Dinge, die Jungs an Mädchen nerven: Eine Betrachtung von Klischees und Realitäten

„Ich bin ja selber ein Mädchen, ne? Aber es gibt Dinge, die regen mich an Mädchen so was von auf!“, schimpft Youtuberin Joyce Ilg. Diese Aussage, die von einer Frau über andere Frauen getroffen wird, ist ein Ausgangspunkt für die Untersuchung, was Jungs und auch Mädchen selbst an Mädchen nervt. Der Artikel beleuchtet die Klischees, Vorurteile und Verhaltensweisen, die immer wieder als „typisch Mädchen“ abgestempelt werden und wie diese Wahrnehmungen das Verhältnis zwischen den Geschlechtern beeinflussen.

Einführung: Die ewige Debatte um Geschlechterrollen

Die Frage, was an Mädchen nervt, ist nicht neu. Sie wird in Witzen, in sozialen Medien und in persönlichen Gesprächen immer wieder aufgeworfen. Oftmals basieren die genannten Kritikpunkte auf veralteten Geschlechterrollen und Stereotypen. Es ist wichtig, diese Vorstellungen kritisch zu hinterfragen und zu erkennen, dass Individualität und Vielfalt innerhalb jedes Geschlechts existieren.

Was nervt angeblich an Mädchen? Eine Sammlung von Klischees

Youtuber und andere Social-Media-Persönlichkeiten haben sich dieses Themas angenommen und Videos produziert, die millionenfach geklickt wurden. LionT fragte auf Instagram: „Was nervt am meisten an Mädchen?“ und präsentierte im Video die Antworten: Sie brauchen ewig im Bad, sie sagen nicht gleich, was sie auf dem Herzen haben, sie haben Minderwertigkeitskomplexe, sie gehen immer zu zweit aufs Klo, sie shoppen stundenlang. Joyce Ilg veröffentlichte ein Video mit dem Titel „10 Dinge, die an Mädchen nerven!“.

Diese Aufzählungen, die oft humoristisch gemeint sind, spiegeln dennoch weit verbreitete Vorstellungen wider. Einige der häufigsten genannten Kritikpunkte sind:

  • Zeitaufwand im Bad: Mädchen brauchen angeblich ewig, um sich fertig zu machen.
  • Indirekte Kommunikation: Mädchen sagen nicht direkt, was sie wollen oder denken.
  • Emotionale Komplexität: Mädchen sind zickig, kompliziert und schwer zu verstehen.
  • Gruppenverhalten: Mädchen gehen immer zu zweit oder in Gruppen aufs Klo.
  • Shopping-Besessenheit: Mädchen verbringen Stunden mit Shoppen.
  • Oberflächlichkeit: Mädchen sind zu sehr auf ihr Aussehen fixiert.
  • Zickigkeit: Ein Begriff, der oft verwendet wird, um vermeintlich unberechenbares oder launisches Verhalten zu beschreiben.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Punkte Verallgemeinerungen sind und nicht auf alle Mädchen zutreffen.

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Die Perspektive der Mädchen: Selbstkritik und Distanzierung

Interessanterweise sind es oft Mädchen selbst, die diese Klischees bestätigen oder sogar verstärken. Joyce Ilg sagte zu Anfang ihres Videos: „Ich bin ja selber ein Mädchen, ne? Aber es gibt Dinge, die regen mich an Mädchen so was von auf!“ Mädchen als nervig zu bezeichnen, ist für viele Mädchen völlig okay. Mehr noch, sie erscheinen dabei auch noch lässig, cool und besonders: Sie sind anders als die anderen (nervigen) Mädchen. Aus der Mädchen-Falle entkommt man also ganz wunderbar, wenn man sie selbst aufstellt.

Dieses Phänomen der Selbstkritik und Distanzierung von anderen Mädchen kann verschiedene Gründe haben:

  • Internalisierung von Stereotypen: Mädchen übernehmen die negativen Vorstellungen über ihr eigenes Geschlecht und versuchen, sich davon abzugrenzen.
  • Wunsch nach Anerkennung: Mädchen wollen sich von anderen abheben und als „anders“ und „besonders“ wahrgenommen werden.
  • Konkurrenzdenken: Mädchen sehen andere Mädchen als Konkurrentinnen und versuchen, sich durch Kritik an ihnen selbst aufzuwerten.

Die Auswirkungen von Klischees: Selbstzweifel und Abwertung

Die ständige Wiederholung negativer Klischees über Mädchen kann negative Auswirkungen auf ihr Selbstwertgefühl und ihre Identität haben. Ähnlich gefährlich wie die Behauptung, Frauen seien schwierige Kolleginnen. In beiden Fällen bringt es das weibliche Gegenüber dazu, sich selbst zu hinterfragen und weniger wertzuschätzen. In beiden Fällen erscheint es okay und salonfähig, Menschen pauschal zu verurteilen und in ein eindimensionales Schema einzuordnen. Du bezeichnest dich als Frau? Also kannst du an der Arbeit ziemlich zickig sein, gib's ruhig zu. Du bist ein Mädchen? Sorry, aber dann kannst du ganz schön nerven.

Wenn Mädchen ständig hören, dass sie zickig, oberflächlich oder kompliziert sind, beginnen sie möglicherweise, diese Eigenschaften zu internalisieren und sich entsprechend zu verhalten. Dies kann zu einem Teufelskreis führen, in dem die Klischees sich selbst erfüllen.

Sind Jungs wirklich besser? Ein Vergleich der Geschlechter

Es ist wichtig zu betonen, dass auch Jungs nicht frei von negativen Klischees sind. Youtuber Jonas' „10 Dinge die an Jungs nerven“ hat 550.000, sein Mädchen-Äquivalent fast doppelt so viele Aufrufe. Dabei sind die Vorwürfe an Jungs denen an Mädchen gar nicht so unähnlich: Männer seien so eitel mit ihren Haaren, manche wollten immer unbedingt mit dem Trend gehen, sie können mit Körben nicht umgehen. „Auch voll nervig sind Jungs, die immer im Mittelpunkt stehen wollen. Das ist vor allem bei Jungs so, aber wenn Mädchen das haben, muss ich ehrlich sagen, find ich das noch abfuckender“, erklärt Jonas.

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Einige der häufigsten Kritikpunkte an Jungs sind:

  • Eitelkeit: Jungs sind zu sehr auf ihr Aussehen und ihre Frisur fixiert.
  • Trendhörigkeit: Jungs wollen immer den neuesten Trends folgen.
  • Unfähigkeit, mit Ablehnung umzugehen: Jungs können nicht damit umgehen, wenn sie einen Korb bekommen.
  • Aufmerksamkeitsbedürfnis: Jungs wollen immer im Mittelpunkt stehen.
  • Mangelnde emotionale Intelligenz: Jungs können ihre Gefühle nicht zeigen oder darüber reden.

Auch hier gilt, dass diese Punkte Verallgemeinerungen sind und nicht auf alle Jungs zutreffen.

Die Rolle der Erziehung und Sozialisation

Die Entstehung von Geschlechterklischees ist eng mit Erziehung und Sozialisation verbunden. Schon von klein auf werden Mädchen und Jungen unterschiedlich behandelt und mit unterschiedlichen Erwartungen konfrontiert. Mädchen werden oft zu Sanftmut, Anpassungsfähigkeit und Empathie erzogen, während Jungen zu Stärke, Durchsetzungsvermögen und Wettbewerbsorientierung angehalten werden.

Diese unterschiedliche Erziehung kann dazu führen, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Verhaltensweisen entwickeln und unterschiedliche Interessen verfolgen. Wenn du als kleines Kind nur rosa Zeug vor die Nase gesetzt kriegst, die Barbiefilme siehst usw, kann man sich schon denken, wie sich der-/diejenige später verhält.

Die Bedeutung von Individualität und Vielfalt

Es ist wichtig zu erkennen, dass es nicht „den typischen Jungen“ oder „das typische Mädchen“ gibt. Jeder Mensch ist einzigartig und hat seine eigenen individuellen Eigenschaften, Interessen und Verhaltensweisen. Mädchen sind nur so anstrengend wie Jungs und Männer sind genauso gute Kollegen wie Frauen. „Was im Endeffekt zählt, ist euer Charakter“, sagt LionT - und zumindest mit diesem einen Satz hat er Recht.

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Es ist an der Zeit, sich von veralteten Geschlechterrollen zu verabschieden und die Vielfalt und Individualität jedes Menschen zu akzeptieren.

Was Jungs wirklich an Mädchen mögen: Mehr als nur Klischees

Natürlich gibt es auch Eigenschaften, die Jungs an Mädchen schätzen, die über oberflächliche Klischees hinausgehen. Einige davon sind:

  • Ehrlichkeit und Authentizität: Jungs schätzen es, wenn Mädchen ehrlich und authentisch sind und sich nicht verstellen.
  • Humor: Jungs lieben Mädchen, die Humor haben und mit ihnen lachen können.
  • Intelligenz: Jungs finden intelligente und gebildete Mädchen attraktiv.
  • Empathie: Jungs schätzen es, wenn Mädchen einfühlsam sind und sich für ihre Gefühle interessieren.
  • Selbstbewusstsein: Jungs mögen selbstbewusste Mädchen, die zu sich selbst stehen.
  • Natürlichkeit: Jungs lieben eine natürliche Haarfarbe! Jungs mögen unsere natürliche Haarfarbe nämlich am liebsten. Sommersprossen können Muttermale extrem attraktiv auf Jungs wirken. Du brauchst dich also auf keinen Fall dafür schämen!

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