und die Bauchdecke hart.
  • Erbrechen: Je nach Lage und Dauer des Darmverschlusses kann es zum Erbrechen von Magen- oder Darminhalt kommen, im schlimmsten Fall sogar zum Erbrechen von Kot (Miserere).
  • Übelkeit und Unwohlsein: Leichte Bauchschmerzen oder ein allgemeines Gefühl des Unwohlseins können ebenfalls auftreten.
  • Fieber und beschleunigter Herzschlag: In manchen Fällen können auch erhöhte Temperatur oder Fieber sowie ein beschleunigter Herzschlag auftreten.

Ursachen eines Darmverschlusses

Mediziner unterscheiden zwischen dem mechanischen und dem funktionellen (paralytischen) Ileus.

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Ursachen des mechanischen Ileus

Die häufigsten Ursachen für einen mechanischen Ileus sind mechanische Verstopfungen (Obturation). Weitere Ursachen können sein:

  • Fremdkörper: Verschluckte oder in den Darm eingeführte Fremdkörper.
  • Gallensteine: Große Gallensteine (Gallensteinileus).
  • Verengungen (Stenosen): Durch Darmtumoren oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. CED-Stenosen (Verengungen durch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) - z. B. Ischämische Kolonopathie (z. B. wg. Peritonealkarzinose (z. B.
  • Verwachsungen: Verwachsungen des Darms mit der Bauchdecke (Adhäsionen).
  • Eingeweidebruch: Eingeklemmter Eingeweidebruch (inkarzerierte Hernie).
  • Verdrehung des Darms (Volvulus): Drehung eines Abschnittes des Verdauungstraktes um seine mesenteriale Achse (Dünndarmvolvulus, DV); Symptome: abdominale Schwellung, die sich über zwei, drei Tage entwickelt; typische Komplikationen sind ein mechanischer Ileus (Darmverschluss) bzw. Peritonealkarzinose/flächiger Befall des Bauchfells (Peritoneums) mit bösartigen Tumorzellen (z. B.
  • Einstülpungen von Darmabschnitten (Invaginationen): Invagination (Synonym: Intussuszeption) - Einstülpung eines Darmanteils in den aboral folgenden Darmabschnitt: am häufigsten tritt eine ileokolische Invagination auf (Ileum/Krumm- oder Hüftdarm (Teil des Dünndarms) in das Kolon/Dickdarm); tritt bevorzugt bei Säuglingen/Kindern bis zum 2. Lebensjahr auf; höchstes relatives Risiko ist 1 - 7 Tage nach der 1.
  • Darmentzündungen: Colitis, Ileitis.
  • Schwangerschaft: Schwangerschaftsbedingter Subileus als Vorstufe eines kompletten Darmverschlusses.

Extraluminale Ursachen: Eine Kompression (Druck) von außen kann den Darminhalt behindern. Intraluminale Ursachen: Verengungen innerhalb des Darmtrakts durch Fremdkörper (z. B. Bezoare, eine Ansammlung unverdauter Stoffe), Gallensteine oder Koprostase (harte Stuhlansammlung) führen ebenfalls zur Blockade. Beeinträchtigung der Darmpassage: Diese Obstruktionen führen zu einem Stillstand der Darmpassage. Dehnung und Durchblutungsstörung der Darmwand: Der Stau bewirkt eine Dehnung der Darmwand und beeinträchtigt die Durchblutung, was die Darmfunktion einschränkt. Hypovolämischer Schock und systemische Entzündungsreaktion: Die Flüssigkeitsansammlung im Darm und das entstandene Ödem in der Darmwand führen zu Flüssigkeitsverlust und einem hypovolämischen Schock.

Ursachen des funktionellen (paralytischen) Ileus

Wenn die natürliche Darmbewegung deutlich verlangsamt ist oder ganz zum Erliegen kommt, spricht man von einem funktionellen oder paralytischen (gelähmten) Ileus. Ursachen dafür sind unter anderem:

  • Entzündungen im Bauchraum: Bauchfellentzündungen (Peritonitis) oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatitis).
  • Vergiftungen: Beispielsweise Urämie durch giftige Harnbestandteile bei akuter Niereninsuffizienz.
  • Medikamente: Darmmuskelparalyse durch opiathaltige Medikamente (vor allem opioide Schmerzmittel).
  • Durchblutungsstörungen: Minderversorgung des Darms infolge von Durchblutungsstörungen, beispielsweise durch akute Verschlüsse von Blutgefäßen im Darm (Mesenterialinfarkt).
  • Elektrolytstörungen: Schwerer Kaliummangel (Hypokaliämie) sowie Elektrolytstörungen durch Schwangerschaftserbrechen.
  • Neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose, Myasthenia gravis oder Parkinson-Krankheit.
  • Stoffwechselerkrankungen: Diabetes.
  • Koliken: Nierenkoliken können reflektorisch Prozesse in den Muskeln und Nerven auslösen, die den Darm potenziell stilllegen.
  • Postoperativ: abdominale oder retroperitoneale Eingriffe (Operationen an der Wirbelsäule) → reflektorisch bedingter funktioneller/paralytischer Ileus; Manifestation meist am 3. bis 5.

Ein funktioneller Ileus ist durch eine verminderte Kontraktionsfähigkeit der glatten Muskulatur (Muskelzellen, die für die Bewegung der Darmwand sorgen) charakterisiert. Paralytischer Ileus (atonischer Ileus): Hierbei kommt es zu einer Darmlähmung aufgrund der Hemmung der Darmperistaltik (Darmbewegung), vermittelt durch die Aktivierung der α- und ß-Rezeptoren (Nervenrezeptoren, die die Muskelaktivität steuern). Spastischer Ileus: Diese seltene Form des Ileus ist durch eine krampfartige Kontraktion des Darms charakterisiert. Dehnung der Darmwand und Durchblutungsstörung: Der Stau des Darminhalts führt zu einer Dehnung der Darmwand, die die Blutversorgung beeinträchtigt und eine eingeschränkte Funktion der betroffenen Darmabschnitte zur Folge hat. Penetration von Darmbakterien und Toxikämie: Im Verlauf können Darmbakterien (bakterielle Mikroorganismen) die Darmwand durchdringen, was zu einer Bakteriämie (Bakterien im Blut) oder Toxikämie (Giftstoffe im Blut) führen kann. Systemische Entzündungsreaktion: Ohne rechtzeitige Behandlung kann sich eine systemische Entzündungsreaktion (SIRS - Systemic Inflammatory Response Syndrome) entwickeln.

Ursachen von Darmverschluss bei Säuglingen und Kleinkindern

Darmverschlüsse treten vergleichsweise häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Dafür verantwortlich sind vor allem zwei Ursachen:

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  • Mekoniumileus: Bei manchen Neugeborenen führt der erste Stuhlgang (Kindspech) zu einem Darmverschluss.
  • Fehlbildungen des Darms: Mitunter kommen Neugeborene mit Fehlbildungen des Darms auf die Welt.

Neurologische Aspekte des Darmverschlusses

Neurologische Erkrankungen können eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Darmfunktionsstörungen spielen. Schädigungen des Nervensystems können die Darmmotilität beeinträchtigen und zu einem paralytischen Ileus führen.

Neurologische Erkrankungen als Ursache

Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Myasthenia gravis, Parkinson-Krankheit, Alzheimer-Demenz oder Querschnittlähmung können die Nervenbahnen stören, die für die Steuerung der Darmbewegungen verantwortlich sind. Dies kann zu einer Verlangsamung oder zum Stillstand der Darmperistaltik führen.

Neurogene Darmfunktionsstörung bei Querschnittlähmung

Eine Querschnittlähmung führt fast immer zu einer neurogenen Darmfunktionsstörung. Dabei wird die Arbeit des Darms durch eine vom Nervensystem ausgehende Ursache gestört. Nach Eintritt einer Querschnittlähmung durchläuft der Verdauungs- und Ausscheidungstrakt drei Phasen:

  1. Phase des spinalen Schocks: In dieser Zeit fallen unterhalb der Läsion alle spinal gesteuerten Funktionen aus, bei Läsionen oberhalb S2 auch die Peristaltik.
  2. Postakute Phase: Nach Abklingen des spinalen Schocks sollte sich der Betroffene in enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegenden und Therapeuten mit den Grundprinzipien des Darmmanagements vertraut machen.
  3. Lebenslange Nachsorge: Der Darm und seine neurogenen Störungen sollten im Rahmen der lebenslangen Nachsorge immer im Fokus bleiben.

Autonome Dysreflexie

Bei Querschnittlähmung oberhalb T6 kann es zu einer autonomen Dysreflexie kommen, einer potenziell lebensbedrohlichen Komplikation, die durch eine unkontrollierte Erhöhung des Blutdrucks gekennzeichnet ist. Diese kann durch Darmprobleme ausgelöst werden.

Darmprobleme ohne morphologische, metabolische oder neurologische Ursache

Darmprobleme ohne morphologische, metabolische oder neurologische Ursache werden als funktionelle Darmstörungen bezeichnet. Die Abkürzung NDFS bezeichnet eine Dysfunktion des Dickdarms aufgrund einer Störung von Nervensignalen, die sich beispielsweise in Form einer gestörten Peristaltik und einem Fehlen von Stuhldrang äußert.

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Diagnose eines Darmverschlusses

Die Diagnose eines Darmverschlusses beginnt mit der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung.

Anamnese

Eine detaillierte Anamnese kann entscheidende Hinweise auf die Ursache des Ileus liefern:

  • Voroperationen am Abdomen: Frühere abdominale Eingriffe erhöhen das Risiko für Verwachsungen (Briden).
  • Letzte Koloskopie: Der Zeitpunkt und die Ergebnisse der letzten Koloskopie können auf tumoröse Ursachen hinweisen.
  • Frühere Divertikulitiden: Wiederkehrende Divertikulitiden können zu Stenosen führen.
  • Stuhlverhalt und Winde: Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder fehlender Windabgang können auf eine Obstruktion hindeuten.
  • Blut im Stuhl: Blutiger Stuhl kann ein Hinweis auf eine Gefäßstrangulation, Mesenterialischämie oder Tumor sein.
  • Medikamentenanamnese: Medikamente wie Opioide oder Anticholinergika, die die Darmmotilität beeinträchtigen, sollten erfasst werden.
  • Risikofaktoren für Mesenterialischämie: Dazu gehören Vorhofflimmern, unzureichende Antikoagulation, arteriosklerotische Erkrankungen (z.B. KHK, pAVK) und Herzinsuffizienz.

Körperliche Untersuchung

Im nächsten Schritt wird der Bauch abgetastet und mit dem Stethoskop abgehorcht. Ein mechanischer Ileus geht meist mit überaktiven, metallisch klingenden Darmgeräuschen einher. Beim funktionellen Ileus liegt meist eine sogenannte „Grabesstille“ vor.

  • Inspektion: Achten Sie auf einen geblähten Bauch, Narben (Hinweis auf frühere Operationen), Hernien und abnormale Bauchkonturen.
  • Palpation: Ein harter, druckempfindlicher Bauch kann auf eine Peritonitis hindeuten. Abwehrspannung ist ein Alarmsignal. Palpieren Sie auf tastbare Tumoren oder Hernien.
  • Auskultation: Das Fehlen von Darmgeräuschen deutet auf einen paralytischen Ileus hin, während hochfrequente „Klingelgeräusche“ oder spritzende Darmgeräusche auf einen mechanischen Ileus hindeuten.
  • Perkussion: Tympanischer Klopfschall spricht für eine Darmdistension durch Luftansammlungen.

Bildgebende Verfahren

Mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches lassen sich Darmverschlüsse in sehr vielen Fällen bildlich darstellen. Zudem braucht es zusätzlich oft eine Röntgenaufnahme (mit Kontrastmittel), eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie. Ergeben die genannten bildgebenden Untersuchungen kein ausreichend klares Bild, schaffen Magen- und/oder Darmspiegelungen mehr Aufschluss.

  • Abdomen-Röntgen: Erste Hinweise auf einen Ileus liefern erweiterte Darmschlingen mit Flüssigkeitsspiegeln. Bei Verdacht auf einen mechanischen Ileus sollte das Röntgen des Abdomens durchgeführt werden.
  • Computertomographie (CT): Die CT ist das Mittel der Wahl zur genauen Lokalisation und Identifikation der Ursache des Ileus. Bei Verdacht auf eine mesenteriale Ischämie sollte zügig eine CT-Untersuchung des Abdomens mit Kontrastmittel durchgeführt werden.

Laboruntersuchungen

Blutuntersuchungen begleiten die bildgebende Diagnostik. Anhand der Blutwerte lässt sich beispielsweise erkennen, ob es schon zu Entzündungen gekommen ist. Außerdem dient die Blutuntersuchung der OP-Vorbereitung.

  • Blutbild: Leukozytose kann auf eine Infektion oder Entzündung hinweisen, während eine Anämie bei Darmblutungen oder Malignomen auftreten kann.
  • Elektrolyte: Hypokaliämie, Hyponatriämie und metabolische Azidose oder Alkalose sind häufig bei Patienten mit Ileus und resultieren aus Erbrechen und Flüssigkeitsverlust.
  • Nierenparameter (Kreatinin, Harnstoff): Erhöhte Werte deuten auf eine Dehydratation hin.
  • CRP/Procalcitonin: Erhöhte Entzündungsmarker können auf eine begleitende Peritonitis oder Sepsis hinweisen.
  • Laktat: Ein erhöhter Laktatspiegel kann auf eine Ischämie im Darm hinweisen und erfordert schnelles Handeln.

Behandlung eines Darmverschlusses

Die Behandlung von Darmverschluss richtet sich vor allem danach, wie hoch das Risiko für eine Darmperforation ist. Patienten, die mit schweren Symptomen und mit Anzeichen für eine bakterielle Infektion eingeliefert werden, landen mitunter umgehend im OP. Wenn das aber nicht zwingend notwendig erscheint, erfolgt zunächst der Versuch einer konservativen Therapie.

Konservative Therapie

In der der konservativen Behandlung von mechanischen Darmverschlüssen konzentriert man sich zunächst darauf, das Hindernis durch Einläufe oder Medikamente zu beseitigen. Bei funktionellem Ileus bleibt nur der Versuch, die Darmaktivität medikamentös zu aktivieren.

  • Nahrungskarenz: Patienten sollten oral keine Nahrung oder Flüssigkeit zu sich nehmen, um den Darm zu entlasten.
  • Magensonde: Eine nasogastrale Sonde kann eingesetzt werden, um den Magen-Darm-Trakt zu entlasten, Erbrechen zu verhindern und die Produktion von Magensaft zu reduzieren.
  • Flüssigkeitssubstitution: Eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr ist erforderlich, um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wiederherzustellen, insbesondere bei Dehydratation.
  • Medikamentöse Therapie: Bei paralytischem Ileus kann die Gabe von Prokinetika wie Metoclopramid erwogen werden, um die Darmmotilität zu stimulieren. Schmerzmittel und Antibiotika können je nach klinischem Bild ebenfalls notwendig sein.

Unabhängig von der Ursache erhalten Ileus-Patienten über einen Tropf Infusionen mit Nährstoffen, Flüssigkeit und Elektrolyten, um Komplikationen wie Nieren- und Kreislauffunktionsstörungen zu vermeiden. Zuweilen erhalten die Patienten eine Magensonde, um im Bedarfsfall schnell den Mageninhalt entleeren zu können.

Operative Therapie

Bleibt die konservative Therapie ohne Erfolg, folgt der chirurgische Eingriff. Eine Ileus-OP ist ein umfassender Eingriff, bei dem die Bauchhöhle mit einem großen Schnitt eröffnet wird (Laparotomie). Die Operationsmethoden unterscheiden sich nach Lage und Ausmaß der Darmschädigung. Nicht selten müssen Teile des Darms entfernt werden. Mitunter bleibt den Operateuren auch keine andere Wahl, als einen künstlichen Darmausgang zu legen.

  • Mechanischer Ileus: Bei einem mechanischen Ileus, insbesondere wenn eine Strangulation, Ischämie oder Perforation vorliegt, ist eine sofortige Operation notwendig. Das Ziel der Operation ist die Beseitigung der Obstruktion, z. B. durch Lösen von Adhäsionen (Briden), Entfernung von Tumoren oder Resektion nekrotischer Darmabschnitte.
  • Notfalloperation: Bei Zeichen einer Peritonitis oder Sepsis ist eine Notfalloperation indiziert, um die Quelle der Infektion zu beseitigen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
  • Rezidivierende Obstruktionen: Bei Patienten mit rezidivierenden mechanischen Obstruktionen.

An die Operation schließt sich eine medikamentöse Behandlung nach Bedarf an. So werden bakterielle Infektionen mit Antibiotika behandelt. Wirkstoffe wie Paracetamol, Novalgin und Butylscopolamin lindern Schmerzen und Darmkrämpfe. Enoxaparin wird gegeben, um Thrombosen vorzubeugen. Flüssigkeiten und Nährstoffe werden in den ersten 4 bis 6 Tagen nach der Operation per Tropf oder über eine Sonde verabreicht.

Prognose eines Darmverschlusses

Darmverschlüsse sind sehr ernsthafte Notfälle. Selbst bei stationärer Behandlung beträgt die Sterblichkeitsrate zwischen 5 und 25 Prozent. Ohne Therapie im Krankenhaus sind die Überlebenschancen nur sehr gering.

Die Heilungsaussichten nach einer erfolgreichen Ileus-Operation gelten als gut. Dennoch gibt es eine vergleichsweise hohe Komplikationsrate. Vernarbungen und Verwachsungen im Darm führen mitunter zu neuen Darmverschlüssen. In schweren Fällen müssen Betroffene lernen, mit einem künstlichen Darmausgang als Stomaträger zu leben.

Die Prognose eines Ileus wird durch mehrere Schlüsselfaktoren bestimmt:

  • Ätiologie: Die Ursache des Ileus spielt eine zentrale Rolle in der Prognose.
  • Zeitpunkt der Intervention: Die frühzeitige Erkennung und Behandlung eines Ileus sind entscheidend für eine günstige Prognose.
  • Alter und Allgemeinzustand des Patienten: Ältere Patienten und solche mit schweren Grunderkrankungen haben ein höheres Risiko für Komplikationen und eine schlechtere Prognose.
  • Vorhandensein von Komplikationen: Das Auftreten von Komplikationen wie Darmperforation, Sepsis oder multiplen Organversagen verschlechtert die Prognose signifikant.

Die Überlebensraten bei Ileus variieren stark je nach Ursache und Komplikationen:

  • Mechanischer Ileus durch Adhäsionen: Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung haben Patienten mit einem mechanischen Ileus durch Adhäsionen oder Hernien eine hohe Überlebensrate und eine gute Langzeitprognose.
  • Maligne Ursachen: Bei einem Ileus, der durch maligne Tumore verursacht wird, ist die Prognose stark abhängig vom Tumorstadium und der Möglichkeit, den Tumor operativ zu entfernen.
  • Mesenteriale Ischämie: Dies ist eine der ernsthaftesten Ursachen für einen Ileus mit einer hohen Mortalitätsrate.

Das Risiko für einen erneuten Ileus hängt von der Ursache und der Art der Behandlung ab:

  • Adhäsionen: Patienten, die einen Ileus aufgrund von Adhäsionen erlitten haben, haben ein erhöhtes Risiko für Rezidive.
  • Tumore: Bei Patienten mit Tumorerkrankungen besteht ein hohes Risiko für einen erneuten Ileus.

Vorbeugung eines Darmverschlusses

Einem Darmverschluss lässt sich nicht sicher vorbeugen. Sie können die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung ohne bleibende Schäden deutlich erhöhen, wenn Sie Anzeichen für Ileus ernst nehmen. Bei stechenden oder kolikartigen Bauchschmerzen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen. Das gilt auch bei anhaltender Übelkeit oder Fieber ohne erkennbar harmlose Ursache.

Und noch ein Tipp: Achten Sie auf regelmäßigem Stuhlgang, mitunter auch unterstützt durch abführende Maßnahmen. Viel trinken, häufige Bewegung an der frischen Luft und ballaststoffreiche Kost unterstützen eine geordnete Darmentleerung.

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