Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die nach einer neurologischen Erkrankung auftreten kann. Sie betrifft verschiedene Bereiche der Sprache, wie Sprachproduktion, Sprachverständnis, Schreiben und Lesen. Die Ausprägung einer Aphasie kann von minimalen Defiziten bis zu schwersten Störungen reichen.
Was ist Aphasie?
Unter einer Aphasie versteht man eine erworbene Sprachstörung, die im unterschiedlichem Ausmaß zu Wortfindungsstörungen, zu Sprachverständnisstörungen und sogar zu einem vollständigen Sprachverlust führen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) definiert Aphasien als erworbene Sprachstörungen infolge von Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Die Störungen betreffen alle expressiven und rezeptiven sprachlichen Fähigkeiten, also Sprechen und Schreiben ebenso wie auditives Verstehen und Lesen.
Abgrenzung zu Sprechstörungen
Aphasien sind Sprachstörungen, keine Sprechstörungen. Bei einer Sprachstörung ist die Fähigkeit gestört, Sprache zu erzeugen und ihren Sinn zu verstehen. Das verbale Erzeugen von Sprache ist bei allen Betroffenen beeinträchtigt. Je nach Form der Aphasie reicht das von vereinzelten Wortfindungsstörungen bis hin zu Menschen, die vollkommen stumm sind. Einige Erkrankte sprechen stockend und mit Mühe, aber in einer Art Telegrammstil. Gesprochenes können Betroffene bei einem Teil der Aphasie-Formen meist gut verstehen, oft aus dem Zusammenhang heraus. Bei anderen Aphasie-Formen ist das Sprachverständnis stark beeinträchtigt bis schwer gestört. Die Beeinträchtigungen beim Erzeugen und Verstehen von Sprache zeigen sich meist auch in der Schriftsprache, also beim Lesen und Schreiben. Darüber hinaus können das Lesen und Schreiben gesondert beeinträchtigt sein. Dies nennt man Alexie (Lesestörung) und Agraphie (Schreibstörung).
Im Gegensatz dazu ist bei einer Sprechstörung die motorische Ausführung des Sprechens beeinträchtigt, beispielsweise durch eine Dysarthrie oder Sprechapraxie. Menschen mit einer Dysarthrie sprechen häufig langsam, mit sichtbarer Anstrengung und müssen häufig Luft holen. Das Sprachverständnis ist bei einer Dysarthrie nicht beeinträchtigt. Ihr Gegenüber verstehen Betroffene daher ohne Probleme. Bei einer Dysarthrie sind Muskeln gestört, die man zum Sprechen braucht.
Menschen mit einer Sprechapraxie haben große Schwierigkeiten, die gewünschten Laute flüssig auszusprechen. Das Sprechen ist angestrengt, stockend, verlangsamt mit vielen Pausen oder nur geflüstert. Das Sprachverständnis ist bei einer reinen Sprechapraxie gut erhalten. Ihr Gegenüber verstehen Betroffene dann entsprechend. Hintergrund einer Sprechapraxie ist eine gestörte Planung der Bewegungsabläufe der Sprech- und Stimm-Muskulatur.
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Ursachen von Aphasie
Die häufigste Ursache für eine erworbene Aphasie ist laut Berlit besonders bei älteren Personen ein Schlaganfall, also eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Teile des Hirns erhalten dann nicht mehr ausreichend Sauerstoff, sodass Gehirnzellen absterben. Hirnblutungen, Hirntumore oder epileptische Anfälle können ebenfalls zu Aphasie führen.
Weitere Ursachen können sein:
- Schädel-Hirn-Traumata, Kopfverletzungen mit Blutungen oder auch sonstige Verletzungen des Sprachzentrums
- Entzündungen des Gehirns wie zum Beispiel die Enzephalitis
- Neurodegenerative Erkrankungen, so kommen aphasische Sprachstörungen beispielsweise auch bei manchen Varianten der Alzheimer-Demenz vor
- Hirnatrophien
- Sauerstoffmangel
Mit etwa 80 Prozent die häufigste Ursache einer Aphasie sind Schlaganfälle, die in Deutschland rund 270.000 Menschen im Jahr treffen. Bei rund einem Drittel aller erstmaligen Schlaganfälle kommt es danach zu einer Aphasie, die sich in den ersten vier Wochen oft wieder legt. Etwa zehn Prozent der Aphasien sind Folge einer schweren Gehirnerschütterung (Schädel-Hirn-Trauma), also einer Hirnverletzung, wie sie etwa durch einen Schlag auf den Kopf oder einen Unfall auftritt. Rund sieben Prozent der Aphasien entstehen durch Hirntumore. Sie können Druck auf die Areale ausüben, die für die Sprache zuständig sind. Wenn sie wachsen, verschlimmert sich die Aphasie möglicherweise entsprechend.
Formen von Aphasie
Bei Aphasien werden verschiedene Syndrome unterschieden, die sich in der Symptomatik teils stark unterscheiden. Den Kern des Sprachnetzwerks bilden zwei Hirnregionen: das Wernicke-Areal und das Broca-Areal. Stark vereinfacht dargestellt, ist das Wernicke-Areal eher für das Verstehen von Sprache zuständig. Das Broca-Areal wiederum ist eher für das Sprechen verantwortlich. Wenn sie betroffen sind, kann es ebenfalls zu einer Aphasie kommen.
Die wichtigsten Formen sind:
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- Globale Aphasie: Hierbei zeigen sich meist deutliche Beeinträchtigungen in allen Sprachmodalitäten. Das Leitsymptom sind Sprachautomatismen z.B. eine Aneinanderreihung von Silben „dododo“, Wörtern „Auto Auto“ oder Phrasen „passt schon“. Sprachfluss ist stark eingeschränkt. Patientinnen und Patienten können nur Teile von Worten sprechen oder verstehen. Die Kommunikation ist sehr schwer bis schwer beeinträchtigt.
- Broca-Aphasie: Das Leitsymptom ist der Agrammatismus. Hier produzieren die Patienten meist Ein- bis Zweiwort-Sätze z.B. „Ich Auto“ oder „Krankenhaus fahren“. Dabei fehlen Funktionswörter (z.B. Präpositionen) und Flexionsformen. Die Sprache ist grammatikalisch entstellt. Bei Wörtern kommt es dadurch zu vielen Lautverwechslungen und Sätze können unvollständig sein. Der Sprechfluss ist eingeschränkt und die Kommunikation schwer bis mittelgradig beeinträchtigt, allerdings können Betroffene meist Sprache gut verstehen sowie lesen und schreiben.
- Wernicke-Aphasie: Das Leitsymptom ist der Paragrammatismus, bei dem komplexe Sätze mit Satzteilverschränkungen, -dopplungen und -vertauschungen, sowie falschen Flexionsformen (z.B. „Mein Freund will mir morgen besuchen.“) gebildet werden. Außerdem kommt es zu semantischen (z.B. „Tisch“ statt „Stuhl“) und phonematischen (z.B. „Tinsch“ statt „Tisch“) Verwechslungen. Häufig treten ebenfalls Wortneuschöpfungen (Neologismus) z.B. „Eiergarten“ oder „Uksenstein“ auf. Es kommen hierbei besonders häufig Satzverschränkungen oder Satzteilverdoppelungen vor. Häufig nehmen Betroffene dieses sprachliche Defizit nur eingeschränkt wahr. Dadurch ist die Kommunikation schwer bis mittelschwer beeinträchtigt. Die Sprache ist aber oft verworren und ohne inhaltlichen Zusammenhang. Menschen mit Wernicke-Aphasie verändern auch oft die Lautstruktur von Wörtern. Sie lassen dabei Laute aus, stellen sie um oder ergänzen neue (etwa „Aum“ statt „Baum“, „Vergewandte“ statt „Verwandte“). Die Sätze ergeben oft keinen Sinn („Es geht mir gelb“) und sind zudem auffallend lang, oft falsch aufgebaut oder stark ineinander verschachtelt (Paragrammatismus).
- Amnestische Aphasie: Das Leitsymptom sind Wortfindungsstörungen. Der Patient kommt beim Sprechen ins Stocken und es zeigen sich Wiederholungen, Satzabbrüche oder Redefloskeln. Dies lässt auf eine ungenaue Bedeutung des Zielwortes (z.B. „Ich gehe ins Kino…nein, nicht Kino…ich meine…ach egal.“ Zielwort: Oper) oder auf Schwierigkeiten bei der Wortformaktivierung schließen. Bei Letzterem ist dem Patienten die Bedeutung des Zielwortes klar und er kann dieses gut umschreiben. Es liegt ihm sozusagen „auf der Zunge“ (z.B. Ich habe meine Mu, nein nicht Mutter. Das Sprachverständnis ist gut erhalten und auch das Lesen und Schreiben sind kaum beeinträchtigt. Betroffene leiden meist unter leichten Wortfindungsstörungen, können dabei aber ungeachtet vereinzelter Satzabbrüche relativ uneingeschränkt kommunizieren. Menschen mit Amnestischer Aphasie finden häufig nicht das richtige Wort. Ihr Gegenüber verstehen sie meist ohne Probleme. Erkrankte können sich verständlich artikulieren. Ihr Sprachfluss ist insgesamt unauffällig, mit vereinzelten Wortfindungsstörungen. Häufig versuchen Betroffene, Alternativen für die fehlenden Wörter zu finden durch leicht abweichende Wortersetzungen und Umschreibungen (etwa „das Ding, aus dem man Wasser trinkt“) oder durch Platzhalter („der da“).
- Leitungsaphasie: Es kommt zu einer schweren Störung des Nachsprechens. Das Verständnis ist nur leicht eingeschränkt.
- Transkortikale Aphasie.
Symptome von Aphasie
Die Symptome einer Aphasie können vielfältig sein und hängen von der Art und Schwere der Sprachstörung ab. Alle Bereiche und Modalitäten der Sprache (die Lautstruktur (Phonologie), der Wortschatz (Lexikon), die Bedeutung (Semantik) und der Satzbau (Syntax)) können in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigt sein. Sowohl die rezeptiven (Sprachverständnis) als auch die expressiven (Sprachproduktion) Fähigkeiten können betroffen sein. Somit können das Sprechen und Verstehen der Lautsprache oder auch das Lesen und Verstehen geschriebener Sprache erschwert und je nach Schweregrad der Beeinträchtigung sogar kaum noch möglich sein.
Häufige Symptome sind:
- Wortfindungsstörungen
- Sprachverständnisstörungen
- Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben
- Verkürzter und vereinfachter Satzbau
- Nutzung vieler Nomen und Verben
- Verben werden oft in der Grundform verwendet
- Sätze werden ineinander verschränkt und Satzteile verdoppelt
- Lautauslassungen, Lautersetzungen, Lautergänzungen, Lautumstellungen
- Sprachautomatismen
- Stereotypien
- Schwierigkeiten, Gespräche zu organisieren undThemen beizubehalten
Diagnose von Aphasie
Eine Aphasie wird durch definierte Sprachtests diagnostiziert. Dabei werden von einem Neurologen oder einer Neurologin, Neuropsychologen oder einer Neuropsychologin oder auch von einem Logopäden oder einer Logopädin die spezifische Tests durchgeführt, die darauf abzielen, eine Aphasie zu diagnostizieren und die verschiedenen Unterformen der Aphasie zu differenzieren, erklärt er. Der wichtigste und prominenteste ist dabei der Aachener Aphasie Test (AAT). Für die Testdurchführung und vor allem -auswertung ist spezifisch linguistisches Wissen erforderlich.
Behandlung von Aphasie
Die Behandlung einer Aphasie hängt auch mit der Ursache der Sprachstörung zusammen. Wenn man die häufigste Ursache nimmt, den Schlaganfall, ist das ein plötzliches Ereignis, es kommt zum Auftreten der Aphasie und dann bessert sich das allmählich.
Die Behandlung zielt darauf ab, das, was verloren gegangen ist, zumindest teilweise wieder zu erwerben - sprich das Sprachverständnis oder auch die Sprachkodierung. Ziel der Therapie sei dabei nicht nur die reine Übung von Sprache, sondern direkt auch, die kommunikative Teilhabe zu ermöglichen.
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Wichtigste Aspekte dieser Leitlinien besagen, dass wirksame Aphasietherapie mit einer Intensität von 5-10 Stunden pro Woche über mehrere Wochen hinweg durchgeführt werden soll. Die Aphasietherapie dient neben der Verbesserung rein sprachlicher Funktionen auch der Optimierung der kommunikativen Möglichkeiten mit dem Ziel einer verbesserten Lebensqualität. Dazu ist es wichtig mit dem Betroffenen und dem Angehörigen einen individuellen Behandlungsplan mit transparenten alltags- und teilhabeorientierten Zielen für alle Beteiligten zu erstellen. Neben der hochfrequenten Einzeltherapie ist für eine erfolgreiche Behandlung der Aphasie die Gruppentherapie, das Real-Life-Training, computerunterstütztes Training sowie ein Eigentraining Voraussetzung.
Logopädie
Das Ganze wird mit einer intensiven Sprachtherapie behandelt, die typischerweise ein Logopäde oder eine Logopädin durchführt. Wir orientieren uns in der Sprachtherapie immer am störungsspezifischen Profil. Bei Aphasien ist nämlich nicht nur die verbale Sprache betroffen, sondern oftmals auch ist auch die Schriftsprache, also das Lesen und Schreiben. Daher würden wir bei jeder Aphasie immer individuell behandeln und schauen, wo Leistungen noch erhalten sind - und danach immer unsere Therapie ausrichten.
Medikamentöse Therapie
Bei Hirnentzündungen ist es meist mithilfe einer rechtzeitig begonnenen medikamentösen Therapie möglich, eine Aphasie vollständig zu heilen.
Digitale Unterstützung
Die IKK gesund plus übernimmt künftig für Aphasiepatienten die Kosten für eine neue digitale Unterstützung. Mit einer durch das Unternehmen Neolexon entwickelten App für Logopädie können die Patienten mit einem Verlust des Sprachvermögens selbstständig üben. Das Übungsprogramm in der App wird individuell auf die Versicherten angepasst und ist eine Ergänzung zur logopädischen Behandlung. Digitale Lösungen können, im Gegensatz zu einem Übungsblatt, Rückmeldungen und Hilfen anbieten.
Heilungschancen bei Aphasie
Die Entwicklung der Aphasie hängt stark von der Ursache und dem Ausmaß der Hirnstörung ab. Schwere Aphasien durch einen großen Schlaganfall verbessern sich zum Beispiel nicht so stark wie leichte Störungen nach einer stärkeren Gehirnerschütterung.
Bei Verletzungen als Aphasie-Ursache ist in der Regel hingegen nur eine unvollständige Besserung möglich - insbesondere, wenn Gewebe zerstört wurde. Wenn das Ganze im Rahmen einer Neurodegeneration auftritt, also als Demenz-Variante, kann man tatsächlich nur die Symptome lindern, aber letztlich schreitet das Krankheitsbild voran und eine Heilung ist nicht möglich.
In vielen Fällen ist eine Aphasie gut behandelbar oder bildet sich im Verlauf sogar allein zurück. In den anderen Fällen hilft vielfach ein sprachtherapeutisches Training (Logopädie), das so früh wie möglich beginnen sollte. Spätestens nach vier bis sechs Monaten sind die Symptome weitgehend stabil (chronisch) und die Erfolge des logopädischen Trainings nehmen ab. Aber auch dann sind messbare Verbesserungen möglich.
Umgang mit Menschen mit Aphasie
Ganz wichtig ist, dass man auf Betroffene „normal“ zugeht. Viele Menschen tendieren dazu, wenn jemand sprachlich nicht mehr richtig kommunizieren kann, diese Person wie ein kleines Kind zu behandeln - also wie jemand Unmündiges. Bei Betroffenen seien aber alle anderen Gehirnfunktionen wie zum Beispiel das emotionale Empfinden intakt. Das heißt, Betroffene fühlen sich natürlich verletzt und nicht ernst genommen, wenn man sie als unmündig behandelt. Ebenfalls betont er, dass die nicht verbale Kommunikation bei Aphasikerinnen und Aphasikern häufig erhalten bleibt. Das heißt, vieles lässt sich auch durch Gestik und Mimik Betroffenen gegenüber vermitteln.
Wichtig im Umgang mit Betroffenen ist zudem ein aphasiefreundliches Gesprächsverhalten. Das bedeutet, dass man dem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin Zeit gibt, geduldig zuhört und abklärt, ob man zum Beispiel bei der Wortfindung helfen soll. Viele haben den Impuls, einen Satz zu Ende zu führen.
Im Gespräch empfiehlt es sich, die Sätze immer kurz und einfach zu halten und den Betroffenen ausreichend Zeit zum Verarbeiten zu geben. Menschen mit Aphasie brauchen vor allem Verständnis für ihre Situation. Es ist enorm wichtig, einfühlsam mit ihnen umzugehen und die Sprachstörung immer im Blick zu haben. Menschen mit Aphasie vereinsamen sehr schnell. Helfen kann daher, regelmäßig soziale Aktivitäten anzubieten und hierzu zu ermutigen. Dennoch ist das Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Kommunikation bei Menschen mit Aphasie nicht geringer als bei anderen Menschen auch.
Tipps für die Kommunikation
- Offenheit für nichtsprachliche Mittel zur Übermittlung von Informationen (z.B.
- Bei Nicht-Verstehen nachfragen: ggf.
Unterstützung für Betroffene und Angehörige
- Ärzte und Logopäden: Ansprechpartner sind behandelnde Ärzten und Ärztinnen bzw. Neurologen und Neurologinnen, sowie Logopädinnen und Logopäden. Sie bieten je nach Spezialisierung kompetente Hilfe und Unterstützung bei Fragen.
- Selbsthilfegruppen: In einer Aphasie-Selbsthilfegruppe finden Betroffene und Angehörige weiteren Rat und Unterstützung. Der Bundesverband Aphasie bietet dazu eine bundesweite Übersicht mit regionalen Aphasiezentren und Selbsthilfegruppen.
- Beratungsstellen: Beratung und Unterstützung finden Erkrankte und Angehörige oft vor Ort in spezialisierten Zentren.
- KinderNetzwerk: Kindernetzwerk für kranke und behinderte Kinder und Jugendliche in der Gesellschaft: Auf der Internetseite finden betroffene Eltern eine umfangreiche Datei mit weiterführenden Adressen und verständlichen Informationen zu 2.000 Schlagworten.
- Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker: Das Projekt “Hilfen für Kinder mit Aphasie” wird seit 2004 vom Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e.V. (BRA) deutschlandweit durchgeführt. Projektpartner ist die ZNS Hannelore Kohl Stiftung.
- Kinderneurolgie Hilfe Münster: Die Kinderneurologie-Hilfe Münster eV.
Fazit
Aphasie ist eine komplexe Sprachstörung, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark beeinträchtigen kann. Eine frühzeitige Diagnose und eine umfassende Therapie sind entscheidend, um die Kommunikationsfähigkeit und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Ein verständnisvoller Umgang und die Unterstützung durch Angehörige, Fachleute und Selbsthilfegruppen sind dabei von großer Bedeutung.
Glossar
- Agrammatismus: Störung der Grammatik, bei der Sätze unvollständig und grammatikalisch falsch gebildet werden.
- Alexie: Lesestörung
- Agraphie: Schreibstörung
- Dysarthrie: Sprechstörung, die durch eine Störung der Muskeln verursacht wird, die zum Sprechen benötigt werden.
- Enzephalitis: Entzündung des Gehirns
- Neologismus: Wortneuschöpfung
- Paragrammatismus: Störung der Grammatik, bei der Sätze verschachtelt und grammatikalisch komplex, aber inhaltlich leer sind.
- Phonologie: Lehre von den Lautstrukturen der Sprache
- Semantik: Lehre von der Bedeutung von Wörtern und Sätzen
- Syntax: Lehre vom Satzbau
- Sprechapraxie: Sprechstörung, die durch eine Störung der Planung der Sprechbewegungen verursacht wird.
Literatur und Material
- Friede, S. & Kubandt, M. (2011). Diagnostik der Aphasie bei Kindern und Jugendlichen. Überblick, Möglichkeiten und Grenzen. Forum Logopädie, Heft 6, S.
- Friede, S. (2020): Aphasie bei Kindern und Jugendlichen - Definition, Charakteristik, Diagnostik, Verlauf und Konsequenzen für Schule und Alltag.
- Tesak, J. (2006). Einführung in die Aphasiologie.
- Huber, W., Poeck, K, Springer, L. (2006). Klinik und Rehabilitation der Aphasie. Eine Einführung auch für Angehörige und Betroffene.
- Schröder, C., Stadie, N. (2009). Kindliche Aphasie: Eine Fallbeschreibung. Sprachheilarbeit, Heft 4, S.
- Ziegler, W. (2012). Qualitätskriterien und Standards für die Therapie von Patienten mit erworbenen Störungen der Sprache (Aphasie) und des Sprechens (Dysarthrie) der Gesellschaft für Aphasieforschung und -behandlung (GAB) und der Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und Klinische Neuropsychologie (DGNKN), 5.
- Lauer, N., Grötzbach, H., Abel, S.
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