Die sieben Gehirne der Roman Inhalt

Der menschliche Geist, ein faszinierendes und komplexes Organ, steht im Mittelpunkt vieler literarischer Werke. Autoren nutzen oft die Darstellung des Gehirns, um tiefere Einblicke in die menschliche Natur, die Gesellschaft und die Herausforderungen des Lebens zu geben. Dieser Artikel untersucht, wie verschiedene Romane und Erzählungen das Thema des Gehirns und seiner Funktionen aufgreifen, von den realen bis zu den eingebildeten Gefängnissen, in denen wir stecken, bis hin zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und philosophischen Betrachtungen.

Die Gefängnisse des Geistes: Saunders' Erzählungen über Macht und Moral

George Saunders' Werk, insbesondere die Sammlung "Tag der Befreiung", erkundet die verschiedenen "Gefängnisse", in denen sich der menschliche Geist befinden kann. Diese Gefängnisse sind sowohl real als auch eingebildet und spiegeln die Macht und Moral, Liebe und Verlust wider, die die menschliche Existenz prägen. Saunders' Geschichten handeln von der Sehnsucht nach menschlicher Verbindung und dem Versuch, sich von allem zu befreien.

In seinen Short Stories kennt George Saunders "kein Erbarmen". Er versammelt verschiedene Geschichten, die das "Verderben" als gemeinsames Thema haben. Es geht um eine dystopische Version der USA als Faschistenstaat, um Unterwerfung und Elend, immer wieder geht es um Außenseiter. Die werden allerdings nicht unbedingt zu sympathischen Identifikationsfiguren, wie die Erzählung "Muttertag" beweist, in der sich Frauen gegenseitig das Leben schwer machen.

Die Sprache der Geknechteten, die Opfer sind, aber immer auch die Kraft haben, eine "Erzähldiktatur der Armleuchter" aufzustellen, ist ein weiteres Merkmal von Saunders' Werk. Seine Prosa ist Krisen-Prosa. In ihrer dunklen Abstrusität, ihrer Doppelbödigkeit passt sie wie die literarische "Faust aufs Auge" der krisengebeutelten Gegenwart. Saunders bedient sich einer erstaunlich breiten Palette von Tonalitäten.

Saunders' Geschichten sind unberechenbar, mal minimalistisch, mal fantastisch. Und orwellianisch, dystopisch sogar, aber er lässt immer ein Fünkchen Hoffnung. Verantwortung, Handlungsfähigkeit, Ohnmacht und Manipulation sind die großen Themen, um die die Geschichten in George Saunders' zweitem Buch "Tag der Befreiung" kreisen. Es sind beklemmende, düstere Geschichten über ferne und manchmal gar nicht so ferne Welten, in denen Entrechtete, "Ent-Individualisierte", oder Manipulierte - Show-Ghuls, Diener ohne Vergangenheit und Willen, Erzähl-Automaten oder wut-entzündete Väter - mit der eigenen Ohnmacht konfrontiert werden. Am Ende arrangieren sich die meisten mit ihrer Situation.

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Neurowissenschaftliche Einblicke: Barretts "Siebeneinhalb Lektionen über das Gehirn"

Lisa Feldman Barrett, eine renommierte Neurowissenschaftlerin und Psychologin, liefert in ihrem Buch "Siebeneinhalb Lektionen über das Gehirn" eine prägnante und tiefgehende Einführung in zentrale neurowissenschaftliche Konzepte. Sie widerlegt die Vorstellung, dass das Gehirn hauptsächlich zum Denken da ist, und erklärt, dass es sich entwickelt hat, um das Gleichgewicht der Körperfunktionen zu steuern. Zudem hat uns seine Entwicklung überhaupt erst erlaubt, mit anderen Menschen zu kooperieren und Zivilisationen zu schaffen. Ohne andere Gehirne, sagt Lisa Feldman Barrett, wäre jedes Gehirn komplett verloren.

Barrett erläutert die evolutionäre Entwicklung des Gehirns, die Rolle von Vorhersageprozessen, die Konstruktion von Emotionen und die Plastizität neuronaler Netzwerke. Sie widerlegt die Vorstellung, dass bestimmte Hirnareale für spezifische Aufgaben zuständig seien, und erklärt, dass unser Gehirn als dynamisches, vorausschauendes System arbeitet. Barretts Fokus liegt auf dem Gehirn als "vorhersagende Maschine". Sie argumentiert, dass das Gehirn nicht nur auf Reize reagiert, sondern fortlaufend interne Modelle generiert, um die Umwelt zu interpretieren.

Sie setzt sich auch mit einigen Neuromythen auseinander. Sie widerlegt die Theorie des Reptiliengehirns, das angeblich unsere Triebe steuert, und zeigt auf, dass das menschliche Denkorgan im Vergleich zu den Gehirnen anderer Arten keine neuen Areale hat. Außerdem distanziert sie sich von der Idee einer kreativen rechten Gehirnhälfte und der Tendenz, bestimmten Arealen einzelne kognitive Funktionen zuzuordnen. Stattdessen präsentiert sie das Gehirn als ein Netzwerk, in dem Nervenzellen als flexible Knotenpunkte agieren und je nach Aufgabenstellung und Erfahrung unterschiedliche Funktionen übernehmen können.

Gedächtnisinhalte werden nicht einfach wie auf einer Festplatte gespeichert, sondern immer wieder neu konstruiert, wenn sie abgerufen werden, so ihre Überzeugung.

Die Darstellung des Gehirns in Kunst und Ausstellung

Die Ausstellung „Das Gehirn in Wissenschaft und Kunst“ lüftet den Vorhang und bietet allen Interessierten einen Gang hinter die Kulissen. Sie fragt nach dem Ich und dem Selbst und wie wir uns in die Welt stellen und uns mit ihr verbinden. Dabei setzt sie bewusst auf das Sensorium der Kunst.

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Die Berliner Künstlerin Birgit Dieker beschäftigt sich mit dem menschlichen Körper und dem Spannungsverhältnis zwischen Innen und Außen. Dafür verwendet sie Materialien, die sie als symbolisch für den Körper empfindet: Leder, Haare und getragene Kleidung. In ihren Hirnschnitten zieht sie oft bewusst mehrere medizinische Schnittbilder unterschiedlicher Hirnregionen in einer Ebene zusammen.

Der spanische Anatom und Histologe Santiago Ramón y Cajal (1852-1934) ist für seine kunstvollen und erstaunlich präzisen anatomischen Zeichnungen von Nervenzellen des Gehirns weltberühmt geworden. Die hier dargestellten großen Nervenzellen mit ihren dreieckig geformten Zellkörpern - daher „Pyramidenzellen“ genannt - sind in der Großhirnrinde deutlich in der Überzahl. Eng an eng durchziehen sie in dichter paralleler Anordnung die graue Substanz. Sie leiten Sinneseindrücke aus der Peripherie „nach oben“ weiter und senden erregende sowie hemmende Impulse zurück in den Körper. Ihre Nervenausläufer sind bis zu 2 Meter lang.

Psychotherapie und das Gehirn

Eine Depression bringt die Botenstoffe im Gehirn durcheinander, wichtige Bereiche wie Hippocampus und Amygdala schrumpfen. Regionen, die für die Verarbeitung von Emotionen zuständig sind. Doch nach der Gesprächstherapie zeigte sich ein spannender Effekt - die graue Hirnmasse wuchs wieder an. Schon die alten Griechen kannten Depressionen. Hippokrates beschrieb sie als ‚Melancholie‘ - was so viel heißt wie ‚schwarze Galle‘. Psychotherapie wirkt - und zwar nicht nur für die Seele.

Das Gehirn in Literatur und Film: "The Secret of Secrets" und "HIP: Ermittlerin mit Mords-IQ"

In Dan Browns Roman "The Secret of Secrets" wird das Thema des Bewusstseins und der menschlichen Existenz aufgegriffen. Brown greift gerne große Themen auf - die Blutlinie Christi, Überbevölkerung, Künstliche Intelligenz. Doch kein Thema ist größer als das Bewusstsein: Es ist die Linse, durch die wir uns selbst und die Realität wahrnehmen.

Brown versucht stets, Schauplätze lebendig werden zu lassen. Prag ist das mystische Zentrum Europas. Kaiser Rudolf II. holte Mystiker, Alchemisten, Kabbalisten und Wahrsager aus allen Teilen Europas dorthin. Er wollte, dass sie ihm helfen, Phänomene zu erforschen, die wir heute als paranormal bezeichnen würden. Dieser Geist prägt die Stadt bis heute.

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Robert Langdon ist klüger, mutiger und interessanter, als Brown es je sein könnte. Über ihn kann Brown seine eigene Skepsis und zugleich Offenheit spiegeln. Langdon ist nicht wesentlich gealtert, doch seine Denkweise ist mystischer und offener geworden. Gleichzeitig bewegt er sich heute in einer völlig anderen Welt: Als „Illuminati“ entstand, spielte das Internet so gut wie gar keine Rolle. Heute prägen Künstliche Intelligenz und digitale Entwicklungen unseren Alltag. Robert Langdon durchschreitet also ein völlig verändertes Umfeld - und wie wir alle versucht er, darin seinen Weg zu finden.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Gehirn bereits weiß, welche Bilder ihm ein Computer zufällig zeigen wird - noch bevor die Maschine ihre Auswahl überhaupt getroffen hat.

Die Fernsehserie "HIP: Ermittlerin mit Mords-IQ" zeigt Morgane Alvaro, eine Frau mit einem IQ von 160. Morgane hat einen IQ von 160! Leider aber nie Gelegenheit, das irgendjemandem zu beweisen. Um ihre drei Kinder von zwei verschiedenen Vätern durchzubringen, geht sie noch vor dem Morgengrauen Putzen. Als sie aus Ungeschicklichkeit Akten durcheinanderbringt, fallen ihr die aktuellen Ermittlungen ins Auge. Ein Antoine Levasseur wurde erschossen, seine Frau, eine Anwältin, ist spurlos verschwunden. Und weil Morgane ist, wie sie ist, hinterlässt sie einen Hinweis mit ihrer deutlichen Meinung zu dem Fall. Und siehe da: Dank ihrer Hilfe und trotz der Probleme, die Morganes unkonventionelle Art verursacht, kann der Fall schnell gelöst werden. Die leitende Kommissarin und ihr bester Ermittler kommen nicht umhin, Morganes Dienste weiterhin in Anspruch zu nehmen. Dafür trifft Morgane eine Abmachung mit ihnen: Sie erklärt sich bereit, für sie zu arbeiten, wenn die Polizei im Gegenzug die Suche nach einem Vermissten wieder aufnimmt.

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