Demenz und Parkinson sind zwei unterschiedliche neurologische Erkrankungen, die jedoch beide das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark beeinflussen können. Während Demenz vor allem mit Gedächtnisverlust und kognitiven Beeinträchtigungen einhergeht, ist Parkinson primär eine Bewegungsstörung. Es gibt jedoch auch Überschneidungen und komplexe Zusammenhänge zwischen den beiden Erkrankungen, die im Folgenden näher beleuchtet werden. Der Name Horst Sass taucht im Zusammenhang mit einer Ausstellung zum Thema "Heimat und Demenz" auf, was den Fokus auf die emotionale und soziale Bedeutung von Heimat für Menschen mit Demenz unterstreicht. Udo Lattek, eine Fußballtrainerlegende, ist ein prominentes Beispiel für eine Person, die an Parkinson erkrankt ist.
Demenz: Wenn die Erinnerung schwindet
Demenz ist ein Thema, das viele Menschen auf die eine oder andere Art berührt oder betrifft. Im Jahr 2021 waren im Kreis Minden-Lübbecke 6.400 Menschen bzw. 7,5 Prozent der über 65-Jährigen an Demenz erkrankt; und die Zahl der Betroffenen steigt stetig an, was vor allem auf die demografische Entwicklung zurückzuführen ist. Einen besonders hohen Beratungs- und Unterstützungsbedarf haben die über 80-Jährigen. Menschen mit Demenz verlieren im Laufe der Erkrankung ihre Erinnerungen, Gedanken und auch ihre Orientierung.
Die Künstlergruppe Rahden zeigt mit ihren Bildern eindrucksvoll, dass diese Krankheit das Leben der betroffenen Menschen, aber auch das Leben der nahen Angehörigen nachhaltig verändert. Unter dem Motto „Heimat und Demenz“ werden insgesamt 15 Exponate, darunter 13 neue Exponate präsentiert. Die jetzt im Kreishaus gezeigte Ausstellung ist die vierte dieser Art der Künstlergruppe Rahden.
Landrat Ali Doğan ging in seiner Eröffnungsrede darauf ein, dass bei einer Demenz nicht nur die erkrankte Person, sondern auch die engsten Angehörigen unterstützt werden müssen. „Damit meine ich zum Beispiel auch, dass Arbeitgeber sich bewusstmachen müssen, dass es sicher unter ihren Mitarbeitenden Menschen gibt, die zuhause eine oder einen erkrankten Angehörigen pflegen.“
Heimat und Demenz
Hoffnung macht aber, dass auch Menschen mit Demenz einen Bezug zu ihrer Heimat behalten, gerade weil Heimat viel mehr ist als zum Beispiel ein Ort, an den nicht mehr zurückgedacht werden kann. Heimat entsteht in Beziehungen zu anderen Menschen, in einer gemeinsamen Sprache, in Verbundenheit, durch bevorzugte Musik oder einen geteilten Lebensstil; genau diese Aspekte greift die Ausstellung auf. Für Pflegekräfte in Einrichtungen, Mitarbeiter*innen ambulanter Dienste oder pflegende Angehörige ist es von besonderer Bedeutung, sich mit diesen Aspekten auseinanderzusetzen, wenn sie einen Menschen mit Demenz pflegen.
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Das DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke unterstützt Menschen mit Demenz ebenso wie ihre Angehörigen. Das Beratungsteam des Demenzfachdienstes sucht mit den Familien individuelle Lösungswege für ein gutes Leben trotz Demenz. Das DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke ist seit dem Jahr 2005 ein stetig wachsender Zusammenschluss von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, engagierten Einrichtungen und Diensten im Kreis Minden-Lübbecke sowie Kostenträger*innen im Gesundheitswesen. Die Grundidee des DemenzNetzes ist, gemeinsam mit vielen Engagierten ein förderliches Umfeld für demenzkranke Menschen und ihre Bezugspersonen im Mühlenkreis zu schaffen und zu erhalten.
Umgang mit Demenz: Zwischen Loslassen und positiven Momenten
„Meine Tante hatte Demenz, und trotzdem saß sie noch mit 99 Jahren im Garten und hat die Beete gepflegt“, „Ich habe verhältnismäßig junge Menschen mit Demenz im Pflegeheim porträtiert“, Gesichter werden zu Masken, wenn die Erinnerung verschwindet - und doch kann hinter dem Loslassen etwas Freundliches, Helles, Positives folgen. „Wenn die Krankheit weit vorangeschritten ist, sind die Menschen oft sehr entspannt, sie haben ja keine Sorgen mehr“: Eine große Bandbreite an Gedanken, Perspektiven und Gefühlen steht hinter den Werken, die die Künstlergruppe Rahden aktuell im Kreishaus in Minden ausstellt unter dem Titel „Heimat und Demenz“.
Parkinson: Die Fußballlegende Udo Lattek als Beispiel
Udo Lattek, eine Legende unter deutschen Fußballtrainern, ist ein prominentes Beispiel für eine Person, die an Parkinson erkrankt ist. "Mein Mann hat Parkinson. Wenn mein Udo ein paar Tage gelegen hat, braucht er einen Rollstuhl", sagte Latteks Ehefrau Hildegard der "Bild"-Zeitung. Am Sonntag wurde der 78-Jährige aus dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Köln nach fünf Tagen entlassen und nach Hause gebracht. "Udo bleibt bei mir. Wir haben eine häusliche Pflegerin, die ist bei uns und hilft", sagte Hildegard Lattek: "Es gibt Tage, da ist Udos Gemütslage sehr schwankend." Udo Lattek hat seit mehr als zehn Jahren gesundheitliche Probleme. 2001 und 2012 musste er sich jeweils einer Operation am Gehirn unterziehen, weil er einen gutartigen Tumor hatte. 2010 erlitt er einen Schlaganfall, nun die Parkinson-Erkrankung.
Von 1970 bis 1975 sowie von 1983 bis 1987 war Lattek Coach des FC Bayern, mit dem er insgesamt sechsmal Deutscher Meister und dreimal DFB-Pokalsieger wurde. Zudem gewann er mit den Münchnern 1974 den Europapokal der Landesmeister. Von 1975 bis 1979 war Lattek Trainer von Borussia Mönchengladbach. Mit dem Club holte er zwei weitere Meistertitel und 1979 den Uefa-Pokal.
Freundschaft und Zusammenhalt im Alter: Anita Tams und Horst Bachmann
Anita Tams und Horst Bachmann genießen ihre Freundschaft, die sie in der Kursana Residenz Wedel gefunden haben. Sie liebt seine Verlässlichkeit, er mag ihr fröhliches Wesen. Anita Tams, 87, und Horst Bachmann, 82, fanden in der Kursana Residenz Wedel eine neue Freundschaft. Es geschah im März vorigen Jahres. Die neue Direktorin Petra Tiedemann gab einen Empfang für die Bewohner. Anita Tams, 87, saß im Foyer der Residenz Wedel auf dem Sofa. Allein? Nicht ganz. Neben ihr saß Horst Bachmann, 82. Man hatte sich im Haus immer mal gesehen, aber einen weiteren Kontakt gab es nicht. Und jetzt saßen beide nicht nur nebeneinander, sondern buchstäblich auf dem Trockenen. Die Gläser waren leer. Das bemerkte die ehemalige Direktorin Anne Schnieber und stellte den beiden noch eine halbe Flasche Sekt auf den Tisch. Hier hatten sich zwei nicht gesucht, aber wirklich gefunden. „Ich wusste plötzlich, ich bin nicht mehr allein“, sagt Anita Tams glücklich. Mit Horst Bachmann war jemand da, mit dem sie viele Interessen teilen konnte: Das Meer, das Segeln - und das war nur ein Anfang. „Ich rufe Anita morgens an, dann gehen wir erstmal gemeinsam schwimmen“, erzählt Horst Bachmann. „Und das macht er sehr zuverlässig“, ergänzt Anita Tams. Sie nennt damit auch gleich eine besondere Eigenschaft, die sie sehr an ihm schätzt. Der ehemalige Techniker am Forschungszentrum „Desy“ in Hamburg wiederum ist von der positiven, gewinnenden Art seiner Freundin angetan. Aber die langjährige Mitarbeiterin des Altonaer Museums hat noch mehr zu bieten. Ihre frühere Tätigkeit, unter anderem an einer Kunstschule, hat sie für kulturelle Themen sensibilisiert. Das führt auch heute noch zu immer neuen Gesprächsthemen. Dennoch - die sportliche Betätigung ist für die Freunde ein ganz wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens. Außer im Schwimmbad treffen sie sich noch zur Physiotherapie und zur Sitzgymnastik. Und kommen die Familien mit der neuen Bekanntschaft zurecht? „Wir haben gemeinsam meine Tochter besucht. Sie hat sich richtig gefreut“, erzählt Horst Bachmann, dessen Ehefrau vor 13 Jahren starb. Gerade der letzte Vers des Freundschaftsgedichts zeigt, wie positiv Anita Tams mit dem Leben und mit Krankheiten umgeht - ihr zweiter Mann starb im Februar 2017. Vor drei Jahren diagnostizierten die Ärzte die Parkinson-Krankheit bei Horst Bachmann. Das macht sich im Alltag immer stärker bemerkbar - die Bewegungen werden langsamer, er ist oft müde. Mit ihrer Fröhlichkeit macht ihn Anita Tams schnell wieder munter. Und so geht jeder Tag mit einem gemeinsamen Ritual zu Ende - dem Abendessen zu zweit - im Appartement statt im Residenz-Restaurant. Horst Bachmann bringt dazu einen Korb mit Essen und Bier mit.
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Forschung und Fortschritt im Bereich der Neurologie
Die medizinische Forschung leistet kontinuierlich Beiträge zum besseren Verständnis und zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Demenz und Parkinson. Zahlreiche Studien und Publikationen befassen sich mit den Ursachen, der Diagnostik und den Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheitsbilder.
CEACAM1 in Lebererkrankungen, Stoffwechsel und Immunregulation
Horst A. und Kollegen haben in mehreren Studien die Rolle des Carcinoembryonic antigen-related cell adhesion molecule 1 (CEACAM1) in verschiedenen Prozessen untersucht, darunter Lebererkrankungen, Stoffwechsel und Immunregulation.
- CEACAM1 in Liver Injury, Metabolic and Immune Regulation: Horst A, Najjar S, Wagener C, Tiegs GINT J MOL SCI.
- Carcinoembryonic antigen-related cell adhesion molecule 1 controls IL-2-dependent regulatory T-cell induction in immune-mediated hepatitis in mice: Horst A, Wegscheid C, Schaefers C, Schiller B, Neumann K, Lunemann S, Langeneckert A, Oldhafer K, Weiler-Normann C, Lang K, Singer B, Altfeld M, Diehl L, Tiegs GHEPATOLOGY.
Weitere Forschungsarbeiten von Horst A. und Kollegen
Die Publikationsliste von Horst A. und seinen Kollegen umfasst ein breites Spektrum an Themen, darunter:
- Die Rolle von TNF in der Leberentzündung (Tiegs G, Horst A. SEMIN IMMUNOPATHOL)
- Antigenpräsentation und Autoantikörperproduktion bei autoimmunen Lebererkrankungen (Horst A, Kumashie K, Neumann K, Diehl L, Tiegs GCELL MOL IMMUNOL)
- Der Beitrag von ALCAM zur Hirnmetastasierung bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (Münsterberg J, Loreth D, Brylka L, Werner S, Karbanova J, Gandrass M, Schneegans S, Besler K, Hamester F, Robador J, Bauer A, Werner Schneider S, Wrage M, Lamszus K, Matschke J, Vashist Y, Uzunoglu G, Steurer S, Horst A, Oliveira-Ferrer L, Glatzel M, Schinke T, Corbeil D, Pantel K, Maire C, Wikman HNEURO-ONCOLOGY)
- Der Beitrag der Makrophagen-Efferocytose zur Leberhomöostase und -erkrankung (Horst A, Tiegs G, Diehl LFRONT IMMUNOL)
- Die gegenseitige Regulation von TLR/NLR und CEACAM1 in der intestinalen Mikrovaskulatur (Schirbel A, Rebert N, Sadler T, West G, Rieder F, Wagener C, Horst A, Sturm A, de la Motte C, Fiocchi CINFLAMM BOWEL DIS)
- Die unterschiedliche Regulation der endothelialen Barrierefunktion durch CEACAM1-vermittelte Signalübertragung (Ghavampour S, Kleefeldt F, Bömmel H, Volland J, Paus A, Horst A, Pfeiffer V, Hübner S, Wagner N, Rueckschloss U, Ergün SFASEB J)
Diese Forschungsarbeiten tragen dazu bei, die komplexen Mechanismen von Entzündungen, Immunregulation und Gewebehomöostase besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.
Die Bedeutung von sozialer Interaktion und Unterstützung
Die Beispiele von Anita Tams und Horst Bachmann sowie die Arbeit des DemenzNetzes im Kreis Minden-Lübbecke verdeutlichen die Bedeutung von sozialer Interaktion, Unterstützung und einem förderlichen Umfeld für Menschen mit Demenz und Parkinson. Freundschaften, gemeinsame Aktivitäten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben können die Lebensqualität erheblich verbessern und dazu beitragen, die Herausforderungen dieser Erkrankungen besser zu bewältigen.
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