Die Versklavung der Gehirne: Definition, Ursachen und Folgen

Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) wirft tiefgreifende Fragen nach ihrer potenziellen Auswirkung auf die menschliche Gesellschaft auf. Während einige die Möglichkeit einer vollständigen Auslöschung oder Versklavung der Menschheit durch KI in den Vordergrund stellen, konzentrieren sich andere auf die subtileren, alltäglichen Interaktionen zwischen Menschen und KI und deren mögliche Konsequenzen.

KI als Teil der menschlichen Umwelt

Der Evolutionsbiologe Robert Brooks argumentiert, dass KI zunehmend als ein integraler Bestandteil der menschlichen Umwelt betrachtet werden muss. Sie beeinflusst bereits jetzt, wie Menschen leben, sterben, Partner suchen, sich fortpflanzen und Kinder aufziehen. KI-Anwendungen agieren als Freunde oder Partner und beeinflussen das Paarungsverhalten und die Evolution des sozialen Verhaltens. Darüber hinaus wird KI bereits zur gesundheitlichen oder reproduktiven Optimierung menschlichen Lebens eingesetzt, beispielsweise bei der Genanalyse, der Gentherapie oder Fruchtbarkeitsbehandlung.

KI als Parasit

Brooks sieht in KI-gestützten Sozialen Medien ein Beispiel für KI als Parasiten. Sie saugen zwar kein Blut oder klauen Nährstoffe, aber sie rauben den Benutzern Zeit und Aufmerksamkeit. Diese digitalen Parasiten könnten einen Selektionsdruck auf die Aufmerksamkeitsspanne, die Anfälligkeit für Ängste und das soziale Verhalten ausüben.

Schrumpfen der menschlichen Gehirne?

Ein besonders interessanter Aspekt, den Brooks in seinem Beitrag für The Quarterly Review of Biology behandelt, ist die Möglichkeit, dass der Umgang mit KI den Trend zu kleineren menschlichen Gehirnen beschleunigen könnte. Nachdem das Gehirn der Hominiden vor drei Millionen Jahren zu wachsen begann und sich bis zum Auftritt des modernen Menschen von 350 auf 1460 Kubikzentimeter vervierfacht hat, beginnt es seit 10.000 Jahren - vielleicht auch schon davor - wieder zu schrumpfen.

Verlagerung kognitiver Leistungen

Vor allem mit der generativen KI werden wie schon mit dem Computer und dem Smartphone kognitive Leistungen aus dem Gehirn verlagert und enorm beschleunigt. Das könnte ermöglichen, dass Gehirnareale für andere und neue Leistungen frei werden oder dass sie weniger gebraucht werden und schrumpfen. Um etwa 10 Prozent ist seitdem das Gehirn kleiner geworden, mit einer Beschleunigung vor 5000-3000 Jahren. Das Volumen beträgt jetzt durchschnittlich bei 1230 Kubikzentimeter, immer noch dreimal so groß wie bei den Menschenaffen, aber nur ein Viertel vom Elefanten, was der Körpergröße geschuldet ist.

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Energieeffizienz des Gehirns

Gehirne sind gewaltige Energiefresser für die Körper. Ein Gehirn macht nur 2 Prozent der Körpermasse aus, verbraucht aber 20 Prozent der Energie. Wenn die Verbesserung der menschlichen Intelligenz durch KI die Selektion für größere Gehirne oder sogar bestimmte größere Teile von Gehirnen lockert, könnte die gegenläufige Selektion für kleinere, langsamer wachsende oder weniger energieaufwendige Gehirne zu einer Abnahme der menschlichen Gehirngröße führen.

Parallelen zur Domestizierung

Auch bei Haustieren verkleinert sich durch Domestizierung das Gehirn. Evolutionstheoretiker sehen das Schrumpfen als Ergebnis verstärkter Kooperation und ziehen Parallelen zu tierischen Kollektiven mit einer kollektiven Intelligenz wie im Fall von Ameisen. Brooks spricht von „Gruppenkognition“, die die Anforderungen an die Individuen senkt, ohne die Intelligenz zu mindern. Interessant ist, dass das Schrumpfen der Gehirne bei Menschen anscheinend parallel zu dem bei den domestizierten Säugetieren verlaufen ist.

Mögliche Vorteile kleinerer Gehirne

Eine Verkleinerung des Gehirns oder bestimmter Gehirnbereiche könnte energetische Vorteile mit sich bringen oder zu einer geringeren Anfälligkeit für Hirntumore, Schlaganfälle, Geburts- und Schwangerschaftskomplikationen oder nachteilige psychische Erkrankungen führen.

Abhängigkeit von KI

Die Leistungssteigerungen durch KI würden vermutlich auch die geringere Kapazität der einzelnen Gehirne kompensieren. Die Folge könnte sein, dass Intelligenz abhängig von KI wird. Wer keinen Zugang hat, wäre abgehängt. Die Verschmelzung Gehirn-KI würde zwingend werden und zu einer Symbiose führen.

KI als Parasit der Menschheit

KI könne aber auch zu einem Parasiten der Menschheit werden. Bei Katastrophen, Pannen oder Angriffen, die die KI-Systeme lahmlegen etwa durch einen Zusammenbruch der Stromversorgung, wären die Folgen drastisch, weil die betroffenen Menschen dann ohne das angesammelte Wissen und die kognitiven Leistungen dastünden.

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Geringe evolutionäre Veränderungen?

Bei allen Überlegungen über mögliche Beeinflussungen des individuellen Lebens und der Kultur sieht Brooks keine größeren evolutionären Veränderungen der menschlichen Gattung: „Ich würde vorhersagen, dass die evolutionären Veränderungen als Reaktion auf die Verbreitung und den Einfluss der KI gering sein werden. Die wahrscheinlichen Zusammenhänge mit der Fitness werden - so vermute ich - sogar schwächer sein als bei Merkmalen wie dem Cholesterinspiegel und dem Alter bei der Menopause. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die KI den Menschen auf lange Sicht begleiten wird, und ich würde erwarten, dass sich über mehrere Generationen oder sogar Jahrhunderte hinweg evolutionäre Veränderungen ergeben werden.“

Die Matrix: Ein Schreckbild der Versklavung

Die Heilsgeschichte, die die Wachowski Brüder im Film "Matrix" an der Erlöserfigur Neo festmachen, trägt im Herzen ein Schreckbild. Morpheus, der lange auf diese Retterfigur gewartet hat, zeigt ihm, wie die Welt in Wirklichkeit aussieht. Nach dem Sieg der Maschinen über die Erde werden Menschen als Batterien eingesetzt - ihre Körperwärme wird als Energiequelle benötigt. Zu tausenden liegen sie in gigantischen Kraftwerken, eingesperrt in eiförmigen Bottichen. Das radikal Neue dieses Horror-Szenarios besteht weniger in der totalen Versklavung des Menschen als darin, dass es keine natürliche Geburt mehr gibt. Auf riesigen Brutbetten werden Babys von Maschinen gezüchtet, mit der Körperflüssigkeit verstorbener Menschen gefüttert, und schließlich geerntet. Gegen dieses monströse Ausschalten der Mutterfunktion richtet sich der Kampf von Morpheus und seiner Mannschaft. Zwar hat der Film mit der Figur der Trinity, die mit ihrem Glauben, er sei der Auserwählte, Neo zu neuem Leben erweckt, durchaus eine Heilige-Mutter-Figur. Doch ihr Lederkostüm sowie ihre übermenschliche Kampfkraft machen sie zur androgynen Erscheinung, wie auch die Familie, die sie beschützt, eine künstlich zusammengesetzte ist. Eine sehr utopistische Fantasie ist es also, die der Film entwickelt, und eine ur-amerikanische. In Deutschland bleibt die Familie der Ort, der allein die Menschenproduktion zu regulieren hat. Mit einer erstaunlichen Hartnäckigkeit hält sich - so Barbara Vinkens polemische These - in unserem kollektiven Bildrepertoire ein längst veraltetes Mutterbild am Leben. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern ist hier weiterhin die Vorstellung lieb: Mutterschaft ist eine Berufung; die mit der Ausübung eines Berufes nicht vereinbar ist. Für die glückliche Entwicklung des Kindes ist nämlich eine symbiotische Beziehung zur Mutter unabdingbar, die dem Kind einen permanenten Anspruch auf seine natürliche Gebärerin zuspricht. Dazu gehören jene kulturellen Konventionen, die als Inbegriff einer natürlichen Mütterlichkeit zum Alltagsmythos geworden sind: Das unmittelbare Anlegen an die Brust ist für das Neugeborene prägend, wie auch der erste Blickkontakt zwischen Mutter und Kind. Da der Blick der Mutter zudem ständig auf das Kind gerichtet sein soll, ist sowohl eine längere Trennung wie auch das Auswechseln der Bezugsperson dringlichst zu vermeiden. Hinzu kommt, dass natürliche Mutterschaft, die eine Idylle jenseits der von hartem Wettbewerb gezeichneten Arbeitswelt gewährleistet, als letztes Reservat an Menschlichkeit dient: Am Körper der deutschen Mutter, die sich mit ihren Kindern verschmolzen hat, fallen Religion und Natur zusammen. Barbara Vinken hat mit ihrer Demontage dieses zweifelhaften Mythos eine konkrete Familienpolitik im Sinn. Scharfsinnig weist sie darauf hin, dass die Kinder unserer französischen und dänischen Nachbarn nicht neurotischer oder emotional gestörter sind als unsere, und auch keine Verwahrlosungserscheinungen und Leistungsblockaden aufweisen, obgleich sie von klein auf ganztägig in Kindergärten und Schulen betreut werden. Sie sind womöglich sogar selbstständiger. Deshalb fordert Vinken eine Revision des Mutterbildes, das die Mutter als normale Erwachsene in einer Welt normaler gesellschaftlicher Verpflichtungen versteht, anstatt ihren Wert mit einer bedingungslosen Bereitschaft zur Selbstaufgabe und einem Rückzug aus der Öffentlichkeit gleichzusetzen. Vinkens psychologisierende Erklärung für dieses Rätsel lautet: Die deutsche Mutter erhält in ihrer symbiotischen Beziehung zu ihrem Kind eine narzisstische Befriedigung. Hier bekommt sie die Fantasie widergespiegelt, sie sei einzig und unersetzlich. Das bedeutet aber auch: Mutterschaft erlaubt deutschen Frauen, sich aus dem Arbeitswettbewerb freistellen zu lassen. Die sanktionierte Regression in die Welt des Kindes kann demnach durchaus auch als willentlicher Verzicht auf Verantwortung gesehen werden. Ein Leben, das gänzlich um das des Kindes organisiert ist, hat tatsächlich an Komplexität verloren. Diesen Zustand einer selbst gewählten Ohnmacht als das Schicksal eines wahren Frauseins zu deklarieren, nützt einer doppelten Kompensation. Die deutsche Mutter muss sich - im Gegensatz zu Frauen aus weniger privilegierten Ländern - den Widersprüchen, die ein Erwerbsleben mit sich bringt, nicht aussetzen, und kann sich aus Verantwortungen zurückziehen. Sie kann sich dabei aber auf eine Gesetzmäßigkeit berufen - nicht sie hat sich für diesen Rücktritt entschieden. Um aufzuzeigen, aus welchen kulturhistorischen Bezügen sich dieser Mythos speist, kehrt Barbara Vinken zu deren theoretischen Begründern zurück. Den Anfang bildet Martin Luther, der die patriarchalische Familie zur einzig möglichen Lebensform deklarierte. Im Zuge der Reformation sollte die weltliche Mutter die Nonnen ablösen - nicht eine verzückte Liebe zu Christus sollten Frauen genießen dürfen, sondern sich ihren Ehepflichten widmen. Ende des 17. Jahrhunderts kam dann unter Federführung Rousseaus die Entdeckung des Kindes, dessen Unschuld gegenüber einer weltlichen Verdorbenheit - mit Muttermilch und Fürsorge - geschützt werden musste. Mit den erzieherischen Schriften Pestalozzis findet dann der Streit zwischen städtischem Adel und ländlichem Bürgertum seine nachhaltigste Verschriftung - er machte sich stark dafür, Mütterlichkeit als Heilmittel gegen Weltverfallenheit zu begreifen. Wie Barbara Vinken je doch ironisch bemerkt: Man wird nicht als Mutter geboren, sondern dazu gemacht, und zwar von männlichen Pädagogen. Mit einer Demythifizierung der Königin Luise von Preußen endet dieser Streifzug. An der Art, wie diese Herrscherin vornehmlich ihre intime Privatheit und die innige Traulichkeit ihrer Familie zur Schau stellte, macht Vinken überzeugend fest, dass es dieser Königin gelungen war, den öffentlichen Raum nach dem Modell der Wohnstube umzuwandeln. Im Volksmund stirbt sie dann, nach der Niederlage Preußens, an gebrochenem Herzen. Man ist geneigt in der ebenfalls jung verstorbenen Princess Diana ein zeitgenössisches Beispiel für diese Königin mit Herz zu sehen, doch fällt einem dabei sofort der Unterschied auf, der Barbara Vinkens These stützt. In Ina Seidels Roman "Wunschkind" (1930) lässt sich für Barbara Vinken dann jene unglückliche Komplizität zwischen konservativer Frauenbewegung und NS-Ideologie auffinden, die auch heute noch nachwirkt. Im Wettstreit zwi schen zwei Frauen - einer halbfranzösischen Städterin, die für die Verderbtheit der Welt steht, und einer rein deutschen bürgerlichen Landgutbesitzerin, die eine Erlösung der Welt vertritt - findet sich einmal mehr der Mythos bestätigt: Die Mutter gibt sich in Liebe hin und ist bereit, den Sohn im Krieg zu verlieren, weil der Tod fürs deutsche Volk gleichbedeutend ist mit einer Rückkehr in den mütterlichen Schoß. Gerade an dem Umstand, dass somit die deutsche Mutter den Dreh- und Angelpunkt jener kulturpolitischen Programms bildete, der Nationalgeschichte zur Heilsgeschichte werden ließ, macht Barbara Vinken auch ihre kühnere Erklärung für das hartnäckige Nachleben des Mythos fest. Der Rückzug in die Idylle des trauten Familienglücks könnte auch als Abwehr des NS-Erbes verstanden werden. Gegenüber einer absoluten Professionalisierung von Mutterschaft, die quer zur patriarchalen Familie lag, weil Kinder nicht für ihre Eltern sondern für den Führer geboren werden sollten, ist es sicherlich moralisch leichter vertretbar, auf die bürgerliche Familienutopie des 18. Zurecht führt Barbara Vinken für ihre Entlarvung des deutschen Mutter-Mythos als eine der politisch brisantesten Formen der Reglementierung weiblicher Selbstbestimmung immer wieder die französische Kultur als Gegenbild auf. In der dort verankerten Aufwertung der Nonne, der Aristokratin und der Arbeiterin könnte man tatsächlich die Inspiration für eine Neukonzeption der Mutter nehmen. Doch die Feststellung eines deutschen Sonderwegs trifft das Problem nicht ganz. Betrachtet man das neueste ideologische Machwerk aus Hollywood - Michael Bays "Pearl Harbor" -, entdeckt man, wie ubiquitär wirkungsvoll der Mythos der sich in Mutterliebe aufopfernden Frau sein kann. Die Schwangerschaft der Heldin ist nicht nur der Grund, warum nicht der Vater, dafür dessen bester Freund unversehrt aus dem Krieg heimkehren muss. Die Mutterschaft verleiht ihr zudem die Autorität, am Ende des Films den bevorstehenden Sieg der Amerikaner über die Japaner stolz zu verkünden. Tatsächlich sehen wir am Ende nicht etwa die Explosion der Atombombe über Hiroschima, mit der die amerikanische Regierung das Trauma von Pearl Harbor zu vergelten suchte, sondern das vertraute bürgerliche Familienidyll. Der Sohn des Verstorbenen wird bereits als Knabe von dessen besten Freund zum Piloten ausgebildet, während die Mutter abseits stehend sie liebevoll beobachtet. Darin bestätigt "Pearl Harbor" das zentrale Diktum Barbara Vinkens: Mütter machen nicht Geschichte, sondern erlösen von ihr. Und das Rätsel um das Nachleben des Mutter-Mythos wirft die Frage auf, warum es in unserem Bildrepertoire so wenig nachhaltige Darstellungen für eine Weiblichkeit gibt, die unabhängig von Mütterlichkeit gedacht wird.

Interkulturelle Kompetenz und die Vermeidung von Versklavung

Um der potenziellen "Versklavung der Gehirne" durch KI entgegenzuwirken, ist es entscheidend, interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und zu fördern. Diese Kompetenzen ermöglichen es uns, die eigenen Denkmuster und Werte zu reflektieren, andere Perspektiven zu verstehen und konstruktiv mit kultureller Vielfalt umzugehen.

Affektkompetenz

Eine der wichtigsten Kompetenzen ist die Affektkompetenz, die die Fähigkeit umfasst, mit den eigenen Gefühlen in kritischen Situationen umzugehen und sich nicht von ihnen überwältigen zu lassen. Dies beinhaltet das Vermeiden vorschneller Urteile und unüberlegter Zuschreibungen (Attributionssuspension) und das Bemühen um Toleranz, Offenheit und Vorurteilsfreiheit.

Akkommodation und Akkulturation

Akkommodation bezeichnet die Phase der Aneignung von Kommunikations- und Interaktionsregeln einer fremden Kultur, während Akkulturation das Erlernen von Teilen eines zweiten oder weiteren Sets von kulturellen Standards ist. Die Bereitschaft zur Akkommodation und Akkulturation ist ein wichtiger Bestandteil der konativen Kompetenzen.

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Akzeptanzgrenzen

In interkulturellen Kontexten geht es letztlich auch darum, einen „gemeinsamen Nenner“ als Handlungsgrundlage auszuhandeln, der von allen Beteiligten akzeptiert werden kann. Wichtig ist es daher, die entsprechenden eigenen Akzeptanzgrenzen erkennen, formulieren und wahren zu können.

Ambiguitätstoleranz

Die Fähigkeit, das Spannungsverhältnis zwischen unvereinbaren Gegensätzen und Mehrdeutigkeiten (=Ambiguitäten) „aushalten“ zu können, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Diese Fähigkeit kann bewusst geübt werden, indem man sich klar macht, dass man etwas zu einem gegebenen Zeitpunkt zwar nicht versteht, aber man versteht, dass man es zu diesem Zeitpunkt nicht verstehen kann.

Synergetik: Eine Theorie der Selbstorganisation

Die Synergetik, die Lehre des Zusammenwirkens, wurde vom Physiker Hermann Haken begründet und ist die derzeit am weit entwickeltste, disziplinübergreifende Theorie der Selbstorganisation. Es handelt sich bei der Synergetik um eine Meta-Theorie von Veränderungs- und Innovationsprozessen, die mit ihren Grundprinzipien genauso auf physikalische Prozesse, wie auf biologische, psychologische oder soziale und organisationale Prozesse angewandt werden kann.

Grundprinzipien der Synergetik

  • Selbstorganisation: Systeme können sich selbstständig ordnen und neue Strukturen bilden, ohne dass eine externe Steuerung erforderlich ist.
  • Kontrollparameter: Äußere Einflüsse, die die Dynamik des Systems beeinflussen.
  • Ordnungsparameter: Dominante Elemente im System, die das Verhalten der anderen Elemente beeinflussen.
  • Versklavungsprinzip: Ordnungsparameter "versklaven" die restlichen Teile des Systems, d.h. sie beeinflussen deren Verhalten.
  • Emergenz: Neue Eigenschaften und Qualitäten entstehen auf der Makroebene des Systems, die sich nicht einfach aus den Einzelteilen erklären lassen.

Resilienz und Achtsamkeit

Resilienz, die psychische Widerstandsfähigkeit, und Achtsamkeit sind weitere wichtige Faktoren, um der potenziellen "Versklavung der Gehirne" entgegenzuwirken. Resilienz fördert ein dickeres Fell im Umgang mit dem Stress des Alltags, während Achtsamkeit uns hilft, unsere Gedanken und Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu regulieren.

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