Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Kinder und Jugendliche mit Epilepsie benötigen besondere Aufmerksamkeit, sowohl im Kindergarten als auch in der Schule. Um Familien in dieser Situation zu unterstützen, bieten städtische Kliniken spezielle Elternschulungen und Vorträge an. Diese Veranstaltungen informieren über die Erkrankung, deren Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit den besonderen Bedürfnissen von Kindern mit Epilepsie.
Angebote der Kinder- und Jugendkliniken
Die Kinder- und Jugendkliniken bieten ein breites Spektrum an Unterstützungsangeboten für Familien, deren Kinder an Epilepsie oder anderen Erkrankungen leiden. Diese Angebote zielen darauf ab, die Genesung der jungen Patienten zu fördern und ihnen positive Erfahrungen im Zusammenhang mit der Krankenhausbehandlung zu vermitteln.
Pädagogische und psychosoziale Betreuung
Erzieher und Beschäftigungstherapeuten unterstützen die Kinder und Jugendlichen während ihres Klinikaufenthalts. Sie fördern die Selbstständigkeit, das Selbstvertrauen und die Ich-Stärke der Patienten und helfen, Ängste abzubauen. Durch kreatives Gestalten, gemeinschaftsfördernde Aktivitäten, Singen, Musizieren, Kasperltheater, Kinder- und Jugendgottesdienste sowie Entspannungsangebote wird den Kindern und Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm geboten. Gezielte Gespräche mit Patienten und Eltern runden das Angebot ab. Die Betreuung und Aktivitäten finden im Spielzimmer auf der Station oder direkt in den Patientenzimmern statt. Spiele, Bücher, Mal- und Bastelutensilien können ausgeliehen werden. Auch Geschwister und Besucherkinder werden gerne in die Aktivitäten integriert. Feste und Feiern wie Weihnachten, Geburtstage, St. Martin oder Fasching werden im Krankenhaus gemeinsam gefeiert.
Unterstützung und Versorgung nach der Entlassung
Die Kinderklinik organisiert bei Bedarf weitere Unterstützung und Versorgung nach der Entlassung. Sie ist in das Psychosomatische Team und das Diabetesteam eingebunden. Im Rahmen der sozialmedizinischen Nachsorge "Bunter Kreis" werden Familien auch zu Hause unterstützt, Hilfen organisiert und bei sozialrechtlichen Fragen beraten. Die Hilfsangebote umfassen:
- Gespräche mit Kindern und Jugendlichen zur besseren Krankheitsverarbeitung
- Besondere Unterstützung der Eltern von frühgeborenen, chronisch kranken und behinderten Kindern
- Begleitung von Familien in Krisensituationen (z.B. schwere Krankheitsverläufe, familiäre Konflikte, Gewalterfahrung, Suchtproblematik)
- Sozialrechtliche Beratung (z.B. Pflegegeld, Schwerbehindertenausweis)
- Vermittlung von Hilfen und Kontakten zu Frühförderstellen, Pflegediensten, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, "Koki-Frühe Hilfen", "Bunter Kreis" und "Harlekin-Nachsorge"
Diese Angebote sind kostenlos und unterliegen der Schweigepflicht.
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Harlekin-Nachsorge
Die Harlekin-Nachsorge unterstützt Familien mit Säuglingen und Kleinkindern in den ersten Lebensmonaten. Sie bietet Hilfe bei Problemen beim Füttern, Schlafen oder bei häufigem Schreien, bei sozialrechtlichen Fragen und bei allen sonstigen Fragen im neuen Familienalltag. Erfahrene Mitarbeiterinnen der Nachsorge, darunter Kinderkrankenschwestern und Mitarbeiterinnen der Frühförderstelle, stehen den Familien zur Seite und kommen bei Bedarf nach Hause. Auf Wunsch wird auch bei der Kontaktaufnahme zum niedergelassenen Kinderarzt, zur Hebamme und zu anderen Einrichtungen geholfen.
Der Bunte Kreis Schweinfurt
Der Bunte Kreis Schweinfurt bietet Familien mit chronisch kranken, behinderten und/oder frühgeborenen Kindern eine umfassende sozialmedizinische Nachsorge. Das multiprofessionelle Team aus Kinderkrankenschwestern, Psychologen, Sozialpädagogen und Kinderärzten des Leopoldina-Krankenhauses steht den Familien als kompetenter Ansprechpartner zur Seite. Die Beratung und Begleitung ist vertraulich und kostenfrei.
Physiotherapie für Kinder
Die Physiotherapie für Kinder behandelt Kinder mit Bewegungsstörungen, Entwicklungsauffälligkeiten und Behinderungen. Dabei wird großer Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern gelegt, um eine individuelle und ganzheitliche Behandlung zu ermöglichen. Die sozialen und geistigen Fähigkeiten der Kinder werden stets berücksichtigt. Ein besonderes Anliegen ist die Betreuung von Frühgeborenen auf der Kinderintensivstation. Mit Hilfe der basalen Stimulation soll ihre sensomotorische Entwicklung optimal gefördert werden. Dies beinhaltet auch die Anleitung der Eltern. Die Physiotherapeuten stehen in engem Austausch mit Ärzten, Krankenschwestern, Erziehern und Betreuungspersonen aus dem sozialen Bereich. Bei Bedarf kümmern sie sich auch um die Versorgung mit Hilfsmitteln. Zu den angewandten Techniken gehören Bobath, Sensorische Integration, Basale Stimulation, Castillo Morales, Psychomotorik, Entwicklungsdiagnostik, Handlingsanleitung, Kinderrückenschule, Gehschule, Dreidimensionale Fußtherapie nach Zukunft-Huber, Brügger-Therapie, Craniosacrale Therapie, Dorn & Breuss Massage, Adipositas-Schulung, Funktionelle Physiotherapie bei chirurgischen und inneren Krankheiten, Manuelle Therapie und Atemtherapie mit Asthmaschulung.
Stillberatung
Stillberaterinnen und Kinderkrankenschwestern stehen Müttern und Paaren bei allen Fragen rund um das Thema Stillen zur Verfügung. Neben der Theorie erhalten sie praktische Anleitung, Begleitung und Hilfestellung beim Stillen ihres Kindes. Die Betreuung und Beratung findet sowohl in der Frauen- als auch in der Kinderklinik statt, insbesondere auf der gemeinsamen Mutter-Kind-Station. Frühgeborene und kranke Säuglinge profitieren von den Vorteilen der Muttermilchernährung und des Stillens. Frühgeborene sind nicht immer in der Lage, sofort an der Brust zu trinken. Die Saug-, Schluck- und Atemkoordination muss trainiert werden. Dazu wird das Känguruhen genutzt, bei dem die Frühgeborenen nackt der Mutter auf den unbekleideten Oberkörper gelegt werden. Gemeinsam wird versucht, ein angepasstes Stillmanagement für jedes individuelle Stillpaar zu finden, unabhängig davon, ob es sich um kranke Kinder, Kinder mit Handicaps, Frühgeborene oder Mehrlinge handelt.
Schule im Krankenhaus
Seit 1985 wird durch einen Lehrer der "Staatlichen Schule für Kranke in der Region Main-Rhön" regelmäßig Krankenhausunterricht erteilt. Etwa 150 Kinder und Jugendliche aller Schularten und Jahrgangsstufen werden im Verlauf eines Schuljahrs unterrichtlich und krankenpädagogisch betreut.
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Klinikseelsorge
Die Klinikseelsorge bietet Patienten und ihren Angehörigen in schwierigen Situationen Unterstützung und Begleitung an. Sie versteht sich als Einladung und Angebot zur Begegnung in Besuchen, Gesprächen, Begleitung in Krisen- und Notsituationen oder in Gebet, Gottesdienst, Taufe, Segnung und Krankensalbung.
Vorträge der Elternschule
Die Elternschule des Klinikums Lippstadt bietet regelmäßig Vorträge zu verschiedenen Themen rund um die Gesundheit und Entwicklung von Kindern an. Ein Beispiel ist der Vortrag "Unfälle im Säuglings-, Kleinkind- und Kindesalter", der über Gefahrenquellen informiert und Tipps zur Unfallverhütung gibt.
Weitere Angebote des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein
Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein bietet an seinen verschiedenen Standorten ein breites Spektrum an medizinischen Leistungen für Kinder und Erwachsene. Dazu gehören unter anderem:
- Kinder- und Jugendmedizin: Umfassende Betreuung von Kindern und Jugendlichen an den Standorten Koblenz und Mayen.
- Pädiatrische Hämatologie und Onkologie: Spezialisierte Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Blut- und Krebserkrankungen.
- Urologie & Kinderurologie: Behandlung von Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane bei Kindern und Erwachsenen.
- Neurochirurgie: Operative Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen des Nervensystems, einschließlich Gehirn und Rückenmark.
- Physiotherapie: Behandlung von Bewegungsstörungen, Entwicklungsauffälligkeiten und Behinderungen bei Kindern.
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