Das Klinikum Passau ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Patienten in der Region. Insbesondere die Neurologie des Klinikums steht dabei oft im Fokus. Dieser Artikel fasst zusammen, was Patienten und PJ-ler über die Neurologie in Passau berichten. Dabei werden sowohl positive Aspekte als auch Verbesserungspotenziale beleuchtet, um ein umfassendes Bild zu vermitteln.
Allgemeine Erfahrungen und Bewertungen
Viele Patienten äußern sich positiv über die medizinische Versorgung und die Freundlichkeit des Personals im Klinikum Passau. So wird beispielsweise die schnelle Diagnosefindung bei Schwindel und Sprachproblemen gelobt. Ein Patient berichtet von einer sehr netten und fürsorglichen Behandlung durch Schwestern, Ärzte und Krankengymnastik. Auch die Möglichkeit für stillende Mütter, ihr Baby Tag und Nacht bei sich zu behalten und weiter zu stillen, wird positiv hervorgehoben.
Ein anderer Patient hebt die kompetente Behandlung durch den Chefarzt nach der Einlieferung seiner Frau mit einer Hirnblutung hervor. Auch die luxuriöse Ausstattung der Komfortstation wird erwähnt, allerdings wird hier die mangelnde Aufklärung über Medikamente kritisiert.
Es gibt auch kritische Stimmen, insbesondere bezüglich der Organisation und Betreuung auf bestimmten Stationen. So wird beispielsweise bemängelt, dass auf der neurologischen Normalstation keine ausreichende Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie angeboten wird. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es bisweilen an Informationen über Diagnosen mangelt.
Dr. med. Wilfried Bromme wird von Patienten als kinderfreundlicher und kompetenter Arzt wahrgenommen. Er nimmt sich Zeit für seine Patienten und ist bemüht, Lösungen zu finden, auch wenn der Fall nicht direkt in sein Fachgebiet fällt. Allerdings gibt es auch eine negative Bewertung, in der ein Patient bemängelt, dass seine Bedenken bezüglich Nebenwirkungen nicht ernst genommen wurden.
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Erfahrungen im Praktischen Jahr (PJ)
Das Klinikum Passau bietet Medizinstudierenden die Möglichkeit, ihr Praktisches Jahr (PJ) in verschiedenen Fachabteilungen zu absolvieren. Die Erfahrungen der PJ-ler sind dabei sehr unterschiedlich und hängen stark von der jeweiligen Station ab.
Positive Aspekte
Viele PJ-ler berichten von einer guten Einbindung ins Team und einer wertschätzenden Atmosphäre, insbesondere in der Gastroenterologie und Onkologie. Hier konnten sie an Sonographien, Endoskopien, Ambulanzen und der Palliativstation teilnehmen. In der Onkologie gab es sogar einen festen PJ-Plan und freie Nachmittage. Auch die Betreuung durch den Chefarzt in der Neurologie wird positiv hervorgehoben. Die Zuweisung von Famulanten zu einem eigenen Assistenzarzt, der viel erklärt, wird als sehr hilfreich empfunden.
Ein PJ-ler berichtet von einer sehr guten Famulatur in der Neurologie, wo er die Möglichkeit hatte, Vormittags und Nachmittags alle Patienten auf der Stroke Unit zu untersuchen und diagnostische sowie therapeutische Schritte mitzuverfolgen. Auch die Teilnahme an der Radiologie-Besprechung und den PJ-Seminaren wird als sehr lehrreich empfunden.
Negative Aspekte
Einige PJ-ler berichten von negativen Erfahrungen in der Kardiologie, wo sie hauptsächlich für Blutentnahmen eingesetzt wurden und wenig Betreuung und Lehre erhielten. Auch die mangelnde Unterstützung durch MTAs bei den vielen Blutabnahmen auf Station 35 (Pneumo/Kardio) wird kritisiert. Einige PJ-ler bemängeln zudem, dass sie keine eigenen Patienten betreuen durften oder nur als "Blutabnahmedienst" eingesetzt wurden.
Organisation und Sonstiges
Die Organisation des PJ wird allgemein als gut empfunden. Jede/r PJ-ler/in bekommt ein Wohnheimzimmer mit eigenem Bad und Kochnische und von Anfang an Kleidung sowie einen eigenen Zugang für Medico. Die Stationen haben fast alle einen Blutabnahmedienst, sodass PJ-ler nur bei Krankheitsfall oder außerplanmäßigen Situationen für Blutentnahmen eingesetzt werden. Es gibt fast täglich PJ-Unterricht, der je nach Fachbereich unterschiedlich gut ist. Insbesondere der EKG-Kurs und der Unterricht aus der Neurologie werden als sehr empfehlenswert erachtet.
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Allerdings wird auch kritisiert, dass das Appartment im Wohnheim als Sachbezug Miete auf der Gehaltsabrechnung vermerkt wird, was zu Problemen führen kann, wenn man aufgrund anderer Bezüge nicht mehr als Minijobgehalt verdienen darf. Zudem wird bemängelt, dass die Menüs in der Kantine häufig eine Süßspeise als vegetarisches Gericht anbieten.
Die Neurologie im Detail
Die Neurologie im Klinikum Passau deckt ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen ab. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Kopfschmerzen. In der Zentralen Notaufnahme (ZNA) steht ein neurologisches Team rund um die Uhr für die kompetente diagnostische Einschätzung und zielgerichtete Therapie bei schweren akuten Kopfschmerzen zur Verfügung. Dabei wird eine umfassende Diagnostik durchgeführt, um potentiell gefährliche sekundäre Kopfschmerzursachen auszuschließen. Für nicht notfallmäßige ambulante Patienten mit primären Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerz etc.) steht die Privatsprechstunde von Prof. Dr. Freilinger zur Verfügung.
Die Neurologie arbeitet eng mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) zusammen.
GESUNDHEITSCAMPUS Klinik Jesuitenschlössl
Neben dem Klinikum Passau gibt es in Passau auch den GESUNDHEITSCAMPUS Klinik Jesuitenschlössl, der ebenfalls neurologische Rehabilitation anbietet. Die Klinik verfügt über Zertifikate und Siegel und wurde von DAS REHAPORTAL mit 92 % von möglichen 100 % bewertet.
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