Die "Duale Reihe Neurologie" von Marianne Neumann ist ein umfassendes Lehrbuch, das sich an Medizinstudierende und Fachleute im Bereich der Neurologie richtet. Es bietet eine detaillierte Einführung in die Grundlagen und klinischen Aspekte der Neurologie. Das Buch ist in zwei Hauptteile gegliedert: Der erste Teil behandelt die theoretischen Grundlagen der Neurowissenschaften, einschließlich Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Nervensystems. Das Werk zeichnet sich durch seine klare Struktur aus, wobei jedes Kapitel praxisnah gestaltet ist und durch Fallbeispiele sowie Abbildungen ergänzt wird. Zudem bietet es Lernziele, Zusammenfassungen und Fragen zur Selbstüberprüfung am Ende jedes Kapitels, um das Verständnis zu vertiefen.
Dieser Artikel beleuchtet die Inhalte der "Dualen Reihe Neurologie", setzt sie in den Kontext der Bibliotheksnutzung und des digitalen Wandels im medizinischen Bereich und analysiert die Entwicklung der ZB Med (Zentrale Fachbibliothek für Medizin) im Hinblick auf ihre Services und Angebote für Studierende, Ärzte und Forscher.
Die "Duale Reihe Neurologie": Ein Überblick
Die "Duale Reihe Neurologie" von Masuhr und Neumann (5. vollständig überarbeitete Auflage, Thieme Verlag, 2005) konzentriert sich auf das Wesentliche des Neuro-Wissens für Studierende. Sie ermöglicht es, ohne Vorkenntnisse zu beginnen und innerhalb kurzer Zeit einen vollständigen Überblick über die Neurologie zu gewinnen. Die klinisch-neurologische Untersuchung bildet aufgrund ihres hohen Stellenwertes in der Neurologie einen besonderen Schwerpunkt des Buches. Hochwertige Grafiken, zahlreiche klinische Abbildungen sowie übersichtliche Tabellen erleichtern das Verständnis und ermöglichen ein möglichst effizientes Lernen.
Die Neuauflage beinhaltete eine vollständige Überarbeitung und zahlreiche neue klinische Abbildungen und Grafiken. Der Inhalt des Buches stand digital in via medici zur Verfügung, und mit der kostenlosen eRef App konnten die Buchinhalte auf Wunsch auch offline immer griffbereit gehalten werden.
Die Rolle der Bibliothek im digitalen Zeitalter
Die Bibliothek hat sich von einem reinen Speicherort für gedruckte Medien zu einemServicezentrum für Information und Wissensvermittlung entwickelt. Die ZB Med hat diesen Wandel aktiv mitgestaltet und sich den Bedürfnissen ihrer Nutzer angepasst.
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Wandel von Print zu Digital: Die Transformation der ZB Med
In den Anfangsjahren diente die Bibliothek als Speicherort für die Zeitschriften der Institute und Kliniken. Viele Einrichtungen waren froh, ihre Bestände nun zentralisiert und professionell verwaltet zu wissen. Mit dem Aufkommen von e-Journals wurden gedruckte Zeitschriften immer seltener benutzt. Die ZB Med förderte diesen Trend durch ein immer umfangreicheres Angebot von e-Journals. Anfang 2007 war es dann soweit: Als eine der ersten Bibliotheken in Deutschland stellte die ZB Med ihren Bestand komplett auf elektronische Journale um.
Die Nutzung elektronischer Zeitschriften beträgt Jahr für Jahr rund 1,2 Millionen Zugriffe - dies entspricht etwa 1.000 Artikel pro Wissenschaftler pro Jahr. Jedes Jahr werden zudem rund 20 Mio. E-Book-Seiten heruntergeladen - das entspricht eine Seite alle 2,5 Sekunden. Bis heute kamen so 225 Mio. Seiten aus Fachartikeln und Büchern zusammen. Dies entspricht einem Stapel von 22km Höhe.
Die Bibliothek als Kompetenzzentrum für Information und Schulung
Die ZB Med bietet ihren Nutzern umfassende Schulungen und Beratungen an, um sie im Umgang mit den vielfältigen Informationsressourcen zu unterstützen. 25 Generationen von Medizinstudierenden (100 Semesterkohorten) sind bisher in den Genuss von Bibliotheksschulungen gekommen - neben zahlreichen Ärzten, Forschern und Pflegekräften. Insgesamt wurden so bisher 28.332 Teilnehmer in 2.736 Kursen geschult wie z.B. „Einführung in die Bibliotheksbenutzung“, „Effektive Literatursuche mit PubMed“, „Evidenz-basierte Medizin für Dummies“ oder „Korrektes Zitieren und Plagiatvermeidung“. Jedes Jahr beantworten die BibliotheksmitarbeiterInnen rund 20.000 Nutzerfragen. Auf diese Art und Weise sind seit 1993 über 477.000 Auskünfte gegeben worden.
"easystudium": Tablets für Medizinstudierende
Die Bibliothek verleiht nicht nur gedruckte Bücher: Der Service „easystudium“ versorgt alle Studierenden der Vorklinik mit Tablet-Computern, die vollgepackt sind mit E-Books und Anatomie-Apps. Die Tablets stehen bis zum Physikum zur Verfügung - das ist europaweit einmalig. Die Studierenden können z.B. seit 2014 durch das Projekt easystudium auf alle wichtigen Lehrbücher sowohl in print, online als auch per App zugreifen, was die Nutzung enorm vereinfacht und stimuliert hat.
In einer Umfrage vom 6. - 10. Oktober 2015 wurden den Projektteilnehmern (ähnlich wie bei der Umfrage vor Projektbeginn) 22 Fragen gestellt, u.a. nach Gerätebesitz, Lernverhalten, Nutzung und Zufriedenheit mit gängigen Lern- und Arbeitsmedien, Erwartungshaltung usw. Die Umfrage wurde 674-mal beantwortet. Nach Abzug von 69 unvollständigen und 10 dubletten Antworten konnten 595 Antworten in die Auswertung einbezogen werden, darunter 121 iPad-Ausleiher und 428 Tablet-Besitzer. Die resultierende Hitliste wird von den beiden Erwartungen angeführt, “Zugang zu wichtigen Apps/Lernmedien” (89% Zustimmung, Umfrage 1: 88%) und „Alle Medien dabei haben“ (81%). “Bessere Prüfungsvorbereitung” (80% / 71%), “Fachkundige Unterstützung durch die Mitarbeiter der ZB Med” (79% / 83%), „Bessere Vorbereitung auf die Klinik“ (64%) folgen auf den Plätzen.
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Rapidoc: Der Expresslieferdienst für Fachartikel
Wie kommt man an Literatur, die nicht in Münster vorhanden ist? Die Fernleihe besorgt Ihnen alle Aufsätze und Bücher, die irgendwo in einer deutschen Bibliothek stehen. Da dies jedoch 1-2 Wochen dauern kann, gründete die ZB Med 1999 einen Expresslieferdienst. Mit Rapidoc geht alles deutlich schneller. 75% der bestellten Artikel werden innerhalb von 7 Stunden ausgeliefert. Zurzeit gibt es an die 900 aktive Rapidoc-Kunden, davon 70 Doktoranden. Die Kosten der Artikel-Bestellungen werden von der Bibliothek übernommen - allerdings nur für Bedienstete und Doktoranden. Rapidoc ist zweifellos eine Erfolgsgeschichte, wie die zahlreichen Zuschriften beweisen: „Vielen Dank für diesen wahnsinnig schnellen Service!“ (Oberarzt, Institut für Klinische Radiologie) „Many thanks. You provide an amazing professional work. Congratulations.“ (Oberarzt, Klinik für Parodontologie) „Sehr gut und extrem schnell!!!!
Herausforderungen und Veränderungen im digitalen Zeitalter
Der digitale Wandel stellt Bibliotheken vor neue Herausforderungen. Es gilt, mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten, die Nutzerbedürfnisse zu erkennen und innovative Services anzubieten.
Probleme mit Lern-Apps und Software
In der Umfrage zu den Lern-Apps schnitt die Thieme eRef-App am Schlechtesten ab. Zahlreiche Probleme von fehlender Schnelligkeit und Stabilität bis hin zu einem umständlichen Registrierungsprozedere zeichneten hierfür verantwortlich. Dieses Feedback zur App hat die Zweigbibliothek an die Produktentwicklung von Thieme weitergeleitet. Es wurden jedoch auch Verbesserungen erzielt: Die Offline-Suche wurde stark verbessert, sodass jetzt viel mehr Informationen in die Offline-Suche eingehen.
Mit Ende des Jahres stellte der Thieme-Verlag Campus Online ein, die Campus App wird nicht mehr weiterentwickelt, die Bücher werden nicht mehr aktualisiert. Das Angebot unter thieme-connect.de wird ebenfalls von der Bibliothek nicht mehr weiter geführt. Der Nachfolger ist die Thieme eRef, die nun alle Bücher und Zeitschriften des Thieme-Verlags bündelt. Das heisst: Ab sofort finden Sie alle Lehrbücher von Thieme (wie z.B. die Duale Reihe) nur noch in der eRef! Sie können Ihren Nutzernamen von z.B. Campus Online (aber nicht den der Campus App) oder examen online auch für die eRef verwenden. Falls Sie Ihren Nutzernamen vergessen haben, wenden Sie sich bitte an das Thieme-Helpdesk. Die eRef App gibt es für iPhones, iPads und Android Smartphones und Android Tablets. Sie können sich einfach mit Ihrem LOGIN anmelden. Wenn Sie noch kein eRef Konto haben, legen Sie sich direkt in der App kostenlos ein eRef Konto an.
Die Bibliothek als "zweites Zuhause"
Die Nutzung der Bibliothek nimmt seit Jahren stetig zu. Während 1994 noch 111.500 Besucher verzeichnet wurden, so kamen 2017 bereits 196.500. Was ist das Geheimnis ständig steigender Nutzerzahlen? Die Benutzer fühlen sich in der Bibliothek offensichtlich sehr wohl. Die Bibliothek ist klein, man kennt sich. Nach sechs Jahren Studium ist einem alles sehr vertraut. Lange Öffnungszeiten, viele Arbeitsplätze und freundliche MitarbeiterInnen kommen dazu. Verbesserungsvorschläge werden mit dem Satz eingeleitet: „Weil ich in der Bibliothek mehr als zu Hause bin, wünsche ich mir, dass es auch mein zweites Zuhause wäre.“ Der hervorragende Nutzerkontakt und ständige Verbesserungen sind Teil der Bibliotheks-DNA. So wurden im Laufe der Zeit mehr Arbeitsplätze eingerichtet (aus ursprünglich 150 wurden 350, eine Erweiterung auf 450 ist in Planung), ein Bistro kam hinzu sowie Gruppen- und Einzelarbeitsplätze. Die Öffnungszeiten wurden erst vor kurzem auf 112 Stunden erweitert (Mo-So 8-24 Uhr) und eine Tischtennisplatte wurde aufgestellt. Ein Beirat, in dem alle Nutzergruppen vertreten sind, berät und unterstützt die ZB Med seit über 10 Jahren bei diesen Veränderungen.
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E-Books und digitale Angebote
Seit 2003 bietet die Bibliothek Onlinebücher (E-Books) an, seit 2005 zählen wir die Nutzung dieses Angebotes. Als E-Book gezählt wurden sowohl die Standard Onlinebücher von deGruyter, Ebrary, Elsevier, McGraw-Hill, Springer oderThieme als auch die Volltexte von klinischen Entscheidungssystemen wie Cochrane Library, MedStandards, UpToDate oder VisualDx sowie Examentools wie Amboss und Thieme examen online, die auch mit Lernkarten oder erweiterten Kommentaren eine Buchfunktion aufweisen. Die Nutzung der obigen Ressourcen (gezählt als Seitenzugriffe) erreichte seit Beginn der statistischen Zählung 2005 durchgängig Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich. Die Nutzungszahlen stiegen alleine von 2014 auf 2015 um 40% auf 13,2 Mio. im Jahr, das entspricht 1/4 Mio. pro Woche oder alle 2,5 Sekunden wird eine Seite aufgerufen.
Non-Journal Content sind 1) E-Books von deGruyter, Ebrary, Elsevier Germany, Elsevier SD, McGraw-Hill, Springer und Thieme Connect, 2) klinische Entscheidungssysteme wie Cochrane Library, MedStandards, UpToDate und VisualDx, 3) Examentools wie Amboss und Thieme examen online und 4) E-Books für das Tablet wie IPC und Thieme Campus App. Die Nutzung der obigen Non-Journal-Ressourcen (gezählt als Seitenzugriffe) erreichte seit Beginn der statistischen Zählung 2005 durchgängig Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich. Die Nutzungszahlen stiegen alleine von 2014 auf 2015 um 40% auf 13,2 Mio. im Jahr, das entspricht 1/4 Mio. pro Woche oder alle 2,5 Sekunden wird eine Seite aufgerufen.
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