Migränebehandlung mit Schüßler-Salzen: Ein umfassender Ratgeber

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, und neben konventionellen Medikamenten erfreuen sich auch naturheilkundliche Ansätze wie die Therapie mit Schüßler-Salzen großer Beliebtheit. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anwendung von Schüßler-Salzen bei Migräne und anderen Kopfschmerzarten.

Die Grundlagen der Schüßler-Salze

Die Biochemie nach Dr. Schüßler basiert auf der Annahme, dass viele Krankheiten auf einem Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt der Körperzellen beruhen. Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelte im 19. Jahrhundert eine Therapie mit zwölf verschiedenen Mineralsalzen, die in potenzierter Form verabreicht werden, um die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen.

Wirkungsweise und Anwendung

Schüßler-Salze wirken über die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum und gelangen schnell in den Blutkreislauf. Sie werden in der Regel in den Potenzen D6 und D12 eingesetzt. Bei akuten Beschwerden können die Tabletten alle 5 bis 10 Minuten eingenommen werden, bis eine Besserung eintritt. Ergänzend zu den Tabletten können auch Salben verwendet werden, die dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

Die "Heiße 7"

Eine besondere Form der Anwendung ist die "Heiße 7", bei der Schüßler-Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) in heißem Wasser aufgelöst und warm getrunken wird. Diese Zubereitung soll die Aufnahme des Magnesiums verbessern und eine entspannende Wirkung auf Muskeln und Nerven haben.

Schüßler-Salze bei Kopfschmerzen und Migräne

Schüßler-Salze können bei verschiedenen Arten von Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt werden. Die Auswahl des geeigneten Salzes richtet sich nach der Art der Beschwerden und den individuellen Symptomen.

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Allgemeine Kopfschmerzen

  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum: Bei Kopfschmerzen mit Klopfen, Kopfröte und Druckgefühl.
  • Nr. 5 Kalium phosphoricum: Bei Kopfschmerzen infolge von Stress, Erschöpfung und Schwäche.
  • Nr. 6 Kalium sulfuricum: Bei Kopfschmerzen, die sich in warmen Räumen verschlimmern.
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Bei Kopfschmerzen, die blitzartig einschießen oder vom Nacken aufsteigen.
  • Nr. 8 Natrium chloratum: Bei dumpfen Kopfschmerzen, die durch Flüssigkeitsmangel verursacht werden.
  • Nr. 10 Natrium sulfuricum: Bei Kopfschmerzen nach einer Gehirnerschütterung oder bei Katerkopfschmerzen.
  • Nr. 11 Silicea: Bei Kopfschmerzen durch Wetterwechsel, Zugluft oder Vollmond.
  • Nr. 14 Kalium bromatum: Bei Kopfschmerzen, die vorwiegend Stirn und Schläfen betreffen.
  • Nr. 17 Manganum sulfuricum: Bei drückenden Kopfschmerzen mit dem Gefühl eines angeschwollenen Kopfes.
  • Nr. 21 Zincum chloratum: Bei nervös bedingten Kopfschmerzen mit Aufregung und Anspannung.
  • Nr. 22 Calcium carbonicum: Bei hartnäckigen Kopfschmerzen, vorwiegend bei übergewichtigen Personen und Allergikern.
  • Nr. 2 Calcium phosphoricum: Bei Kopfschmerzen, die mit Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen einhergehen oder bei Kindern auftreten.

Migräne

  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum: Bei Migräne mit Druckgefühl im Kopf.
  • Nr. 4 Kalium chloratum: Bei Migräne mit Übelkeit, Schwindel und Erbrechen von weißem Schleim.
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden.
  • Nr. 8 Natrium chloratum: Bei Migräne mit Erbrechen von durchsichtigem Schleim oder bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden.
  • Nr. 11 Silicea: Bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden.
  • Nr. 19 Cuprum arsenicosum: Bei pulsierenden, zuckenden Krämpfen im Kopf.
  • Nr. 22 Calcium carbonicum: Bei Migräne bei aufgedunsenen, dicklichen Personen.

Kombinationen von Schüßler-Salzen

Bei Migräne können auch Kombinationen von Schüßler-Salzen sinnvoll sein:

  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum + Nr. 8 Natrium chloratum + Nr. 11 Silicea: Bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden.
  • Nr. 5 Kalium phosphoricum + Nr. 7 Magnesium phosphoricum + Nr. 8 Natrium chloratum + Nr. 22 Calcium carbonicum + Nr. 11 Silicea: Bei hartnäckigen und schwer zu beeinflussenden Migräne-Beschwerden.

Weitere Anwendungsgebiete von Schüßler-Salzen

Neben Kopfschmerzen und Migräne können Schüßler-Salze auch bei einer Vielzahl anderer Beschwerden eingesetzt werden. Einige Beispiele sind:

  • Nr. 1 Calcium fluoratum: Schlaffes Bindegewebe, Krampfadern, Hämorrhoiden, Schwangerschaftsstreifen, Gelenkbeschwerden, Osteoporose, Kariesprophylaxe.
  • Nr. 2 Calcium phosphoricum: Aufbaumittel bei Regeneration, fördert die Blutbildung, das Entstehen neuer Zellen und das Zusammenwachsen nach Knochenbrüchen.
  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum: Hilft bei akuten Beschwerden, Magenschleimhaut-, Blasen- und Rachenentzündungen, Darminfektionen.
  • Nr. 4 Kalium chloratum: Reinigt das Blut, leitet Giftstoffe aus und entlastet die Schleimhäute.
  • Nr. 5 Kalium phosphoricum: Wichtig für Nerven und Gehirn, Burn-out-Syndrom, hilft neue Kraft zu schöpfen bei Dauerstress und vor Prüfungen.
  • Nr. 6 Kalium sulfuricum: Fördert die Ausscheidungsprozesse der Zellen, vor allem der Leber, heilt Haut und Schleimhäute.
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Das "Schmerz-Salz", wirkt schmerzstillend und krampflösend.
  • Nr. 8 Natrium chloratum: Reguliert den Flüssigkeitshaushalt des Körpers.
  • Nr. 9 Natrium phosphoricum: Reguliert den Säure-Basen-Haushalt und die Ausscheidung der Harnsäure.
  • Nr. 10 Natrium sulfuricum: Reguliert die Ausscheidungsfunktionen, reinigt den Magen, zügelt den Appetit und spült überflüssiges Wasser aus dem Körper.
  • Nr. 11 Silicea: Kieselerde, ein "Schönheitssalz", hilft im Kampf gegen vorzeitiges Altern, Knitterfältchen und Krähenfüße.
  • Nr. 12 Calcium sulfuricum: Hartnäckige Hautausschläge, verursacht durch Schwermetallbelastungen.
  • Nr. 13 Kalium arsenicosum: Haut- und Schleimhautentzündungen, Magen-Darm-Koliken.
  • Nr. 14 Kalium bromatum: Depressive Verstimmung, Verbesserung des Eiweißstoffwechsels.
  • Nr. 15 Kalium jodatum: Unterstützt die Schilddrüse (mit Therapeuten abklären).
  • Nr. 17 Manganum sulfuricum: Bei Durchblutungsstörungen in den Beinen und Blutarmut.
  • Nr. 19 Cuprum arsenicosum: Knochen- und Zahnerkrankungen.
  • Nr. 21 Zincum chloratum: Nervös bedingte Beschwerden.
  • Nr. 22 Calcium carbonicum: Chronische Kopfschmerzen bei Allergikern und Übergewichtigen.
  • Nr. 23 Natrium bicarbonicum: Sodbrennen, Verdauungsstörungen.
  • Nr. 24 Arsenum jodatum: Hautunreinheiten, Akne.
  • Nr. 25 Aurum chloratum natronatum: Wechseljahresbeschwerden.
  • Nr. 26 Selenium: Haarausfall, brüchige Nägel.
  • Nr. 27 Kalium bichromicum: Chronische Entzündungen der Atemwege.

Spezifische Beschwerden und Schüßler-Salze

  • Wetterfühligkeit: Nr. 7
  • Erschöpfung: Nr. 5
  • Gerstenkorn: Nr. 3
  • Husten: Nr. 3
  • Niedriger Blutdruck: Nr. 3
  • Herzklopfen: Nr. 5
  • Sodbrennen: Nr. 3 und Nr. 9
  • Durchfall: Nr. 3
  • Hämorrhoiden: Nr. 1
  • Muskelschmerzen: Nr. 7
  • Nervenschmerzen: Nr. 7, Nr. 14 und Nr. 2
  • Rückenschmerzen: Nr. 7
  • Schnitt- und Schürfwunden: Nr. 3
  • Nasenbluten: Nr. 2 und Nr. 3
  • Verbrennung: Nr. 3
  • Spröde Hände: Nr. 1 und Nr. 8
  • Haarspliss: Nr. 11
  • Fettiges Haar: Nr. 4 und Nr. 11
  • Trockene Haut: Nr. 8

Ergänzende Maßnahmen

Neben der Einnahme von Schüßler-Salzen können auch andere Maßnahmen zur Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne beitragen:

  • Gesunder Lebensstil: Ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannung.
  • Kopfschmerztagebuch: Dokumentation von Art, Stärke, Auslösern und Begleitsymptomen der Kopfschmerzen.
  • Entspannungstechniken: Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga, Tai Chi.
  • Pfefferminzöl: Kann auf Stirn und Schläfen aufgetragen werden, um Verspannungen zu lösen und Schmerzen zu lindern.
  • Akupressur: Stimulation bestimmter Punkte, z.B. auf dem Handrücken zwischen Daumen und Zeigefinger.
  • Homöopathie: Individuell abgestimmte homöopathische Mittel können bei Migräne und Kopfschmerzen helfen.
  • Bachblüten: Bachblüte Nr. 8 "Chicory" kann bei Erschöpfung helfen.
  • Weißdorntee: Bei Herzklopfen durch Nervosität.
  • Stärkung der Darmflora: Bei Durchfall durch Nahrungsmittelunverträglichkeit.
  • Schüßler-Salben: Ergänzend zu den Tabletten können Schüßler-Salben äußerlich angewendet werden.

Wichtige Hinweise

  • Bei häufigen oder starken Kopfschmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären.
  • Die Anwendung von Schüßler-Salzen ersetzt nicht die ärztliche Behandlung, sondern kann diese ergänzen.
  • Bei der Einnahme von Schüßler-Salzen sollten die Dosierungsempfehlungen beachtet werden.
  • Bei Laktoseintoleranz sollten Schüßler-Globuli oder -Tropfen anstelle von Tabletten verwendet werden.
  • Die Wirksamkeit von Schüßler-Salzen ist wissenschaftlich umstritten. Viele Anwender berichten jedoch von positiven Erfahrungen.

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