DemTect-Test: Durchführung, Auswertung und Bedeutung in der Demenzdiagnostik

Der DemTect-Test, kurz für Demenz-Detektion, ist ein etabliertes und systematisches Screening-Verfahren zur Früherkennung von Demenz und Alzheimer. Er dient dazu, eine Reihe kognitiver Funktionen wie Wahrnehmung, Lernen, Erinnerungsvermögen und Denkvermögen zu untersuchen. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 hat er sich als nützliches Instrument in der Demenzdiagnostik etabliert.

Was ist der DemTect-Test?

Der DemTect-Test ist ein Screening-Verfahren, das darauf abzielt, frühzeitig Anzeichen einer Demenz oder leichter kognitiver Beeinträchtigungen zu erkennen. Der Test ist einfach durchzuführen, dauert in der Regel nur etwa zehn Minuten und erfordert keine speziellen Fachkenntnisse. Die Abkürzung DemTect steht für "Demenz Detection", also Demenz-Erkennung.

Ziel und Zweck des DemTect-Tests

Der DemTect-Test dient als erster Schritt zur Erkennung einer möglichen Demenz. Er ersetzt jedoch keine ausführliche medizinische und psychologische Untersuchung oder eine ärztliche Diagnose. Vielmehr soll er dazu beitragen, einen Verdacht auf Demenz zu erhärten oder zu zerstreuen und die Notwendigkeit weiterer diagnostischer Maßnahmen aufzuzeigen.

Durchführung des DemTect-Tests

Der DemTect-Test besteht aus fünf verschiedenen Aufgaben, die unterschiedliche kognitive Fähigkeiten der Testperson erfassen:

  1. Wortliste: Dem Patienten wird eine Liste von zehn Wörtern langsam vorgelesen. Anschließend soll er die Wörter wiederholen, die er sich gemerkt hat. Dieser Vorgang wird einmal wiederholt. Für jeden richtig genannten Begriff aus beiden Durchgängen gibt es jeweils einen Punkt. Es können maximal 20 Punkte erreicht werden.
  2. Zahlenumwandlung: Die Testperson soll zwei Zahlen in Zahlwörter umwandeln (z.B. 325 -> dreihundertfünfundzwanzig) und zwei Zahlwörter in Zahlen (z.B. sechshunderteinundachtzig -> 681). Für jede richtige Umwandlung gibt es einen Punkt. Es können maximal vier Punkte erreicht werden.
  3. Supermarktaufgabe: Die Testperson hat eine Minute Zeit, so viele Dinge wie möglich aufzuzählen, die es in einem Supermarkt gibt. Für jeden richtig genannten Begriff gibt es einen Punkt. Es können maximal 30 Punkte erreicht werden.
  4. Zahlenfolge rückwärts: Dem Patienten werden Zahlenreihen unterschiedlicher Länge vorgelesen (beginnend mit zwei Zahlen). Diese soll er in umgekehrter Reihenfolge wiederholen. Es zählt nur die Länge der längsten richtig rückwärts wiederholten Zahlenfolge. Es können maximal sechs Punkte erreicht werden.
  5. Wiederholung der Wortliste: Am Ende des Tests soll die Testperson sich an die Wörter aus der ersten Aufgabe erinnern. Für jeden richtig erinnerten Begriff gibt es einen Punkt. Bei dieser Aufgabe gibt es maximal zehn Punkte.

Auswertung des DemTect-Tests

Die Auswertung des DemTect-Tests erfolgt anhand einer Punkteskala, wobei die erreichte Punktzahl Aufschluss über den geistigen Zustand der Testperson gibt.

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  1. Umrechnung der Punkte in Testwerte: Die Punkte aus den einzelnen Aufgaben werden anhand von Umrechnungstabellen in Testwerte umgewandelt. Diese Tabellen berücksichtigen das Alter der Testperson, da die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter natürlicherweise abnimmt.

  2. Addition der Testwerte: Die Testwerte aus den einzelnen Aufgaben werden addiert, um einen Gesamtpunktwert zu erhalten.

  3. Interpretation des Ergebnisses: Anhand des Gesamtpunktwertes kann eine erste Einschätzung der kognitiven Leistungsfähigkeit erfolgen:

    • 13-18 Punkte: altersgemäße kognitive Leistung
    • 9-12 Punkte: leichte kognitive Beeinträchtigung
    • 0-8 Punkte: Demenzverdacht

Es ist wichtig zu beachten, dass der DemTect-Test allein keine Diagnose liefert. Bei einem auffälligen Ergebnis sollte eine umfassende neurologische Untersuchung durch einen Facharzt erfolgen, um eine genaue Diagnose zu stellen und geeignete Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.

Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen können

Es ist wichtig zu beachten, dass verschiedene Faktoren das Ergebnis des DemTect-Tests beeinflussen können. Dazu gehören:

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  • Alter: Die Normwerte des Tests sind altersabhängig, da die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter natürlicherweise abnimmt.
  • Bildungsniveau: Personen mit höherem Bildungsniveau können im Test besser abschneiden, auch wenn sie an einer Demenz erkrankt sind.
  • Sprachliche Fähigkeiten: Sprachbarrieren können das Ergebnis verfälschen, da die Testperson möglicherweise Schwierigkeiten hat, die Aufgaben zu verstehen oder sich auszudrücken.
  • Psychische Belastungen: Stress, Angst oder Depressionen können die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und zu einem schlechteren Ergebnis führen.
  • Tagesform: Die Tagesform und persönliche Anspannung können ebenfalls eine Rolle spielen.

Vergleich mit anderen Demenz-Tests

Neben dem DemTect-Test gibt es weitere Demenz-Tests, die in der Diagnostik eingesetzt werden. Zu den bekanntesten gehören:

  • Mini-Mental-Status-Test (MMST): Der MMST ist ein weit verbreiteter Test zur Beurteilung des geistigen Zustands einer Person. Er prüft verschiedene Bereiche der mentalen Funktion, darunter Orientierung, Merkfähigkeit, Rechnen, Sprache und visuell-räumliche Fähigkeiten.
  • Uhrentest: Der Uhrentest ist ein einfaches Instrument zur Früherkennung von Demenz, das mentale Funktionen wie räumliche Wahrnehmung, Planung und Organisation überprüft. Die Testperson wird gebeten, eine Uhr mit einer bestimmten Zeit zu zeichnen.
  • Montreal Cognitive Assessment (MoCA): Der MoCA-Test ist ein umfassenderes Screening-Instrument als der MMST und der DemTect. Er erfasst verschiedene kognitive Bereiche, darunter Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen, Gedächtnis, Sprache, visuell-räumliche Fähigkeiten, abstraktes Denken, Rechnen und Orientierung.
  • Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD): Der TFDD dient dazu, erste Anzeichen einer Demenz zu erkennen und gleichzeitig eine Depression als mögliche Ursache für kognitive Beeinträchtigungen auszuschließen.
  • Syndrom-Kurztest (SKT): Der SKT erfasst vor allem Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Informationsverarbeitung.

Der DemTect-Test hat im Vergleich zu anderen Tests den Vorteil, dass er einfach und schnell durchzuführen ist und keine speziellen Fachkenntnisse erfordert. Er eignet sich daher gut als Screening-Instrument in der Hausarztpraxis oder in der häuslichen Umgebung. Allerdings ist er weniger umfassend als beispielsweise der MMST oder der MoCA-Test und erfasst nicht alle kognitiven Bereiche.

Bedeutung der Früherkennung von Demenz

Die Früherkennung von Demenz ist aus verschiedenen Gründen von großer Bedeutung:

  • Bessere Behandlungsmöglichkeiten: Obwohl Demenzerkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit nicht heilbar sind, können geeignete Therapien die Symptome lindern und den fortschreitenden Verlauf verlangsamen. Je früher eine Therapie beginnt, desto besser sind die Chancen, den Verlauf hinauszuzögern.
  • Verbesserte Lebensqualität: Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es den Betroffenen und ihren Familien, notwendige Vorkehrungen zu treffen, um die Lebensqualität zu erhalten und die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu bewahren.
  • Zugang zu Unterstützungsangeboten: Eine frühe Diagnose ermöglicht den Zugang zu wichtigen Unterstützungsangeboten wie Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Pflegeleistungen.
  • Ausschluss anderer Erkrankungen: Eine umfassende medizinische Untersuchung kann helfen, andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

Was tun bei Verdacht auf Demenz?

Wenn Sie bei sich oder einem Angehörigen Anzeichen für eine Demenz feststellen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der Hausarzt ist in der Regel die erste Anlaufstelle. Er kann eine erste Einschätzung vornehmen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen veranlassen.

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