Tuberöse Sklerose Stiftung Deutschland: Forschung, Hilfe und Hoffnung für Betroffene

Die Tuberöse Sklerose (TSC) ist eine genetisch bedingte Systemerkrankung, die mit tumorartigen Veränderungen in fast allen Organen einhergeht. Sie betrifft etwa eines von 6.000 bis 8.000 Neugeborenen. Diese seltene Erkrankung manifestiert sich durch Fehlbildungen und Tumoren in nahezu allen Organsystemen. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort "tuber" (Höcker, Beule) und dem griechischen Wort "skleros" (hart) ab.

Was ist Tuberöse Sklerose?

Bei der Tuberösen Sklerose (TS) sind aufgrund genetischer Defekte Proteine, die den sogenannten TSC-Komplex bilden, in ihrer Funktion gestört. Als Folge ist ein bestimmter zellulärer Signalweg, der mTORC1-(mammalian target of rapamycin complex 1)-Signalweg, überaktiviert. Da dieser eine wichtige Rolle in der Gehirnentwicklung spielt, haben Betroffene bereits ab dem Säuglingsalter ein hohes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen, Autismus und schwere Epilepsien. Darüber hinaus kommt es häufig zur Entwicklung zwar prinzipiell gutartiger Tumore - vor allem im Gehirn, im Herz oder in den Nieren -, die aber durch ihre Größe oder ihre Lage für den Patienten dennoch gefährlich werden können.

Die Tuberöse Sklerose (TSC) ist eine genetisch bedingte Erkrankung, bei der Fehlbildungen und Tumoren in nahezu allen Organsystemen auftreten, die durch unkontrolliertes Zellwachstum sowie zur Tumorbildung führen. Die Tuberöse Sklerose ist eine angeborene Erkrankung, die eines von 6.000 Neugeborenen trifft. Tumore in allen Organsystemen inklusive des Gehirns und der Nieren und neuropsychiatrische Symptomatiken prägen das Leben der Betroffenen und ihrer Familien.

Symptome und Diagnose

Angefangen von epileptischen Anfällen über eine geistige und körperliche Behinderung bis hin zu anderen körperlichen Leiden, wie etwa eine durch die Tumoren hervorgerufene Niereneinblutung, können die Symptome äußert vielgestaltig sein.

Einen ersten Hinweis auf die Krankheit können Tumoren am Herzen geben, die mittels Ultraschall zum Teil schon vorgeburtlich erkannt werden. Oft wird die Diagnose jedoch aufgrund epileptischer Anfälle gestellt, die bereits in den ersten Lebensmonaten auftreten können. Starke epileptische Anfälle geben oft den ersten Hinweis. Die Diagnose Tuberöse Sklerose wird meist schon im frühen Kindesalter gestellt.

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Die Rolle der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung

Die „Deutsche Tuberöse Sklerose Stiftung“ unterstützt den Selbsthilfeverein Tuberöse Sklerose Deutschland e.V. Sie fördert Projekte, die Betroffenen der Krankheit zugutekommen. Die Stiftung wurde im Jahre 2012 von Anke und Roland Koch gegründet. Es werden von der Stiftung ausschließlich Projekte gefördert. Dabei kann Förderung bundesweit von allen gemeinnützigen Organisationen beantragt werden. Die Stiftung unterstützt insbesondere Projekte zur Erforschung der Krankheit und Behandlungsmöglichkeiten.

Unterstützung von Forschungsprojekten

2020 hat die Stiftung das Projekt von Professorin Kathrin Thedieck vom Institut für Biochemie der Universität Innsbruck mit 31.100 € gefördert. Die Biochemikerin und Zellbiologin Prof. Dr. Kathrin Thedieck und ihr Team forschen seit über 15 Jahren zum Tumorstoffwechsel und dessen Regulation durch das Signalprotein mTOR, welches sowohl bei Krebserkrankungen als auch in der Tuberösen Sklerose eine wichtige Rolle spielt. Derzeit forscht sie mit einem ERC Advanced Grant, der höchsten europäischen Auszeichnung für Spitzenforschung. Die Leiterin der Abteilung „Stoffwechsel, Seneszenz und Autophagie“ am neu gegründeten Research Center One Health der Universitätsallianz Ruhr untersucht mit ihrem Team Signalnetzwerke, die den Stoffwechsel und das Wachstum von Tumorzellen kontrollieren.

Der Tuberöse Sklerose-Forschungspreis

Der Tuberöse Sklerose-Forschungspreis wird alle zwei Jahre von der Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung verliehen. Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung des Tuberöse Sklerose Complex (TSC). eingereicht werden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und steht dem/der Preisträger/in im Rahmen der Forschungsarbeiten zur Verfügung. Tuberöse Sklerose Complex (TSC) bestimmt. Forschung soll in erster Linie dem Patienten dienen. Betroffenen gerecht wird. Verein in regelmäßigen Abständen zum Fortgang der Stiftungsarbeit berichten.

Wiesbaden/Münster - Die Deutsche Tuberöse-Sklerose-Stiftung hat zum fünften Mal ihren mit 10.000 Euro dotierten Forschungspreis verliehen. Die diesjährige Auszeichnung geht an zwei Forschende der Universität Münster: an die Biochemikerin Dr. Andrea Oeckinghaus vom Institut für Molekulare Tumorbiologie und an Prof. Daniel Kümmel vom Institut für Biochemie. Die beiden Forschenden der untersuchen die Funktion und Regulation des Tuberöse-Sklerose-Proteinkomplexes (TSC), dessen Störung die seltene Erkrankung verursacht.

In ihren nun ausgezeichneten Arbeiten haben die beiden Forschenden dazu erste wichtige Erkenntnisse gewonnen. Durch die Betrachtung des TSC-Komplexes als molekulare Maschine, der ein vielschichtiger Bauplan mit zahlreichen Bausteinen zugrunde liegt, haben sie neue Einblicke in dessen Funktionsweise erhalten. Dadurch konnten sowohl der Einfluss von in Patienten auftretenden TSC-Mutationen auf die Aktivität des Proteinkomplexes besser verstanden als auch neue Regulationsmechanismen identifiziert werden. „Die Störung der Funktion oder Regulation des TSC-Komplexes führt zur Entstehung der Krankheit - in der Theorie könnte es je nach defektem ‚Bauteil‘ dann verschiedene Therapieansätze geben, die unterschiedlich gut geeignet sein könnten und entsprechend individuell zugeschnitten werden müssten“, ergänzt Prof. Daniel Kümmel. Durch weitere Untersuchungen zur Funktionsweise des TSC-Komplexes und Charakterisierung der durch Patientenmutationen verursachten Veränderungen wollen die Forschenden dazu noch mehr neue molekulare Details aufdecken. „Wir freuen uns sehr, dass die Grundlagenforschung durch unsere Mitarbeitenden und uns mit dieser Auszeichnung solch große Anerkennung erfährt. Wir hoffen mit unseren Arbeiten einen Beitrag zu leisten, damit in Zukunft neue Ansätze für die Behandlung von Patienten entwickelt werden können“, so die Preisträger.Diese wurden von einer Expertenjury unter dem Vorsitz des ehemaligen langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Charité Berlin, Prof. Karl Max Einhäupl, ausgewählt.

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PROTECT-Studie

Eine Studie untersucht, ob Babys mit der Seltenen Erkrankung Tuberöse Sklerose von sehr früher Medikation profitieren. Mit freundl. Genehmigung von Fam. Nach der Geburt beginnt ein faszinierender Wachstumsprozess im Gehirn: Die Nervenzellen verschalten sich mit rasanter Geschwindigkeit. Über Nervenverbindungen - den Synapsen - entsteht ein neuronales Netz, in dem jede Nervenzelle mit tausenden von anderen verbunden ist. So werden zahlreiche Verbindungen angelegt und auch wieder abgebaut, bis Kleinkinder im Alter von zwei Jahren so viele dieser Verbindungen haben wie Erwachsene. Bei Kindern, die von der Seltenen Erkrankung Tuberöse Sklerose betroffen sind, verläuft dieser Prozess unkontrolliert. Weil eines von zwei Genen (das TSC1- oder TSC2-Gen) verändert ist, fehlt ein im gesunden Organismus vorhandener hemmender Einfluss auf die Zellteilung. Es kommt zu übermäßigem Wachstum und zu übermäßigen und nicht gesunden synaptischen Verbindungen im Gehirn. „Die betroffenen Kinder leiden häufig unter früh beginnenden und schweren Epilepsien und können während der ersten Lebensjahre eine geistige Behinderung und Autismus entwickeln“, fasst Neuropädiater Professor Dr. Steffen Syrbe vom Universitätsklinikum Heidelberg zusammen. „Hier wollen wir mit unserer klinischen Studie PROTECT ansetzen: Wir untersuchen, ob wir durch die Gabe eines bereits für ältere Kinder zugelassenen Medikamentes möglichst früh nach der Geburt die Hirnentwicklung positiv beeinflussen können.“ In der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie erhalten 30 Säuglinge von den ersten vier Lebensmonaten an das Medikament. Für ältere Kinder und Erwachsene mit Tuberöser Sklerose werden derartige Medikamente bereits erfolgreich gegen das übermäßige Gewebewachstum angewendet - ihre geistige Entwicklung blieb jedoch beeinträchtigt. „Wir vermuten, dass die Störungen der Hirnreifung bei TSC bereits sehr früh in den ersten Lebensmonaten auftreten. Für Syrbe und sein Team war bei der Konzeption der Studie eine enge Zusammenarbeit mit der Elterninitiative „Tuberöse Sklerose Deutschland e. V.“ von großer Bedeutung. „Die Elternvertreterinnen und -vertreter haben uns ermutigt, die Studie anzugehen und unterstützen uns sehr“, sagt Syrbe. „Die Frage, ob man mit sehr früher Medikation die Kinder vor schweren Verlaufsformen der Krankheit besser schützen kann, ist für die Eltern von sehr großer Bedeutung.“ Dies bestätigt Sandra Hoffmann, Bundesgeschäftsführerin des Vereins: „Als Patientenorganisation begrüßen wir die Studie daher sehr. Bereits bei der Vorbereitung der Studie ist eine echte Zusammenarbeit entstanden: Die Forschenden stellten die Studienidee und den geplanten Ablauf bei diversen Netzwerktreffen vor und bezogen Wünsche der Eltern zur praktischen Durchführung in das Studienprotokoll ein. Auch stellten sie sich einer breit angelegten Diskussion bei den Jahrestreffen der Patientenorganisation, um über die Studie aufzuklären. Die Elternvertreter stellten dem Forschungsteam Daten zur Vorbereitung der Studie zur Verfügung, berichteten über die PROTECT-Studie in der Patientenzeitschrift und setzen sich dafür ein, dass betroffene Familien möglichst schnell von einer möglichen Studienteilnahme ihrer Kinder erfahren können. „Partizipation wird bei uns seit der Gründung der Elterninitiative gelebt“, so Hoffmann. Bereits im Jahr 2021 erhielt die Arbeit der Forschenden Anerkennung seitens der Patientenbewegung: Syrbe und sein Heidelberger Kollege Dr. Afshin Saffari wurden mit dem Forschungspreis der aus dem Verein heraus gegründeten Deutschen Tuberöse Sklerose Stiftung ausgezeichnet. Anlass war eine Vorstudie zum aktuellen Forschungsprojekt, in der Syrbe und Saffari die Daten von 17 Kindern unter zwei Jahren auswerteten, die in den vergangenen Jahren in Deutschland aufgrund von Einzelfallentscheidungen bereits mit entsprechenden Wirkstoffen behandelt wurden. Ihr Ergebnis: Die Medikamente sind bei einem frühen Einsatz im Kindes- und sogar Säuglingsalter sicher und verträglich. Es gibt klinische Fragestellungen, die für die Industrie nicht interessant sind, dennoch aber für die Betroffenen und das deutsche Gesundheitssystem eine hohe Relevanz haben. Mit der Fördermaßnahme „Klinische Studien mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung“ verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Ziel, Lösungen für solche Fragestellungen zu erarbeiten. Um den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten noch besser gerecht zu werden, sind in allen Forschungsvorhaben Betroffene sowie gegebenenfalls weitere relevante Zielgruppen aktiv an der Planung, Durchführung und Ergebnisverwertung zu beteiligen. Das Projekt PROTECT („Der Einfluss einer prophylaktischen mTOR-Inhibitor Behandlung bei Säuglingen mit einer Tuberösen Hirnsklerose auf die langfristige neuropsychologische Entwicklung“) zählt dazu und wird bis zum Jahr 2026 mit rund 3,6 Millionen Euro unterstützt.

Der Tuberöse Sklerose Deutschland e.V.

An dieser Stelle steht den Betroffenen und ihren Familien der Tuberöse Sklerose Deutschland e.V. zur Seite, der in seiner rund 30-jährigen Geschichte zahlreiche Hilfsangebote etablieren konnte. Die Betreuung und Beratung sowie die Schaffung verschiedener Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch gehören dabei zu den wichtigsten Bestandteilen seiner Arbeit. Daneben spielen aber auch laienverständliche und medizinisch fundierte Informationen eine wichtige Rolle, die in Form von Informationsblättern zu den einzelnen Symptomen sowie über verschiedene Bücher bereitgestellt werden. Mit dem Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit Tuberöse Sklerose zu verbessern, rückt zudem zunehmend die medizinische Betreuung an klinischen Einrichtungen in den Fokus. Neben verschiedenen Treffen bietet der Tuberöse Sklerose Deutschland e. V. auch Informationstagungen, Seminare zu jährlich wechselnden und von den betroffenen Familien gewünschten Themengebieten und weitere Angebote für die gesamte Familie an.

Unterstützung und Austausch

„Das Leben vieler Betroffener wird geprägt von großer Unsicherheit, vielen Fragen, Veränderungen und dem Wunsch nach Antworten”, sagt Sandra Hoffmann von Tuberöse Sklerose Deutschland. Umso wichtiger sei der Austausch untereinander. Ziel des Wochenendes war daher, den Grundstein für ein aktives Kontaktnetzwerk zu legen, in dem „Betroffene dauerhaft vom Schwarmwissen profitieren können“, so Hoffmann. Für viele war das Treffen ein besonderes Angebot. Bei der Mutter von zwei gesunden Kindern führte die Tuberöse Sklerose zu Job-Verlust, Depression und vielfältigen Schwierigkeiten im familiären Gefüge. „Diese besondere Mischung aus eigenen Erfahrungen, den Erzählungen anderer, dem Teilen eines gemeinsamen Schicksals und dem Gefühl, verstanden zu werden, ist einzigartig.

Fortschritte in der Therapie

Mit dem medizinischen Fortschritt der vergangenen Jahre wurden auch die Therapien zur Behandlung der für die Erkrankung charakteristischen Symptome weiter verbessert. damit sogar ein eigens für TSC zugelassenes Medikament zur Verfügung, mit welchem bestimmte Hirn- und Nierentumoren sowie besondere Formen des Anfallsleidens behandelt werden können. beschwerdefreies Leben bleibt den Betroffenen in Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf in vielen Fällen aber leider nach wie vor verwehrt. spielt unter diesem Gesichtspunkt eine ganz wesentliche Rolle, um die Lebensqualität der Erkrankten und ihrer Angehörigen weiter zu verbessern. Die Schirmherren des Tuberöse Sklerose Deutschland e. V. Damit Symptome gelindert und Komplikationen frühzeitig begegnet werden kann ist es wichtig, den Verlauf und die Entstehung einer Erkrankung zu begreifen. werden können ist die Erforschung der Grundlagen auf Zellebene deswegen von maßgebender Bedeutung. helfen, Zusammenhänge besser nachzuvollziehen und zu erkennen. vorgenanntem Hintergrund. aus. sammeln, das tägliche Geschehen kennenzulernen und die dortige wissenschaftliche Arbeit zu erleben. oder wissenschaftlichen Kongressen wird unterstützt. Wir danken unserem Projektpartner Prof. Dr.

Aktuelle Forschung und Therapieansätze

Seit einigen Jahren werden zur Behandlung der Tuberösen Sklerose bestimmte Medikamente eingesetzt, die den überaktivierten mTORC1-Signalweg hemmen und so zu teilweiser Linderung der TS-Symptome und zur Rückbildung bestimmter Tumore führen können. „Es gibt allerdings noch keine Behandlungsmöglichkeiten, die direkt der Störung des TSC-Komplexes entgegenwirken können“, sagt Dr. Andrea Oeckinghaus. „Durch unsere Untersuchungen zur Funktion des TSC-Komplexes wollen wir hier neue Ansatzmöglichkeiten aufdecken.“

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Durch weitere Untersuchungen zur Funktionsweise des TSC-Komplexes und Charakterisierung der durch Patientenmutationen verursachten Veränderungen wollen die Forschenden dazu noch mehr neue molekulare Details aufdecken.

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