Eingewachsener Zehennagel: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Ein eingewachsener Zehennagel, medizinisch als "Unguis incarnatus" oder "Onychocryptosis" bezeichnet, ist ein schmerzhaftes Problem, das meist den großen Zeh betrifft. Dabei wächst der Zehennagel seitlich in das Nagelbett oder die Nagelfalz ein und weicht somit von seiner vorgesehenen Wuchsrichtung ab. Männer sind tendenziell etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Behandlung kann langwierig sein, insbesondere für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2, die aufgrund von Wundheilungsstörungen und Komplikationen besonders gefährdet sind. Regelmäßige Fußkontrollen durch einen Fußprofi sind daher von entscheidender Bedeutung.

Symptome eines eingewachsenen Nagels

Erste Symptome eines einwachsenden Nagels (Unguis incarnatus) sind Rötungen und leichte Schwellungen des Nagelfalzes, gefolgt von stechenden bis hin zu pochenden Schmerzen oder einer Nagelbettentzündung. Weitere Symptome können sein:

  • Schmerzen im Bereich der seitlichen Nagelfalz
  • Verdickung der seitlichen Nagelfalz
  • Rötung der Nagelfalz bzw. des Zehs
  • Bewegungseinschränkung - Schmerzen beim Laufen
  • Nässendes Gewebe
  • Gewebewachstum über den Nagel
  • Eiterbildung (durch Bakterien verursacht)

Stadien des eingewachsenen Nagels

Ein eingewachsener Nagel durchläuft typischerweise drei Stadien:

  • Stadium 1: Der Nagel wächst in die Haut ein, die ihn seitlich begrenzt. Die betroffene Stelle schmerzt und entzündet sich.
  • Stadium 2: Am Rand des eingewachsenen Zehennagels bildet sich neues, entzündetes Gewebe (Granulationsgewebe). Dieses Gewebe nässt und kann eitern.
  • Stadium 3: Der betroffene Nagelbereich ist chronisch entzündet und eitert immer wieder. Das Granulationsgewebe wächst bereits über den Nagel.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein eingewachsener Nagel kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen:

  • Falsches Schneiden der Nägel: Werden die Zehennägel an den Rändern zu weit nach unten abgeschnitten (oval geschnitten), wachsen die Ränder leichter in das umliegende Nagelbett ein. Es ist wichtig, Zehennägel gerade abzuschneiden oder abzuknipsen.
  • Tragen von zu engen Schuhen: Im engen Schuh kann anhaltend erhöhter Druck zwischen Haut und Zehennagel leicht zum Einwachsen des Nagels führen.
  • Schuhe, in denen stark geschwitzt wird: Starkes Schwitzen an den Füßen weicht die Haut um den Nagel herum auf und erhöht das Risiko für eingewachsene Zehennägel.
  • Tragen von Kompressions- oder Stützstrümpfen, die vorne geschlossen sind
  • Sportliche Aktivitäten: Sportarten wie Fußball, Jogging oder Squash können das Risiko erhöhen.
  • Starke Schweißbildung (Hyperhidrose)
  • Fehlbelastung
  • Zehenfehlstellungen und Fußdeformitäten: X-Stellung der Großzehe (Hallux valgus), Senkfuß, Spreizfuß oder Überkreuzung der Zehen.
  • Übermäßig lange Zehen
  • Normaler Alterungsprozess: Eingeschränkte Beweglichkeit und erschwerte Fußpflege im Alter. Mit höherem Alter werden die Füße und Zehen meist dicker, was das Schneiden der Nägel erschwert.
  • Diabetes mellitus: Menschen mit Diabetes haben wegen Durchblutungsstörungen und Nervenschäden ein erhöhtes Risiko für Nagelprobleme und leiden häufig an Wundheilungsstörungen an den Füßen (Diabetisches Fußsyndrom DFS).
  • Hormonelle Veränderungen
  • Wachstumsstörungen: Rollnagel oder nach einer Nagelmykose (Onychomykose). Manche Menschen haben von Natur aus gewölbte oder röhrenartig geformte Nägel, Rollnägel genannt. Diese wachsen durch ihre Form leichter seitlich ins Gewebe.
  • Medikamente: Chemotherapie, Zytostatika, Hormonpräparate, Antiphlogistika.
  • Nagelpilzbefall
  • Schwangerschaft
  • Erbliche Veranlagung: Manche Menschen haben von Natur aus breitere Nagelbette als andere.

Diagnose

Patienten können meist selbst erkennen, was die Schmerzen und Entzündung am Fuß verursacht: ein eingewachsener Zehennagel. In leichteren Fällen genügt meist die Hilfe eines medizinischen Fußpflegers (Podologe). Ist ein eingewachsener Zehennagel schon weiter fortgeschritten und mit erheblichen Beschwerden verbunden, sollten Sie einen Hautarzt oder Fußchirurgen aufsuchen.

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Behandlungsmöglichkeiten

Die Beachtung und Behandlung eines eingewachsenen Zehennagels sollte nicht eigenständig erfolgen. Ob es sich um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt, ist es ratsam, einen Arzt oder Fußprofi aufzusuchen. Dies gewährleistet nicht nur eine angemessene Diagnose, sondern auch eine auf den individuellen Fall abgestimmte Behandlung und Empfehlungen zur Prävention von weiteren Komplikationen.

Zur Behandlung eines einwachsenden Nagels stehen in Abhängigkeit vom Stadium oder Schweregrad unterschiedliche Optionen zur Verfügung. Es gibt konservative Therapien, zu denen auch Nagelkorrektursysteme zählen und chirurgische Therapieformen. Ob ein Nagelkorrektursystem eingesetzt werden soll oder ob ein chirurgischer Eingriff erfolgen muss, sollte immer zusammen mit dem behandelnden Arzt und dem Fußprofi entschieden werden.

Konservative Behandlungsmethoden

Bei leichten Beschwerden genügen normalerweise unter anderem Salben, Tamponaden oder Nagelspangen. Dann ist nicht gleich ein Arztbesuch nötig. Wer bei der Behandlung unsicher ist, kann sich an eine Praxis für medizinische Fußpflege (Podologie) wenden. Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern und dafür zu sorgen, dass der eingewachsene Nagel wieder normal weiterwachsen kann.

  • Fußbäder: Warme, seifenhaltige Fußbäder können die schmerzende Stelle reinigen und einweichen. Die Haut lässt sich dann vom einwachsenden Nagelrand etwas wegschieben, sodass die kleine Wunde versorgt werden kann. Wichtig ist, den Fuß nach dem Bad gründlich abzutrocknen.

  • Antiseptische und entzündungshemmende Mittel: Tinkturen, Gele oder Salben beugen Infektionen vor und können die Haut beruhigen. Dabei sollte das Mittel nicht zu dick aufgetragen werden, damit das Gewebe nicht zu sehr aufweicht. Hier kann eine antiseptische Salbe (z.B. Betaisodona-Salbe) die Entzündung reduzieren.

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  • Druckentlastung: Vermeiden Sie unnötigen Druck auf den betroffenen Nagel. Hier kann zum Beispiel ein kleiner Schaumstoff- oder Silikon-Keil helfen: Er wird als Abstandshalter in den Zehenzwischenraum eingelegt und mit einer Mullbinde fixiert.

  • Tamponaden: Dabei wird der Nagelrand vorsichtig angehoben und ein steriler Kompressen-Streifen zwischen Nagel und Haut gelegt. Eine Tamponade ist eine therapeutische Maßnahme der podologischen Behandlung dadurch kleine Wattestücke zwischen den Nagel und den entzündeten Nagelwall geschoben werden.

  • Zugverbände aus Pflaster: Sie werden so angebracht, dass sie die entzündete Haut an der Seite des Nagels vom Nagelrand wegziehen.

  • Nagelspangen: Diese Hilfsmittel werden auf den Nagel gesetzt und hinter einem oder beiden seitlichen Nagelrändern eingehakt. Durch den Zug der Spange hebt sich der Nagel etwas an. Nagelkorrekturspangen wurden bereits im 19. Jahrhundert zur Behandlung von eingewachsenen Nägeln verwendet. Die weitere Verbreitung der Technik erfolgte erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Individuell von Fachpersonal in Podologien angepasste Nagelkorrekturspangen können dafür sorgen, dass der Zehennagel nicht weiter einwächst. Eine solche Nagelspange wird über dem Nagel angebracht, links und rechts unter dem Nagel eingehakt. Dadurch entsteht ein leichter Druck, durch den die Spange den Nagel anhebt. Wenn bei sehr starken Entzündungen ein Unterhaken mit der Metallspange zu schmerzhaft wäre oder der Nagel sehr dünn ist, können Klebespangen aus gehärtetem Kunststoff geeignet sein. Manchmal kommen auch Kombinationsmodelle infrage. Eine Nagelkorrekturspange muss im Verlauf der Behandlung alle zwei bis sechs Wochen nachgespannt oder neu aufgebracht werden. Eine Nagelspange ist eine Vorrichtung aus elastischem Draht, welcher bei gerollten Nägel verwendet wird, um den Nagel aufzubiegen und ein einwachsen des Nagels zu verhindern. Die Nagelspange liegt auf dem Nagel und verfügt über Häkchen, welche unter den Nagelrändern befestigt werden. In Theorie übt durch eine Vorbiegung Druck auf den Nagel darauf und zieht die Nagelränder hoch. Sie wird über einen Zeitraum von circa sechs bis zwölf Monaten getragen. Dadurch wird ein eingewachsener Zehennagel langsam wieder aus den Tiefen des Nagelbettes nach oben gezogen.

    • Onyfix Nagelkorrektursystem: Das Onyfix Nagelkorrektursystem ein innovatives Produkt zur schmerzfreien Behandlung von eingewachsenen und eingerollten Nägeln (Unguis incarnatus). Mit der Onyfix Nagelspange sind fast alle Formen und Stadien von eingewachsenen, eingerollten und deformierten Nägeln behandelbar. Onyfix ist nicht nur anwenderfreundlich, sondern ermöglicht den Patienten eine schmerzfreie und nichtinvasive (keine Gewebeverletzung) Behandlung zur Korrektur der Zehennägel. Darüber hinaus ist da System individuell einsetzbar und einfach und schnell anzuwenden. Da Onyfix nicht untergehakt wird, kann diese Kunststoffspange auch bei Entzündungen angewendet werden und eignet sich besonders bei Patienten mit Diabetes mellitus, Kleinkindern sowie bei Patienten mit Angststörungen. Onyfix wurde bereits 2017 als Medizinprodukt in den Markt eingeführt.

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      • Vorteile von Onyfix:
        • Schmerzfrei
        • Schmerzlindernd
        • Natürliche Korrektur durch physiologisches Nagelwachstum
        • Individuell & Flexibel
        • Wirksamkeit bestätigt
        • Alltagstauglich
        • Lackieren möglich
        • Diabetiker geeignet

Operative Behandlungsmethoden

Wenn sich die Beschwerden durch konservative Methoden nicht bessern oder wenn der eingewachsene Zehennagel stark entzündet ist, eitert oder heftige Schmerzen verursacht, empfehlen Fachleute meist eine Operation. Wenn die Behandlung in der Praxis für medizinische Fußpflege nicht zu einer Besserung führt oder eine genetische Veranlagung zu stark gewölbten Nägeln vorliegt, kann eine OP sinnvoll sein. Dabei werden das entzündete Gewebe und ein Teil des seitlichen Nagels entfernt. An der Stelle, wo sich der Nagel bildet, wird ein Teil der Nagel-Wurzel verödet.

  • Nagelwall-Resektion: Bei kleineren Eingriffen wird das entzündete Gewebe am seitlichen Rand des Nagels entfernt. Dadurch hat der Nagel wieder mehr Platz.
  • Drittel-Resektion: Auf der eingewachsenen Seite wird ein Drittel des Nagels und das entzündete Gewebe herausgeschnitten. Manchmal reicht es auch aus, ein Viertel des Nagels wegzuschneiden. Um die Wunde zu verschließen, nähen die Chirurgin oder der Chirurg den Restnagel an der Seite mit der verbliebenen Haut zusammen (Kocher-Emmert-Plastik). Manchmal ist es sinnvoll, die Wunde offen ausheilen zu lassen - etwa bei einer sehr starken Entzündung.
  • Emmert-Plastik (Nagelkeilexzision): Im Prinzip werden der eingerollte Teil des Nagels mit der dazuzugehörigen Nagelwurzel (med. Nagelmatrix) und die Nagelfalte entfernt. Es wird ein gerader Schnitt durch den Nagel bis zum Knochen durchgeführt. Auf der Hautseite erfolgt ein gebogener Schnitt ebenfalls bis zum Knochen. Das entfernte keilförmige Gewebestück beinhaltet den einwachsenden Teil des Nagels und seine Wurzel. Die Resektion sollte sorgfältig erfolgen, damit keine Reste der Nagelwurzel verbleiben.
  • Nagelmatrix-Verödung: Um zu gewährleisten, dass der Nagel später nicht erneut einwächst, versuchen Ärztinnen und Ärzte vor allem bei einem wiederholt eingewachsenen Nagel, nicht nur einen Teil des Nagels zu entfernen, sondern auch den entsprechenden Teil der Matrix. Der betroffene Bereich der Nagelmatrix wird herausgeschnitten oder ausgekratzt. Der Nagel ist dann in Zukunft schmaler. Die Chirurgin oder der Chirurg kann einen Teil der Matrix auch mit einer ätzenden Flüssigkeit wie Phenol oder Natronlauge veröden.

Für die verschiedenen Eingriffe ist in der Regel keine Vollnarkose notwendig - eine örtliche Betäubung reicht aus. Dafür wird ein Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in den Zeh gespritzt, nahe am Übergang zum Fuß. Manchmal wird statt der örtlichen Betäubung auch ein Beruhigungsmittel gespritzt, sodass man während des Eingriffs schläft.

Nach der Operation

Direkt nach einem Eingriff ist es ratsam, den Fuß erst einmal hoch zu lagern. Die Wundschmerzen lassen sich durch Schmerzmittel lindern. Wurde die Wunde genäht, werden in der Regel zehn Tage nach der Operation die Fäden gezogen. Die Mobilisierung erfolgt in einem Verbandsschuh unter voller Belastung sofort nach der Operation.

Komplikationen

Zu den allgemein möglichen Komplikationen einer Operation zählen Wundinfektionen, Wundheilungsstörungen, Blutungen oder die Schädigung von Nervenfasern. Wird der Nagel entfernt, besteht zudem das Risiko, dass die Strecksehne des Zehs verletzt wird. Dann kann der Zeh nur noch eingeschränkt bewegt werden. Postoperativ ist die Einnahme eines Antibiotikums für ca. 3 Tage notwendig, um eine Entzündung zu vermeiden. Tägliche Verbandswechsel werden durchgeführt.

Vorbeugung

Wer einmal einen eingewachsenen Nagel hatte, will verhindern, dass der Nagel erneut Probleme bereitet. Folgende Maßnahmen können helfen, einem eingewachsenen Zehennagel vorzubeugen:

  • Richtige Nagelpflege: Schneiden Sie Finger- und Fußnägel regelmäßig, damit sie nicht einwachsen oder brechen. Fußnägel schneiden Sie gerade und feilen sie nach, damit keine scharfen Kanten bleiben, die zu Verletzungen führen könnten. Schneiden Sie das Nagelhäutchen nicht mit der Schere ab. Sie können es mit einem abgerundeten, glatten Schieber sanft zurückschieben, allerdings nur, wenn die Haut nicht trocken und rissig ist. Ein Fuß- oder Handbad, pflegende Cremes und Öle machen den Hautbereich um den Nagel geschmeidig und erleichtern die anschließende Pflege.
  • Geeignetes Schuhwerk: Tragen Sie ausreichend großes und atmungsaktives Schuhwerk. Vermeiden Sie zu enge Schuhe oder hohe Absätze, die Druck auf die Zehen ausüben.
  • Fußhygiene: Halten Sie Hände und Füße sauber und verwenden Sie Seifen oder Waschlotionen, die die Haut nicht reizen.
  • Vorsicht bei Maniküre und Pediküre: Vermeiden Sie das Schneiden der Nagelhaut.
  • Nicht an den Nägeln kauen: Kauen Sie nicht an Ihren Fingernägeln und zupfen Sie nicht an der Haut um Ihre Nägel.
  • Hautpflege: Mit Nagelhaut-Pflegeölen oder -Cremes können Sie übermäßiger Trockenheit und dem Einreißen der Nagelhaut entgegenwirken.
  • Schutz bei Kontakt mit Chemikalien: Tragen Sie wasserdichte Handschuhe, wenn Sie mit Chemikalien arbeiten oder Ihre Hände längere Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt sind.
  • Regelmäßige Fußpflege: Besonders bei älteren Menschen oder bei eingeschränkter Mobilität kann eine medizinische Fußpflege sinnvoll sein.

Taubheit im Zusammenhang mit eingewachsenen Zehennägeln

Viele Menschen kennen das Gefühl: Plötzlich sind die Füße wie „eingeschlafen“, kribbeln oder fühlen sich taub an. Meist verschwindet das nach kurzer Zeit von allein. Taubheitsgefühle entstehen, wenn Nervenreize nicht richtig weitergeleitet werden oder die Durchblutung eingeschränkt ist. Ein tauber großer Zeh kann verschiedene Ursachen haben und tritt oft einseitig auf. Dieses Symptom ist meist das Ergebnis von Störungen im Nervensystem oder Durchblutungsproblemen. Es ist wichtig, die genaue Ursache für die Taubheit zu identifizieren, um geeignete Therapiemaßnahmen einzuleiten.

Ursachen für Taubheit im Zeh

  • Nerveneinklemmungen:
  • Diabetes: Diabetes ist eine der häufigsten Ursachen für Polyneuropathie und damit für taube Füße. Durchblutungsstörungen können bei Menschen mit Diabetes zu tauben Zehen führen.
  • Falsches Schuhwerk: Häufig ist durch falsches, meist zu schmales Schuhwerk der große Zeh taub. Die Blutzirkulation kann gestört werden und zu Taubheit führen. Dies ist ebenso durch zu eng geschnürte Schuhe möglich.
  • Fehlstellungen der Füße: Fehlstellungen und -haltungen können Druck auf die Nerven in den Füßen ausüben, wodurch ein Taubheitsgefühl entsteht.
  • Vitamin B12-Mangel: Ein Mangel an Vitamin B12 kann ein Taubheitsgefühl und Missempfinden hervorrufen. Der Grund dafür liegt in Schädigungen an den Myelinscheiden, den schützenden Hüllen der Nerven.
  • Bandscheibenvorfall: Bei einem Bandscheibenvorfall kann Druck auf die umliegenden Nerven entstehen, was zu Taubheit führen kann.
  • Erfrierung: Grad 1 einer Erfrierung zeigt sich durch Blässe und Taubheit.
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch: Alkohol- und Drogenmissbrauch können neben Mangelerscheinungen auch Nerven schädigen.
  • Chemotherapie: Eine Chemotherapie im Zuge einer Krebsbehandlung kann eine sogenannte Chemotherapie-bedingte periphere Neuropathie auslösen. Sie beginnt meist mit einem Taubheitsgefühl in Zehen und/oder Fingerspitzen.
  • Morton Neurom: Dabei handelt es sich um eine Verdickung der Nerven im Mittelfuß. Das gutartige Wachstum des Nervengewebes verursacht neben brennenden und stechenden Schmerzen im Mittelfuß oftmals taube Zehen.

Behandlung von Taubheit im Zeh

Die Behandlung eines tauben großen Zehs richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Es ist wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und eine geeignete Therapie zu beginnen.

  • Physiotherapie: Bei Nervenschäden oder mechanischen Problemen kann Physiotherapie helfen, die Nerven zu entlasten und die Durchblutung zu fördern.
  • Medikamente: In Fällen, in denen Diabetes oder Durchblutungsstörungen die Ursache sind, können Medikamente zur Blutzucker- oder Blutdruckregulierung zum Einsatz kommen.
  • Orthopädische Schuhe: Wenn mechanische Ursachen wie falsches Schuhwerk für die Taubheit verantwortlich sind, kann ein Wechsel zu orthopädischen oder besser sitzenden Schuhen schnelle Linderung bringen.
  • Chirurgischer Eingriff: In schwereren Fällen, wie bei Bandscheibenvorfällen oder chronischen Durchblutungsstörungen, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
  • Regelmäßige Fußpflege: Diabetiker sollten ihre Füße regelmäßig kontrollieren und pflegen, um Schäden an den Nerven frühzeitig zu erkennen und Komplikationen vorzubeugen.

Vorbeugung von Taubheit im Zeh

Um einem tauben großen Zeh vorzubeugen, sollten einige Maßnahmen ergriffen werden. Dazu zählen eine gesunde Lebensweise, die Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck, das Tragen von gut sitzendem Schuhwerk und die regelmäßige Bewegung.

Nagelbettentzündung als Komplikation

Ein eingewachsener Zehennagel kann eine Nagelbettentzündung (Paronychie) verursachen. Eine Nagelbettentzündung ist eine Entzündung der Haut rund um Finger- oder Zehennägel, die oft Schmerzen, Rötung, Juckreiz und die Ansammlung von Eiter verursacht. Sie kann sowohl das Nagelbett als auch den umliegenden Bereich betreffen, wie zum Beispiel den Nagelwall.

Symptome einer Nagelbettentzündung

Wenn das Nagelbett entzündet ist, wird das betroffene Gewebe rot, schwillt an und verursacht Schmerzen. Die infizierten Stellen fühlen sich oft heiß an, und häufig tritt ein pochender Schmerz auf. An den Rändern und unter der Nagelplatte kann sich Eiter ansammeln, der beim Drücken auf den Nagel oder die entzündete Stelle austreten kann. Fieber und geschwollene Lymphknoten können ebenfalls auftreten.

Ursachen einer Nagelbettentzündung

Durch offene, geschädigte Stellen in der Nagelhaut oder im Nagelwall können Keime in das Nagelbett eindringen. Sie sind die Ursache für Entzündungen. Folgende Risikofaktoren können Nagelbettentzündungen begünstigen:

  • Fehler bei der Nagelpflege: Viele Menschen schneiden das Nagelhäutchen mit einer Schere ab oder schieben es unsanft mit einem harten Gegenstand zurück. Dabei wird oft zu viel von der schützenden Hautschicht entfernt und es kommt zu Verletzungen. Beim Schneiden der Nägel entstehen ebenfalls leicht kleine Wunden, vor allem wenn man zu tief und schräg in den Nagelfalz oder -wall schneidet. Auch zu kurz geschnittene Nägel bieten dem Nagelbett weniger Schutz.
  • Krankheiten: Typische Auslöser einer Nagelbettentzündung sind Bakterien wie Staphylokokken und Streptokokken, sowie Hefepilze und Herpesviren. Menschen mit trockener Haut oder Neurodermitis haben ein höheres Risiko, an den Nägeln zu erkranken.
  • Medikamente: Nagelbettentzündungen werden auch durch Nebenwirkungen von Medikamenten begünstigt. Dazu gehören zum Beispiel Chemotherapeutika zur Krebsbehandlung oder Retinoide zur Behandlung von Schuppenflechte und Akne. Die langfristige Einnahme von kortisonhaltigen Tabletten kann ebenfalls die Wundheilung und die körpereigene Infektabwehr beeinträchtigen, was teils das Risiko für Nagelbettentzündungen erhöht.
  • Alltagsbelastungen: Werden die Nägel im Alltag starken Belastungen ausgesetzt, können Nagelbettentzündungen entstehen. Menschen, die oft ohne Schutzhandschuhe mit scharfen Substanzen oder starken Putzmitteln hantieren, riskieren die Gesundheit ihrer Fingernägel. Das Tragen von Schuhen, in denen die Füße nicht genug Platz haben und schwitzen, erhöht ebenfalls das Risiko einer Nagelbettentzündung.

Behandlung einer Nagelbettentzündung

Zu Beginn einer Nagelbettentzündung können eventuell Bäder mit bestimmten Zusätzen helfen, die die Entzündung lindern sollen. Sind Bakterien die Ursache der Infektion, dann sollte die betroffene Stelle mit Octenidin desinfiziert werden oder mit keimhemmenden Salben mit Polividon-Jod. Bei ausgeprägten Befunden oder wenn geschwollene Lymphknoten oder Fieber auftreten, kann die Ärztin oder der Arzt Antibiotika in Tablettenform oder als Infusion verschreiben. Wenn es sich um eine Infektion mit Hefepilzen handelt, helfen Mittel, die gegen Pilze wirken. Herpes-Infektionen können gut mit Virostatika behandelt werden, also Medikamenten, die die Vermehrung von Viren hemmen.

Größere Eiteransammlungen müssen eventuell unter örtlicher Betäubung behutsam geöffnet werden, damit der Eiter abfließen kann. Manchmal muss dazu der Nagel durchbohrt oder ganz entfernt werden. Danach legt die Ärztin oder der Arzt eventuell einen desinfizierenden Salbenverband an. Die Wundbehandlung und der Verbandswechsel erfolgen meist auch in der Arztpraxis. Ein entfernter Nagel wächst normalerweise innerhalb von ein paar Monaten wieder nach.

Vorbeugung einer Nagelbettentzündung

  • Nagelpflege: Schneiden Sie Finger- und Fußnägel regelmäßig, damit sie nicht einwachsen oder brechen. Feilen Sie die Fingernägel rund, aber nicht zu tief in den seitlichen Wall. Fußnägel schneiden Sie gerade und feilen sie nach, damit keine scharfen Kanten bleiben, die zu Verletzungen führen könnten. Schneiden Sie das Nagelhäutchen nicht mit der Schere ab. Sie können es mit einem abgerundeten, glatten Schieber sanft zurückschieben, allerdings nur, wenn die Haut nicht trocken und rissig ist. Ein Fuß- oder Handbad, pflegende Cremes und Öle machen den Hautbereich um den Nagel geschmeidig und erleichtern die anschließende Pflege.
  • Vorsicht bei Entzündungen: So lange das Nagelbett oder der äußere Bereich um den Nagel entzündet ist, sollten Sie auch die Nagelhaut nicht zurückschieben und keinen Nagellack benutzen.
  • Diabetes mellitus: Menschen, die aufgrund eines lange bestehenden Diabetes mellitus kein Gefühl und keine Schmerzempfindung mehr in den Füßen haben, bemerken es häufig nicht, wenn sie sich mit der Nagelschere schneiden.

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