Die Neurologie in Tübingen spielt eine bedeutende Rolle in der deutschen Hochschulmedizin. Das Universitätsklinikum Tübingen, als eines der führenden Zentren Deutschlands, behandelt jährlich etwa 75.000 Patienten stationär und 380.000 ambulant. Mit über 11.000 Mitarbeitern ist es der größte Arbeitgeber der Region. Die Neurologische Universitätsklinik deckt das gesamte Spektrum moderner universitärer Neurologie ab und setzt Schwerpunkte in den Bereichen neurovaskuläre und neurodegenerative Erkrankungen, Epileptologie und Neuroonkologie.
Forschungsschwerpunkte und Auszeichnungen
Die Forschung in der Neurologie Tübingen ist vielfältig und zukunftsorientiert. Dies zeigt sich in zahlreichen Publikationen und Auszeichnungen, die die Klinik in den letzten Jahren erhalten hat.
- Neuroonkologie: Die Abteilung für Neuroonkologie unter der Leitung von Frau Prof. Ghazaleh Tabatabai forscht intensiv an neuen Therapieansätzen für Gliome und andere Hirntumore. Dies spiegelt sich in zahlreichen Publikationen in renommierten Fachzeitschriften wie Neuro-Oncology, Neuro-Oncology Advances und Genome Medicine wider. Besonders hervorzuheben ist die Auszeichnung des Posterbeitrags "BCL family members modify the response to regorafenib in experimental glioma" mit dem Posterpreis im Bereich Neuroonkologie auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).
- Transkranielle Magnetstimulation: Die Gruppe um Professor Ulf Ziemann entwickelt in Tübingen die nächste Generation der Transkraniellen Magnetstimulation für die Schlaganfalltherapie.
- Sonderforschungsbereich SFB 1451: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2020 einen neuen Sonderforschungsbereich SFB/Transregio (Berlin/Würzburg) mit 10 Millionen Euro über vier Jahre gefördert. Der SFB 1451 erforscht das komplexe Zusammenspiel verschiedener Hirnareale mit mehr als 650 Muskeln, das jeder bewussten Bewegung unseres Körpers zugrunde liegt.
Aktuelle Forschungsprojekte und Publikationen
Die Neurologie Tübingen ist aktiv an zahlreichen Forschungsprojekten beteiligt und veröffentlicht regelmäßig in hochrangigen Fachzeitschriften. Einige Beispiele aus den Jahren 2023 bis 2025:
- Januar 2025: Publikation von "Genome-wide CRISPR-Cas 9 screens identify BCL family members as modulators of response to regorafenib in experimental glioma" in Neuro-Oncology (IF: 16.4).
- Januar 2025: Publikation von "The Immunopeptidomic Landscape of Ependymomas Provides Actionable Antigens for T Cell-Based Immunotherapy” in Neuro-Oncology Advances (IF:3.7).
- Juni 2025: Akzeptierte Veröffentlichung von "SMARCA5 is required for the development of granule cell neuron precursors and Sonic Hedgehog Medulloblastoma growth" in Scientific Reports (IF: 3,9).
- Juli 2024: Veröffentlichung von "CRISPR-Cas9 screens reveal common essential miRNAs in human cancer cell lines" im Journal Genome Medicine (IF.:10.4).
- Januar 2024: Studie über „Patient-reported outcomes“ mittels der TRACE App unter der Leitung von Frau Prof. Renovanz im Journal „Neuro-Oncology Practice“.
- März 2023: Publikation von "Clinical outcome of biomarker-guided therapies in adult patients with tumors of the nervous system" im Journal Neurooncology Advances.
Diese Publikationen zeigen die hohe wissenschaftliche Aktivität und die Relevanz der Forschung in der Neurologie Tübingen.
Engagement in der Aus- und Weiterbildung
Die Neurologie Tübingen engagiert sich stark in der Aus- und Weiterbildung von Medizinstudenten und Ärzten.
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- Anerkannte Ausbildungsstätte der DGKN: Die Klinik ist als "Anerkannte Ausbildungsstätte der DGKN" zertifiziert, was die hohe Qualität der Ausbildung in der Klinischen Neurophysiologie bestätigt.
- Strukturierte Weiterbildungsmöglichkeiten: Die Klinik bietet strukturierte Weiterbildungsmöglichkeiten mit Zugang zu klinischen Studien und universitären Lehrangeboten, einschließlich der Option zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation.
- Mentoring-Programme: Das DIAMOND Treffen in Berlin bietet Interaktion zwischen Mentoren und Mentees und ermöglicht neu geknüpfte Kontakte.
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Die Klinik unterstützt medizinische Doktoranden durch Stipendien und die Möglichkeit zur Teilnahme an internationalen Konferenzen.
Teilnahme an internationalen Konferenzen
Die Neurologie Tübingen ist regelmäßig auf internationalen Konferenzen vertreten, um die neuesten Forschungsergebnisse zu präsentieren und sich mit Kollegen auszutauschen.
- EANO (European Association of Neuro-Oncology): Regelmäßige Teilnahme an den jährlichen EANO-Meetings mit zahlreichen Poster- und Vortragsbeiträgen.
- ESMO (European Society for Medical Oncology): Vorstellung erster Ergebnisse der Dosis-Eskalations-Phase der First-in-man Studie mit CureVacs mRNA Impfstoffkandidaten CVGBM auf der ESMO-Konferenz.
- DGNC (Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie): Teilnahme an der Jahrestagung der DGNC mit zahlreichen Beiträgen und wissenschaftlichem Austausch.
- ESNO (European Society of Neurooncology): Wertvolle Diskussionen über Projekte im Rahmen der Postersession und der Vortragssession beim jährlichen Meeting der European Society of Neurooncology (EANO) in Rotterdam.
Innovationen in der Patientenversorgung
Neben der Forschung und Lehre engagiert sich die Neurologie Tübingen auch für innovative Ansätze in der Patientenversorgung.
- TRACE-App: Die von Frau Prof. Renovanz geleitete Studie über „Patient-reported outcomes“ mittels der TRACE App zeigt das Engagement für die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten.
- Tübinger Therapie-Symposium Neuroonkologie: Das jährlich stattfindende Symposium bietet Einblicke in rezente Kasuistiken, aktuelle Erkenntnisse, neue klinische Studien und therapeutische Möglichkeiten. Besonders hervorzuheben sind die Beiträge von Patientinnen und Patienten, die über ihre Perspektive, ihre Haltung und ihre Anregungen berichten.
- Teleneurophysiologie-Netzwerke: Kliniken, Praxen und Institutionen haben die Möglichkeit, das Zertifikat „Teleneurophysiologie-Netzwerk der DGKN" zu beantragen, um einer sinkenden medizinischen Versorgung im ländlichen Raum entgegenzuwirken.
- Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA): Die Landesärztekammer Baden-Württemberg unterstützt die Einführung des eHBA, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben.
Kooperationen und Netzwerke
Die Neurologie Tübingen pflegt enge Kooperationen mit anderen Institutionen und Netzwerken, um die Forschung und Patientenversorgung zu verbessern.
- DGKN (Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung): Die Klinik ist als "Anerkannte Ausbildungsstätte der DGKN" zertifiziert und kooperiert mit der DGKN in verschiedenen Bereichen, wie z.B. der Zertifizierung von Teleneurophysiologie-Netzwerken.
- Landesärztekammer Baden-Württemberg: Die Klinik arbeitet mit der Landesärztekammer Baden-Württemberg zusammen, um die Fort- und Weiterbildung von Ärzten zu fördern und die Qualitätssicherung zu gewährleisten.
- Stellenmarkt Neurologie: Die DGKN kooperiert mit dem Stellenmarkt Neurologie, um ihren Mitgliedern ein umfassendes Leistungspaket zu stark rabattierten Sonderpreisen anzubieten.
Personalien und Auszeichnungen
Die Neurologie Tübingen kann auf ein hochqualifiziertes Team von Ärzten, Wissenschaftlern und Mitarbeitern zählen. Einige bemerkenswerte Personalien und Auszeichnungen:
- Prof. Ghazaleh Tabatabai: Abteilungsleiterin, vertreten in Sitzung “Zielgerichtete Therapien von Gliomen” beim DGHO Meeting in Köln und Leiterin des Podcasts „Key To My Research“ zum Thema „Wie intelligent sind Tumore?“.
- Dr. rer. nat. Daniel Merk: Auszeichnung des Posterbeitrags "BCL family members modify the response to regorafenib in experimental glioma" mit dem Posterpreis im Bereich Neuroonkologie.
- Frau Foteini Tsiami: Verteidigung der naturwissenschaftlichen Doktorarbeit mit "Summa cum laude" und Auszeichnung mit dem "selected Abstract Talk" über epigenetische Regulatoren als medikamentöser Ansatzpunkt in experimentellen Sonic-Hedgehog Medulloblastomen.
- Frau Prof. Mirjam Renovanz: Posterpreis in der Kategorie "Supportive care" für die Ergebnisse der TRACE-App auf dem EANO-Meeting in Rotterdam.
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