Immer mehr Menschen konsumieren gefährliche Drogen, die ihr Leben zerstören. In diesem alarmierenden Kontext beleuchten wir die verheerenden Auswirkungen von Desomorphin, besser bekannt als "Krokodil", insbesondere auf das Nervensystem. Desomorphin ist eine äußerst zerstörerische und gefährliche Droge, die ursprünglich aus Russland stammt.
Die Welt der Drogen: Ein alarmierender Überblick
Die Welt der Drogen ist vielschichtig, komplex und alarmierend. Es geht nicht nur um Selbstzerstörung, sondern auch um familiäre Tragödien und enorme Auswirkungen auf die Gesellschaft. Als Gesellschaft müssen wir Verantwortung übernehmen und Wege finden, um dies zu verhindern.
Ein kurzer Überblick über gefährliche Drogen
Neben Desomorphin gibt es eine Reihe weiterer Drogen, die erhebliche Gefahren bergen:
- Fentanyl: Ein schnell wirkendes synthetisches Opioid, das 50 bis 100 Mal stärker als Morphin ist. Es wirkt tödlich und hat in den USA zu einer verheerenden Drogenepidemie geführt.
- AH-7921: Ein weiteres synthetisches Opioid, das in den 1970er-Jahren entwickelt wurde. Es ist unberechenbar und tödlich, insbesondere da Drogen auf dem Schwarzmarkt keine Qualitätskontrollen durchlaufen.
- Heroin: Eine illegale Droge, die aus Morphin gewonnen wird und im zentralen Nervensystem wirkt. Es birgt ernsthafte gesundheitliche Risiken, einschließlich Sucht, Atemdepression und anderen schwerwiegenden Nebenwirkungen. Heroin fördert die Freisetzung von Dopamin. Dieser Neurotransmitter löst wiederum Freude und Motivation aus. Das Gehirn wird davon abhängig und benötigt immer höhere Dosen, um diesen angenehmen Zustand genießen zu können. Heroin verändert bei anhaltendem Konsum die Gehirnstruktur und das neuronale Netzwerk.
- Kokain und Crack: Drogen, die aus demselben Grundstoff hergestellt werden, aber sich in ihrer Form, Wirkung und ihrem Konsum unterscheiden. Beide haben ein starkes Suchtpotenzial und können zu schädlichen psychiatrischen Nebenwirkungen führen. Beide Drogen verändern die Belohnungsschaltkreise im Gehirn, was zu zwanghaftem Konsum und Schädigungen führt. Eine in Molecular Psychiatry veröffentlichte Studie zeigt, dass Veränderungen in diesen Schaltkreisen eine entscheidende Rolle bei der Emotionsverarbeitung und Motivation spielen.
- Methamphetamine: Synthetische Drogen, die das zentrale Nervensystem stimulieren. Sie führen zu schweren Schädigungen des Nervensystems und zu großem psychischen und sozialen Leid.
- Ketamin: Ein Narkosemittel, das in höheren Dosen Halluzinationen hervorruft. Es führt zu einer kompletten Abkoppelung von der Realität, birgt ein enormes Suchtpotenzial und führt langfristig zu körperlichen und psychischen Störungen.
Desomorphin ("Krokodil"): Eine detaillierte Betrachtung
Desomorphin ist eine äußerst zerstörerische und gefährliche Droge, die ursprünglich aus Russland stammt. Eine Nebenwirkung ist schuppige Haut, deshalb ist diese Droge unter dem Namen Krokodil bekannt. Sie wird unter anderem in Osteuropa und den USA als billige Alternative zu Heroin gehandelt. Desomorphin enthält unter anderem Codein, Benzin, Salzsäure, Jod und roten Phosphor - ätzende Stoffe, die das Körpergewebe angreifen.
Substanz und Wirkung
Desomorphin ist ein Opioid, das in seiner chemischen Struktur Morphin ähnelt. 1932 wurde Desomorphin erstmals von dem Chemiker Lyndon Frederick Small in den USA hergestellt und 1934 patentiert. Das ursprüngliche Forschungsziel war, ein Schmerzmittel zu finden, das ein geringeres Abhängigkeitspotenzial als Morphin aufweist. Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass Desomorphin eine bis zu 10-mal stärkere schmerzlindernde Wirkung hat und rasch abhängig machen kann.
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Die Wirkung von Desomorphin setzt früher ein als die von Morphin und hält nur ungefähr eineinhalb Stunden an. Heroin, ebenfalls ein Abkömmling des Morphins, wirkt hingegen bis zu acht Stunden. Der schnelle Wirkeintritt sowie die kurze Wirkdauer gelten als Ursache für das im Vergleich zu Morphin höhere Abhängigkeitspotential von Desomorphin.
Herstellung und Verbreitung
Bislang gibt es keine verlässlichen Zahlen zur Verbreitung von Desomorphin. 2011 hat die Droge allerdings für mediale Aufmerksamkeit gesorgt, weil Berichten zufolge in Russland viele Heroinabhängige auf Desomorphin umgestiegen sind, nachdem im Jahr zuvor die jährliche Opiumernte in Afghanistan eingebrochen ist. Vermutet wird ein Pilzbefall, der in den Regionen um Kandahar, Helmand und Oruzgan beinahe die Hälfte der Mohnpflanzen befallen haben könnte.
Desomorphin lässt sich vergleichsweise leicht und ohne aufwändiges Laborgerät selbst herstellen. Den Grundstock bildet Codein, das als rezeptfreies Hustenmittel in jeder Apotheke erhältlich ist. Weitere Zutaten wie Lösungsmittel, laugenhaltige Haushaltsreiniger, Säuren und andere vergleichsweise leicht erhältliche Bestandteile werden miteinander verkocht. Die gesamte Herstellungsprozedur benötigt gerade einmal 45 Minuten.
Da bei der illegalen Produktion meist keine Laborausstattung zur Verfügung steht, mit dem Desomorphin extrahiert werden kann, enthält die daraus gewonnene Droge meist noch stark giftige Nebenprodukte aus dem Herstellungsprozess. Die so hergestellte Droge ist allerdings deutlich billiger als Heroin, weshalb Desomorphin auch als Droge der Armen gilt.
Konsum und verheerende Folgeschäden
In der Regel wird die Substanz intravenös oder unter die Haut gespritzt. An der Einstichstelle tritt oft eine grünlich-geschuppte Verfärbung auf, die an Krokodilhaut erinnert. Daher wird die Droge auch „Krokodil“, „Crocodile“, „Krok“ oder „Croc“ genannt.
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Die Einnahme von Desomorphin samt seiner Verunreinigungen führt zu schweren Gewebeschäden und Venenentzündungen bis hin zum Absterben von Körperteilen. Der Grund hierfür sei aber weniger das Desomorphin, sondern die noch in der Droge enthaltenen giftigen Verunreinigungen wie Lösungsmittel und säurehaltige Bestandteile. Dies führe um die Einstichstelle zu Wundinfektionen, die sich soweit ausbreiten können, bis ganze Bereiche des Gewebes absterben.
In den Medien sind zum Teil drastische Bilder von Menschen gezeigt worden, auf denen das weiche Gewebe der Betroffenen stellenweise verfault war und die darunterliegenden Knochen und Sehnen zu erkennen waren. In den Schlagzeilen wurde „Krokodil“ daher auch als „fleischfressende“ Droge bezeichnet, die ihre Konsumentinnen und Konsumenten „von innen auffrisst“ und „verfaulen“ lässt. Während die Wirkung nur kurz anhält, würden die Entzugssymptome bis zu einem Monat dauern. Konsumentinnen und Konsumenten von „Krokodil“ würden daher leicht in einen Kreislauf von kurzen Rauschphasen und anschließender Eigenherstellung durch Verkochung geraten, um den Entzugssymptomen zu entgehen. Die durchschnittliche Überlebensdauer von intravenös Konsumierenden wird nach Beginn des Spritzens auf nur ein bis drei Jahre geschätzt.
Eine in der Fachzeitschrift British Dental Journal veröffentlichte Übersicht macht deutlich, dass Krokodil bei oraler Einnahme eine Osteonekrose des Kiefers verursachen kann. Auch andere Probleme wie Schleimhautveränderungen, Karies und Paradontitis sind häufig. Eine in der Zeitschrift Harm Reduction Journal veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass Geschwüre, Infektionen und Wundbrand häufig zu einer Amputation von Gliedmaßen führen.
Rechtliche Situation
In Deutschland zählt Desomorphin zu den nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln, die in Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes aufgelistet sind. Der Besitz, Handel oder anderweitige Umgang mit dieser Droge ist somit strafbar.
Auswirkungen von Drogen auf das Nervensystem
Drogenkonsum hat vielfältige und oft verheerende Auswirkungen auf das Nervensystem. Die spezifischen Auswirkungen hängen von der Art der Droge, der Dosis, der Konsumhäufigkeit und der individuellen Anfälligkeit ab.
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Allgemeine Auswirkungen
- Veränderung der Neurotransmission: Viele Drogen wirken, indem sie die Neurotransmission beeinflussen, d.h. die Art und Weise, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren. Sie können die Freisetzung, Aufnahme oder Wirkung von Neurotransmittern wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin verändern.
- Schädigung von Nervenzellen: Einige Drogen können Nervenzellen direkt schädigen oder zum Absterben bringen. Dies kann zu langfristigen neurologischen Problemen führen.
- Veränderung der Gehirnstruktur: Chronischer Drogenkonsum kann die Struktur des Gehirns verändern, insbesondere in Bereichen, die für Belohnung, Motivation und Entscheidungsfindung zuständig sind.
- Psychische Störungen: Drogenkonsum kann zu einer Vielzahl von psychischen Störungen führen, darunter Depressionen, Angstzustände, Psychosen und kognitive Beeinträchtigungen.
Spezifische Auswirkungen von Desomorphin auf das Nervensystem
Desomorphin, als starkes Opioid, wirkt primär auf das zentrale Nervensystem, indem es an Opioid-Rezeptoren im Gehirn andockt. Dies führt zu:
- Schmerzlinderung: Desomorphin hat eine starke schmerzlindernde Wirkung, die jedoch mit einem hohen Suchtpotenzial einhergeht.
- Euphorie und Sedierung: Wie andere Opioide kann Desomorphin Euphorie, Sedierung und Unterdrückung von Angstzuständen verursachen.
- Atemdepression: Eine der gefährlichsten Nebenwirkungen von Desomorphin ist die Atemdepression, die zu einer lebensbedrohlichen Verlangsamung oder Aussetzung der Atmung führen kann.
- Hirnschäden: Die toxischen Verunreinigungen in illegal hergestelltem Desomorphin können zu schweren Hirnschäden führen, die sich in kognitiven Beeinträchtigungen, Verhaltensänderungen und neurologischen Problemen äußern können.
Drogenkonsum bei Jugendlichen
Die Neigung von Menschen, sich an Substanzen zu berauschen, ist bereits aus dem Altertum und von indigenen Völkern bekannt. Im 19. Jahrhundert wurden erste Einzelsubstanzen identifiziert und extrahiert und fanden breite Anwendung in der Medizin. Erst später wurde ihre abhängigkeitserzeugende Wirkung bekannt. In Deutschland wurde erstmals 1929 mit dem „Opiumgesetz“ und deutlich später als in anderen Staaten eine gesetzliche Regulierung eingeführt und der Handel und Verkehr von berauschenden Arzneimitteln außer durch befugte Personen unter Strafe gestellt. Der Handel mit illegalen Drogen ist globalisiert, mit Alkohol und Tabak gehen einzelne Staaten hinsichtlich Beschränkungen und Altersgrenzen unterschiedlich um. Jährlich kommen 50-100 neue Substanzen auf dem Drogenmarkt hinzu (synthetische Cannabinoide, Fentanylderivate), die nur mit aufwendigen Labormethoden identifizierbar sind. Da der Umgang mit Substanzen im Jugendalter ausprobiert wird und da Jugendliche besonders risikobereit sind, sind Jugendliche die wichtigste Zielgruppe für Suchtprävention. Einerseits ist Substanzkonsum eine gesellschaftlich geübte Praxis zur Förderung der Geselligkeit - hierzu gehört in unserer Kultur der Alkohol - aber auch in etlichen Szenen der Cannabiskonsum. Die kulturelle (Lern-)Praxis eines Austritts aus dem Wachbewusstsein und Kontrolle über die Rückkehr wird breit geübt. Andererseits gehören Substanzstörungen zu den Störungen mit hohen gesellschaftlichen Folgekosten. Allein für Alkoholkonsum gibt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (2018) als Summe aus direkten und indirekten Kosten in Deutschland je nach Berechnungsansatz eine Summe von 26-40 Mrd.
Substanzbedingte Störungen werden nach der ICD-10 noch in Intoxikation, schädlichen Gebrauch, Entzugssyndrom, Abhängigkeit und psychotische Störungen unterteilt. Die hier mit x. Während oder unmittelbar nach der Einnahme psychotroper Substanzen in überhöhter Dosis (bei Kindern und Jugendlichen auch im Einzelfall nach Einnahme einer üblichen Erwachsenendosis oder auch eines verunreinigten oder unklar dosierten illegalen Produkts) kommt es zu vorübergehenden akuten Zuständen, die dem Wirkstoff zuzuschreiben sind, und zu damit verbundenen psychischen oder Verhaltensstörungen. Eine Intoxikation kann im Rahmen einer Substanzstörung, aber auch außerhalb einer solchen vorkommen. Die psychische Symptomatik umfasst Veränderungen des Bewusstseins, der Wachheit, der Aufmerksamkeit, des Denkens, der Urteilsfähigkeit und der Psychomotorik. Im zwischenmenschlichen Verhalten kann es zu Aggressivität, Enthemmung oder auch Rückzug kommen. An somatischen Begleiterscheinungen können Tachykardie, Schwindelgefühle, Ataxie, Wahrnehmungsverzerrungen, Krampfanfälle, Hypertonie, Hyperthermie etc. Wichtig für die Diagnosestellung ist die Reversibilität aller Symptome nach Rückgang der Intoxikation - abhängig von der Halbwertszeit. Sofern nicht irreversible Gewebeschäden eingetreten sind (z. B. Eine Intoxikation erfolgt umso schneller und wahrscheinlicher, je schneller die Substanz den Blutkreislauf erreicht (i.v. Bei einer Alkoholintoxikation mit Bewusstlosigkeit ist u. a. wegen der hohen Aspirationsgefahr Intensivpflege indiziert. Zu berücksichtigen ist, dass die Alkoholwirkung bei Jugendlichen nicht linear zum Blutalkoholspiegel liegt und individuell stark variieren kann. Der Blutspiegel kann dennoch zusätzlich in der ICD-10 unter Y90.0-Y90.8 klassifiziert werden. Ein sog. An unerwünschte Beimischungen von illegal bezogenen Drogen, insbesondere „Pillen“, oder an einen besonders hohen Reinheitsgrad sollte gedacht werden, wenn eine Intoxikation bei Konsumenten unerklärterweise nach einer „üblichen Konsumdosis“, erst recht nach einer Konsumpause auftritt. Bei Mischintoxikationen ist zu beachten, dass z. B. Diese Diagnose soll nach ICD-10 nur gestellt werden, wenn der Zustand so schwer ist, dass er eine medizinische Behandlung erfordert bzw. In Abhängigkeit von der Dauer des Suchtmittelmissbrauchs und der Halbwertszeit der aktiven Metabolite der konsumierten Stoffe treten mehr oder minder schwere substanzspezifische Entzugssymptome auf. Unspezifische Symptome sind am ehesten innere Unruhe, ängstliche oder depressive Verstimmungen bis hin zu suizidalen Krisen, Schlafstörungen und vegetativer Labilisierung. Beim Opiatentzug stehen neurovegetative Symptome im Vordergrund, während beim Alkohol- und Hypnotikaentzug eher delirante Zustandsbilder die Symptomatik kennzeichnen. Delirante Zustandsbilder setzen einen kontinuierlichen Konsum über eine längere Zeit (bei Alkohol ca. 3-4 Jahre) voraus. Ein Delir kann einen tödlichen Verlauf nehmen und erfordert kontinuierliche Überwachungsmaßnahmen. Konstitutiv für diese Diagnose ist, dass ein schädlicher Gebrauch bereits zu Gesundheitsschäden geführt haben muss in Form einer körperlichen oder einer psychischen Störung oder Funktionsstörung (z. B. Depressivität, amotivationales Syndrom, Leistungsabfall). In der ursprünglichen Fassung sind damit direkte, substanzabhängige Auswirkungen des Konsums gemeint - nicht etwa die psychosozialen Probleme, z. B. Kritik an diesen Kriterien hat es in den letzten Jahren reichlich gegeben, beginnend damit, dass psychosoziale Faktoren zu wenig berücksichtigt sind und auch daran, dass die Parameter Entzug und Entzugsvermeidung nicht bei allen Substanzen vorkommen (z. B. nicht beim Schnüffeln, und begrenzt bei Amphetaminen mit kurzer Wirkdauer), sehr wohl aber beim THC (dann als F12.3 zu verschlüsseln, mit Angst, Tremor, Schwitzen, Muskelschmerzen). Eine Störung durch multiplen Substanzgebrauch (F 19.x) soll nach der ICD-10 auch dann kodiert werden, wenn „die Substanzaufnahme chaotisch und wahllos verläuft, oder wenn Bestandteile verschiedener Substanzen untrennbar vermischt sind“ (Remschmidt et al. Die Definitionen der SID (substanzinduzierten Störungen, d. h. DSM-5 ist entsprechend der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass schädlicher Gebrauch/Missbrauch und Abhängigkeit keinesfalls trennscharfe Konstrukte sind, von der Unterscheidung zwischen Missbrauch und Abhängigkeit abgerückt und benennt nur noch „substanzinduzierte Störungen“ (engl. ICD-11 listet die Kriterien in den 5-Stellern substanzbezogen auf und gibt zusätzlich im 6-Steller Spezifikationen für den Verlauf des schädlichen Gebrauchs und der Abhängigkeit an (z. B. wird bei der Alkoholabhängigkeit eine kontinuierliche, episodische, frühe volle Remission, partielle Remission und aufrechterhaltene volle Remission unterschieden). Entzugssyndrome können ebenfalls mit dem 6-Steller in unkomplizierte, mit Wahrnehmungsstörungen, mit Krampfanfällen und mit beidem oder als unspezifiziert differenziert werden. Wie in der ICD-10 ist die Stelle vor dem Punkt (nun allerdings der 4-Steller) zur Spezifizierung der Substanz vorgesehen-. Die Liste der kodierfähigen Substanzen hat sich gegenüber der ICD-10 deutlich differenziert und verlängert, sodass z. B. American Psychiatric Association, dt. Wiederholter Substanzkonsum führt zu wiederholtem Versagen bei der Erfüllung von Verpflichtungen in sozialen Rollen, wie z. B. Im Längsschnitt ihres Lebens ist bei Jugendlichen, die später in eine stationäre Behandlung aufgenommen wurden, eine Progression von regelmäßigem Gebrauch (ohne die schädigenden Effekte des schädlichen Gebrauchs) zu einer DSM-5-Diagnose zu verzeichnen. Diese Progression wird bei Jugendlichen mit Alkohol- und Cannabis-Störungen mit etwas mehr als einem Jahr veranschlagt, während sie beim regelmäßigen Gebrauch von Opioiden oder Kokain innerhalb des 1. Jahres von regelmäßigem Gebrauch stattfindet (Subramaniam et al.
Prävalenz von Substanzkonsum bei Jugendlichen
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt regelmäßige Repräsentativbefragungen unter Schülern in 2-jährigen Abständen durch. Auf europäischer Ebene werden, unterstützt durch die WHO, Schülerbefragungen durchgeführt (HBSC) und die ESPAD-Studie der EMCDDA, die sich mit Konsumverhalten beschäftigen. Die BZgA-Daten waren kritisiert worden, da sie nur Schüler allgemeinbildender Schulen in Haushalten mit Festnetz-Telefonanschluss per Interview erfassten, also keine ganz „repräsentative Stichprobe“. Seit 2015 wurde die Methode umgestellt und die Kommunikation via Mobilfunktelefonen auf ein gutes Drittel der Stichprobe ergänzt (BZgA 2018). Dennoch ist eine Unterschätzung der wahren Prävalenz in diesen Daten nicht auszuschließen, denn Hochrisikogruppen (z. B. Strafgefangene) fehlen. Die MoSyD-Studie erfasst 15- bis 18-jährige Schüler an allgemeinen und berufsbildenden Schulen mit einer anonymisierten schriftlichen Befragung und dürfte umfassendeAntworten durch die gesicherte Anonymität mehr befördern, zusätzlich werden Trendscouts und Besucher der offenen Drogenszene befragt. Bezogen auf den Alkoholkonsum zählt Deutschland zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von 12,14/l pro Jahr und verdoppelt damit den weltweiten Durchschnitt (Drogenbeauftragte 2018). Die Mortalität ist bei Erwachsenen rückläufig, wenngleich die alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte zunehmen (Kraus et al. 2015). Für Jugendliche beziehen sich Hospitalisierungsraten wegen alkoholbedingter Störungen am häufigsten auf Intoxikationen - 2016 lag die Zahl der Hospitalisierungen für 10- bis 19-Jährige bei 22.309 Fällen bundesweit. Regelmäßiger Alkoholkonsum bei Jugendlichen (d. h. wöchentlich mindestens ein Trinkereignis) bestand laut den BZgA-Daten 2015 bei 10 % der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland (Drogenbeauftragte 2017). Die weiterhin sehr hohen Zahlen und die Existenz einer Hochrisikogruppe junger Alkoholkonsumenten ab 12 Jahren mit mindestens 4 Räuschen im letzten Monat (2,9 %) weisen auf einen hohen Behandlungsbedarf hin. Nach den Ergebnissen des Alkoholsurveys 2016 steigt die Häufigkeit des Tabak- und Cannabiskonsums mit der Intensität des Alkoholkonsums (BZgA 2018), wobei Squeglia et al. (2014) eher eine Neigung zu vermehrten externalisierenden Problemen unter problematischem Alkoholmissbrauch sehen, zu dem auch der Konsum weiterer Drogen gehört.
Tabak- und Cannabiskonsum
Die Repräsentativbefragungen der BZgA zeigen, dass sich der Anteil der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen, die (regelmäßig) rauchen, seit dem Jahr 2001 kontinuierlich reduziert hat. Rauchten noch 27,5 % im Jahr 2001 (Drogenbeauftragte 2017), waren es 2016 nur noch 7,4 % (BZgA 2017). Die MoSyD-Studie fand unter den 15- bis 18-Jährigen 16 % tägliche Raucher, ebenfalls stark abnehmend, vor allem habe auch der Konsum von mehr als 5 Zigaretten täglich mit nur 9 % den niedrigsten Wert aller Befragungen erreicht. Der Tabakkonsum über Wasserpfeifen ist bei Jugendlichen nicht rückläufig. Erfahrungen mit E-Shisha-Konsum, d. h. Einwegprodukten, die in der Regel kein Nikotin, aber Aromatisierungen enthalten (3,6 %) und E-Zigaretten (3,5 %) sind bei den ab 12-Jährigen eher selten (BZgA 2018), bei den Frankfurter 15- bis 18-Jährigen hat aber bereits jeder Zweite Erfahrungen damit. Cannabis ist die zweithäufigste Substanz im Konsum Jugendlicher und die häufigste illegal benutzte Droge seit etwa 40 Jahren. Bezogen auf den Cannabiskonsum verzeichnet die BZgA in ihrem jüngsten Survey (BZgA 2018) einen Anstieg bei jungen Männern bei den unter 18-Jährigen auf eine 12-Monats-Prävalenz von 9,5 % (16- bis 17-Jährige: 19,8 %), während der Konsum bei den Mädchen mit 4,2 % rückläufig war. Insgesamt nahm der THC-Konsum seit den 1980er-Jahren kontinuierlich zu und sinkt seit 2004 wieder, sodass die Lebenszeitprävalenz (Konsum mindestens einmal im Leben) bei den 12- bis 17-Jährigen 2016 insgesamt mit 8,3 % angegeben wird. Somit bestätigt sich für Deutschland die EMCDDA-Angabe, dass Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge ist und dass mit dem Konsum früh, d. h. im Jugendalter begonnen wird (EMCDDA 2018). Laut MoSyD (2015) liegt das Durchschnittsalter des Beginns bei 15 Jahren, die BZgA (2018) gibt das Erstkonsumalter mit 17,2 Jahren an. Europaweit bleibt Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge auch unter Erwachsenen: 1 % aller Erwachsenen konsumieren täglich oder fast täglich Cannabis (EMCDDA 2018), die von der BZgA befragten Schüler in Deutschland zu 1,5 %, Jungen zwischen 12 und 17 Jahren, nach Bildung und Region gewichtet, aber zu 2,2 % (BZgA 2018), in der MoSyD-Studie (2015) konsumierten sogar 4 % der befragten 15- bis 18-Jährigen täglich, was einen Anstieg darstellt. 6 % aller Befragten konsumierten auch während der Schulzeit, derzeit wie 2006 der höchste Wert aller Befragungen (MoSyD 2015). In Frankfurt wurde Cannabis überwiegend als Marihuana (Gras - Blätter der Cannabispflanze), selten nur als Haschisch (Harz) konsumiert. Die Gefahr, irgendwann im Leben eine Abhängigkeit zu entwickeln, wenn im Adoleszenzalter mit dem Konsum von Cannabinoiden begonnen wird, liegt bei 25-50 % (zit. nach Hoch et al.
Konsum anderer Substanzen
11 % der Jugendlichen haben mindestens einmal im Leben und 3 % auch im letzten Monat Schnüffelstoffe/Inhalanzien konsumiert (MoSyD 2015), sodass Schnüffelstoffe unter Jugendlichen zumindest als Ersatzdroge weit verbreitet sind. Daten zum Konsum anderer Substanzen sind anderen Studien zu entnehmen und zeigen deutlich kleinere Zahlen. Die ESPAD-Studie (Kraus et al. 2013) kam für Deutschland auf 9,7 % Probierkonsums illegaler Drogen außer Cannabis. Auch hier ließ sich eine Jungenwendigkeit und eine höhere Prävalenz bei Hauptschülern nachweisen. Amphetamine spielten die größte Rolle (7,2 % der Jungen und 4,9 % der Mädchen), gefolgt von Kokain (3,1 %), Konsum von Ecstasy oder Drogenpilzen wurde von jeweils 3 % angegeben, GHB von 1,8 %. Heroinkonsum, von den meisten Jugendlichen abgelehnt, wurde von 0,8 % eingeräumt. „Wenn überhaupt eine Substanz probiert wird, bleibt es fast immer bei einem ein- bis maximal fünfmaligem Gebrauch.“ (Kraus et al. Europaweit zeigt der Substanzkonsum unter Jugendlichen stabile oder leicht abnehmende Tendenzen bezogen auf Cannabis, Inhalanzien und Sedativa (EMCDDA 2018), das scheint anderen Studien (HBSC und ESPAD) zu widersprechen (BZgA 2018). Jugendliche neigen zu Konsum mehrerer Substanzen. Laut der jüngsten ESPAD-Studie (ESPAD 2015) (keine Daten aus Deutschland) rauchen 91 % der Schüler, die Cannabis konsumieren, auch Tabak, 96 % trinken Alkohol, 18 % nutzen Inhalanzien, 20 % neue psychoaktive Substanzen (z. B. synthetische Cannabinoide, „Kräutermischungen“) und 16 % Tranquilizer und Sedativa. Etwa 10 % oder weniger gaben Probierkonsum aller Substanzen auf der Liste an. Unter den Gebrauchern von Ecstasy, Amphetaminen, Methamphetaminen, Kokain, Crack, LSD oder anderen Halluzinogenen, Heroin oder GHB haben 80 % oder mehr auch Zigaretten geraucht und 73 % oder mehr Cannabis. Risikofaktoren, infolge der bisher genannten Gebrauchsmuster eine substanzbezogene Störung im engeren Sinne zu entwickeln, bestehen zusätzlich für Jugendliche in sozioökonomischer Benachteiligung, wie Armut, außerfamiliärer Unterbringung und sozialer Deprivation, aber auch in belastenden Kindheitserfahrungen, wie elterlicher Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlung oder Missbrauch. Insbesondere eine Suchterkrankung der Elte…
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