Die Nerven Konzert in der Kulturbrauerei: Ein Highlight des Pop-Kultur Festivals

Das Berliner Pop-Kultur Festival hat sich im Laufe der Zeit als eines der originellsten, diversesten und lebhaftesten Festivals in Deutschland etabliert. Zum elften Mal findet das breitgefächerte Festival vom 25. bis zum 30. August statt und begeistert mit einem Line-Up, das von Deutschrap über Indie-Folk bis hin zu afrikanischer Musik reicht. Ein besonderer Veranstaltungsort, die Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg, bietet nicht nur großartigen Musikacts eine Bühne, sondern zieht auch ein aufgeschlossenes Publikum an. Neben den Musikdarbietungen bereichern wundervolle Workshops, Talks und Commissioned Works das Festivalgeschehen.

Vielfalt und Diskurs im Fokus

Das Pop-Kultur Festival steht für Vielfalt, Diskurs und interkulturellen Austausch in Musik und Kunst. Mutige Auftragsarbeiten, internationale Residenzen und eine neue Talks-Reihe rücken aktuelle gesellschaftliche Fragen, kreative Freiräume und globale Vernetzung in den Fokus.

Commissioned Works: Exklusive Weltpremieren

Zehn exklusive Auftragsarbeiten feiern Weltpremiere, erstmals nicht nur in der Kulturbrauerei, sondern auch im Silent Green. Zu den Highlights gehören FAYIMs »Kein Beileid«, Teresa Rotschopfs immersives Klangerlebnis sowie Performances von Andreya Casablanca und Bernadette La Hengst. Die Initiative Musik unterstützt diese mutigen und kreativen Projekte als Herzstück des Festivals. Andreya Casablanca bot eine Reflexion über ihr Leben im Kampf mit Tradition, Kirche, familiären Erwartungen und eigener Emanzipation durch Punk, ästhetisch an der polnischen katholischen Kirche orientiert und mit einer Diashow aus ihrer Jugend in Nürnberg/Fürth in den 90ern.

Internationale Residenzen: Kreative Musikformate

Während ihrer Residenzzeit arbeiten die Residency-Artists gemeinsam an neuen, kreativen Musikformaten. Sie vernetzen sich, experimentieren mit verschiedenen Stilen und stellen ihre Ergebnisse exklusiv beim Festival vor.

Diskursive Veranstaltungen: Austausch über aktuelle Themen

Als neue Programmschiene finden die Talks im Silent Green und in der migas listening bar statt - unabhängig vom Live-Musikprogramm. Sie bieten Raum für den Austausch über aktuelle Themen wie Schwarze Perspektiven in der Musikbranche, nachhaltige Modelle für Independent Artists, den Druck auf Künstlerinnen als Social-Media-Creator und gesellschaftliche Machtstrukturen. Literarisch-musikalische Formate und Gespräche mit Produzentinnen ergänzen das vielseitige Diskursangebot.

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Das Live-Programm: Eine musikalische Vielfalt

Das Line-Up des Pop-Kultur Festivals präsentiert eine breite musikalische Vielfalt mit Acts wie ABIBA (DJ), Apsilon, Boondawg, Die Nerven, Liv Oddman, MOLIY, Yung FSK18 und vielen mehr. Die Künstler bringen unterschiedliche Genres und Sounds auf die Festivalbühnen und sorgen für ein abwechslungsreiches Live-Erlebnis.

Die Nerven: Brachiale Gitarrenmusik mit Haltung

Die gefeierte Noise-/Indie-Band Die Nerven aus Stuttgart gehört zum Besten, was deutschsprachige Gitarrenmusik derzeit zu bieten hat. Mit dröhnenden, brachialen Songs begeistern sie das Publikum. Ihre Texte greifen die großen Themen der Gegenwart auf: Krieg, Angst, der Wunsch nach Veränderung. Doch statt bloßer Wut liefern sie Haltung, Perspektive und die passende musikalische Dringlichkeit. Die Nerven sind wie immer gut, anfangs sogar überwältigend stark. Allerdings übertreiben sie es in der Zwischenzeit mit den Jam-Anteilen etwas.

Weitere Highlights des Live-Programms

  • ÄTNA & ensemble reflektor: Das deutsche Duo ÄTNA, bestehend aus Sängerin/Multiinstrumentalistin Inéz Schaefer und Schlagzeuger Demian Kappenstein, kombiniert elektronische Tanzmusik, Jazz, avantgardistische Ansätze und eingängigen Pop. Auf der Bühne wird das Ganze durch Aspekte der Performance-Kunst ergänzt. Beim Pop-Kultur Festival werden ÄTNA von dem renommierten Kammerorchester ensemble reflektor begleitet.
  • Apsilon: Apsilon gehört zu den gehaltvollsten und tiefgründigsten Stimmen im deutschsprachigen Hip-Hop. Er verpackt seine melancholisch getönten Texte in energiegeladene Performances, die unter die Haut gehen. Seine Songs, oft von düsterer Atmosphäre durchzogen, zeichnen das Leben eines Sohns türkischer Gastarbeitender in Berlin nach. Sein Stil verbindet Trap-Elemente mit politischem Anspruch.
  • Eli Preiss: Die junge Österreicherin Eli Preiss wirft gefühlvollen R&B, selbstbewussten Hip-Hop und elektronische Tanzmusik in einen Topf und formt daraus einen modernen Sound. Mit Eleganz und Swag manövriert die Wienerin ihre besondere Stimme über farbenfrohe Produktionen.
  • Güner Künier: Treibende Synth-Bässe, verzerrte Shout-Vocals und kaputte Noise-Gitarren ergeben im Kontext der türkischen Künstlerin Güner Künier eine hypnotisierende Coolness.
  • Die Heiterkeit: Die Heiterkeit, eng mit der Geschichte des Festivals verbunden, begeistert mit der Stimme von Stella Sommer und überragenden Texten.
  • Los Bitchos: Die in London ansässigen Los Bitchos machen eine Mischung aus lateinamerikanischer Cumbia-Musik und von Reverb durchflossenem Garage-Rock, zwischen 60s-Psychedelia und Nullerjahre-Retrovibes. Komplett instrumental sind ihre Songs meistens und lassen sich im Kern vor allem als Tanzmusik beschreiben.
  • Neromun: Neromun, ehemals Negroman oder Teil des Duos Luk&Fil, hat eine eigene Stimme gefunden. Er versteht es, die eigene Realität lyrisch zu verarbeiten - tiefgründig, aber nie verkopft. Literarische Einflüsse fließen subtil ein.

Weitere Programmhighlights

Neben den Konzerten und Talks bietet das Pop-Kultur Festival weitere interessante Programmpunkte:

  • Çaystube - Safer Space: Als offene, kostenfreie Installation verbindet die Çaystube queeres, postmigrantisches und dekoloniales Miteinander. Sie steht unter dem Motto »Spill The Tea« und verknüpft Sport mit Pop im interaktiven Hof der Kulturbrauerei.
  • Pop-Kultur Lokal: Präsentiert lokale Initiativen und Projekte.
  • Sonic Crossings: Erkundet musikalische Grenzüberschreitungen und Verortungen.
  • Pop Up_Berlin: Ein Labelmarkt, der unabhängigen Labels eine Plattform bietet.

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