Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das fast jeder Mensch kennt. Die Intensität und Art der Schmerzen können stark variieren. Sie werden oft als pulsierend, stechend oder drückend beschrieben. Wenn Kopfschmerzen das einzige Symptom sind, spricht man von primären Kopfschmerzen, zu denen Spannungskopfschmerzen, Migräne und Clusterkopfschmerzen gehören. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, und stellt naturheilkundliche Behandlungsansätze vor, um die Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzen zu reduzieren.
Arten von Kopfschmerzen
Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die sich in ihren Symptomen und Ursachen unterscheiden:
- Spannungskopfschmerzen: Diese Kopfschmerzen werden oft als drückend oder ziehend im gesamten Kopfbereich beschrieben.
- Migräne: Migräne verursacht mittelstarke bis starke Schmerzen, die oft als pulsierend, pochend oder hämmernd wahrgenommen werden. Meistens treten sie nur auf einer Seite des Kopfes auf und können von Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein. Etwa 12 % der Erwachsenen leiden darunter. Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen.
- Clusterkopfschmerzen: Diese Kopfschmerzen sind sehr stark und treten einseitig rund um die Schläfe und im Augenbereich auf. Sie werden als brennend, bohrend und stechend beschrieben und gehen mit Begleitsymptomen wie einer laufenden Nase und tränenden Augen einher.
Naturheilkundliche Behandlungsansätze
Wenn Sie häufiger unter Kopfschmerzen leiden, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Ergänzend dazu gibt es verschiedene naturheilkundliche Ansätze, die zur Behandlung von Kopfschmerzen eingesetzt werden können.
Schüßler-Salze
Die Mineralsalze nach Dr. Schüßler bieten eine sanfte Möglichkeit, Kopfschmerzen zu behandeln. Hierbei spielt vor allem das Schüßler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6, eine wichtige Rolle. Magnesium phosphoricum ist das Krampf- und Schmerzmittel in der Biochemie. Es kann umfassend eingesetzt werden, da der Mineralstoff an allen Organfunktionen beteiligt ist.
Wirkung von Magnesium phosphoricum:
- Wirkt ausgleichend auf das Erregungspotenzial an den Zellmembranen und somit auch auf die Erregbarkeit der Muskelzellen.
- Hat eine große Bedeutung bei der Regeneration, vor allem der inneren Organe.
- Fördert die Regeneration des Herzmuskels und kann bei Herzrhythmusstörungen helfen.
- Kann bei stressbedingtem Juckreiz der Haut helfen.
- Kann durch erhöhte Schilddrüsenaktivität verursachte Unruhe vermindern.
- Wirkt entspannend bei Kopfschmerzen, die durch Anspannung und verkrampfte Nacken- und Schultermuskulatur entstehen.
- Kann bei Migräne schnell Abhilfe schaffen, wenn es als "Heiße 7" gleich zu Beginn eines Migräneanfalls eingenommen wird.
Anwendung von Magnesium phosphoricum:
- "Heiße 7": 10 Tabletten der Nr. 7 in 250 ml heißem Wasser auflösen und schluckweise trinken. Das heiße Wasser verbessert die Aufnahme über die Mundschleimhaut. Wird der Mineralstoff in heißem Wasser aufgelöst, kann er besonders schnell wirken. Das heiße Wasser verbessert die Aufnahme über die Mundschleimhaut, da sich die Blutgefäße durch die Wärme erweitern und der Wirkstoff effektiver aufgenommen wird. Der Mineralstoff gelangt schneller ins Blut und somit zu den Zellen, in denen er gebraucht wird.
- Ergänzende Salze: Je nach Bedarf können weitere Schüßler-Salze wie Nr. 2 (Calcium phosphoricum), Nr. 8 (Natrium chloratum), Nr. 9 (Natrium phosphoricum) und Nr. 10 (Natrium sulfuricum) einzeln oder kombiniert eingenommen werden. Schlanke oder normalgewichtige Patienten nehmen zusätzlich 3-mal täglich 2 Tabletten vom Schüßler-Salz Nr. 2 ein, übergewichtige Patienten setzen ergänzend die „Heiße 9“ am Abend und die „Heiße 10“ am Morgen ein, ebenfalls etwa für 6-12 Wochen.
Weitere Schüßler-Salze bei Kopfschmerzen:
- Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6: Bei klopfenden Kopfschmerzen mit rotem Kopf und Druckgefühl.
- Nr. 5 Kalium phosphoricum D6: Bei Kopfschmerzen infolge seelischer, geistiger oder körperlicher Belastung und verbunden mit großer Schwäche.
- Nr. 6 Kalium sulfuricum D6: Bei Kopfschmerzen, die sich in warmen Räumen verschlimmern.
- Nr. 8 Natrium chloratum D6: Bei dumpfen Kopfschmerzen, die die Folge von Flüssigkeitsmangel sind.
- Nr. 11 Silicea D6: Bei Kopfschmerzen durch Zugluft, Witterungswechsel oder Voll- oder Neumond.
- Nr. 14 Kalium bromatum D6: Wenn die Kopfschmerzen vorwiegend Stirn und Schläfen betreffen.
- Nr. 21 Zincum chloratum D6: Bei nervös bedingten Kopfschmerzen, verbunden mit Aufregung oder Anspannung.
- Nr. 22 Calcium carbonicum D6: Kopfschmerzen, die chronisch werden, bei Allergikern und übergewichtigen Menschen
Fallbeispiel:
Eine 39-jährige Frau leidet seit der Pubertät unter Migräne. Einmal pro Woche hat sie eine Migräneattacke, die sie aber mit einem Medikament eindämmen kann. Viel belastender sind jedoch die einmal monatlich auftretenden prämenstruellen Migräneattacken, die so stark sind, dass sie nicht arbeiten kann.
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Verordnung:
- 1-mal täglich eine "Heiße 7" am Abend für 6 Wochen.
- Drei Tage vor der Menstruation soll sie die Dosis auf 3-mal täglich erhöhen.
- Ergänzend morgens eine "Heiße 10" und nach dem Abendessen eine "Heiße 9" anwenden.
Nach vier Wochen berichtet die Patientin, dass sie in den letzten vier Wochen keine Medikamente benötigt hat. Die prämenstruelle Migräne war jedoch so stark ausgeprägt wie bisher auch, sie fühlte sich aber am nächsten Tag schon wieder leistungsfähig. Nach weiteren vier Wochen ist die Patientin glücklich, weil sie keine Heißhungerattacken mehr hat. Sie fühlt sich leichter, auch die prämenstruelle Migräneattacke ist weniger stark ausgeprägt, wenn auch noch vorhanden.
Homöopathie
Die Homöopathie ist ein weiteres alternatives Heilverfahren, das bei Migräne eingesetzt werden kann. Die Behandlung richtet sich nach dem Leitsatz "Ähnliches soll mit ähnlichem behandelt werden". Das bedeutet, dass der Patient ein homöopathisches Mittel bekommt, welches in seiner Reinform bei gesunden Menschen genau diese Beschwerden auslösen würde.
Wichtige homöopathische Mittel bei Kopfschmerzen:
- Aconitum (Eisenhut): Wirkt bei nervlich bedingten Schmerzen.
- Atropinum sulfuricum (Stoff aus der Tollkirsche): Wirkt bevorzugt bei nervlich bedingten Schmerzen.
- Belladonna: Bei pochenden und bohrenden Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten und über den Augen lokalisiert sind.
- Cimicifuga racemosa: Bei Migräne in den Wechseljahren, die von Schwindel und stechenden Augenschmerzen begleitet wird.
- Cyclamen europaeum: Bei Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen.
- Glonoinum (Nitroglycerin): Entspannt krampfartig verengte Blutgefäße.
- Iris versicolor: Bei der sogenannten "Wochenendmigräne", wenn die Migräne während Entspannungsphasen und durch Ruhe schlimmer wird.
- Sanguinaria canadensis: Zur Linderung von Migräne-Schmerzen, die vor allem rechtsseitig auftreten.
- Secale cornutum (Mutterkorn): Entspannt krampfartig verengte Blutgefäße.
Homöopathische Komplexmittel:
Ein homöopathisches Komplexmittel, welches frühzeitig eingenommen die Schwere, Dauer und Häufigkeit von Kopfschmerzen reduzieren kann, ist das CONTRAMIGREN HEVERT.
Aromatherapie
Das wohlriechende Öl der echten Pfefferminze (Mentha piperita) wirkt direkt über die Haut, blockiert den Schmerz, entspannt die Muskulatur und steigert den Blutfluss in der Kopfhaut. Das Öl in einer alkoholischen Lösung wird mit einem Applikator auf Stirn und Schläfen einmassiert.
Spigelon
Das homöopathische Arzneimittel SPIGELON® der Firma Heel wird bei Kopfschmerzen eingesetzt, die in erster Linie durch nervöse Störungen entstehen und Überlastungs- und Erschöpfungszustände begleiten. Mit diesem Ansatz kombiniert Spigelon® unter anderem die Wirkstoffe Gelsemium sempervirens, Thuja occidentalis, Bryonia, Melilotus officinalis und das namensgebende Spigelia anthelmia.
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Antimigren®SL
Die Firma Pascoe hat mit Antimigren®SL so ein Produkt auf dem Markt. Die Tabletten werden 2-3 Monate als sogenannte Umstimmungstherapie eingesetzt.
Weitere natürliche Maßnahmen
Neben den genannten naturheilkundlichen Behandlungen gibt es weitere Maßnahmen, die helfen können, Kopfschmerzen zu lindern und vorzubeugen:
- Wärme im Nacken: Bei Spannungskopfschmerz hat sich Wärme im Nacken bewährt.
- Massage: Eine sanfte Massage von Schläfen, Kopfhaut, Kiefer und Nacken wirkt spannungslösend.
- Akupressur: Gezielte Stimulation bestimmter Akupunktur- bzw. Akupressur Punkte mit Fingerdruck (gehört zur TCM). Ein wichtiger Anti-Schmerz-Punkt befindet sich auf dem Handrücken in der Vertiefung, wo Zeigefinger und Daumen sich treffen.
- Fußbad in Senfmehl: Ein durchblutungsförderndes Fußbad in Senfmehl kann ebenfalls Linderung verschaffen.
- Hydrotherapie: Hydrotherapie kann bei Spannungskopfschmerzen und Migräne durch die Anwendung von Wasser in verschiedenen Formen, wie warmen oder kalten Güssen, Wickeln, Bädern oder Duschen, Linderung verschaffen. Die Wärme fördert die Durchblutung und entspannt verspannte Muskulatur, während Kälte Entzündungen reduzieren und Schmerzen betäuben kann. Zudem kann die Hydrotherapie Stress abbauen und das allgemeine Wohlbefinden steigern, was ebenfalls zur Verringerung der Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzattacken beitragen kann.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung, Stressabbau, genügend Schlaf, besseres Ernährungsverhalten und bekömmliche Nahrungsmittel.
Hydrotherapie nach Kneipp
Die Hydrotherapie nach Kneipp bietet verschiedene Anwendungen, die bei Kopfschmerzen und Migräne helfen können:
- Kalter Gesichtsguss: Wirkt reflektorisch auf die gesamte Kopfregion und ist sowohl bei Kopfschmerzen als auch bei Erschöpfungszuständen indiziert.
- Ansteigender Nackenguss: Wirkt entspannend, entkrampfend und durchblutungssteigernd auf das behandelte Muskelareal und reflektorisch auf die segmental zugeordneten Brust-, Bauch- und Beckenorgane.
- Warmes Fußbad: Hat eine vagotonisierende Wirkung und kann bei kalten Füßen, die oft bei Migränepatienten auftreten, wahre Wunder wirken.
- Wechselfußbad: Fördert die Durchblutung und kann bei vegetativen Fehlregulationen helfen.
Lebensstilfaktoren
Neben den genannten Behandlungen spielen auch Lebensstilfaktoren eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen:
- Regelmäßige Bewegung: Bewegung hilft, Stress abzubauen und Kopfschmerzen vorzubeugen.
- Stressabbau: Entspannungsmethoden wie autogenes Training, Muskelentspannungsprogramme, Yoga oder Tai Chi können helfen, Stress abzubauen.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann dazu beitragen, Kopfschmerzen vorzubeugen.
- Genügend Schlaf: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Regeneration des Körpers und kann Kopfschmerzen reduzieren.
- Vermeidung von Auslösern: Identifizieren Sie mögliche Auslöser für Ihre Kopfschmerzen (z.B. Stress, bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol) und vermeiden Sie diese.
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