Alzheimer Wohngemeinschaft Staufen: Informationen und Einblicke

Die Alzheimer Wohngemeinschaft (WG) in Staufen bietet einen besonderen Ansatz in der Altenpflege, der auf viel Freiheit, Eigenverantwortung und Einbeziehung der Angehörigen setzt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts „Generationen Wohnen“ im Rundacker und zielt darauf ab, Menschen mit Demenz ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben in einer familiären Umgebung zu ermöglichen.

Entstehung und Konzept

Die Initiative zur Gründung der Wohngemeinschaft geht auf eine Gruppe von Bürger*innen zurück, darunter Waltraud Kannen und pflegende Angehörige, die bereits 2011 begannen, eine in das Quartier eingebundene Pflege-WG für Menschen mit Demenz zu initiieren. Zur Finanzierung wurde die Mittendrin Investoren GbR gegründet, die eine abgeschlossene Wohneinheit mit Sondernutzungsflächen innerhalb des Wohnprojektes GenerationenWohnen Staufen erwarb und die Nutzung als Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz festlegte.

Die Wohngemeinschaft MITTENDRIN ist ein Lebensort für 10 Menschen mit Demenz, die aufgrund der demenziellen Veränderungen nicht mehr in der Lage sind, in ihrem bisherigen Lebensumfeld zu verbleiben. Das Konzept orientiert sich am Leitbild einer Großfamilie, angefangen von der Architektur der Räumlichkeiten bis hin zur Alltagsgestaltung.

Einbindung in das GenerationenWohnen Staufen

Die Wohngemeinschaft ist in die Wohnanlage GenerationenWohnenStaufen im Rundacker II eingebunden. Diese Wohnanlage mit ihren 47 Wohneinheiten für Singles, Familien, Alleinerziehende und Paare ermöglicht ein offenes und zwangloses Zusammenleben. Die Integration der Wohngemeinschaft MITTENDRIN in das generationenübergreifende Wohnprojekt ermöglicht eine tiefer gehende Kompetenzentwicklung für den Umgang mit Demenz. Gleichzeitig bietet es neue Perspektiven für das Zusammenleben von Menschen jeglichen Alters. Das Wohnprojekt ist gelebte Inklusion im gesamten Quartier.

Leben in der Wohngemeinschaft

Das Leben in dieser familienähnlichen, überschaubaren Umgebung lässt sich am besten mit dem Wohnen zu Hause vergleichen. Bewohnerinnen und Bewohner werden in den Alltagsablauf der WG eingebunden und beteiligen sich am Kochen, an Haushalts- und Gartenarbeiten und am Freizeitangebot, das eine feste, Sicherheit gebende Tagesstruktur herstellt.

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Der Tagesablauf in der Gemeinschaft wird durch die gemeinsamen Mahlzeiten und alltäglichen Haushaltsarbeiten wie Kochen, Spülen, Waschen etc. bestimmt. Die Bewohner können weitere Aktivitäten je nach Wunsch und Bedarf gemeinsam machen. Angehörige und Ehrenamtliche nehmen am Leben in den Wohngemeinschaften teil.

Die Küche und der Essbereich bilden in vielen Wohngemeinschaften das soziale Zentrum. Hier trifft man sich, teilt die Zeit und die gemeinsame Bleibe.

Betreuung und Pflege

Rund um die Uhr sind Betreuungspersonen anwesend, die jederzeit Unterstützung leisten können. Die Betreuung erfolgt durch professionelles, geschultes Pflegepersonal, das in einem ständigen Team arbeitet und den Demenzkranken einen festen Halt bietet. Für die Grund- oder Behandlungspflege beauftragt jeder Bewohner einen ambulanten Pflegedienst seiner Wahl. Gemeinsam genutzten Pflegeleistungen werden auf die Gemeinschaft umgelegt.

Leben trotz Pflegebedürftigkeit ist in dieser Wohnform die Maxime, ohne dabei auf die nötige Unterstützung und Sicherheit verzichten zu müssen.

Räumlichkeiten und Ausstattung

Die WG bietet barrierefreie Zugänge zu allen Räumlichkeiten, inklusive Nasszelle und Balkon, um den Bewohnern grösstmöglichen Bewegungsspielraum zu gewährleisten. Die Bewohner können ihre Zimmer mit eigenen Möbeln gestalten und so ein individuelles und autonomes Wohnen verwirklichen. Die Nähe zu Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sowie die gewachsene Bewohner- und Infrastruktur tragen zusätzlich zur Lebensqualität bei.

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Ziele und Werte

Im Mittelpunkt der Wohngemeinschaft stehen die Enttabuisierung von Demenz, die Förderung der Lebensqualität durch einen gelingenden Alltag, die gesellschaftliche Teilhabe und die Verantwortungsteilung. Wohnen und Wohnumfeld, gelebte Beziehungen mit Angehörigen, Freunden und Nachbarn tragen entscheidend zu Lebensqualität und zur allgemeinen Zufriedenheit bei. Das ist bei Menschen mit Demenz noch wichtiger. Durch diese Kontinuitäten erfahren sie Orientierung und Sicherheit. Beide sind ein wesentlicher Teil des benötigten Umganges.

Das freiwillige Engagement für die Wohngemeinschaft ist ein wesentliches Element des Konzepts. Die Wohngemeinschaft bietet die Möglichkeit, in Gemeinschaft mit anderen Mitbewohnern gut aufgehoben zu fühlen, die Interaktion mit Pflegern, Mitbewohnern und Besuchern zu pflegen und die eigenen Belange einzubringen.

Erfahrungen und Perspektiven

Seit 2006 gibt es eine solche Wohngemeinschaft in Freiburg, aus deren Erfahrungen für die neue Demenz-WG in Staufen gelernt und profitiert wurde. Im letzten Jahrzehnt wurden bundesweit bereits viele Erfahrungen mit neuen Wohn- und Betreuungskonzepten gemacht.

Die Demenz-WG in Staufen bietet somit einen zukunftsweisenden Ansatz, der den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz gerecht wird und ihnen ein würdevolles Leben in einer Gemeinschaft ermöglicht.

Verantwortlichkeit und Kontakt

Generalmieter ist der gemeinnützige Verein „Mittendrin e.V.“. Weitere Informationen erhalten Sie vom Verein MITTENDRIN e.V.

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MITTENDRIN e.V.(07668) 996408-0www.caritas-bh.de

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