Albert Einstein: Mehr als nur Relativität – Fakten über Gehirn, Geige und vieles mehr

Albert Einstein, der Inbegriff des genialen Wissenschaftlers, revolutionierte mit seiner Relativitätstheorie die Physik. Doch sein Leben war facettenreicher als viele wissen. Dieser Artikel beleuchtet weniger bekannte Aspekte seines Lebens, von seiner Leidenschaft für Musik bis hin zu kuriosen Anekdoten, die den Menschen Einstein näherbringen.

Einsteins wissenschaftliche Errungenschaften und ihr Einfluss

Einstein revolutionierte die Physik mit seiner speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie, die unser Verständnis von Raum und Zeit veränderten. Im Jahr 1905, als Einstein erst 26 Jahre alt war, veröffentlichte er gleich mehrere bahnbrechende wissenschaftliche Arbeiten. Die wichtigste davon war die Spezielle Relativitätstheorie. Darin zeigte er, dass Zeit und Raum nicht absolut sind, sondern sich je nach Bewegung verändern können. Diese Theorien klingen sehr kompliziert, aber sie haben unser Verständnis des Universums grundlegend verändert. Einsteins Entdeckungen bilden bis heute die Grundlage für viele Bereiche der modernen Physik.

Für seine Erklärung des photoelektrischen Effekts erhielt er 1921 den Nobelpreis für Physik. Interessanterweise wurde er nicht für seine Relativitätstheorie ausgezeichnet. Einstein rechnete fest mit dem Nobelpreis. So fest, dass er das Preisgeld seiner ersten Frau Mileva und seinen beiden Söhnen 1919 im Scheidungsvertrag zusicherte. Mileva teilte diese Einschätzung vermutlich, denn sie ließ sich auf den Handel ein.

Neue Daten legen nahe: Die Schwerkraft wirkt im Universum doch anders als vor Jahrzehnten von Albert Einstein berechnet. Forschende der Universitäten Genf und Toulouse haben die Verteilung der Materie im Universum untersucht. Dabei stellten sie fest, dass die Schwerkraft in großen Maßstäben möglicherweise anders funktioniert als von Einstein vorhergesagt. Die Universität Genf teilt in einer Pressemitteilung mit, dass die Tiefe der durch Materie erzeugten Gravitationspotentiale, auch als Vertiefungen bezeichnet, in der jüngeren Vergangenheit flacher sei als von Albert Einstein vorhergesagt. Die Forschung basiert auf Daten des Dark Energy Survey, welcher die Form von Hunderten Millionen Galaxien kartiert. Vor sechs bis sieben Milliarden Jahren entsprachen die Messungen noch Einsteins Vorhersagen. Die Forscher vermuten, dass die beschleunigte Expansion des Universums und die Veränderungen im Gravitationspotential denselben Ursprung haben könnten. Diese Entdeckung wirft die Frage auf, ob die Schwerkraft in großen Maßstäben nach anderen physikalischen Gesetzen funktioniere. „Aber diese Inkompatibilität ist zu diesem Zeitpunkt nicht groß genug, um Einsteins Theorie zu entkräften“, zitiert die Presseerklärung Nastassia Grimm, Postdoktorandin am Department Theoretische Physik.

Der Mensch Einstein: Zwischen Pazifismus und Manhattan-Projekt

Einstein war ein Pazifist, setzte sich aber später für das Manhattan-Projekt ein, das die Entwicklung der Atombombe vorantrieb - aus Sorge vor Nazi-Deutschland. Er setzte sich auch für Frieden und gegen Atomwaffen ein.

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Einstein als Musikliebhaber und Geiger

Musik spielte eine zentrale Rolle in Einsteins Leben. Er spielte leidenschaftlich gern Geige und sagte, Musik helfe ihm, beim Denken zu entspannen und zu inspirieren. „Ich kann mir mein Leben ohne Musizieren überhaupt nicht denken. Ich erlebe meine Tagträume in Musik. Ich sehe mein Leben in musikalischen Formen“, sagte er einst. Tatsächlich besaß der Physiker im Laufe seines Lebens mehrere Geigen, die er mit der Inschrift „Lina“ versehen ließ.

Schon als sechsjähriger Junge begann er mit dem Geigenunterricht und lernte, das Instrument zu lieben. Die Violine sei ein steter Quell der Lebensfreude, sagte er später einmal. Das Instrument war für ihn "nur eine Pflichtaufgabe", bis er mit 13 Jahren Mozarts Violinensonaten entdeckte. Von dieser Zeit an wurde Musik für ihn zur Leidenschaft. Jahrzehntelang war der Verbleib dieser Geige unbekannt, jetzt wurde sie versteigert: eine der Violinen Albert Einsteins.

Die Abbildung von Einstein als Kind mit einer Geige brachte den britischen Komponisten und Musikprofessor Paul Wingfield von der University of Cambridge vor einigen Jahren auf die Idee, ein Stück über Einstein als Musiker zu komponieren und zu schreiben. Nachdem das Stück „Einsteins Violine“ im April 2025 in London uraufgeführt wurde, erhielt der Komponist einen Brief. Dieser begann mit den Worten: „Ich bin nicht verrückt…“. „Diesen Brief zu lesen, erwies sich als eine der aufregendsten, wenn auch surrealsten Erfahrungen meines Lebens“, erinnert sich Wingfield.

Kurioses aus Einsteins Leben

Als Kind galt Einstein fälschlicherweise als "lernbehindert", da er spät zu sprechen begann und sich im traditionellen Schulsystem schwertat. Noch heute macht das Irrtum den Umlauf, dass Albert Einstein schlecht in Mathematik gewesen sein soll, während seiner Schulzeit. Dieser Irrglaube stammt von einer Zeitungsartikel von 1935. Als der Wissenschaftler, dies zu Gesicht bekommen haben soll, soll er gelacht haben. Er habe nie in Mathematik versagt: „Bevor ich 15 wurde, hatte ich die Differential- und Integralrechnung gemeistert.“ Er soll sogar Klassenbester gewesen sein.

In seiner ersten Ehe mit Mileva Marić kam Lieserl Einstein 1902 zur Welt. Doch über sie ist nahezu gar nichts bekannt. Alles, was man über sie weiß, stammt aus Briefen zwischen den Eltern. Es wird angenommen, dass sie im September 1903 an Scharlach starb. Sie soll außerdem mit einer geistigen Behinderung zur Welt gekommen sein. Die letzten Briefe lassen darauf schließen, dass Albert Einstein und seine Frau darüber nachdachten, Lieserl zur Adoption freizugeben.

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Ohne die Zustimmung des berühmten Physikers wurde nach seinem Tod nicht nur sein Gehirn entnommen, sondern auch seine Augen. Der Pathologe Dr. Thomas Stoltz Harvey soll dies einfach vorgenommen haben, obwohl Albert Einstein mit seinem Gehirn eingeäschert werden wollte. Er entnahm auch seine Augen, die an Einsteins Augenarzt Henry Adams übergab. Die Augen befinden sich heute noch in eine Tresor in New York.

Albert Einstein wusste Jahre vorher, dass er ein Aneurysma im Bereich seiner Aorta hatte. Nachdem eine Ruptur innere Blutungen auslöste, lehnte der Physiker dennoch eine Operation ab. Einen Tag später starb er an den Folgen des Risses. Doch zuvor erklärte er seine Entscheidung noch: „Ich will gehen, wann ich will. Es ist geschmacklos, das Leben künstlich zu verlängern. Ich habe meine Aufgabe erfüllt, es ist Zeit zu gehen. Und das will ich auf elegante Art vollbringen.“

Einstein hatte einen unverkennbaren Sinn für Humor. Als er einmal gefragt wurde, warum er nie Socken trug, antwortete er schlicht: "Warum?

Weniger bekannt ist, dass Einstein auch auf dem Gebiet der Erfindungen aktiv war. Zusammen mit seinem Freund Leó Szilárd erfand er eine Kühlschranktechnologie, die ohne bewegliche Teile und ohne Kältemittel auskam. In den letzten Jahren seines Lebens wurde Einstein zum Vegetarier. Wohl weniger aus ethischen Überlegungen, sondern auf Anraten seiner Ärzte. Er zahlte damit den Tribut für seinen Lebenswandel. Am 11. August 1913 soll der junge Einstein an Elsa Löwenthal geschrieben haben: „Ich habe mir fest vorgenommen, mit einem Minimum medizinischer Hilfe ins Gras zu beißen, wenn mein Stündlein gekommen ist, bis dahin aber drauflos zu sündigen, wie es mir meine ruchlose Seele eingibt.

Albert Einstein fuhr einst mit seinem Chauffeur zu einem Physikertreffen, um einen Vortrag zu halten, und klagte ihm sein Leid: "Ich habe diesen Vortrag schon so oft gehalten, ich kann ihn selber nicht mehr hören!" Der Chauffeur sagte: "Das kann ich verstehen. Ich war ja jedes Mal dabei und kann ihn schon auswendig, auch wenn ich nicht verstehe, worum es geht. Lassen Sie mich doch in Ihren Kleidern den Vortrag halten, dann können Sie in Ruhe hinten im Saal die Zeitung lesen." Einstein war begeistert - und der Chauffeur hielt einen glänzenden Vortrag. Alles klatschte, aber ein Physikerkollege war neidisch auf Einsteins ewigen Erfolg und stellte eine knifflige Frage, um ihn bloßzustellen.

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Talent vs. Übung: Was macht ein Genie aus?

Wer hat das Zeug zum nächsten Einstein, zur nächsten Adele oder zum nächsten Schachstar wie Magnus Carlsen - und worauf kommt es dabei an? Die Forschung streitet schon lange darüber, welche Rolle unsere Begabungen dabei spielen, die wir von Geburt an mit auf den Weg bekommen haben. Schätzungen gehen davon aus, dass der Einfluss der Gene auf unsere kognitiven Fähigkeiten insgesamt bei ungefähr 50 Prozent liegt - vielleicht auch etwas mehr. Doch diese Annahmen sind umstritten. Der schwedische Psychologe Anders Ericsson war zu seinen Lebzeiten der Auffassung, dass besondere Fähigkeiten überhaupt nichts mit angeborenen Begabungen zu tun haben, sondern vor allem durch viel Übung erlangt werden. In den 1990er-Jahren untersuchte er in einer bekannten Studie Geigerinnen und Geiger, die an der damaligen Hochschule der Künste in Berlin studierten. Er wollte wissen, wie viel Zeit die Musiker:innen ins Üben investiert hatten - und kam zum Ergebnis, dass die musikalischen Fähigkeiten vor allem davon abhingen, wie viel und intensiv die Geiger:innen geübt hatten. Bis zu ihrem 20. Lebensjahr hatten die Musiker:innen durchschnittlich 10.000 Stunden in Übung investiert. Weitere Studien des Psychologen folgten und für Ericsson war klar: Begabungen spielen keine Rolle, um außergewöhnliche Leistungen zu erbringen, es kommt auf die Übung an. Andere Forschende widersprechen dem schwedischen Psychologen jedoch deutlich und haben in zahlreichen Studien dargelegt, dass unsere Gene - das Talent, das uns von Geburt an mitgegeben wird - wohl doch eine Rolle spielen. Relativ gut untersucht ist das ebenfalls bei musikalischen Fähigkeiten. Vor einigen Jahren haben etwa Forschende rund 2500 schwedische Zwillingspaare genauer unter die Lupe genommen. Die Zwillinge mussten zunächst einen standardisierten Test absolvieren, der ihre Musikalität gemessen hat - also etwa, inwiefern sie in der Lage waren, verschiedene Töne voneinander zu unterscheiden. Die Zwillinge wurden außerdem gefragt, ob sie ein Instrument spielten und wie oft sie übten. Ergebnis: Sie hatten oft eine ähnlich hohe Musikalität - und zwar auch dann, wenn einer von beiden jeden Tag fleißig sein Instrument übte und der andere eher faulenzte.

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