Diätetische Maßnahmen zur Migräneprophylaxe: Ernährung als Schlüssel zur Linderung

Schon länger ist bekannt, dass ausgelassene Mahlzeiten Migräne-Anfälle triggern können und dass eine ausgewogene und regelmäßige Ernährung bei Migräne helfen kann. Dass Ernährung jedoch einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit haben und sogar chronische Krankheiten wie Migräne positiv beeinflussen kann, ist hinlänglich bekannt. Spezifische Migräne-Diäten werden jedoch meist misstrauisch betrachtet.

Eine kürzlich erschienene Studie des National Institute on Aging und der University of North Carolina hat gezeigt, dass eine Omega-3-reiche Ernährung die Häufigkeit und Intensität der mit Migräneanfällen verbundenen Kopfschmerzen deutlich verringern kann. Dieser Effekt wurde sogar noch verstärkt, wenn die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren reduziert wurde, da diese einen gegenteiligen Effekt haben. Dieser Artikel beleuchtet die diätetischen Maßnahmen bei Migräne, insbesondere die Rolle von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie die Bedeutung einer niedrig-glykämischen Ernährung.

Studie: Omega-3-reiche Ernährung kann Migräneattacken reduzieren

Die Forscher:innen unter der Leitung von Dr. Christopher Ramsden untersuchten die Auswirkungen von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren auf Personen mit chronischer Migräne (überwiegend Frauen mit 15 bis 20 Migräneanfällen pro Monat). Die Teilnehmer:innen führten 16 Wochen lang eine von drei Diäten durch:

  • Diät mit erhöhter Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren
  • Diät mit erhöhter Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren und einer verringerten Zufuhr von Omega-6-Fettsäuren
  • Diät mit typischen Mengen beider Fettsäuren (Kontrollgruppe)

Die Teilnehmer:innen der ersten Gruppe konnten die Häufigkeit ihrer Migräneattacken um ganze 2 Kopfschmerztage im Monat reduzieren. Die Teilnehmer:innen der zweiten Gruppe sogar um 4! Zusätzlich berichteten die Teilnehmenden der ersten beiden Gruppen von kürzeren und weniger schweren Attacken als die Teilnehmenden der Kontrollgruppe.

Rebecca Burch, MD, Kopfschmerzspezialistin am Brigham and Women’s Hospital, erklärt, dass diese Ergebnisse endlich der Nachweis dafür sind, dass eine Migräne-Diät effektiv sein kann. Sie schlägt daher vor diätetische Maßnahmen mit akuter, prophylaktischer oder medikamentöser Therapie zu kombinieren. Laut Burch sind diese Ergebnisse umso bemerkenswerter, da etwa zwei Drittel der Studienteilnehmenden Betroffene von chronischer Migräne waren und etwas mehr als die Hälfte an Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch (Medikamentenübergebrauchskopfschmerz = MÜK) litt. Diese beiden Gruppen sprechen in der Regel weniger gut auf eine Behandlung an.

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Die Wirkung von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Die Verbindung ist eindeutig: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind wesentlich an der Regulierung von Schmerzen und Entzündungen beteiligt. Omega-3-Fettsäuren werden mit entzündungshemmenden und schmerzhemmenden Wirkungen in Verbindung gebracht, während Omega-6-Fettsäuren in Versuchsmodellen Schmerzen verschlimmern und sogar Migräne auslösen können.

Omega-3 kann sich also positiv, während sich zu viel Omega-6 negativ auf unseren Organismus auswirken kann. Beide sind jedoch notwendig für den Körper und sollten daher nicht komplett vermieden werden. Es kommt eher auf die Balance an!

Eine Omega-3-reiche und Omega-6-reduzierte Ernährung hat übrigens auf vielen Ebenen positive Auswirkungen auf den Körper z.B.:

  • Entzündungshemmend
  • Senkung des Blutdrucks
  • Senkung des Triglyceridspiegels und des Cholesterinspiegels
  • Verringerung des Risikos von Herzkrankheiten
  • Verringerung des Schlaganfallrisikos
  • Linderung der Symptome von Depressionen und Angstzuständen
  • Linderung der Symptome von Arthritis
  • Schutz vor Krebs
  • Schutz vor der Alzheimer-Krankheit und Demenz
  • Hydratisierung der Haut und Unterstützung starker Nägel und glänzender Haare
  • Linderung von entzündlichen Hauterkrankungen wie Rosazea, Psoriasis und Ekzemen

Welche Lebensmittel enthalten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren?

Lebensmittel mit vermehrt Omega-3-Fettsäuren

Es gibt drei Hauptarten von Omega-3-Fettsäuren: Die Alpha-Linolensäure (ALA), die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA). Diese Fettsäuren sind essentiell, d.h. sie sind lebensnotwendig, werden jedoch vom Körper nicht selbst hergestellt und müssen daher über die Nahrung oder mittels Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. ALA befindet sich bevorzugt in pflanzlichen Lebensmitteln, während sich EPA und DHA hauptsächlich in tierischen Produkten finden.

Omega-3-Fettsäuren in Form von EPA und DHA sind in fettem Kaltwasserfisch wie Lachs, Heilbutt, Sardinen, Krill, Makrele, Thunfisch, Hering und Forelle enthalten. Eine gute vegane Quelle sind Algen. In Form von ALA sind Omega-3-Fettsäuren auch in dunklem Blattgemüse, Chiasamen, Leinsamen, Tofu und Walnüssen zu finden.

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Lebensmittel mit vermehrt Omega-6-Fettsäuren

Omega-6-Fettsäuren sind ebenfalls essentiell und kommen in verarbeiteten Lebensmitteln in Form von Pflanzen-, Sonnenblumen-, Distel- und Sojaölen vor. Sie sind in Produkten auf Maisbasis und mit Mais gefütterten Rindfleisch und Geflügel enthalten. Man kann sie auch in Lebensmitteln wie Eiern, Sonnenblumen- und Kürbiskernen finden.

Das Verhältnis muss stimmen

Bei den Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren kommt es jedoch nicht nur auf die zugeführte Menge an, sondern vor allem auf das Verhältnis. Generell enthalten die meisten Lebensmittel beide Formen der Fettsäuren. Hanfsamen, Walnüsse und Macadamianüsse sind bei den Nüssen hier aufgrund des guten Verhältnisses besonders empfehlenswert. Chiasamen und Leinsamen enthalten sogar mehr Omega-3- als Omega-6-Fettsäuren und sind somit besonders geeignet für diese Form der Ernährung.

Tipp: Ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche und einen Austausch von Sonnenblumenöl mit Leinöl kann dir schon auf eine einfache Weise helfen, deine Fettsäurezufuhr zu verbessern.

Ernährung bei Migräne: Omega-3-reich und Omega-6-reduziert

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Ernährung mit einem Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 5 zu 1. Schätzungen zufolge beträgt das von der Bevölkerung zu sich genommene Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 durchschnittlich 15 zu 1, d.h. wir nehmen zu viel Omega-6-Fettsäuren zu uns. Doch wie bekommen wir vermehrt Omega-3-Fettsäuren in unsere Ernährung eingebaut? Und wo und wie können wir Omega-6-Fettsäuren reduzieren?

Ständig Meeresfrüchte und Kaltwasserfische zu verzehren ist aufgrund der Überfischung unserer Meere, aber auch besonders für sich vegetarisch oder vegan ernährende Personen schwierig. Aber Omega-3-Fettsäuren sind auch in Algen, dunklem Blattgemüse, einigen Früchten und Getreiden sowie besonders in Leinsamen, Chiasamen und Walnüssen enthalten.

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Mit einer veganen oder vegetarischen Ernährung hat man sogar größere Chancen den Omega-3-Bedarf zu decken, da sie generell mehr Omega-3- und weniger Omega-6-Quellen enthält. Mit einer ausreichenden Zufuhr von ALA, der pflanzlichen Omega-3-Variante, kann auch der Körper von sich vegan oder vegetarisch Ernährenden die anderen beiden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die sonst nur in tierischen Produkten zu finden sind, herstellen. Er wandelt ALA in EPA und DHA um. Wichtig ist hierbei das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6, denn je mehr Omega-6-Fettsäure man zu sich nimmt, desto schlechter ist die Umwandlungsrate von ALA zu EPA und DHA.

Generelle Empfehlungen für eine Omega-3-reiche Ernährung:

  • Rapsöl, Kokosöl oder Olivenöl zum Braten verwenden (anstatt Sonnenblumenöl)
  • Leinöl, Olivenöl oder Hanföl für Salate verwenden
  • vermehrt Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen, Linsen etc. essen
  • Leinsaat, Hanfsaat, Chiasamen, Macadamianüsse, Walnüsse und die entsprechenden Öle wie Lein-, Hanf-, Chia- und Walnussöl in die Ernährung integrieren
  • täglich Gemüse wie Grünkohl, Spinat, Rosenkohl, Blumenkohl, Mangold, Zucchini, Lauch, Chinakohl etc. essen
  • Früchte wie Blaubeeren, Mango und Galia Melone enthalten Omega-3 sowie Getreidesorten wie wilder Reis, Roggen, Quinoa oder Hirse

Omega-3-reiche Ernährung: Nahrungsergänzungsmittel

Auch wenn in der neuen Studie nur Lebensmittel untersucht wurden, gibt es darüber hinaus Nahrungsergänzungsmittel, die für die ausreichende Zufuhr von Omega-3 durchaus hilfreich sein können. Während Fischöl lange Zeit das beliebteste Produkt auf dem Markt war, gibt es mittlerweile auch das Krillöl, das aus winzigen Krustentieren gewonnen wird. Krillöl wirkt zusätzlich antioxidativ und hat einen weniger fischigen Nachgeschmack als Fischöl. Beide sind in Kapselform erhältlich und enthalten die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Für Veganer:innen und Vegetarier:innen gibt es entsprechende Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise Chlorella- und Spirulina-Algen-Präparate.

Es gibt also viele Möglichkeiten, diese wohltuenden Fettsäuren in die Ernährung einzubauen. Und auch wenn es noch keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass Omega-3-Ergänzungen denselben Nutzen haben wie mit der Nahrung aufgenommene Omega-3-Fettsäuren, sind sie auf jeden Fall einen Versuch wert. Am besten fragst du deine behandelnden Ärzt:innnen zu seriösen Produkten, denn Nahrungsergänzungsmittel können in ihrer Qualität (Stichwort: Schwermetallbelastung), Zusammensetzung und Dosierung stark variieren.

Diese oben erwähnte Studie ist lediglich der erste Beweis dafür, dass eine Ernährungsumstellung mit Fettsäuren Migräne lindern kann. Sicherlich werden weitere Studien folgen. Neben den bekannten akuten und prophylaktischen Migräne Medikamenten werden alternativ-medizinische Behandlungen wie gezielte Ernährungsumstellungen in Zukunft hoffentlich Teil der Migränebehandlung sein.

Migräneprophylaxe: niedrig-glykämische Ernährung

Es gibt noch einen weiteren Nachweis, dass Ernährung eine wichtige Rolle in der Migräneprophylaxe spielen kann: Neben einer Omega-3-reichen und Omega-6-reduzierten Ernährung wurde nachgewiesen, dass eine niedrig-glykämische Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält, eine effektive Migräneprophylaxe ist. Migräne-Betroffenen wird nämlich empfohlen große Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, damit das anfällige Gehirn immer ausreichend und stabil mit Energie versorgt ist und nicht so schnell in einen Anfall kippt.

Weitere diätetische Überlegungen und Triggerfaktoren

Die Bedeutung der Ernährung in der Entstehung und Behandlung von Migräne und Kopfschmerzerkrankungen ist umstritten. Nach derzeitigem Wissensstand lassen sich jedoch keine allgemeingültigen Ernährungsempfehlungen für Migränepatienten begründen. Die aktuelle Studienlage hat eine Reihe von möglichen Mechanismen identifiziert, die die kopfschmerzauslösende Wirkung der Ernährung erklären könnten. Diese beziehen sich insbesondere auf die Auswirkung bestimmter Nahrungsbestandteile und Substanzen, auf Neuropeptide, Ionenkanäle und Rezeptoren sowie der Freisetzung von Stickstoffmonoxid, der Aktivierung des sympathischen Nervensystems, Gefäßerweiterungen und Veränderungen im zerebralen Glukosestoffwechsel. Der direkte Einfluss von Nahrungskomponenten lässt sich jedoch nur schwer abgrenzen.

Migräne-Attacken können durch Fastenperioden ausgelöst oder auch verstärkt werden. Eine frühere Studie zeigte bereits, dass die Serotoninspiegel im Serum der TeilnehmerInnen in den ersten gegenüber den letzten Fastentagen signifikant niedriger waren.

Klinische Daten weisen darauf hin, dass die fettreiche und extrem kohlenhydratreduzierte Ernährungsform sich in vielerlei Hinsicht positiv auf das Krankheitsgeschehen der Migräne auswirkt. Nach dem ersten Monat konnte neben einer Gewichtsreduktion eine deutliche Verringerung der Kopfschmerzhäufigkeit und der Medikamenteneinnahme festgestellt werden.

Ein messbarer, aber geringerer Effekt trat auf, wenn nur der Verzehr an Omega-3-Fettsäuren stieg, derjenige an Omega-6-Fettsäuren aber konstant blieb. Die Anzahl der Kopfschmerztage reduzierte sich um 2 bis 4 Tage; auch die Anzahl der Kopfschmerzstunden nahm ab. Einige konnten die Anzahl der eingenommenen Kopfschmerztabletten reduzieren. Verantwortlich könnte die veränderte Bildung bioaktiver Mediatoren im Serum sein, die möglicherweise an der Entstehung von Kopfschmerzen und Migräne beteiligt sind. Zwischen der Zufuhr gesättigter Fettsäuren und der Migränefrequenz wurden hingegen keine signifikanten Zusammenhänge festgestellt.

Menschen, die an Migräne leiden nehmen im Vergleich zu Nicht-Migränikern weniger Folat über die Nahrung auf. Zudem zeigen Studien, dass Migränepatienten (v.a. Erhöhte Homocysteinspiegel infolge folatarmer Ernährung können zu Gefäßverengungen sowie zur Aktivierung der Blutgerinnung und damit einem erhöhten Thromboserisiko führen und bei Personen mit bestimmten Genotypen des MTHFR-Gens Kopfschmerzen hervorrufen. Studien zeigen, dass eine Supplementierung von 25 mg Vitamin B6 und 400 μg Vitamin B12 sowie 2 mg Folsäure die Schwere der Kopfschmerzen bei Personen mit Migräne mit Aura deutlich verringern kann.

In Studien wurde gezeigt, dass Migränepatienten verminderte Konzentrationen der Mikronährstoffe Riboflavin (Vitamin B2), Magnesium und Coenzym Q10 aufweisen. Die Mikronährstoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Energieerzeugung in den Mitochondrien und sind an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt, die das Krankheitsgeschehen der Migräne beeinflussen. Etwa 12-60 % der Migränepatienten berichten, dass bestimmte Nahrungsmittel, Inhaltsstoffe und Getränke einen Migräneanfall auslösen können. Es ist zudem bekannt, dass durch den Konsum oder den plötzlichen Entzug bestimmter Substanzen wie beispielsweise Koffein oder Alkohol ebenfalls Kopfschmerzen ausgelöst werden können.

Der in zahlreichen Fertigprodukten, Fertigsaucen und -dressings sowie Gewürzsalzen und Konserven zum Einsatz kommende Geschmacksverstärker gilt als möglicher Auslöser für Kopfschmerzen und einer Reihe anderer Beschwerden. Zahlreiche Publikationen belegen, dass Alkohol den bedeutendsten alimentären Kopfschmerztrigger darstellt. Alkoholbedingter Kopfschmerz ist typischerweise beidseitig lokalisiert, pulsierend, löst sich innerhalb von 72 Stunden spontan und wird durch körperliche Aktivität verstärkt.

In einer Studie mit 54 Migränepatienten wurde gezeigt, dass sich die Häufigkeit, die Intensität sowie die Dauer der Attacken im Rahmen einer 12-wöchigen fettarmen Diät signifikant verbesserten. Im Rahmen der Studie wurde die tägliche Gesamtfettaufnahme um 58 Prozent auf durchschnittlich 27,8 g reduziert. Eine weitere Studie zeigte ähnliche Ergebnisse. Auch hier wurde unter der fettarmen Diät eine Reduktion der Anfallshäufigkeit und -intensität beobachtet.

Im Rahmen einer klinischen Studie wurden 56 Schülerinnen und Schüler, die seit mindestens 6 Monaten an häufigen Kopfschmerzen litten, einem 19-stündigen Nahrungsentzug ausgesetzt. Die Beobachtungen bestätigten, dass Hunger bei Patienten mit Spannungskopfschmerz und bei Migränepatienten Kopfschmerzen auslösen kann.

Durch Nahrungsmittel ausgelöste Unverträglichkeiten können auf einer allergischen Überempfindlichkeit (Immunoglobin E-vermittelte Nahrungsmittelallergie) oder einer nicht allergischen Überempfindlichkeit (z.B. Nahrungsmittelintoleranz) beruhen.

Bei den alimentären Triggerfaktoren sind eine Reihe von Inhaltsstoffen zu nennen, die zwar nicht bei allen Migränepatienten Probleme verursachen, aber bei empfindlichen Patienten eine Migräneattacke begünstigen können - insbesondere dann, wenn weitere Störfaktoren vorliegen. künstliche Süßstoffe (z.B. biogene Amine (z.B. Schokolade, Milch und Milchprodukte (z.B. fetthaltige Lebensmittel bzw.

Anders als Aspartam gilt Sucralose nicht als Migräne-Trigger. Nitrate und Nitrite kommen als Konservierungsmittel vor allem in verarbeiteten Fleischwaren wie Speck, Salami, Wurst oder Schinken sowie Fertigprodukten und geräuchertem Fisch zum Einsatz.

Koffein wird vor allem über Kaffee, Tee und koffeinhaltige Limonaden sowie Erfrischungsgetränke aufgenommen. Bekannt ist zudem, dass eine unregelmäßige Koffeinzufuhr - nicht nur bei Migränepatienten - Kopfschmerzen verursachen kann.

Es ist nicht sinnvoll, wenn Migräne-Kranke generell Nahrungs- mittel meiden, von denen bekannt ist, dass sie Anfälle provozieren. Denn Nahrungsmittel spielen nicht bei allen Patienten eine Rolle.

Es gibt keine Migräne-DiätDarum gibt es auch keine besondere Ernährung bei Migräne oder gar eine „Migräne-Diät“. Wichtig ist es, die ganz persönlichen ernährungsbedingten Einflüsse mit Hilfe des Kopfschmerz-Tagebuchs herauszufinden, um sie gezielt vom Speiseplan zu streichen. Bei dieser „Detektivarbeit“ muss man bedenken, dass zwischen der Aufnahme eines Nahrungsmittels und einer Attacke zumeist mehrere Stunden liegen, mitunter sogar ein ganzer Tag. Selbst wenn Migräniker herausgefunden haben, dass bestimmte Nahrungsmittel bei ihnen eine Attacke auslösen können, kommt es immer wieder vor, dass sie diese Nahrungsmittel trotzdem vertragen, wenn keine weiteren Störfaktoren hinzukommen. Erst wenn weitere Trigger „das Fass zum Überlaufen bringen“, kann es sein, dass die Nahrungsmittel einen Anfall provozieren.

Einige Migräne-Patienten berichten, dass Käse oder Rotwein ihre Attacken auslösen können. Andere reagieren, wenn auch sehr selten, empfindlich auf bestimmte Eiweißstoffe in Joghurt und Milchprodukten oder auf die Inhaltsstoffe bestimmter Früchte, etwa Bananen. Auch das Koffein in Kaffee und koffeinhaltigen Limonaden, etwa Cola-Getränken, kann eine Attacke verursachen. Manche Patienten reagieren aber auch auf den Koffein-Entzug am bürostressfreien Wochenende mit einem Anfall. Ebenso können Konservierungsstoffe in Fertiggerichten eine Attacke provozieren. Dazu gehören beispielsweise Nitrate, die häufig in Würstchen oder in konservierten Fleisch- und Wurstwaren enthalten sind. Bekannt als Triggerfaktor ist auch der Geschmacksverstärker Glutamat, mit dem häufig chinesische oder andere asiatische Gerichte gewürzt werden. Glutamat kann auch in Fertiggerichten und Tütensuppen sowie in Brühwürfeln enthalten sein. Selbst Speiseeis kann eine Migräne auslösen - wegen des Kälteschocks, der den Trigeminus-Nerv in Aufruhr versetzt.

Mitunter können Attacken auch auftreten, wenn Migräne-Kranke Mahlzeiten auslassen. Darum ist es wichtig, regelmäßig zu essen. Früher wurde auch Schokolade als Migräne-Auslöser verdächtigt. Inzwischen gibt es jedoch Hinweise, dass Veränderungen im Hirnstoffwechsel, die einer Attacke vorausgehen, einen Heißhunger auf Süßigkeiten auslösen können. Dann wäre die Lust auf Schokolade ein Signal für einen bevorstehenden Schmerzanfall.

Wie Experten vermuten, werden Nahrungsmittel insgesamt als Auslöser wohl eher über- als unterschätzt. Ein bestimmtes Essverhalten vor einer Migräne-Attacke könnte nämlich auch bereits ein Symptom der Anfangsphase einer Attacke sein. Gleichwohl raten Kopfschmerz-Experten: Migräne-Patienten sollten wissen, dass Nahrungsmittel im Einzelfall ein Co-Faktor für die Auslösung einer Attacke sein können. Eine Auslassdiät ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn sich ein Nahrungsmittel eindeutig als Triggerfaktor identifizieren lässt.

Da sich eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit frischen vollwertigen Produkten auf den ganzen Organismus positiv auswirkt, ist sie zusammen mit anderen Methoden - etwa gezielten Entspannungstechniken und leichten Ausdauersportarten - prinzipiell allen Migräne-Patienten zu empfehlen, die etwas für sich selbst und für ihre Gesundheit tun wollen.

Effektive Migräne-Prophylaxe basiert auf vier Säulen:

  • Ausreichend ungesättigte Fettsäuren
  • Entsprechende, ausgewogene Ernährung
  • Regelmäßige Entspannungsübungen
  • Rationale Schmerzmittel-Therapie

Insbesondere wichtig: die sinnvolle Medikamenten-Einnahme, die bei einer möglichst langfristig ausgerichteten Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt so reduziert werden kann, dass keine schmerzmittelabhängigen Nebenwirkungen zu befürchten sind. Durch ein sinnvolles Prophylaxe-Programm ist es durchaus möglich, dass der nächste Migräne-Anfall entweder gar nicht erst auftritt oder sich die Intervalle zwischen den Attacken vergrößern.

Der Bedarf liegt bei 27 g täglich, tatsächlich aber werden im Allgemeinen nur 13g eingenommen. Das bedeutet, dass zwar viel Fett verzehrt, aber zu wenige ungesättigten Fettsäuren zugeführt werden.

Um einen entzündungshemmenden Effekt zu erzielen, ist eine regelmäßige Zufuhr an alpha- und gamma-Linolensäure erforderlich, damit sich das Fettsäuremuster im Organismus entsprechend positiv verändert. Der „Gegenspieler“ der für die Gesundheit wichtigen Linolensäure, die Arachidonsäure, findet sich ausschließlich in tierischen Fetten: im Fleisch von Schwein, Rind und Geflügel sowie in fettreichen Milchprodukten.

Serotonin ist eine lebenswichtiges Substanz, die der menschliche Organismus braucht, um bestimmte Regelungen bewerkstelligen zu könne. Serotonin ist am Blutdruckgeschehen beteiligt, regt die Darmtätigkeit an, signalisiert Sättigung, regelt den Schlaf-Wach- Rhythmus und spielt eine entscheidende Rolle für die jeweilige Stimmungslage. So ist beispielsweise die Lust auf Süßigkeiten eine Folge des Serotonin-Mangels im Gehirn, der durch eiweißreiche und kohlehydratarmer Kost ausgelöst werden kann. Serotonin ist abhängig von seiner Vorstufe, dem sogenannten Tryptophan, das besonders in Cashewnüssen, Haferflocken, Sojabohnen, Weizenkeimen und Käse enthalten ist. Es wird vermutet, dass Migräniker einen zu geringen Anteil an Tryptophan haben, da das Serotonin zu Beginn einer Migräne-Attacke sehr erniedrigt ist. Deshalb wird häufig Sumatriptan eingesetzt, da es Serotonin zusätzlich freisetzt.

Der tägliche Bedarf an Tryptophan wird in der Fachliteratur mit 210 mg pro Tag angegeben. Lebensmittel, wie beispielsweise Käse, können aber trotz eines hohen Anteils an Tryptophan über andere Mechanismen eine Migräne-Attacke auslösen. Deshalb empfehlen sich neben pflanzlichen Lebensmitteln Kaltwasserfische, die einen hohen Gehalt an Tryptophan ausweisen. Der Anteil an Tryptophan kann auch durch die Zufuhr von Kohlehydraten gesteigert werden.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Anfälligkeit für Migräne- Anfälle durch bestimmte Lebensmittel individuell sehr verschieden ist. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, ein Tages-Protokoll über die Ernährungsgewohnheiten zu führen, das es erleichtert, mögliche Auslöser zu identifizieren.

Amine beeinflussen die Gefäßdurchlässigkeit im menschlichen Körper und die Schmerzempfindung. Die biogenen Amine, die sowohl in pflanzlichen wie tierischen Lebensmitteln vorkommen, wirken als Hormone oder Neurotransmitter. Man unterteilt sie in psychoaktive Amine (Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin) und vasoaktive Amine (Histamin, Tyramin). Frische Lebensmittel enthalten keine oder nur äußerst geringe Mengen an biogenen Aminen, fermentierte pflanzliche und tierische Nahrungsmittel je nach dem Grad der Be- und Verarbeitung sowie Transport- und Lagerzeiten unterschiedlich hohe Amingehalte.

Aminreich sind beispielsweise: lang gelagerte, gereifte oder fermentierte Lebensmittel wie lange angehangenes geräuchertes oder gegrilltes Fleisch, wie Schinken, Salami, Rohwürste, marinierter, eingelegter Fisch, salzlakengereifter Käse wie Cheddar, Blauschimmelkäse, Emmentaler, Schokolade, Nougat. Likörpralinen, Bananen, Rotwein

Alles in allem ist es äußerst wichtig, sich selbst zu kontrollieren und die Gefahren, die man durch unbedachte Ernährung oder aus Unkenntnis zu sich nimmt, zu minimieren. Denn letzten Endes sind wir Menschen auch vielen anderen Einflussnahmen ausgesetzt, beispielsweise Stress-Situationen, die wir unsererseits nicht ver- hindern oder beeinflussen können. Deshalb sollte man alles unternehmen, was möglich ist, um unsere Gesundheit, soweit es in unserer Macht und unserer Einflussnahme steht, positiv zu gestalten.

Normalerweise werden dem Körper bei ausgewogener Ernährung genügend Mikronährstoffe geliefert. Ein nachgewiesenes Defizit herrscht bei Migränepatienten beispielsweise an Ma­gne­si­um-​Io­nen - sowohl im Blut als auch in der grauen Masse des Gehirns. Der Vitamin B2- und Coenzym Q10-​Spie­gel des Bluts ist ebenso deutlich geringer als bei Menschen ohne Migräne. Dabei sind gerade diese drei Mikronährstoffe essentiell. Ein Mangel kann Grund für das Auftreten von Migräneattacken sein und für die Hypersensibilität an Nervenzellen, die sich während der Anfälle z.B. Dies erklärt auch, weshalb die zusätzliche Gabe von Mikronährstoffen von Experten gerne empfohlen wird. Sie gehen davon aus, dass eine solche Form der diätetischen Behandlung den gestörten Energiestoffwechsel im Gehirn verbessern und Nährstoffdefizite ausgleichen kann. Ein Vorteil ist hierbei, dass Mikronährstoffe in der Regel auch für Schwangere oder Kinder gut verträglich sind. In bestimmten Belastungssituationen hat unser Körper einen erhöhten Nährstoffbedarf. Mikronährstoffe - das bedeutet nicht etwa, möglichst viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente aufzunehmen, sondern dem Körper genau die Nährstoffe zu geben, die er benötigt. Die richtige Kombination und hohe Dosierung ermöglichen jeweils eine gezielte Unterstützun…

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