Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen - oft stellt sich die Frage, ob es sich um eine Grippe (Influenza) oder eine einfache Erkältung handelt. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen einer echten Grippe (Influenza) und Migräne, die Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen.
Was ist eine Grippe (Influenza)?
Die Influenza, auch "echte Grippe" genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren der Gattung Influenza A und B ausgelöst wird. Der Name Influenza kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Einfluss oder auch Beeinflussung. Es ist wichtig, die Influenza von einer Erkältung oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, da diese harmlosere Virusinfektionen sind und die Grippe sonst leicht unterschätzt wird.
Man unterscheidet in Virustyp A und B. Während Typ B mit einer gewöhnlichen Erkältung vergleichbar ist, ist Typ A hingegen deutlich gefährlicher. Besonders für ältere, chronisch-kranke Menschen, Schwangere und kleine Kinder kann diese Form eine Gefahr darstellen, da ihr Immunsystem oft schwächer ist als bei anderen Menschen. Bei ihnen können als Folge weitere Erkrankungen auftreten - organische oder muskuläre Entzündungen sind dann oft sogar lebensbedrohlich.
Das Besondere an Influenzaviren ist, dass sie sich ständig verändern. Die Influenza darf nicht mit der sogenannten Sommergrippe verwechselt werden, da diese keine „echte“ Grippe ist. Sie verläuft eher wie eine gewöhnliche Erkältung und wird auch nicht durch die Influenzaviren ausgelöst, sondern durch Enteroviren.
Symptome: Grippe vs. Erkältung
Die Symptome ähneln sich in beiden Fällen - Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei einer Grippe treten die Anzeichen aber meist schon nach wenigen Stunden auf und sind oft schwerer und langanhaltender. Bei einer Erkältung hingegen dauert es oft einige Tage, bis aus einem Halskratzen, leichtem Schnupfen oder Husten eine bettlägrige Krankheit wird.
Lesen Sie auch: Die Wahrheit über Nerve
Typisch für die Grippe ist ihr heftiger Beginn. Innerhalb weniger Stunden fühlt man sich krank. Oft treten mehrere Beschwerden gleichzeitig auf. Die Symptome erscheinen stark. Meist setzt schnell Fieber ein. Es steigt auf über 38 Grad und höher. Das Fieber hält mehrere Tage an. Kopfschmerzen können schwer sein. Auch die Atemwege sind betroffen. Mit der Grippe kann eine starke Erschöpfung einhergehen. Man fühlt sich richtig krank und bleibt für 5 bis 7 Tage im Bett. Bei manchen Personen verläuft die Grippe jedoch auch milder und sie haben nur erkältungsartige Beschwerden.
Bei einer Erkältung sind die Symptome wesentlich schwächer ausgeprägt. Sie entwickeln sich langsamer. Oft lösen die Beschwerden einander ab, sodass z. B. anfangs mäßig starke Kopfschmerzen oder leichte Gliederschmerzen auftreten, später eine laufende Nase und am Ende Husten. Der Husten ist dann oft verschleimt. Eine laufende Nase ohne Fieber ist ein typisches Symptom für eine Erkältung. Schon nach wenigen Tagen hat man bei der Erkältung ein deutliches Gefühl der Besserung.
Eine Unterscheidung zwischen Grippe oder Erkältung kann sinnvoll sein, da die beiden Krankheiten unterschiedlich stark verlaufen. So sind bei einer Erkältung die typischen Beschwerden in der Regel eher schwächer ausgeprägt. Eine echte Grippe nimmt dagegen häufig einen schwereren Verlauf - Körper und Kreislauf werden dabei teils stark belastet.
Tabelle: Symptomvergleich Grippe vs. Erkältung
| Merkmal | Erkältung (grippaler Infekt) | Echte Grippe (Influenza) |
|---|---|---|
| Krankheitsbeginn | Eher schleichend, möglicherweise über mehrere Tage hinweg | Beschwerden treten plötzlich auf, innerhalb weniger Stunden entsteht Fieber |
| Fieber | Im Normalfall erhöhte Temperatur bis 38 Grad Celsius | Schnell einsetzendes, hohes Fieber, oft über 39 Grad Celsius |
| Schnupfen und verstopfte Nase | Ein typisches Symptom | Eher selten oder weniger stark ausgeprägt |
| Husten | Tritt als trockener Reizhusten oft zu Beginn und am Ende der Erkältung auf; dazwischen ist verschleimter Husten möglich | Schmerzhafter, trockener Husten ist typisch von Beginn an |
| Halsschmerzen | Häufig zu Beginn einer Erkältung | Manchmal |
| Kopfschmerzen | Mäßig starke Kopfschmerzen können vorkommen | Sind bei Grippe typisch, heftiger als bei der Erkältung |
| Gliederschmerzen | Sind möglich, jedoch meist weniger stark | In der Regel starke Muskel- und Gliederschmerzen |
| Entkräftung | Betroffene fühlen sich meist geschwächt | Typisch ist die rasch auftretende, heftige Entkräftung |
| Krankheitsverlauf | Normalerweise nach circa sieben bis neun Tagen überwunden | Dauer circa sieben bis 14 Tage; bis zur vollständigen Erholung können mehrere Wochen vergehen |
Grippe-Kopfschmerzen vs. Migräne
Nicht bei jedem Menschen lösen die Influenzaviren typische Beschwerden aus. Sie können sich zwar verbreiten und auch vermehren, äußern sich dann aber nur in geringen Anzeichen. So können Grippe-Kopfschmerzen auch schon mal als Migräne gedeutet werden oder die stärkere Müdigkeit als berufsbedingte Erschöpfung.
Ursachen und Übertragung der Grippe
Der wesentliche Unterschied liegt jedoch im Krankheitserreger. Bei einer normalen Erkältung können hunderte unterschiedliche Erreger, die meisten davon Viren, als Krankheitsgrund in Frage kommen. Bei einer echten Grippe ist nur eine bestimmte Art von Viren verantwortlich - die sogenannten Influenzaviren oder auf Deutsch: die Grippeviren.
Lesen Sie auch: Echte Synapse: Eine detaillierte Analyse
Die Influenza ist eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten, von der jährlich weltweit viele Menschen betroffen sind und leider viele auch daran sterben. Jede Altersgruppe kann an der Grippe erkranken. Neben der sogenannten „Sommergrippe“, die eher mit einer Erkältung vergleichbar ist, haben die Influenzaviren besonders in den Wintermonaten Hochkonjunktur. In Deutschland erkranken, je nach Saison, ca.
Besonders in den Wintermonaten sind die Influenzaviren besonders stabil - bei kalten Temperaturen können sie noch leichter in den Körper eindringen. Ihre Lipidschicht, eine Art Schutzschicht, wird in dieser Jahreszeit sehr hart, sodass sie noch einfacher von Mensch zu Mensch übertragen werden. Sie vermehren sich außerdem besser, wenn die Schleimhäute im Körper kühler sind.
Viren lauern überall - auf Türgriffen, in der U-Bahn oder auf der Tastatur. Auch über die Luft und durch den Körperkontakt können sie übertragen werden. Über die Schleimhäute der Nase, Atemwege und Auge gelangen sie dann in die Körperzellen. Dort vermehren sie sich und zerstören die gesunden Zellen.
Die Übertragung kann durch Tröpfcheninfektion erfolgen - beim Niesen, Husten, Atmen oder Sprechen. Die Tröpfchen können in der Luft trocknen und dort mehrere Stunden herumschwirren. Beheizte Räume mit trockener Luft verstärken die Verbreitung der Viren. Das kann ein Grund dafür sein, dass die heftigen Grippewellen eher im Winter als im Sommer stattfinden. Die Influenza kann ebenfalls per Kontakt oder Schmierinfektion mit den Viren übertragen werden - beispielsweise über infiziertes Nasensekret.
Die Influenzaviren haben zwei sehr essentielle Proteine auf der Zelloberfläche - Hämagglutinin, das dafür sorgt, dass das Virus in die Zelle hineingelangt sowie die Neuraminidase, die dafür zuständig ist, dass das Virus sich von den infizierten Zellen abspaltet und sich verbreiten kann. Diese Proteine gibt es in vielen unterschiedlichen Kombinationen, da die H- und N-Segmente auch immer wieder neu kombiniert werden können und mutieren. Jeder Typ hat also gleichzeitig auch immer noch Untertypen, oder auch Subtypen genannt.
Lesen Sie auch: Migräne Behandlung
Grippeviren sind sehr wandlungsfähige Viren. Wenn sich Grippeviren vermehren, kommt es dabei immer wieder zu genetischen Veränderungen. Das führt dazu, dass sich die Oberflächen-Proteine der Viren (Antigene) verändern. Bleibt es bei ganz kleinen Veränderungen, kann das Immunsystem diesen Erreger dennoch erkennen. Sind sie hingegen stärker, weil sie sich mit der Zeit immer mehr anhäufen, fällt es dem Immunsystem deutlich schwerer, diesen noch zu erkennen. Hier kombinieren sich die genetischen Eigenschaften verschiedener Viren. Es kommt also zu einer sehr wesentlichen Veränderung, sodass ein ganz neues Virus entsteht.
Grippeviren sind extrem ansteckend. Sie werden per Tröpfcheninfektion übertragen. Bereits ab der Infektion ist man ansteckend. Im Körper befallen die Influenzavieren die Atemwege. Dort greifen sie die Zellen der Schleimhaut an und zerstören sie.
Diagnose der Grippe
Die Diagnose ist nicht immer ganz einfach, da die Symptome im Anfangsstadium denen einer Erkältung sehr ähneln. Treten aber hohes Fieber und starke, anhaltende Kopf- und Gliederschmerzen ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wenn bekannt ist, dass sich eine Grippewelle in der Region befindet, kann die Influenza oft ohne weitere Tests diagnostiziert werden.
Anders ist es, wenn die Grippe einen schwereren Krankheitsverlauf mit sich bringt oder gar eine Grunderkrankung vorliegt - dann besteht die Gefahr, dass es zu Komplikationen kommt und in diesem Fall werden Laboruntersuchungen durchgeführt. Meist wird dafür eine Blutprobe entnommen, mit der auch ein Test auf Antikörper gegen das Influenza-Virus möglich ist. Allerdings sind diese erst zwei Wochen nach Ansteckung sicher nachweisbar. Besteht die Grippeerkrankung schon eine längere Zeit, bevor man den Arzt aufsucht, und der Verdacht auf eine Lungenentzündung, kann eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs zusätzlich hilfreich sein.
Liegt aufgrund der Symptomatik oder einer aktuellen regionalen Grippeepidemie der Verdacht auf eine Influenza-Erkrankung nahe, wird der behandelnde Arzt üblicherweise einen Abstrich aus der hinteren Nasenhöhle oder aus dem tiefen Rachen vornehmen. Mit einem sogenannten Influenza A/B-Schnelltest kann innerhalb von 15 Minuten eine Influenza nachgewiesen werden. Exakter als der Schnelltest ist allerdings der Nachweis mittels eines PCR-Tests, der das Erbgut des Virus im Blut direkt nachweist und identifiziert. Bis aber ein Ergebnis vorliegt, dauert es unter Umständen einige Stunden.
Behandlung der Grippe
Zur Behandlung von Influenza stehen einige Methoden zur Verfügung. Bei der antiviralen Therapie wird das Vermehren der Viren verhindert. Dies sollte aber spätestens 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome erfolgen, da sonst die Wirksamkeit minimal wird. Bakterielle Sekundärinfektionen werden meist mit Antibiotika behandelt. Sie werden besonders bei Risikopatienten mit chronischen Grunderkrankungen (Diabetes, Nieren-, Herz-, Leber- und Lungenerkrankungen), immungeschwächten und älteren Menschen verabreicht. Die Therapie wird in Erwägung gezogen, wenn die Vorerkrankung sehr schwer ist oder das Risiko für mögliche Komplikationen vom behandelnden Arzt als sehr hoch eingeschätzt wird.
Der Wirkstoff Zanamivir ist für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen und wird in Form eines Pulvers inhaliert. Darüber hinaus gibt es noch den Wirkstoff Oseltamivir, der in Kapselform eingenommen wird. Es können dabei Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen auftreten, die durch eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme jedoch gelindert werden.
Das Wichtigste bei Grippe: Im Bett bleiben und sich körperlich zu schonen. Verläuft die Grippe mild, sind keine Medikamente nötig. Zur Behandlung der Beschwerden kann man schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente (z. B.
Linderung der Begleitsymptome
Um die Begleitsymptome zu lindern, stehen folgende Mittel zur Verfügung:
- Kochsalzhaltige Nasensprays: Wer unter einer verstopften Nase leidet, kann sich Abhilfe mit kochsalzhaltigen Nasensprays verschaffen. Sie sorgen für ein Abschwellen und stellen somit eine Verbesserung der oft als belastend empfundenen verstopften Nase dar. Außerdem ermöglichen sie den Sekretabfluss durch die Nasennebenhöhlen und erleichtern das Einschlafen.
- Schmerzmittel und Fiebersenker: Hierunter werden Medikamente mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac und viele andere zusammengefasst. Sie wirken in unterschiedlichem Maße schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Sie erreichen eine Linderung von Kopf-, Hals-, Muskel- und Gelenkschmerzen, haben aber keinen Effekt auf Husten, Niesen oder Naselaufen.
- Antibiotika: Sollte es im Verlauf der Erkrankung zu einer zusätzlichen bakteriellen Entzündung kommen, werden meist Antibiotika verabreicht. Antibiotika hemmen die Bakterien, aber nicht die Viren - daher ist die Einnahme bei einer rein viralen Infektion nicht wirksam.
Hausmittel und Naturmedizin
Meist können schon die altbewährten Hausmittel und Mittel aus der Naturmedizin helfen, um Grippesymptome zu lindern.
- Warme Suppen: Der Klassiker: Hühnersuppe! Das enthaltene Eiweiß und Zink wirken entzündungshemmend.
- Viel trinken: Am besten ungesüßte Kräutertees, Wasser oder Brühe. So werden die Schleimhäute feucht gehalten und Halsschmerzen gelindert. Je nachdem, welche Teesorte einem besser schmeckt und getrunken wird, können unterschiedliche Effekte entfaltet werden - Kamille wirkt entzündungshemmend, Ingwer lindert Schmerzen, Linden- und Holunderblütentee wirken schweißtreibend. Wer unter starker Übelkeit leidet, kann seinen Magen mit Melisse, Anis, Kümmel oder Pfefferminze beruhigen.
- Eibisch: Lindert Entzündungen im Hals- und Rachenraum sowie unangenehmen Reizhusten, besonders die Blätter und die Wurzel haben schleimlösende Eigenschaften und legen einen schützenden Film um die Schleimhäute.
- Spitzwegerich: Seine Blätter sind reich an Vitamin C und haben eine hustenstillende, schleimlösende und entzündungshemmende Wirkung.
- Zwiebelsud oder Zwiebelsirup als Hustensaft: Lässt sich ganz einfach selbst herstellen - Zwiebel würfeln und 1-2 Teelöffel Honig und Zucker hinzufügen.
- Lavendel: Hat entzündungshemmende Eigenschaften und in Form von Öl eignet es sich sehr gut, um Brust und Rücken einzureiben oder auch damit zu gurgeln.
- Aloe Vera-Saft: Schützt die Schleimhäute, lindert Schmerzen und wirkt anti-entzündlich. Der Saft kann getrunken oder gegurgelt werden.
- Teebaumöl: Eignet sich zum Gurgeln bei gereizten Schleimhäuten und wirkt gegen Halsschmerzen.
- Schlaf: Schlaf ist sehr wichtig bei der Genesung. Wer also ausreichend schläft, unterstützt den Körper dabei, wieder neue Kräfte aufzubauen.
- Wickel: Kartoffel- und Quarkwickel um den Hals gelegt, helfen wunderbar bei Halsschmerzen, während Wadenwickel das Fieber senken. Wer zusätzlich unter Ohrenschmerzen leidet, kann Zwiebelwickel anwenden und diese für je 15 Minuten auf beiden Ohren legen.
- Ingwer: Befreit die Nasennebenhöhlen. Hierfür kann man ein Leinentuch in gekochtes Sud tränken, ausdrücken und auf die Stirn und Nase legen - etwa 3-5 Minuten einwirken lassen.
- Dampfinhalation: Ein weiterer wertvoller Tipp, um die Atemwege gut zu befeuchten, ist die regelmäßige Dampfinhalation. Dadurch wird die Schutzfunktion der Schleimhäute aufrecht erhalten und die natürliche Reinigungsfunktion unterstützt.
- Fußbäder: Regelmäßige warme Fußbäder durchzuführen - eine einfache Methode, um die Füße aufzuwärmen, vor allem auch beim Fieber, wenn man einen heißen Kopf hat, aber kalte Füße.
- Gesunde Ernährung: Es gilt generell, aber besonders bei einer Grippeerkrankung: sich gesund und frisch mit vielen Vitaminen und Spurenelementen zu ernähren. Während des Infekts sollte man möglichst auf Zucker verzichten, da dieser enormen Einfluss auf die Darmflora hat, die sich wiederum auf unser Immunsystem auswirkt.
Komplikationen der Grippe
Auch, wenn die Symptome alles andere als angenehm sind, klingen sie normalerweise nach 1-2 Wochen wieder ab. Wirklich gefährlich wird es erst durch Komplikationen aufgrund von bakteriellen Sekundärinfektionen. Das Immunsystem ist durch die Influenzaviren geschwächt und nun besonders anfällig für weitere Infektionen. Die Bakterien dringen leichter in den Körper ein und können dort schlimme Krankheiten auslösen. Dazu zählen Gehirnentzündungen, Herzmuskelentzündungen sowie Entzündungen der Skelettmuskulatur. Vor allem bereits geschwächte Personen mit chronischen Herz-Lungen-Problemen oder Immundefekten sind besonders gefährdet. Im schlimmsten Fall kommt es innerhalb weniger Stunden zum Tod.
Auch ohne diese Komplikationen ist die Influenza an sich schon nicht ganz ungefährlich. Es kann zu einer viralen Pleumonie, also einer viralen Lungenentzündung kommen, die für Risikogruppen wie ältere und auch vorerkrankte Menschen, Schwangere oder kleine Kinder gefährlich sein kann. Zur viralen Lungenentzündung kann nochmal eine bakterielle Superinfektion hinzukommen und schwerwiegende Folgen auslösen. Die Lunge ist durch die Viren so stark geschwächt, dass sie anfällig für weitere Bakterien und dadurch weiter geschädigt wird. Das sollte man nicht unterschätzen. Sie führt zu sehr hohem Fieber, starkem Husten und Brustschmerzen.
Zu den möglichen Komplikationen bei schwerer Grippe zählt eine durch die Grippeviren verursachte Lungenentzündung (Influenza-Pneumonie). Zudem kann sich eine bestehende Herz-Lungen-Erkrankung infolge einer Grippe verschlechtern. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass der Körper anfälliger für weitere Krankheitserreger ist, wenn das Immunsystem durch die Grippevireninfektion auf Hochtouren läuft. Es kann sich dann beispielsweise eine bakterielle Infektion hinzugesellen. Eine solche zusätzliche Infektion wird Superinfektion genannt. Erste Anzeichen dafür sind ein erneuter Fieberanstieg und Schwäche oder ein sich wieder verschlimmernder Husten.
Prävention: Schutz vor der Grippe
Unser Immunsystem ist also gefordert und bekommt während der Wintermonate richtig viel zu tun. Wie kann man nun also verhindern, krank zu werden und sich bestmöglich vor Grippeviren schützen? Wichtig ist: sich regelmäßig die Hände zu waschen, Abstand zu akut Erkrankten zu halten und das eigene Immunsystem zu stärken. Dabei hilft die tägliche Portion Vitamin C sowie Zink und ausreichend trinken. Warm anziehen und Bewegung an der frischen Luft tut dem Körper ebenfalls sehr gut.
Es gilt generell, aber besonders bei einer Grippeerkrankung: sich gesund und frisch mit vielen Vitaminen und Spurenelementen zu ernähren. Während des Infekts sollte man möglichst auf Zucker verzichten, da dieser enormen Einfluss auf die Darmflora hat, die sich wiederum auf unser Immunsystem auswirkt.
Die Grippeimpfung gilt immer noch als beste Möglichkeit, sich zu schützen und gefährliche Komplikationen sowie einen schweren Krankheitsverlauf zu vermeiden. Allerdings bringt die Impfung keinen 100-prozentigen Schutz. Da das Virus stetig mutiert, muss man sich jedes Jahr erneut impfen lassen. Die Grippeimpfung erhält man kostenlos beim Allgemeinarzt oder der Allgemeinärztin. Die Impfung gilt als gut verträglich. Es kann an der Einstichstelle zu einer Rötung, zu einer Schwellung und zu leichten Schmerzen kommen.
Empfehlungen der STIKO zur Grippeimpfung
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Impfung mit dem quadrivalenten Influenza-Impfstoff für bestimmte Risikogruppen:
- Ältere Menschen
- gesunde Schwangere (ab dem 4. Monat)
- Kinder bzw.
- Menschen mit einer Grunderkrankung wie Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes, Multiple Sklerose, angeborener oder erworbener Immunschwäche (z.B. bei HIV/Aids)
- Bewohner sowie Mitarbeiter von Alten- oder Pflegeheimen
- Menschen, die mit Risikopersonen (wie Immungeschwächten) zusammenleben oder solche betreuen, z.B. Angehörige, Pflegekräfte
- Menschen mit erhöhter beruflicher Gefährdung (z.B. medizinisches Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen, Kurbetrieb etc.)
- Grundsätzlich alle Menschen über 60 Jahre
Die beste Zeit für eine Grippeimpfung ist der Herbst. Wer zum Zeitpunkt der Impfung leichte Erkältungssymptome hat, darf sich trotzdem impfen lassen. Da sich Influenzaviren auch während einer Grippesaison verändern, kann kein Impfstoff 100-prozentig schützen.