Migränebehandlung mit HCG-Spritzen im Kontext der Kinderwunschbehandlung

Einführung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die von starken Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit, gekennzeichnet ist. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und hormonelle Veränderungen, wie sie während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Kinderwunschbehandlung auftreten, können Migräneanfälle auslösen oder verstärken. Die Behandlung von Migräne während einer Kinderwunschbehandlung stellt eine besondere Herausforderung dar, da viele gängige Migränemedikamente potenziell schädliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit oder die frühe Schwangerschaft haben können.

Der folgende Artikel beleuchtet die Behandlung von Migräne im Kontext einer Kinderwunschbehandlung, insbesondere im Hinblick auf die Verwendung von HCG-Spritzen (humanes Choriongonadotropin) und andere hormonelle Einflüsse.

Ursachen und Auslöser von Migräne im Zusammenhang mit der Kinderwunschbehandlung

Hormonelle Schwankungen, die während der Stimulation im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung auftreten, können Migräneanfälle auslösen. Dies liegt daran, dass Östrogen und Progesteron eine Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen können. Einige Frauen berichten von einer Zunahme von Migräneanfällen während der Stimulation, während andere eine Verbesserung feststellen.

Die in der Kinderwunschbehandlung verwendeten Medikamente, wie Gonal F, Pergoveris und Orgalutran, können ebenfalls Nebenwirkungen verursachen, die Migräne auslösen oder verschlimmern können. Einige Frauen berichten auch von Migräne nach der Auslösung des Eisprungs mit Ovitrelle (enthält HCG).

Der Zusammenhang zwischen HCG und Migräne

HCG ist ein Hormon, das normalerweise während der Schwangerschaft produziert wird. Es wird auch in der Kinderwunschbehandlung verwendet, um den Eisprung auszulösen. Einige Frauen haben berichtet, dass sie nach der Einnahme von HCG-Spritzen Migräne bekommen. Es wird vermutet, dass dies auf die hormonellen Veränderungen zurückzuführen ist, die durch HCG ausgelöst werden.

Lesen Sie auch: Welche Migräne-Spritze ist die Richtige?

Einige Anwenderinnen in Foren vermuten, dass Migräne nach dem Transfer ein gutes Zeichen sein könnte, falls HCG gespritzt wurde. Dies lässt sich jedoch nicht wissenschaftlich bestätigen und sollte nicht als sicheres Anzeichen für eine Schwangerschaft gewertet werden.

Behandlung von Migräne während der Kinderwunschbehandlung

Die Behandlung von Migräne während der Kinderwunschbehandlung erfordert eine sorgfältige Abwägung der Risiken und Vorteile verschiedener Therapieoptionen. Viele gängige Migränemedikamente, wie Triptane und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), können potenziell schädliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit oder die frühe Schwangerschaft haben.

Medikamentöse Behandlung

  • Paracetamol: Paracetamol gilt in der Regel als sicher für die Anwendung während der Stimulation und in der frühen Schwangerschaft. Es kann jedoch bei starken Migräneanfällen möglicherweise nicht ausreichend wirksam sein.
  • Magnesium: Hochdosiertes Magnesium kann bei einigen Frauen helfen, Migräneanfälle zu reduzieren. Es ist jedoch wichtig, vor der Einnahme von hochdosiertem Magnesium einen Arzt zu konsultieren.
  • Ibuprofen/ASS: Während der Stimulation sollte auf Ibuprofen verzichtet werden. ASS kann in niedriger Dosis gegeben werden, aber muss mit dem Arzt abgesprochen werden.
  • Triptane: Von Triptanen wird während der Stimulation eher abgeraten. Nach dem Transfer und während der Schwangerschaft sollten sie vermieden werden.
  • Aspirin: Aspirin sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, da es die Einnistung beeinträchtigen kann.

Nicht-medikamentöse Behandlung

  • Akupunktur: Akupunktur nach traditioneller chinesischer Medizin (TCM) kann bei einigen Frauen helfen, Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann helfen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu lösen, die Migräne auslösen können. Besonders wichtig ist, dass die Faszien glatt sind.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit können helfen, Migräneanfälle zu vermeiden. Einige Frauen berichten auch, dass bestimmte Nahrungsmittel, wie z.B. Granatapfelsaft, helfen können.
  • Heisse 7: Das Schüssler-Salz "Heisse 7" wird von einigen Anwendern als hilfreich bei Migräne beschrieben.

Wichtige Hinweise

  • Es ist wichtig, alle Medikamente und Behandlungen mit dem behandelnden Arzt abzusprechen, um sicherzustellen, dass sie sicher für die Anwendung während der Kinderwunschbehandlung sind.
  • Bei starken oder häufigen Migräneanfällen sollte ein Neurologe konsultiert werden.

Das ovarielle Überstimulationssyndrom (OHSS)

Das ovarielle Überstimulationssyndrom (OHSS) ist eine potenziell gefährliche Komplikation der hormonellen Stimulation im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung. Es tritt auf, wenn die Eierstöcke übermäßig auf die Stimulation ansprechen und zu viele Follikel produzieren.

Symptome von OHSS

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Gewichtszunahme
  • Atemnot
  • Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum (Aszites)
  • Vergrößerte Eierstöcke

Migräne als Symptom von OHSS?

Obwohl Migräne nicht zu den typischen Symptomen von OHSS gehört, können die hormonellen Veränderungen und die allgemeine Belastung des Körpers durch OHSS Migräneanfälle auslösen oder verschlimmern.

Was tun bei Verdacht auf OHSS?

Bei Verdacht auf OHSS sollte umgehend der behandelnde Arzt kontaktiert werden. In leichten Fällen kann OHSS durch Ruhe, Flüssigkeitszufuhr und Schmerzmittel behandelt werden. In schweren Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein.

Lesen Sie auch: Anwendung und Wirksamkeit von Migräne-Spritzen

Weitere Aspekte der Kinderwunschbehandlung

Die hier zusammengetragenen Informationen enthalten auch weitere Aspekte der Kinderwunschbehandlung, die nicht direkt mit der Migränebehandlung zusammenhängen, aber dennoch für betroffene Paare von Interesse sein können:

Diagnostik der Fertilitätsstörung

  • Allgemeine körperliche Untersuchung
  • Anamnese beider Partner
  • Hormonanalyse
  • Ultraschalluntersuchung bei der Frau
  • Gynäkologische Untersuchung
  • Untersuchung des Genitals beim Mann
  • Spermiogramm
  • Untersuchung auf sexuell übertragbare Krankheiten
  • ggf. Untersuchung auf Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO)

Behandlungsmethoden der Fertilitätsstörung

  • Hormonelle Stimulation des weiblichen Eierstocks
  • Samenübertragung (Insemination)
  • Künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation = IVF)
  • Mikro-Injektion (Intracytoplasmatische Spermieninjektion = ICSI)
  • Einfrieren von Eizellen (Kryokonservierung)
  • Gewinnung von Spermien direkt aus den Hoden (TESE) oder Nebenhoden (MESA)

Hormonelle Behandlung im Detail

  • Clomifen
  • FSH (follikelstimulierendes Hormon)
  • HMG (humanes Menopausen-Gonadotropin)
  • hCG (humanes Choriongonadotropin)
  • Progesteron
  • Östrogen
  • GnRH-Agonisten
  • GnRH-Antagonisten

Pränataldiagnostik

  • Ersttrimesterscreening
  • Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT)
  • Feindiagnostik (Organscreening)
  • Fetal Echokardiographie
  • Doppler-Sonographie
  • Chorionzottenbiopsie
  • Amniozentese

Dysplasiesprechstunde

  • Kolposkopie
  • Knips-Biopsie
  • HPV-Test
  • Molekularbiologische Marker

Lesen Sie auch: Wissenswertes über Aimovig

tags: #migrane #hcg #spritze