Doppeltsehen, Migräne und ihre Ursachen bei Kindern: Ein umfassender Überblick

Doppeltsehen (Diplopie) und Migräne, insbesondere Augenmigräne, können sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auftreten. Während die Symptome beängstigend sein können, verschwinden sie oft nach kurzer Zeit wieder. Es ist jedoch wichtig, die Ursachen zu verstehen und bei Bedarf ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über Doppeltsehen und Augenmigräne, ihre Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere im Hinblick auf Kinder.

Was ist Augenmigräne?

Die Augenmigräne ist eine spezielle Form der Migräne, die sich durch Sehstörungen äußert. Diese Störungen können ohne Vorwarnung auftreten und umfassen:

  • Einschränkung des Gesichtsfelds (von außen nach innen)
  • Lichtblitze
  • Augenflimmern
  • Flackern
  • Sehen von gezackten Linien

Diese visuellen Symptome dauern in der Regel nur wenige Minuten an, können aber auch bis zu einer Stunde anhalten. Zusätzlich zu den Sehstörungen können auch migränetypische Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Lichtempfindlichkeit auftreten. In seltenen Fällen können auch Doppelbilder und Halluzinationen vorkommen.

Ursachen der Augenmigräne

Die genauen Ursachen der Augenmigräne sind noch nicht vollständig erforscht. Ähnlich wie bei der klassischen Migräne werden Durchblutungsstörungen im Bereich der Sehrinde vermutet. Die Sehrinde ist das Verarbeitungszentrum für visuelle Reize im Gehirn. Eine unzureichende Blut- und Sauerstoffzufuhr in diesem Bereich kann zu Fehlern bei der Verarbeitung der Reize führen, die sich als Sehstörungen äußern.

Ein anderer Erklärungsansatz konzentriert sich auf die Nerven, die mit dem Sehnerv verbunden sind. Ein Ungleichgewicht von Hemmung und Erregung in diesen Nerven kann dazu führen, dass optische Reize nicht korrekt weitergeleitet werden, was die typischen Symptome der Augenmigräne verursacht.

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Bestimmte Triggerfaktoren können die Wahrscheinlichkeit einer Augenmigräne erhöhen. Zu den häufigsten Triggern gehören:

  • Stress
  • Schlafmangel
  • Bestimmte Nahrungsmittel (z. B. Käse, Schokolade, Rotwein)
  • Flackerndes Licht
  • Hormonelle Veränderungen

Augenmigräne-Anfall: Was tun?

Bei einem akuten Augenmigräne-Anfall sind Ruhe und Dunkelheit die besten Helfer. Kühle Tücher auf Stirn und Augen können Linderung verschaffen. Entspannungstechniken wie Muskelentspannung können ebenfalls hilfreich sein. In weniger schweren Fällen kommen die meisten Patienten ohne Schmerzmittel oder einen Arztbesuch aus. Bei stärkeren Anfällen können schnell wirksame Schmerzmittel Linderung verschaffen.

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten oder wenn sie an Intensität zunehmen. Ein Augenarzt kann ausschließen, dass die Sehstörungen von einer anderen, möglicherweise bedrohlicheren Erkrankung wie einer Netzhautablösung oder einem Schlaganfall herrühren. Ein Neurologe kann mittels bildgebender Verfahren einen Tumor oder Schlaganfall als mögliche Auslöser ausschließen.

Vorbeugung von Augenmigräne-Anfällen

Die wichtigste Frage für den langfristigen Umgang mit der Augenmigräne ist, wie man Anfällen vorbeugen oder sie zumindest abschwächen kann. Dies gelingt am besten, wenn man seine individuellen Triggerfaktoren kennt. Durch Beobachtung und Aufzeichnung, worauf man besonders empfindlich reagiert oder unter welchen Bedingungen ein Anfall auftritt, können Strategien zur Vermeidung der Auslöser entwickelt werden.

Weitere Empfehlungen zur Vorbeugung von Migräne sind:

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  • Einnahme von Magnesium und Vitamin B12
  • Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen
  • Anwendung von Entspannungstechniken
  • Vermeidung von Stress

Doppeltsehen (Diplopie)

Diplopie, auch Doppeltsehen genannt, beschreibt das Sehen von zwei unterschiedlichen Bildern eines Objekts. Die beiden Bilder können horizontal, vertikal oder diagonal verschoben sein und sich überlappen oder nebeneinander liegen. Diplopie tritt auf, wenn die Augenmuskeln nicht richtig ausgerichtet sind und beide Augen nicht auf dasselbe Objekt fokussieren.

Symptome von Diplopie

Die Symptome von Diplopie können unterschiedlich ausgeprägt sein und hängen von der Art und Ursache der Erkrankung ab. Häufige Symptome sind:

  • Doppeltsehen: Der Betroffene nimmt ein Objekt als zwei getrennte Bilder wahr.
  • Augenschmerzen: Die Augen können durch das Anstrengen der Augenmuskeln Schmerzen verursachen.
  • Kopfschmerzen: Die Überanstrengung der Augenmuskulatur kann zu Kopfschmerzen führen.
  • Schwindel: Die visuelle Wahrnehmungsstörung kann zu Schwindelgefühlen führen.
  • Einschränkung der Augenbeweglichkeit: Bei manchen Arten der Diplopie können die Augen nicht mehr vollständig bewegt werden.
  • Augenzittern (Nystagmus): Bei manchen Arten der Diplopie kann es zu unkontrollierbaren Augenbewegungen kommen.

Ursachen von Diplopie

Die Ursachen für eine Diplopie können sehr unterschiedlich sein. Je nach Ursache kann Diplopie plötzlich auftreten oder sich langsam entwickeln. Hier sind einige mögliche Ursachen:

  • Augenmuskelerkrankungen: Eine Störung der Augenmuskulatur kann dazu führen, dass die Augen nicht mehr synchron bewegt werden und somit ein Doppeltsehen verursachen.
  • Augenerkrankungen: Verschiedene Augenerkrankungen wie eine Katarakt oder eine Makuladegeneration können zu einer Diplopie führen.
  • Neurologische Erkrankungen: Eine Vielzahl von neurologischen Erkrankungen wie z.B. ein Schlaganfall, Hirntumor oder Multiple Sklerose können eine Diplopie hervorrufen.
  • Verletzungen: Eine Kopfverletzung oder Verletzung des Auges selbst kann die Augenmuskeln beeinträchtigen und ein Doppeltsehen auslösen.
  • Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung ein Doppeltsehen verursachen.
  • Müdigkeit, Stress, Alkohol

Diplopie bei Kindern

Diplopie bei Kindern kann aufgrund verschiedener Ursachen auftreten. Eine der häufigsten Ursachen ist eine Schielerkrankung, bei der sich die Augen nicht parallel ausrichten und somit unterschiedliche Blickrichtungen haben. Auch eine Fehlsichtigkeit wie beispielsweise eine Weitsichtigkeit kann Diplopie bei Kindern verursachen. Weitere mögliche Ursachen sind neurologische Erkrankungen, Traumata oder Entzündungen im Bereich des Auges.

Wenn Eltern bei ihren Kindern Symptome von Diplopie bemerken, sollten sie einen Augenarzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen. Wenn ein Kind Diplopie hat, kann dies dazu führen, dass es Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Spielen hat. Es kann auch zu Augenmuskelschwäche oder Amblyopie („faules Auge“) führen, wenn das Gehirn beginnt, das Bild aus einem Auge zu ignorieren.

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Diagnose und Behandlung von Diplopie

Die Diagnostik von Diplopie umfasst eine gründliche Anamnese, eine Untersuchung der Augenbewegungen sowie eine Untersuchung der Augen, um die genaue Ursache des Doppeltsehens zu identifizieren.

Die Behandlung von Diplopie hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Wenn die Diplopie durch einen Augenmuskeldefekt verursacht wird, kann eine Schieloperation zur Neuausrichtung der Augenmuskel erforderlich sein. In einigen Fällen kann die Verwendung von Prismen in Brillen oder Kontaktlinsen die Doppelbilder reduzieren oder beseitigen. Bewährt hat sich zudem die sogenannte Okklusionstherapie, bei der das Sehen auf einem Auge durch Abdeckung des anderen Auges gefördert wird. Wenn die Diplopie auf eine zugrunde liegende Erkrankung zurückzuführen ist, sollte die Behandlung darauf abzielen, die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln oder zu verwalten.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn plötzlich Diplopie auftritt, da dies ein Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein kann. Eine gründliche Diagnostik beim Augenarzt ist erforderlich, um die Ursache zu identifizieren und eine angemessene Behandlung zu planen. Auch bei Augenmigräne sollte ein Arzt konsultiert werden, insbesondere wenn die Anfälle häufiger oder stärker werden oder wenn sie zum ersten Mal auftreten.

Bitte suchen Sie bei diesen Beschwerden umgehend einen Arzt auf:

  • Sie haben Augenschmerzen.
  • Ein Auge oder beide Augen stehen hervor.
  • Sie hatten kürzlich eine Kopfverletzung.
  • Die Doppelbilder verschwinden auch nach Abdecken eines Auges nicht (binokulares Doppelsehen).
  • Es treten begleitende Symptome wie Schwäche, Lähmungen im Gesicht, Probleme beim Sprechen, Schlucken, Gehen, Schwindel, Kopfschmerz, Inkontinenz auf.

Augenbewegungsstörungen als Notfall bei Kindern

Bei jedem vierten Kind, das plötzlich schielt oder Doppelbilder sieht, diagnostizieren Ärzte eine lebensbedrohliche Erkrankung. Bei der Einschätzung hilft die Unterscheidung, ob sich die Augen normal bewegen oder nicht. Bewegen sich die Augen nicht symmetrisch-gleichmäßig, handelt es sich oft um einen Notfall. Denn dann sind häufig die Hirnnerven gelähmt, die die Augenmuskeln steuern. Ursache einer solchen Lähmung können Hirnblutungen, Hirntumoren, Hirndruck oder ein Schlaganfall sein. Kinder, die mit akutem Schielen infolge einer Augenbewegungsstörung in die Notaufnahme kommen, leiden am häufigsten an einem Hirntumor.

Akuter Handlungsbedarf besteht ebenfalls, wenn Doppelbilder nach Unfällen auftreten, etwa einem Sturz von einem Trampolin. Zeigt sich dann auch noch ein blaues Auge, liegt wahrscheinlich eine Augenhöhlenfraktur vor, die bei Kindern innerhalb von 24 Stunden operiert werden muss. Auch wenn sich nach einem Schlag aufs Auge Doppelbilder einstellen, muss sofort die augenärztliche Notfallambulanz aufgesucht werden.

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