Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Demenz – Was ist Wichtig?

Demenz ist ein Begriff, der oft im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit genannt wird. Es ist wichtig zu verstehen, dass "Demenz" und "Alzheimer" nicht dasselbe sind. Demenz beschreibt ein Muster von Symptomen, das verschiedene Ursachen haben kann, während die Alzheimer-Krankheit eine der häufigsten Ursachen für Demenz ist. Eine Demenz führt zu einer Verschlechterung verschiedener geistiger Fähigkeiten im Vergleich zum früheren Zustand.

Anzeichen und Symptome einer Demenz

Es ist normal, gelegentlich vergesslich zu sein. Das Verlegen von Schlüsseln, das Vergessen eines Termins oder das Nicht-Einfallen eines Namens sind in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. Wenn jedoch häufig und über längere Zeit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration oder der Orientierung auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch stärkere Schwankungen der Stimmungslage und der geistigen Fähigkeiten können ein Warnsignal sein.

Typische Warnsignale sind:

  • Vergesslichkeit für wiederkehrende Ereignisse und alltägliche Begebenheiten
  • Wortfindungsstörungen
  • Orientierungseinbußen

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome verschiedene Ursachen haben können und nicht unbedingt mit einer Demenz zusammenhängen müssen. Sie können beispielsweise durch Stress, Burn-out, seelische Belastungen, Depressionen oder hormonelle Veränderungen verursacht werden. Weitere körperliche Ursachen sind unter anderem eine Unterfunktion der Schilddrüse, ein erhöhter Hirndruck oder ein Tumor.

Ursachen von Demenz

Die Ursachen für Demenz sind vielfältig. Es gibt über 80 verschiedene Ursachen einer Demenz. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache, aber auch andere Erkrankungen wie vaskuläre Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz und frontotemporale Demenz können Demenz verursachen.

Risikofaktoren für Demenz:

  • Alter: Das Risiko für Demenz steigt mit zunehmendem Alter.
  • Genetische Veranlagung: In einigen Fällen kann Demenz erblich bedingt sein.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes können das Risiko für Demenz erhöhen.
  • Ungesunder Lebensstil: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Übergewicht können das Demenzrisiko erhöhen.
  • Soziale Isolation: Mangelnde soziale Kontakte können das Risiko für Demenz erhöhen.
  • Luftverschmutzung: Feinstaub kann Entzündungen im Gehirn auslösen und das Demenzrisiko erhöhen.
  • Seh- und Hörverlust: Unbehandelte Seh- und Hörschwächen können das Gehirn weniger anregen und das Demenzrisiko erhöhen.
  • Kopfverletzungen: Schwere oder wiederholte Kopfverletzungen können das Risiko für Demenz erhöhen.

Diagnose von Demenz

Die Diagnose von Demenz erfolgt in der Regel durch einen Arzt. Zunächst wird ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen geführt, um die Symptome und die Krankengeschichte zu erfassen. Anschließend werden verschiedene Tests durchgeführt, um die geistigen Fähigkeiten des Patienten zu überprüfen. Dazu gehören Gedächtnistests, Aufmerksamkeitstests und Sprachtests.

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In einigen Fällen können auch bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) des Gehirns durchgeführt werden, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen oder Veränderungen im Gehirn festzustellen.

Behandlung von Demenz

Es gibt keine Heilung für Demenz, aber es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die dazu beitragen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Medikamentöse Behandlung:

Es gibt verschiedene Medikamente, die bei der Behandlung von Demenz eingesetzt werden können. Diese Medikamente können die Symptome wie Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Unruhe lindern. Sie können den Verlauf der Erkrankung jedoch nicht aufhalten oder umkehren.

Nicht-medikamentöse Behandlung:

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es auch verschiedene nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, die bei Demenz eingesetzt werden können. Dazu gehören:

  • Ergotherapie: Ergotherapie kann den Betroffenen helfen, ihreAlltagsfähigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann den Betroffenen helfen, ihre körperliche Beweglichkeit zu erhalten oder zu verbessern.
  • Logopädie: Logopädie kann den Betroffenen helfen, ihre Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern.
  • Musiktherapie: Musiktherapie kann den Betroffenen helfen, ihre Gefühle auszudrücken und ihre Stimmung zu verbessern.
  • Kunsttherapie: Kunsttherapie kann den Betroffenen helfen, ihre Kreativität auszuleben und ihre Gefühle auszudrücken.
  • Realitätsorientierungstraining (ROT): ROT kann den Betroffenen helfen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden und ihre Orientierung zu verbessern.
  • Gedächtnistraining: Gedächtnistraining kann den Betroffenen helfen, ihre Gedächtnisleistung zu verbessern.
  • Validation: Validation ist eine Methode, bei der die Gefühle und Bedürfnisse der Betroffenen ernst genommen und akzeptiert werden.

Leben mit Demenz

Das Leben mit Demenz kann für die Betroffenen und ihre Angehörigen sehr herausfordernd sein. Es ist wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren und sich Unterstützung zu suchen. Es gibt verschiedene Organisationen und Selbsthilfegruppen, die Betroffenen und ihren Angehörigen helfen können.

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Tipps für den Umgang mit Menschen mit Demenz:

  • Seien Sie geduldig und verständnisvoll.
  • Sprechen Sie langsam und deutlich.
  • Verwenden Sie einfache Sätze.
  • Wiederholen Sie Informationen, wenn nötig.
  • Vermeiden Sie es, die Betroffenen zu korrigieren oder zu kritisieren.
  • Schaffen Sie eine ruhige und vertraute Umgebung.
  • Bieten Sie den Betroffenen Beschäftigungen an, die ihnen Spaß machen.
  • Sorgen Sie für ausreichend Bewegung und soziale Kontakte.
  • Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst.

Projekte und Initiativen

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und ihre Mitgliedsgesellschaften bieten verschiedene Projekte und Initiativen an, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen. Dazu gehören:

  • Demenz Partner: Eine Initiative zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Demenz.
  • Gesprächsgruppen für Angehörige: Ein Angebot zum Austausch mit anderen Betroffenen.
  • Schulungen für ehrenamtliche Helfer: Eine Möglichkeit, sich für Menschen mit Demenz zu engagieren.
  • Informationsmaterialien: Broschüren und Ratgeber zum Thema Demenz.

Rechtliche Aspekte

Im Zusammenhang mit Demenz gibt es verschiedene rechtliche Aspekte zu beachten. Dazu gehören:

  • Vorsorgevollmacht: Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine Person bestimmt werden, die im Falle einerDemenz die rechtlichen Angelegenheiten des Betroffenen regeln darf.
  • Patientenverfügung: Mit einer Patientenverfügung kann der Betroffene im Vorfeld festlegen, welche medizinischen Behandlungen er im Falle einerDemenz wünscht oder ablehnt.
  • Betreuungsrecht: Wenn keine Vorsorgevollmacht vorhanden ist, kann das Betreuungsgericht einen Betreuer bestellen, der die rechtlichen Angelegenheiten des Betroffenen regelt.
  • Haftpflichtversicherung: Es ist wichtig, zu prüfen, ob die Haftpflichtversicherung des Betroffenen auch Schäden abdeckt, die durch die Demenz verursacht werden.

Fazit

Demenz ist eine komplexe Erkrankung, die viele Herausforderungen mit sich bringt. Es ist wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren und sich Unterstützung zu suchen. Mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ein erfülltes Leben führen.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Forschung im Bereich der Demenzdiagnostik und -therapie stetig voranschreitet. Ziel ist es, Demenzerkrankungen wie Alzheimer früher zu erkennen und neue Therapieansätze zu entwickeln, um den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

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