Chronische Echovirus-Meningitis: Ursachen, Symptome und Therapie

Enteroviren, eine vielfältige Gruppe von Viren aus der Familie der Picornaviridae, spielen eine bedeutende Rolle bei verschiedenen Infektionen, einschließlich der Meningitis. Dieser Artikel beleuchtet die chronische Echovirus-Meningitis, ihre Ursachen, Symptome, Diagnose und therapeutischen Ansätze.

Einführung

Enteroviren sind weltweit verbreitet, wobei Infektionen in den gemäßigten Klimazonen saisonal gehäuft in den Sommer- und Herbstmonaten auftreten. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich fäkal-oral, von Mensch zu Mensch oder über kontaminierte Gegenstände, Lebensmittel und Trinkwasser. Während viele Infektionen asymptomatisch verlaufen, können Enteroviren eine Reihe von Erkrankungen verursachen, von unspezifischen fieberhaften Zuständen bis hin zu schwerwiegenderen Komplikationen wie Meningitis und Enzephalitis.

Ursachen der Echovirus-Meningitis

Echoviren sind eine Untergruppe der Enteroviren, die häufig mit aseptischer Meningitis in Verbindung gebracht werden. Aseptische Meningitis, auch als seröse Meningitis bekannt, wird durch Viren verursacht, wobei Coxsackie- und Echoviren die häufigsten Erreger sind. Enteroviren verursachen in der Regel eine aseptische, manchmal sogar subklinische Meningitis oder Enzephalitis, beim immundefizienten Patienten auch eine chronische Meningoenzephalitis. Sie treten in den Sommermonaten gehäuft auf.

Die genauen Mechanismen, die zur Entwicklung einer chronischen Echovirus-Meningitis führen, sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus viralen Faktoren, Immunantwort des Wirts und individueller Anfälligkeit eine Rolle spielt. Bei immundefizienten Patienten kann die Fähigkeit des Körpers, das Virus zu eliminieren, beeinträchtigt sein, was zu einer persistierenden Infektion und chronischer Entzündung führt.

Symptome

Die Symptome einer Echovirus-Meningitis ähneln denen anderer Formen der Meningitis, können aber je nach Schweregrad der Infektion und dem Immunstatus des Patienten variieren. Typische Symptome sind:

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  • Kopfschmerzen
  • Lichtscheu
  • Nackensteife
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber

Zusätzlich zu diesen klassischen Symptomen können auch Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Exanthem auftreten. In schweren Fällen kann die Meningitis zu Benommenheit, Koma und neurologischen Defiziten führen.

Diagnose

Die Diagnose einer Echovirus-Meningitis basiert auf einer Kombination aus klinischer Bewertung, Anamnese und Labortests. Eine Lumbalpunktion ist ein wichtiger diagnostischer Schritt, bei dem Liquor entnommen und auf Anzeichen einer Entzündung und das Vorhandensein von Viren untersucht wird. Beweisend für die Ätiologie der Meningitis ist der Nachweis von Enteroviren im Liquor. Da Enteroviren regelmäßig mit dem Stuhl in großen Mengen ausgeschieden werden, sollte in jedem Fall ergänzend Stuhl eingesandt werden.

Die Liquoruntersuchung zeigt typischerweise eine Pleozytose mit Überwiegen der mononukleären Zellen, eine leicht erhöhte Protein- und eine normale Glukosekonzentration. Der Erregernachweis erfolgt vorzugsweise durch Nukleinsäureamplifikationstechniken wie z. B. die PCR. Im LGL wird derzeit eine nestedPCR eingesetzt, d. h. es werden nacheinander zwei PCR-Ansätze durchgeführt. Ergänzend zur PCR wird im LGL die Virusanzucht in verschiedenen Zellkulturen mit anschließender Serotypisierung der für die Erkrankung ursächlichen Enteroviren durchgeführt. Serologische Untersuchungen zum Antikörpernachweis bezüglich Enteroviren sind speziellen Fragestellungen vorbehalten.

Therapie

Die Behandlung der Echovirus-Meningitis konzentriert sich in erster Linie auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung der Körperfunktionen, bis die Infektion ihren Lauf nimmt. In den meisten Fällen heilt die aseptische Meningitis durch Enteroviren ohne bleibende Schäden aus. Bei milden Krankheitsverläufen ist im Einzelfall der gezielte Nachweis von Enteroviren im Allgemeinen nicht erforderlich.

Es gibt keine spezifische antivirale Therapie für Echovirus-Infektionen. Die Behandlung umfasst in der Regel:

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  • Schmerzlinderung: Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen können zur Linderung von Kopfschmerzen und Fieber eingesetzt werden.
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Dehydration vorzubeugen.
  • Ruhe: Ausreichende Ruhe hilft dem Körper, sich zu erholen.
  • Unterstützende Maßnahmen: In schweren Fällen können zusätzliche unterstützende Maßnahmen wie die Behandlung von Komplikationen erforderlich sein.

Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem kann eine intravenöse Immunglobulintherapie (IVIG) in Betracht gezogen werden, um die Immunantwort des Körpers zu stärken.

Prävention

Die Vorbeugung von Echovirus-Infektionen umfasst gute Hygienepraktiken wie häufiges Händewaschen, insbesondere nach dem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen. Vermeiden Sie engen Kontakt mit Personen, die an einer Enterovirus-Infektion erkrankt sind. Es gibt keine Impfung gegen Echoviren.

Chronische lymphozytäre Meningitis

Eine chronische lymphozytäre Meningitis kann durch verschiedene Erreger verursacht werden, darunter auch Enteroviren. Sie ist definiert als eine Entzündung der Hirnhäute, die länger als vier Wochen andauert und durch eine erhöhte Anzahl von Lymphozyten im Liquor gekennzeichnet ist.

Die Ursachen einer chronischen lymphozytären Meningitis sind vielfältig und umfassen Infektionen, Autoimmunerkrankungen und Neoplasien. Neben Enteroviren können auch andere Viren wie Herpesviren, HIV und das West-Nil-Virus eine chronische Meningitis verursachen. Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes (SLE) und Sarkoidose können ebenfalls zu einer chronischen Meningitis führen. In einigen Fällen kann die Ursache der chronischen lymphozytären Meningitis unbekannt bleiben.

Die Symptome einer chronischen lymphozytären Meningitis können denen einer akuten Meningitis ähneln, sind aber oft milder und entwickeln sich langsamer. Häufige Symptome sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nackensteife, Lichtscheu und kognitive Beeinträchtigungen. In einigen Fällen können auch Krampfanfälle, Hirnnervenausfälle und andere neurologische Symptome auftreten.

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Die Diagnose einer chronischen lymphozytären Meningitis erfordert eine gründliche neurologische Untersuchung, eine Anamnese und Labortests. Eine Lumbalpunktion ist unerlässlich, um den Liquor zu untersuchen und andere Ursachen der Meningitis auszuschließen. Bildgebende Verfahren wie MRT können helfen, Entzündungen oder andere Anomalien im Gehirn und den Hirnhäuten zu erkennen.

Die Behandlung der chronischen lymphozytären Meningitis hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei infektiösen Ursachen werden antivirale, antibakterielle oder antimykotische Medikamente eingesetzt. Bei Autoimmunerkrankungen können Immunsuppressiva wie Kortikosteroide oder andere immunmodulierende Medikamente erforderlich sein. In einigen Fällen kann eine symptomatische Behandlung zur Linderung von Kopfschmerzen, Müdigkeit und anderen Symptomen ausreichend sein.

Virale Enzephalitis

Unter Enzephalitis versteht man eine Entzündung des Hirnparenchyms. Sie kann direkt erregerbedingt oder infektionsassoziiert auftreten oder eine nicht erregerbedingte Ätiologie haben. Die virale Enzephalitis ist relativ selten. Ihre Inzidenz hat seit Einführung der Polioimpfung deutlich abgenommen und beträgt in den westlichen Ländern ca. 10,5-13,8:100.000. Betroffen sind alle Altersgruppen. Global betrachtet sind Enteroviren und Arboviren häufige Erreger mit Häufigkeitsspitzen im Sommer und Herbst.

Die akute virale Enzephalitis ist die Folge eines Virusbefalls von Zellen im ZNS. Alle Zellarten des ZNS können befallen werden. Es folgen perivaskuläre Entzündung, Nervenzellzerstörung, Neuronophagie und Gewebsnekrose. Diese Prozesse können diffus, fokal oder multifokal ablaufen. Betroffen ist vor allem die graue Substanz mit Befall des Kortex, der Kerne der Basalganglien, des Thalamus, des Hypothalamus sowie auch des Rückenmarks. Während HSV typischerweise die temporale sowie orbitofrontale Region des Gehirns befällt, führt die Enterovirus-Enzephalitis meist zu einem diffusen Gehirnbefall, die Parechovirusinfektion des Neugeborenen zu Läsionen des Marklagers und die schweren FSME-Verlaufsformen zu einem Befall der Basalganglien und Thalami.

Erstes und wichtigstes Zeichen ist das plötzliche Auftreten einer febrilen Krankheit. Nackensteifigkeit und Lichtscheu manifestieren sich bei Mitbeteiligung der Meningen. Art und Stärke der neurologischen Symptome sind nur zu einem geringen Teil durch die Virusart bedingt. Vielmehr bestimmen die Lokalisation, das Ausmaß der Entzündung und des assoziierten Hirnödems die Symptomatik und insbesondere die Stärke der Vigilanzveränderung.

Die Diagnose einer Virusenzephalitis beruht meist auf klinischen Befunden. Der Erregernachweis gelingt nur in weniger als der Hälfte der Fälle. Wichtige Hinweise auf den möglichen Erreger liefert oft die Anamnese. Fragen nach früheren Impfungen, Herkunft, Reisen, Insektenstichen oder Zeckenstichen, Kontakt mit (tollwütigen) Tieren, viralen Krankheiten sowie Exanthemen beim Patienten oder in seiner Familie sind unabdingbar. Je nach jahreszeitlichem Auftreten kann das Erregerspektrum eingegrenzt werden.

Eine gezielte antivirale Therapie ist nur in bestimmten Fällen möglich. Abgesehen von einer möglichst gezielten Therapie sind supportive Therapien mit Kontrolle der epileptischen Anfälle, der Temperatur und der Elektrolyte, Gewährleistung einer ausreichenden Kalorienzufuhr sowie Korrektur der Dysfunktion anderer Organe weitere Hauptbestandteile der Therapie.

Die Prognose ist je nach Virus verschieden. Die HSV-1-Enzephalitis ist ein schweres Krankheitsbild mit oft fatalem Ausgang und schweren neurologischen Folgezuständen. Unbehandelt beträgt die Letalität >70 %. Seit der Anwendung von i.v.-Aciclovir wurde die Letalität auf 19 % gesenkt. Nur 40 % der Kinder zeigen eine komplette Erholung. Schwere neurologische Residualzustände mit Epilepsie, Spastik und geistiger Retardierung sind häufig.

Differenzialdiagnose

Bei der Diagnose einer Meningitis ist es wichtig, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können. Dazu gehören:

  • Bakterielle Meningitis
  • Pilzmeningitis
  • Tuberkulöse Meningitis
  • Hirnabszess
  • Subarachnoidalblutung
  • Autoimmunenzephalitis
  • Arzneimittelinduzierte Meningitis

Eine sorgfältige klinische Bewertung und Labortests sind unerlässlich, um die richtige Diagnose zu stellen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

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