Denkblockaden im Gehirn: Ursachen und Lösungsansätze

Einführung

Denkblockaden sind ein weit verbreitetes Phänomen, das jeden betreffen kann. Sie äußern sich als plötzliche Unfähigkeit, auf Wissen zuzugreifen, Probleme zu lösen oder kreative Ideen zu entwickeln. Obwohl sie frustrierend sein können, sind Denkblockaden in der Regel vorübergehend und können mit den richtigen Strategien überwunden werden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Denkblockaden und bietet eine Vielzahl von Lösungen, um die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern und Blockaden zu lösen.

Was sind Denkblockaden?

Eine Denkblockade tritt auf, wenn der Denkprozess beeinträchtigt oder vollständig unterbrochen wird. Dies kann sich in verschiedenen Formen äußern:

  • Vergesslichkeit: Schwierigkeiten, sich an Informationen zu erinnern, die man eigentlich wissen sollte.
  • Konzentrationsschwierigkeiten: Unfähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren oder bei einem Thema zu bleiben.
  • Wortfindungsstörungen: Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, um Gedanken auszudrücken.
  • Kreativitätsblockaden: Unfähigkeit, neue Ideen zu entwickeln oder innovative Lösungen zu finden.
  • Entscheidungsschwierigkeiten: Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, selbst bei einfachen Dingen.

Im Volksmund werden solche Zustände oft als "verpeilt", "neben der Spur" oder "durch den Wind" beschrieben.

Ursachen von Denkblockaden

Die Ursachen für Denkblockaden sind vielfältig und können sowohl physische als auch psychische Faktoren umfassen.

Stress und Angst

Stress und Angst sind häufige Auslöser für Denkblockaden. Das Stresshormon Cortisol beeinträchtigt den Hippocampus, eine Schlüsselstruktur im Gehirn, die für das Gedächtnis und das Abrufen von Informationen verantwortlich ist. In Prüfungssituationen oder unter Zeitdruck kann Angst dazu führen, dass das Gelernte plötzlich nicht mehr abrufbar ist. Angst ist eine Form von Stress, die durch Gedanken an ein zukünftiges, angstauslösendes Ereignis oder durch eine aktuelle Belastungssituation entsteht.

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Schlafmangel und Müdigkeit

Schlafmangel und Müdigkeit beeinträchtigen die Konzentrationsfähigkeit und die Aufmerksamkeitsspanne. Wenn man übermüdet ist, fällt es schwer, sich zu konzentrieren und klar zu denken.

Mangelnde Motivation und Desinteresse

Wenn eine Aufgabe als mühsam oder uninteressant empfunden wird, kann dies zu einer Denkblockade führen. Motivation und Begeisterung hingegen fördern den Gedankenfluss und die Kreativität.

Informationsüberlastung

Ein Übermaß an Informationen kann das Gehirn überfordern und zu einer Blockade führen. Unzureichende oder unklare Informationen können ebenfalls dazu führen, dass das Gehirn nicht in der Lage ist, brauchbare Ideen zu entwickeln.

Gesundheitliche Faktoren

"Brain Fog" (Nebel im Gehirn) ist keine medizinische Diagnose, sondern ein Begriff für Symptome wie Verwirrtheit, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Wortfindungsstörungen, langsames Denken, Orientierungsprobleme, Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen. "Brain Fog" kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, darunter Flüssigkeitsmangel, Schlafmangel, Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, Stress, hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre), Diabetes, ADHS, Long Covid, das Posturale Tachykardiesyndrom, psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen), Migräne, Gehirnerschütterungen, Chemotherapien und lange Krankenhausaufenthalte. Es gibt Hinweise darauf, dass Entzündungen im Gehirn, eine fehlerhafte Regulierung des Blutflusses im Hirn oder ein Mangel an Serotonin eine Rolle spielen könnten.

Lernblockaden und Prüfungsblockaden

Lernblockaden und Prüfungsblockaden sind spezifische Formen von Lernstörungen, bei denen das Gehirn temporär nicht mehr richtig funktioniert. Der Schweregrad einer Lernblockade kann daran abgelesen werden, in welchem Maße das Gehirn eines Kindes zu einem bestimmten Zeitpunkt lahmgelegt ist. Das menschliche Gehirn blockiert besonders stark, wenn die betreffende Person sich in einer extremen Stresssituation befindet.

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Die Qualität der Abspeicherung von Informationen hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Lust und Angst. Wenn beim Lernen viel Lust und wenig Angst im Spiel sind, dann werden die Informationen klar und leicht abrufbar im Langzeitgedächtnis gespeichert. Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Lust beim Lernen gering und die Angst groß ist. Dann sind die Abdrücke, die das Lernen im Gehirn hinterlässt, vergleichbar mit dem Abdruck eines Stempels, der zuerst auf ein staubtrockenes Stempelkissen gedrückt wurde und dann auf ein weißes Blatt Papier.

Der Hauptunterschied zwischen einer Lernblockade und einer Prüfungsblockade besteht darin, dass es bei ersterer um die Abspeicherung von Informationen geht und bei letzterer um das Abrufen. Eine Prüfungsangst in Verbindung mit einer Prüfungsblockade liegt vor, wenn ein Schüler ausschließlich in bestimmten Situationen wie etwa bei Prüfungen oder Klassenarbeiten versagt.

Lösungen zur Überwindung von Denkblockaden

Es gibt zahlreiche Strategien, um Denkblockaden zu überwinden und die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Stressreduktion

  • Atemübungen: Langsame, tiefe Atemzüge können helfen, Stress abzubauen und die Muskeln zu entspannen. Atmen Sie langsam aus und entspannen Sie alle Muskeln wieder.
  • Meditation und Achtsamkeit: Regelmäßige Meditation oder Achtsamkeitsübungen können helfen, den Geist zu beruhigen und Stress abzubauen. Meditation programs for psychological stress and well-being: A systematic review and meta-analysis. JAMA Internal Medicine, 174(3), 357-368.
  • Bewegung: Körperliche Aktivität kann helfen, Stress abzubauen und die Durchblutung des Gehirns zu fördern. The positive impact of physical activity on cognition during adulthood: A review of underlying mechanisms, evidence and recommendations. Reviews in the Neurosciences, 22(2), 171-185.
  • Pausen: Regelmäßige Pausen während der Arbeit oder des Lernens geben dem Gehirn die Möglichkeit, sich zu erholen.
  • Selbstgespräche: Führen Sie Selbstgespräche. Sie können sich entweder mit „Du“ anreden oder hilfreiche Sätze in der Ich-Form formulieren. Unterhaltungen mit sich selbst haben noch einen weiteren Vorteil: Sie durchbrechen eine Panikattacke.

Verbesserung der Schlafqualität

  • Regelmäßiger Schlafrhythmus: Gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende.
  • Schlafhygiene: Schaffen Sie eine entspannende Schlafumgebung, vermeiden Sie Koffein und Alkohol vor dem Schlafengehen und sorgen Sie für ausreichend Dunkelheit und Ruhe im Schlafzimmer.
  • Ausreichend Schlaf: Achten Sie darauf, ausreichend Schlaf zu bekommen (7-8 Stunden pro Nacht). Why We Sleep: Unlocking the Power of Sleep and Dreams. Scribner. Why sleep is important for health: A psychoneuroimmunology perspective. Annual Review of Psychology, 66, 143-172.

Förderung von Motivation und Interesse

  • Ziele setzen: Setzen Sie sich klare, erreichbare Ziele, um die Motivation zu steigern.
  • Interesse wecken: Finden Sie Wege, um das Interesse an der Aufgabe oder dem Thema zu wecken.
  • Belohnungen: Belohnen Sie sich für erreichte Ziele, um die Motivation aufrechtzuerhalten.

Strukturierung und Organisation

  • Lernplan erstellen: Erstellen Sie sich einen Lernplan und Arbeiten Sie diesen systematisch ab. Sinnvoll ist, die Lerninhalte in einzelne Blöcke aufzuteilen. Das macht den Stoff insgesamt überschaubarer.
  • Mindmapping: Mindmapping ist eine super Methode um seine Gedanken zu ordnen. Mindmapping ist ein effektives Werkzeug, um die Kreativität anzukurbeln und dadurch Denkblockaden zu überwinden.
  • Notizen machen: Schreiben Sie wichtige Informationen auf, um das Gedächtnis zu entlasten.
  • Superbuch: Ein simples Notizbuch, in dem ich sämtliche Notizen strukturiert sammle. Ich notiere auf einer leeren Seite einen aussagekräftigen Betreff, der meine Herausforderung auf den Punkt bringt. Dann schreibe ich alles auf, was mir zu der Problem- oder Aufgabenstellung einfällt. Dieser Verschriftlichungsprozess ist ungemein wichtig, um die Gedanken zu sortieren.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten. Long-chain omega-3 fatty acids and the brain: A review of the independent and shared effects of EPA, DPA and DHA. Frontiers in Aging Neuroscience, 7, 52. Vitamin B12 in health and disease. Nutrients, 2(3), 299-316. Magnesium and aging. Current Pharmaceutical Design, 16(7), 832-839. Vitamin D deficiency and brain development: Recent advances. Nutrition Reviews, 72(4), 236-245. Iron deficiency and reduced work capacity: A critical review of the research to determine a causal relationship. The Journal of Nutrition, 131(2), 676S-690S.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie ausreichend Wasser, um das Gehirn mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Weitere Techniken

  • Dufte: Düfte machen den Kopf frei. Aber es muss nicht unbedingt ein real wahrgenommener Geruch sein, es reicht schon die Erinnerung an einen markanten Duft.
  • Die Raikov-Methode: Versetzen Sie sich in einen anderen Menschen, den Sie bewundern bzw. dessen Fähigkeiten Sie besonders schätzen. Holen Sie sich nun in Gedanken das „blockierende“ Problem bzw.
  • Bewegung: Und wenn Sie nur ein paar Liegestütze, Kniebeugen oder Sprünge aus dem Stand heraus machen, bis Sie nicht mehr können.
  • Ordnung: Wählen Sie für das Aufräumen am besten einen Chaos-Herd, wo mit wenigen Maßnahmen schnelle Erfolge sichtbar sind. Ordnung im Außen fördert auch Klarheit im Inneren.

Umgang mit Prüfungsangst

  • Vorbereitung: Gegen Lampenfieber hilft eine umfassende Vorbereitung.
  • Alte Prüfungsunterlagen: Eine effektive Vorbereitung ist das Lösen alter Klassenarbeiten und Klausuren.
  • Mündliche Prüfungen trainieren: Im Rollenspiel lassen sich mündliche Prüfungssituationen nachstellen.
  • Ablauf der Prüfung erfragen: Es beruhigt, wenn Sie genau wissen, was von Ihnen erwartet wird.
  • Genug Zeit einplanen: Erscheinen Sie möglichst früh am Prüfungstermin.
  • Siegerpose einnehmen: Stecken Sie beide Arme in die Luft, so dass diese ein V bilden. Diese Powerpose zeigen SportlerInnen, die eine Höchstleistung vollbracht haben. Oder stellen Sie sich breitbeinig hin und stemmen die Hände in die Hüften wie Superman.

Quellenverzeichnis

  • McEwen, B. S. (2017). Neurobiological and systemic effects of chronic stress. Chronic Stress, 1, 1-11.
  • Irwin, M. R. (2013). Why sleep is important for health: A psychoneuroimmunology perspective. Annual Review of Psychology, 66, 143-172.
  • Gómez-Pinilla, F. (2010). Experience-dependent plasticity of white-matter microstructure extends into old age. Neuropsychologia, 48(13), 3878-3883.
  • Park, D. C., & Reuter-Lorenz, P. (2009). The adaptive brain: Aging and neurocognitive scaffolding. Annual Review of Psychology, 60, 173-196.

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