Umgang mit den nervigen Eltern befreundeter Kinder: Tipps und Strategien

Es ist ein häufiges Problem: Die Kinder verstehen sich prächtig, aber die Eltern der Freunde des eigenen Kindes sind anstrengend oder verhalten sich sogar inakzeptabel. Dieser Artikel bietet Ratschläge und Strategien, wie man mit solchen Situationen umgehen kann, ohne die Freundschaft der Kinder zu gefährden.

Die Herausforderung: Wenn die Eltern der Freunde nerven

Viele Eltern kennen das Gefühl, wenn die eigenen Kinder sich mit anderen Kindern anfreunden, deren Eltern man als schwierig empfindet. Dies kann verschiedene Gründe haben: unterschiedliche Erziehungsstile, abweichende Wertvorstellungen oder einfach eine persönliche Unsympathie. Es ist wichtig zu erkennen, dass dies eine normale Situation ist und es verschiedene Wege gibt, damit umzugehen.

Eine Mutter beschreibt ihre Situation wie folgt: Ihre 3,5-jährige Tochter hat einen 4-jährigen Freund, dessen Verhalten sie als grenzenlos und untragbar empfindet. Er hat bereits gefährliche Dinge getan, wie z.B. mit einer Heckenschere auf ihre Tochter loszugehen oder sie mit einer Eisenblume ins Gesicht zu pieksen. Zudem macht er absichtlich Spielsachen kaputt und quält Haustiere. Die Mutter hat ständig Angst, dass er ihre Tochter ernsthaft verletzt oder etwas beschädigt. Die Eltern des Jungen scheinen wenig zu intervenieren oder die Situation ernst zu nehmen.

Analyse der Situation

Bevor man Maßnahmen ergreift, ist es wichtig, die Situation genau zu analysieren. Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Was genau stört mich am Verhalten der Eltern? Handelt es sich um unterschiedliche Erziehungsansätze, mangelnde Aufsicht oder respektloses Verhalten?
  • Wie wirkt sich das Verhalten der Eltern auf mein Kind aus? Nimmt mein Kind Verhaltensweisen an, die ich nicht gut finde? Leidet mein Kind unter der Situation?
  • Wie oft sind die Kinder zusammen? Handelt es sich um regelmäßige Treffen oder eher um seltene Kontakte?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, die Situation zu beeinflussen? Kann ich mit den Eltern sprechen, die Treffen einschränken oder alternative Aktivitäten anbieten?

Strategien für den Umgang mit schwierigen Eltern

1. Direkte Kommunikation mit den Eltern

Der erste Schritt sollte immer ein offenes und ehrliches Gespräch mit den Eltern des anderen Kindes sein. Es ist wichtig, dabei ruhig und sachlich zu bleiben und die eigenen Beobachtungen und Bedenken zu äußern. Dabei sollte man Ich-Botschaften verwenden und vermeiden, das Kind oder die Eltern zu bewerten oder zu beschuldigen.

Lesen Sie auch: Warum Eltern manchmal nerven

  • Beispiel: "Ich habe beobachtet, dass [Name des Kindes] manchmal sehr wild spielt und dabei [Verhalten beschreiben]. Ich mache mir Sorgen, dass sich dabei jemand verletzen könnte."
  • Ziel: Ein gemeinsames Verständnis für die Situation zu entwickeln und nach Lösungen zu suchen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Eltern möglicherweise nicht erkennen, dass ihr Kind ein Problem verursacht, oder dass sie andere Ansichten darüber haben, was angemessenes Verhalten ist. In manchen Fällen kann das Gespräch zu einer Verbesserung der Situation führen, in anderen Fällen jedoch nicht.

2. Setzen von Grenzen und Regeln

Wenn ein offenes Gespräch nicht möglich ist oder keine Veränderung bewirkt, ist es wichtig, klare Grenzen und Regeln für den Umgang mit dem anderen Kind aufzustellen. Dies gilt insbesondere, wenn das Kind zu Besuch ist.

  • Beispiel: "Bei uns zu Hause darf man nicht mit Spielzeug werfen. Wenn du das tust, müssen wir das Spielzeug wegräumen."
  • Ziel: Das eigene Kind und das eigene Zuhause zu schützen und dem anderen Kind zu zeigen, dass es Konsequenzen für sein Handeln gibt.

Es ist wichtig, diese Regeln konsequent durchzusetzen, auch wenn die Eltern des anderen Kindes anderer Meinung sind.

3. Einschränkung der Kontakte

Wenn das Verhalten des anderen Kindes oder seiner Eltern unerträglich wird, kann es notwendig sein, die Kontakte einzuschränken. Dies kann bedeuten, dass man Verabredungen nur noch im Kindergarten oder in der Schule zulässt, wo eine Aufsichtsperson anwesend ist. Oder dass man die Kinder nur noch trifft, wenn man selbst dabei ist und das Verhalten des anderen Kindes besser kontrollieren kann.

  • Beispiel: "Wir können gerne mit [Name des Kindes] auf den Spielplatz gehen, aber bei uns zu Hause ist es im Moment zu anstrengend."
  • Ziel: Das eigene Kind vor negativen Einflüssen zu schützen und gleichzeitig die Freundschaft der Kinder nicht vollständig zu beenden.

4. Förderung alternativer Freundschaften

Es ist wichtig, dem eigenen Kind die Möglichkeit zu geben, auch andere Freundschaften zu schließen. Dies kann dazu beitragen, dass die Freundschaft mit dem "problematischen" Kind nicht zu wichtig wird und dass das KindAlternativen hat, wenn die Situation zu belastend wird.

Lesen Sie auch: Enkelkinder-Stress: Tipps für Eltern

  • Beispiel: "Möchtest du nicht mal [Name eines anderen Kindes] zum Spielen einladen? Ihr habt doch auch viel Spaß zusammen."
  • Ziel: Das soziale Umfeld des Kindes zu erweitern und ihm zu zeigen, dass es viele verschiedene Freunde haben kann.

5. Umgang mit dem eigenen Kind

Es ist wichtig, mit dem eigenen Kind über die Situation zu sprechen und ihm zu erklären, warum man bestimmte Entscheidungen trifft. Dabei sollte man dem Kind die Möglichkeit geben, seine Gefühle und Gedanken zu äußern, und ihm versichern, dass man es versteht und unterstützt.

  • Beispiel: "Ich weiß, dass du gerne mit [Name des Kindes] spielst, aber ich mache mir Sorgen um dich, wenn er so wild ist. Deshalb möchte ich, dass ihr euch im Moment nur noch im Kindergarten trefft."
  • Ziel: Das Kind in die Entscheidungen einzubeziehen und ihm zu helfen, die Situation zu verstehen und damit umzugehen.

Es ist auch wichtig, dem Kind zu vermitteln, dass es sich nicht alles gefallen lassen muss und dass es das Recht hat, sich zu wehren, wenn es sich unwohl oder bedroht fühlt.

6. Die eigenen Grenzen erkennen und wahren

Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Nicht jede Freundschaft der Kinder muss von den Eltern unterstützt oder gefördert werden. Wenn die Situation zu belastend wird, ist es in Ordnung, sich zurückzuziehen und die Kontakte zu minimieren.

  • Beispiel: "Ich kann im Moment keine weiteren Verabredungen mit [Name des Kindes] organisieren. Ich brauche eine Pause."
  • Ziel: Die eigene psychische Gesundheit zu schützen und sich nicht von der Situation überfordern zu lassen.

Umgang mit schwierigem Verhalten fremder Kinder in der Öffentlichkeit

Es kommt auch vor, dass man in der Öffentlichkeit mit dem unangemessenen Verhalten fremder Kinder konfrontiert wird. In solchen Situationen ist es wichtig, besonnen zu reagieren und die eigenen Grenzen zu wahren.

1. Beobachten und Bewerten

Bevor man eingreift, sollte man die Situation genau beobachten und bewerten. Handelt es sich um ein harmloses Missgeschick oder um ein bewusstes Fehlverhalten? Sind die Eltern in der Nähe und greifen sie ein?

Lesen Sie auch: Tipps für weniger Stress mit Eltern

2. Ansprechen der Eltern

In den meisten Fällen ist es ratsam, zuerst die Eltern anzusprechen und sie auf das Verhalten ihres Kindes aufmerksam zu machen. Dabei sollte man freundlich und respektvoll bleiben und Ich-Botschaften verwenden.

  • Beispiel: "Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nur darauf aufmerksam machen, dass Ihr Kind gerade [Verhalten beschreiben] und das stört mich."
  • Ziel: Die Eltern dazu zu bewegen, ihr Kind zu ermahnen oder die Situation zu bereinigen.

3. Direkte Ansprache des Kindes

Wenn die Eltern nicht reagieren oder nicht anwesend sind, kann man das Kind direkt ansprechen. Dabei sollte man jedoch vorsichtig sein und das Kind nicht beschimpfen oder maßregeln. Stattdessen kann man ihm erklären, warum sein Verhalten stört, und es bitten, damit aufzuhören.

  • Beispiel: "Bitte wirf nicht mit dem Ball. Das stört mich. Kannst du bitte woanders spielen?"
  • Ziel: Das Kind dazu zu bewegen, sein Verhalten zu ändern, ohne es zu verängstigen oder zu demütigen.

4. Holen von Hilfe

Wenn das Verhalten des Kindes gefährlich ist oder man sich überfordert fühlt, sollte man Hilfe holen. Dies kann bedeuten, dass man das Personal des Geschäfts oder Restaurants informiert oder im Notfall die Polizei ruft.

tags: #die #eltern #befreundeter #kinder #deines #kindes