Die Trigeminusneuralgie ist ein Zustand, der durch intensive, plötzliche Gesichtsschmerzen gekennzeichnet ist. In einigen Fällen können diese Schmerzen durch Störfelder im Kiefer verursacht werden, insbesondere durch eine Neuralgie-induzierende kavitationelle Osteonekrose (NICO). Dieser Artikel untersucht die Ursachen, Diagnose und Behandlung der Trigeminusneuralgie im Zusammenhang mit Störfeldern im Kiefer.
Einführung
Die Trigeminusneuralgie ist eine Erkrankung, die durch plötzlich auftretende, heftige Gesichtsschmerzen gekennzeichnet ist. Die Schmerzattacken dauern meist nur wenige Sekunden, können aber auch Minuten oder sogar Stunden anhalten. Die Schmerzen werden oft als brennend, stechend oder elektrisierend beschrieben und können durch Berührungen, Kauen, Sprechen oder andere Reize ausgelöst werden.
Ursachen der Trigeminusneuralgie
Die Ursache der Trigeminusneuralgie ist in vielen Fällen eine Reizung oder Schädigung des Trigeminusnervs. Der Trigeminusnerv ist der fünfte Hirnnerv und für die sensible Versorgung des Gesichts verantwortlich. Er verzweigt sich in drei Hauptäste:
- Augenast (Nervus ophthalmicus)
- Oberkieferast (Nervus maxillaris)
- Unterkieferast (Nervus mandibularis)
Eine Schädigung oder Reizung eines dieser Äste kann zu den typischen Schmerzen der Trigeminusneuralgie führen.
Zu den möglichen Ursachen einer Trigeminusneuralgie gehören:
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- Nervenentzündung: Eine Entzündung des Trigeminusnervs kann zu Schmerzen führen.
- Durchblutungsstörungen: Durchblutungsstörungen im Bereich des Trigeminusnervs können zu einer Reizung des Nervs führen.
- Abgelaufene Gürtelrose (Herpes Zoster): Nach einer Gürtelrose kann es zu einer Schädigung des Trigeminusnervs und in der Folge zu einer Trigeminusneuralgie kommen.
- Zahnwurzelentzündung: Eine Entzündung im Bereich der Zahnwurzel kann auf den Trigeminusnerv übergreifen und Schmerzen verursachen.
- Multiple Sklerose: Multiple Sklerose kann zu einer Schädigung des Trigeminusnervs führen.
- Gehirntumor: Ein Tumor im Gehirn kann auf den Trigeminusnerv drücken und Schmerzen verursachen.
- Operationen: Operationen im Gesichtsbereich können zu einer Schädigung des Trigeminusnervs führen.
- Verletzungen / Traumata: Verletzungen oder Traumata im Gesichtsbereich können den Trigeminusnerv schädigen.
- Neuralgie-induzierende kavitationelle Osteonekrose (NICO): Eine NICO ist eine chronische Entzündung des Kieferknochens, die zu einer Reizung des Trigeminusnervs führen kann.
NICO als Ursache der Trigeminusneuralgie
Eine NICO (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis) ist eine Form der Kieferostitis, also eine chronische Entzündung des Kieferknochens. Sie entsteht meist an Stellen, an denen Zähne entfernt wurden, beispielsweise nach der Entfernung von Weisheitszähnen, an Eiterherden oder anderen schlecht verheilten Wunden im Kieferbereich.
Bei einer NICO kommt es zu einer fettig-degenerativen Knochenauflösung (FDOK). Der Kieferknochen bildet Hohlräume und verändert sich zu einer fettig-schwammartigen Konsistenz. Im Untergrund werden durch die schleichende Zersetzung des Kieferknochens Entzündungsbotenstoffe freigesetzt, die sich über die Blutbahn, das Lymphsystem und die Nervenbahnen im Körper verteilen und andere entzündliche Erkrankungen begünstigen.
Einige Patientenstudien zeigen, dass bei der chronischen fettig-degenerativen Osteolyse bzw. in schlimmen Fällen Osteonekrose das pro-entzündliche Chemokin RANTES/CCL5 im Kiefer freigesetzt wird, das auch bei anderen entzündlichen Systemerkrankungen wie Rheuma, Tumoren, Hashimoto, Multipler Sklerose und ALS erhöht vorgefunden wurde. Dies lässt einen Zusammenhang zwischen NICO Kieferostitis bzw.
Darüber hinaus können durch den kontinuierlichen Abbau von Knochenzellen und der zunehmend schwindenden Knochensubstanz wichtige Nervenbahnen im Gesicht auf lange Sicht gereizt werden.
Entstehung einer NICO
Wodurch eine NICO Kieferostitis entsteht, ist nicht gänzlich bekannt. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, darunter:
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- Mangelnde Knochenregeneration nach Zahnextraktion: Wenn eine Wunde nach einer Zahnextraktion nicht richtig verheilt und gesunden Knochen aufbaut, kann es zu einer chronischen Entzündung im Kieferknochen kommen.
- Mangelernährung: Eine falsche Ernährung mit viel Zucker, Weizen und Kuhmilchprodukten sowie ein Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin D3, Magnesium, Zink und Omega-3-Fettsäuren können die Knochenregeneration beeinträchtigen und die Entstehung einer NICO begünstigen.
- Chronischer Stress: Chronischer Stress kann das Immunsystem schwächen und die Entstehung einer NICO fördern.
- Durchblutungsstörungen: Durchblutungsstörungen im Kieferknochen können zu einer Nekrose (Absterben von Gewebe) führen und die Entstehung einer NICO begünstigen.
- Tote oder wurzelbehandelte Zähne: Tote oder wurzelbehandelte Zähne können chronische Entzündungen im Kiefer verursachen und die Entstehung einer NICO begünstigen.
- Fremdkörper: Fremdkörper wie Wurzelreste oder Metalleinschlüsse im Kiefer können ebenfalls Entzündungen verursachen und die Entstehung einer NICO begünstigen.
Diagnose der Trigeminusneuralgie und NICO
Die Diagnose einer Trigeminusneuralgie basiert in erster Linie auf der Anamnese des Patienten und der Beschreibung der Schmerzen. Eine neurologische Untersuchung kann weitere Hinweise liefern.
Um eine NICO als Ursache der Trigeminusneuralgie zu diagnostizieren, sind spezielle bildgebende Verfahren erforderlich. Da eine NICO im normalen, zweidimensionalen Röntgenbild nur schwer oder gar nicht zu erkennen ist, kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
- Trans-alveolärer Ultraschall: Mit der speziell für die Darstellung der Knochendichte entwickelten trans-alveolären Ultraschall-Technik lassen sich genaue Knochendichtemessungen durchführen und degenerative Veränderungen im Kieferknochen erkennen.
- Digitale Volumentomographie (DVT): Die digitale Volumentomographie liefert dreidimensionale Bilder des Kiefers und ermöglicht die Darstellung von Knochenstruktur und Knochendichte. Im Vergleich zu einem herkömmlichen CT ist die Strahlenbelastung bei einer digitalen Volumentomographie recht niedrig.
- OroTox-Test: Der OroTox-Test weist Schwefelverbindungen wie Mercaptane und Thioether in der Zahnfleischtasche nach, die oft rund um tote Zähne - beispielsweise nach einer Wurzelbehandlung - in erhöhter Konzentration auftreten und auf entzündliche Prozesse hindeuten können.
Behandlung der Trigeminusneuralgie und NICO
Die Behandlung der Trigeminusneuralgie zielt in erster Linie auf die Linderung der Schmerzen ab. Bei der Behandlung einer Trigeminusneuralgie, die durch eine NICO verursacht wird, ist es wichtig, sowohl die Schmerzen zu behandeln als auch die NICO zu beseitigen.
Medikamentöse Therapie
Zur medikamentösen Behandlung der Trigeminusneuralgie werden in der Regel Antikonvulsiva eingesetzt, die ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie entwickelt wurden. Diese Medikamente können die Schmerzattacken reduzieren oder verhindern. Allerdings können sie auch erhebliche Nebenwirkungen haben.
Neuraltherapie
Die Neuraltherapie ist ein Verfahren der Komplementärmedizin, bei dem Lokalanästhetika an bestimmten Stellen des Körpers injiziert werden, um das vegetative Nervensystem zu beeinflussen und Schmerzen zu lindern. Bei der Trigeminusneuralgie kann die Neuraltherapie helfen, die Überaktivität der gestörten Nervenfasern zu regulieren und die örtliche Durchblutung zu verbessern.
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Operative Therapie der NICO
Die operative Behandlung der NICO zielt darauf ab, die chronische Entzündung im Kieferknochen zu beseitigen. Dabei wird das chronisch und schwammartig veränderte Gewebe entfernt. Für die chirurgische NICO Behandlung gibt es eine Reihe minimalinvasiver Verfahren, mit deren Hilfe die betroffene Knochensubstanz relativ schmerzfrei beseitigt werden kann. So kann beispielsweise die betroffene Knochensubstanz mit Hilfe der Piezosurgery - einem Ultraschallgerät, das mit Mikrovibrationen Knochen schneidet - relativ schmerzfrei beseitigt werden.
Nach der Entfernung des entzündeten Gewebes wird das Areal mit Ozon desinfiziert. Um die Wundheilung zu unterstützen, wird der Patient mit Mikronährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgt.
Ganzheitliche Behandlung
Eine ganzheitliche Behandlung der Trigeminusneuralgie und NICO umfasst neben der medikamentösen und operativen Therapie auch weitere Maßnahmen, die das Immunsystem stärken und Entzündungen reduzieren. Dazu gehören:
- Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten sowie der Verzicht auf Zucker, Weizen und Kuhmilchprodukte können Entzündungen im Körper reduzieren und die Knochenregeneration fördern.
- Nährstofftherapie: Die gezielte Einnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen wie Vitamin D3, Magnesium, Zink und Omega-3-Fettsäuren kann das Immunsystem stärken und die Knochenregeneration unterstützen.
- Stressmanagement: Stress kann das Immunsystem schwächen und Entzündungen fördern. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen.
- Zahnsanierung: Tote oder wurzelbehandelte Zähne sollten entfernt werden, um chronische Entzündungen im Kiefer zu beseitigen.
- Störfeldsanierung: Auch andere Störfelder im Körper, wie beispielsweise Narben, können Entzündungen verursachen und sollten behandelt werden.
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