Die faszinierende Welt der Homöopathie und die Rolle des Dopamins, eines wichtigen Neurotransmitters, sind Gegenstand aktueller Forschung und Diskussionen. Dieser Artikel beleuchtet die Wechselwirkungen zwischen Dopamin, Placebo-Effekten und potenziellen Anwendungen in der Homöopathie, basierend auf aktuellen Studien und Erkenntnissen.
Einführung: Wunderheilung und Placebo-Effekt
Die Geschichte von Danila Castelli, deren hoher Blutdruck nach einem Bad in Lourdes auf unerklärliche Weise verschwand, wirft die Frage nach der Möglichkeit von Wunderheilungen auf. Obwohl solche Phänomene schwer experimentell nachzustellen sind, ist der Placebo-Effekt, bei dem Menschen ohne wirksame Medikamente geheilt werden, in der Forschung seit langem bekannt.
Studien haben gezeigt, dass Zuckerpillen Entzündungswerte verbessern und den Blutdruck senken können, während vorgetäuschte Operationen Arthroseschmerzen lindern können. Insbesondere die Erwartung an die positiven Effekte der Behandlung scheint eine heilende Wirkung zu entfalten. Wie genau diese Erwartungen medizinische Parameter beeinflussen, war jedoch lange Zeit unklar.
Dopamin als Schlüssel zum Placebo-Effekt
Eine Studie im Fachmagazin "Nature Cardiovascular Research" untersuchte an Mäusen, wie sich der Placebo-Effekt physisch manifestiert. Um die positiven Erwartungen der Mäuse anzuregen, wurde die Dopaminausschüttung in ihrem Gehirn mithilfe von Medikamenten erhöht. Asya Rolls, die leitende Wissenschaftlerin der Studie, betonte die zentrale Rolle des Dopaminsystems beim Placebo-Effekt.
Um einen medizinischen Notfall nachzustellen, wurde gesunden Mäusen in Narkose eine Arterie abgeklemmt, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgt. Anschließend erhielten sie zwei Wochen lang Medikamente, die ihre Dopaminausschüttung erhöhten. Dopamin ist auch bei Menschen Teil des Belohnungssystems im Gehirn und wird bei positiven Erwartungen ausgeschüttet. Die Ergebnisse zeigten, dass die Mäuse, deren Belohnungssystem aktiviert wurde, deutlich weniger Herzschäden aufwiesen.
Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson
Das Team konnte somit eine Art Placebo-Effekt im Tiermodell nachstellen und nachvollziehen, wie dieser Effekt zustande kommt. Dopamin beeinflusst den Rest des Körpers, indem es die Ausschüttung von Stresshormonen wie Noradrenalin verringert, was wiederum bei verschiedenen Problemen hilft, etwa bei der Herzgesundheit und auch bei der Tumorbekämpfung. Stresshormone können die Immunabwehr des Körpers schwächen, während Dopamin dem entgegenwirken und somit bei der Bekämpfung von Krankheiten helfen kann.
Die Bedeutung von Erwartungen und psychologischen Effekten
Manfred Schedlowski vom Universitätsklinikum Essen betont den hohen Wert dieser Ergebnisse, da sie detailliert beschreiben, welche Mechanismen dem Placebo-Effekt zugrunde liegen. Die Ergebnisse passen auch zu dem, was aus der Forschung mit Menschen bekannt ist. Studien haben gezeigt, dass positive Erwartungen die Erholung von einer Herz-OP deutlich verbessern können. Patienten, die gezielte Gespräche erhielten, fühlten sich sechs Monate nach dem Eingriff weniger eingeschränkt und hatten niedrigere Entzündungswerte.
Winfried Rief von der Philipps-Universität Marburg sieht in solchen Ergebnissen ungenutztes Potenzial im Gesundheitswesen. Die moderne Medizin konzentriert sich oft auf biologische und chemische Prozesse und vernachlässigt psychologische Effekte, obwohl diese in Kombination mit medizinischer Intervention extrem wirkungsvoll sein können. Eine Behandlung, die mehr auf psychologische Bedürfnisse eingeht, würde auch wirtschaftliche Vorteile bringen, da Klinikaufenthalte durch gezielte Gespräche verkürzt werden können.
Dopamin und Placebo-Effekte in der Schmerzbehandlung
Ulrike Bingel, Neurologin und Schmerztherapeutin an der Universität Essen, forscht intensiv zum Thema offene Placebos. Sie erklärt, dass Placebos bei chronischen Schmerzen besonders gut wirken, da positive Erwartungen die gesamte Schmerzleitung im Gehirn und sogar im Rückenmark verändern. Weniger schmerzhafte Impulse erreichen das Gehirn, und körpereigene Botenstoffe wie endogene Opioide, Endorphine und Dopamin werden ausgeschüttet. Placebos aktivieren letztendlich die körpereigene Apotheke.
Bingel möchte die offene Placebo-Forschung in Deutschland vorantreiben und beobachtet, dass Placebos vor allem in den Bereichen helfen, die natürlichen Schwankungen unterliegen, wie Schmerzen und Depressionen. Eine Pille ohne Wirkstoff kann den Körper günstig stimmen und die gute Phase verlängern oder sogar stabilisieren.
Lesen Sie auch: Parkinson-Krankheit und Dopamin
Offene Placebos: Eine neue Perspektive
Ted Kaptchuk von der Harvard Medical School war der erste Mediziner, der in einer Studie aus dem Jahr 2010 belegen konnte, dass auch offen verabreichte Placebos wirken. Patientinnen und Patienten mit schwerer Reizdarmsymptomatik gaben nach dreiwöchiger Placebo-Einnahme an, dass sich ihre Symptome merklich gebessert haben. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2020 mit Frauen in den Wechseljahren kam zu dem Schluss, dass Open-Label-Placebos eine "sichere und langfristig wirksame Behandlung von Hitzewallungen bei betroffenen Frauen darstellen".
Noch ist nicht ganz klar, warum auch offene Placebos wirken. Es muss mehr sein als die Hoffnung auf Heilung. Es müssen wohl auch andere psychologische Prozesse über die Zeit angestoßen werden, die wir noch nicht genau verstehen.
Dopamin und Sucht: Eine komplexe Beziehung
Dopamin spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Suchtverhalten. Der Suchtmediziner Prof. Dr. Falk Kiefer erklärt, dass Dopamin kein Glückshormon ist, sondern ein Neurotransmitter, der auf mögliche Belohnungen hinweist. Wenn wir etwas Positives erleben, wird Dopamin ausgeschüttet und markiert diese Situation als wichtig. Situationen, die mit Belohnungen einhergehen, werden durch das Dopamin gelikt und dann im Suchtgedächtnis abgespeichert.
Soziale Medien nutzen diese Lernmechanismen unseres Gehirns, indem sie immer wieder das Dopaminsystem anstacheln. Sie bekommen beispielsweise in sozialen Netzwerken nette Kommentare, dann assoziieren wir das mit dem Handy. Die Belohnungserwartung setzt dann in dem Moment ein, in dem wir aufs Handy gucken oder wenn das Handy vibriert. Das Handy im Raum wird dann immer wichtiger und die anderen Sachen, die im Raum sind, nimmt man weniger wahr.
Dopamin-Detox: Eine Modeerscheinung mit Tradition
Die Modeerscheinung "Dopamin-Detox" ist ein neuer Name für etwas, das die Menschheit schon seit Jahrtausenden kennt. Menschen, die zu sich kommen wollen, müssen sich abschotten von äußeren Reizen. In der heutigen Welt gibt es besonders viele dieser Reize, gerade über die vielen Medien, die uns beschallen. Wenn sich Eremiten früher in die Einsamkeit zurückgezogen haben, war das letztendlich auch eine Form von Dopamin-Detox. Heute verzichtet man dann häufig auf sein Handy und andere Dinge, die einen ablenken.
Lesen Sie auch: Der Einfluss von Alkohol auf Dopamin bei Parkinson
Wenn man sich von äußeren Triggern abschottet, dann reagiert das Dopamin nicht andauernd auf äußere Signale, es gibt keine Höhen und Tiefen. Das beste Beispiel dafür ist die Meditation. Das ist ein Zustand, den Menschen anstreben, um zu ihrem Inneren zu gelangen.
Die Juckbohne (Mucuna pruriens) und ihre Wirkung auf den Dopaminspiegel
Die Juckbohne (Mucuna pruriens) ist ein Schmetterlingsblütler, dessen Samen L-Dopa enthalten, eine Vorstufe von Dopamin. In der Ayurveda-Medizin wird die Juckbohne vorwiegend bei Erkrankungen des Nervensystems und des Urogenitalsystems eingesetzt. Sie findet daneben auch bei Wurmerkrankungen, Durchfall, Schlangenbissen, rheumatischen Beschwerden, Muskelschmerzen, Diabetes, Regelschmerzen und Gicht Anwendung.
Mittlerweile attestieren mehrere klinische Studien, dass die Wirkung der Juckbohne bei Menschen mit Parkinson vergleichbar mit der von L-Dopa-Medikamenten ist - bei deutlich weniger Nebenwirkungen. Es besteht aufgrund bisheriger Studien der Grund zur Annahme, dass die Juckbohne besser vertragen wird.
Dopaminmangel und seine Symptome
Ein Dopaminmangel kann verschiedene Symptome verursachen, darunter:
- Motorische Symptome: Zittern (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor), Bewegungsverlangsamung (Bradykinese), Gangstörungen und ein maskenhaftes Gesicht (typisch für Parkinson).
- Nicht-motorische Symptome: Antriebslosigkeit, Apathie, Depression, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, emotionale Abflachung, Verlust von Geruchssinn oder Verdauungsprobleme.
Möglichkeiten zur natürlichen Steigerung des Dopaminspiegels
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Dopaminspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen:
- Abbau von chronischem Stress: Ständiger Stress hemmt die Produktion von Dopamin.
- Ausreichend Schlaf: 7-9 Stunden von guter Qualität.
- Entspannung: Meditation und Yoga.
- Regelmäßige Bewegung: Bereits nach 10 Minuten kommt es zur Ausschüttung von Dopamin, und nach 20 Minuten ist die Konzentration am höchsten.
- Ausreichendes Verzehren von Proteinen: Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte etc. führen zum Wachstum von Dopamin.
- Genießen von Musik: Die Hirnaktivität im Belohnungszentrum ist reich an Dopaminrezeptoren und wird dabei angesprochen.
- Sonne tanken: Sonnenstrahlen fördern die Herstellung von Dopamin.
tags: #dopamin #homoopathie #wirkung