Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch anfallartige, oft pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die meist einseitig auftreten und Stunden bis Tage andauern können. Sie kann das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und die Lebensqualität stark einschränken. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze zur Behandlung von Migräne, darunter auch die Anwendung von Schüßler-Salzen. Eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Schüßler-Salze bei Migräne ist Magnesium phosphoricum, auch bekannt als Schüßler-Salz Nr. 7. In diesem Artikel werden wir uns genauer mit der "Heißen 7" befassen, einer speziellen Anwendungsform von Magnesium phosphoricum, und ihre Bedeutung bei der Linderung von Migräne-Beschwerden untersuchen.
Was ist die "Heiße 7"?
Der Begriff "Heiße 7" bezieht sich auf Schüßler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum und eine besondere Art der Einnahme. Die "Heiße 7" ist eine Lösung von Schüßler-Salz Nr. 7 - Magnesium phosphoricum - in abgekochtem heißem Wasser. Durch die heiße Einnahme wirken die positiven Impulse des Mineralstoffs Magnesium phosphoricum schneller und intensiver.
Die Zubereitung der "Heißen 7"
Um eine "Heiße 7" zuzubereiten, werden zehn Tabletten Schüßler-Salz Nr. 7 in einer Tasse mit abgekochtem, heißem Wasser aufgelöst. Es ist wichtig, die Lösung so heiß wie möglich in kleinen Schlucken zu trinken. Beim Auflösen der Schüßler-Salze-Tabletten können sich Flocken bilden, die jedoch unbedenklich sind.
Warum "Heiße 7"?
Die Bezeichnung "Heiße 7" rührt daher, dass Schüßler-Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum D6) in heißem Wasser aufgelöst und warm getrunken wird. Diese Zubereitung wird so genannt, um sie von der normalen Einnahme (Tabletten im Mund zergehen lassen) zu unterscheiden. Dr. Schüßler selbst empfahl bereits, manche Salze in Wasser aufzulösen, damit sie schneller über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können. Die moderne Naturheilkunde hat das weiterentwickelt: Die Wärme soll die Aufnahme und Verteilung des Magnesium phosphoricum im Körper fördern und hat zusätzlich eine entspannende Wirkung auf Muskeln und Nerven. Deshalb gilt die "Heiße 7" als schnelle Hilfe bei akuten, krampfartigen Schmerzen oder nervöser Anspannung.
Die Rolle von Magnesium phosphoricum im Körper
Magnesium phosphoricum ist ein wichtiger Mineralstoff, der an zahlreichen Organfunktionen im Körper beteiligt ist. Es hat eine ausgleichende Wirkung auf das Erregungspotenzial an den Zellmembranen und somit auch auf die Erregbarkeit der Muskelzellen. Dadurch hat der Mineralstoff eine große Bedeutung bei der Regeneration vor allem der inneren Organe. Fehlt der Mineralstoff, kann sich ein Muskel nicht richtig entspannen und es kommt zu Krämpfen.
Lesen Sie auch: Wadenkrämpfe behandeln
Anwendungsgebiete von Magnesium phosphoricum
Magnesium phosphoricum hat vier Wirkungskreise im Körper:
- Es wirkt auf die Übertragung der einzelnen Nervenimpulse vom Gehirn in die einzelnen Zellen.
- Es ist außerdem für die Entspannung der Muskeln zuständig.
- Magnesiumphosphat hat eine regulierende Wirkung auf das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper.
- Es fördert die Aufnahme von Kalzium in den Knochen.
Ein Mangel an Magnesium phosphoricum kann sich in einer Vielzahl von Symptomen und Beschwerden äußern, darunter:
- Ängstlichkeit
- Anspannung
- Muskelkrämpfe
- Kopfschmerzen
- Migräne
- Nervosität
- Schlafstörungen
- Verdauungsbeschwerden
- Menstruationsbeschwerden
Magnesium phosphoricum und das Nervensystem
Stress jeglicher Art, egal ob psychisch oder physisch, führt zu einer vermehrten Ausscheidung von Magnesium phosphoricum über den Urin sowie eine verstärkte Ausschüttung von Adrenalin. Ist das Stresshormon dauerhaft in zu hoher Konzentration im Körper vorhanden, führt das zu Schlafstörungen, Depressionen, allgemeinen Ermüdungserscheinungen und permanenter Muskelanspannung, wodurch wiederum Magnesium phosphoricum verbraucht wird. Ist der Mangel so groß, dass auch den Membranen der Nervenzellen nicht mehr ausreichend Magnesium zur Verfügung steht, kommt es zu Muskelkrämpfen. Auch Neuralgien, plötzlich auftretende durchdringende und stechende Schmerzen, sind Folge eines Mangels an diesem Mineralstoff. Sie können in allen Körperregionen entlang der Nervenbahnen auftreten, vor allem im Gesicht, aber auch in der gesamten Kopfregion, im Brustkorb und der Herzgegend sowie in den Gliedmaßen.
Magnesium phosphoricum und Migräne
Migräne ist ein Zeichen dafür, dass sich Blutgefäße im Kopf entkrampfen, etwa nach großer Anspannung. Das Schüßler-Salz Nr. 7 kann dann schnell Abhilfe schaffen, wenn es als "Heiße 7" gleich zu Beginn eines Migräneanfalls eingenommen wird. Der Kopfschmerz entsteht bei einem Mangel an Magnesium phosphoricum meist aufgrund erhöhter Anspannung und dadurch verkrampfter Nacken- und Schultermuskulatur. Er erstreckt sich dann vom Nacken über den Hinterkopf bis zum Augenhintergrund.
Die "Heiße 7" bei Migräne: Anwendung und Empfehlungen
Die "Heiße 7" ist bei allen plötzlich auftretenden, ziehenden, krampfhaften Schmerzen angezeigt, bei denen ein Zusammenkrümmen hilft, so beispielsweise bei:
Lesen Sie auch: Heibe Sieben bei Migräne
- Kopfschmerzen
- Migräne
Behandlungsempfehlung
Bei Schmerzen kann abends eine "Heiße 7" angewendet werden. Wenn die Schmerzen sehr stark sind, kann zusätzlich morgens die "Heiße 7" angewendet werden. Eine Behandlung erstreckt sich in der Regel über 6 -12 Wochen.
Bei akuten Schmerzen kann die "Heiße 7" im Abstand von einigen Stunden bis zu 3-mal täglich angewendet werden. Tritt keine Besserung ein, ist das ein Hinweis auf einen großen Mangel an Magnesium phosphoricum. Die kontinuierliche Gabe von 1-mal täglich einer "Heißen 7" über Monate hinweg ist dann angezeigt. Verschlimmern sich die Symptome währenddessen, kann für wenige Tage wieder 3-mal täglich das "Heiße Getränk" angewendet werden.
Ergänzende Salze
Schlanke oder normalgewichtige Patienten können zusätzlich 3-mal täglich 2 Tabletten vom Schüßler-Salz Nr. 2 einnehmen. Übergewichtige Patienten setzen ergänzend die "Heiße 9" am Abend und die "Heiße 10" am Morgen ein, ebenfalls etwa für 6-12 Wochen.
Fallbeispiel
Eine 39 Jahre alte Frau kommt wegen ihrer Migräne in die Praxis. Sie leidet seit der Pubertät darunter. Einmal pro Woche hat sie eine Migräneattacke, die sie aber mit einem Medikament eindämmen kann. Als viel belastender empfindet sie die einmal monatlich auftretenden prämenstruellen Migräneattacken, die so stark sind, dass sie nicht arbeiten kann. Die Attacke ist zwar am Tag darauf vorüber, aber sie fühlt sich danach noch für 2-3 Tage weniger leistungsfähig.
Die kinderlose Patientin wiegt bei einer Größe von 168 cm 78 kg. Sie möchte aber aufgrund ihrer angespannten Lebenslage im Moment nur die Migräne behandeln lassen, das Übergewicht belastet sie nicht.
Lesen Sie auch: Ratgeber: Migräne und Schüßler-Salze
Verordnung: 1-mal täglich eine "Heiße 7" am Abend für 6 Wochen. Drei Tage vor der Menstruation soll sie die Dosis auf 3-mal täglich erhöhen.
4 Woche später: Die Patientin berichtet, dass sie in den letzten vier Wochen keine Medikamente benötigt hat. Die prämenstruelle Migräne war jedoch so stark ausgeprägt wie bisher auch, sie fühlte sich aber am nächsten Tag schon wieder leistungsfähig. Auf Nachfrage ist die Patientin bereit, ergänzende Schüßler-Salze einzunehmen, die Einfluss auf das Gewicht haben. Sie ist von der Wirkung der Schüßler-Therapie beeindruckt.
Weitere Verordnung: Morgens eine "Heiße 10" und nach dem Abendessen eine "Heiße 9" anwenden. Die "Heiße 7" soll sie am Mittag oder später am Abend trinken, etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen. Die "Heiße 9" und "Heiße" 10 soll sie 6 Wochen, die "Heiße 7" 6 Monate lang anwenden.
Weitere 4 Wochen später: Die Patientin ist glücklich, weil sie keine Heißhungerattacken mehr hat. Sie fühlt sich leichter, auch die prämenstruelle Migräneattacke ist weniger stark ausgeprägt, wenn auch noch vorhanden.
Weitere Anwendungen von Magnesium phosphoricum
Neben der Anwendung bei Migräne kann Magnesium phosphoricum auch bei anderen Beschwerden eingesetzt werden, die mit Muskelverspannungen, Krämpfen oder Nervosität einhergehen. Dazu gehören beispielsweise:
- Muskelkrämpfe (z. B. Wadenkrämpfe, Menstruationskrämpfe)
- Verspannungen und Muskelschmerzen
- Nervosität, innere Unruhe, Reizbarkeit
- Einschlafprobleme durch nervöse Anspannung
- Magen-Darm-Beschwerden mit kolikartigen Schmerzen
Wichtige Hinweise zur Anwendung von Schüßler-Salzen
- Die empfohlene Potenz für Magnesium phosphoricum ist D6. Gemäß Dr. Schüßler sollte es immer als "Heiße 7" angewendet werden.
- Wenn das Schüßler-Salz Nr. 7 nicht ausreichend wirkt, kann das Schüßler-Salz Nr. 2 zum Einsatz kommen, da Magnesium im Körper meistens dort zu finden ist, wo auch Calcium vorhanden ist.
- Schüßler-Salze sollten eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen eingenommen und vorzugsweise langsam im Mund zergehen gelassen werden. So können die Arzneistoffe ohne Umwege direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.
- Bei kleinen Kindern empfiehlt es sich, die Tablette vor der Einnahme in etwas Wasser aufzulösen.
- Auch homöopathische Arzneimittel sollten ohne ärztlichen Rat nicht über längere Zeit angewendet werden.
- Eine Überdosierung von Schüssler-Salzen ist nicht möglich. Da Milchzucker als Trägersubstanz bei den Tabletten verwendet wird, kann es zu allergischen Reaktionen bei Menschen mit Laktoseintoleranz kommen. Diese sollten dann auf Schüßler Globuli oder Schüßler Tropfen zurückgreifen.
- Schüßler-Salze haben keine Nebenwirkungen. Es spielt keine Rolle, wie alt Sie sind. Auch für Schwangere gibt es keine Kontraindikationen. Magnesium phosphoricum kann bei der Geburt sogar helfen, die Wehentätigkeit zu fördern und anzuregen.
- Die Schüßler-Salze in Form von Tabletten oder Salben können bis zur vollständigen Heilung der Beschwerden eingenommen werden. Bei akuten Beschwerden kann die Besserung schon nach kurzer Zeit eintreten. Bei chronischen Krankheiten und Beschwerden kann die Behandlung mit Schüßler-Salzen auch längere Zeit andauern.