Die Behandlung von Parkinson-Patienten erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der verschiedene medizinische Fachgebiete umfasst. In diesem Artikel werden wir uns auf die en-bloc-Resektion konzentrieren, eine chirurgische Technik, die in bestimmten Fällen von Bedeutung sein kann, insbesondere im Zusammenhang mit urologischen Problemen bei Parkinson-Patienten.
Einführung
Parkinson-Patienten können im Laufe ihrer Erkrankung eine Vielzahl von Symptomen entwickeln, die nicht nur die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigen, sondern auch andere Organe und Systeme betreffen können. Urologische Probleme wie Blasenfunktionsstörungen und Prostatabeschwerden sind keine Seltenheit. In solchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, und die en-bloc-Resektion ist eine Technik, die in bestimmten Situationen in Betracht gezogen wird.
Was ist eine en-bloc-Resektion?
Die en-bloc-Resektion ist eine chirurgische Technik, bei der ein Gewebestück oder ein Tumor in einem Stück entfernt wird, ohne es zu zerteilen oder zu fragmentieren. Dies steht im Gegensatz zur "Piecemeal"-Resektion, bei der das Gewebe in mehreren Teilen entfernt wird. Der Vorteil der en-bloc-Resektion liegt darin, dass sie eine vollständige Entfernung des betroffenen Gewebes ermöglicht und das Risiko einer Streuung von Krebszellen oder einer unvollständigen Resektion verringert.
Anwendungsbereiche der en-bloc-Resektion bei Parkinson-Patienten
Obwohl die en-bloc-Resektion nicht spezifisch für die Behandlung von Parkinson entwickelt wurde, kann sie in bestimmten Situationen bei diesen Patienten relevant sein:
Urologische Eingriffe
Bei Parkinson-Patienten, die an Prostatakrebs erkranken, kann eine radikale Prostatektomie erforderlich sein. In einigen Fällen kann die en-bloc-Resektion eine geeignete Technik sein, um die Prostata vollständig zu entfernen und gleichzeitig die umliegenden Nerven und Gewebe zu schonen. Das Klinikum Siegen und das St. Marienkrankenhaus haben zusammen das Prostatakarzinom-Zentrum Siegen aufgebaut. Das Zentrum bietet Ihnen interdisziplinäre Kompetenz für die bestmögliche Diagnostik und Therapie von Prostatakrebserkrankungen. Zudem steht Chefarzt Dr. med. Mustapha Addali in Siegen als Ansprechpartner des Parkinson-Forum Kreis Steinfurt e.V. zur Verfügung.
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Nebennierentumore
In seltenen Fällen können Parkinson-Patienten auch Nebennierentumore entwickeln. Wenn ein solcher Tumor bösartig ist oder hormonell aktiv ist und Beschwerden verursacht, kann eine Adrenalektomie (Entfernung der Nebenniere) erforderlich sein. Der Karzinom-Verdacht macht eine offene en bloc Adrenalektomie ohne Kapseleröffnung mit lokoregionärer Lymphadenektomie in einem darauf spezialisierten Zentrum notwendig. Individuell sollte entschieden werden, wenn eine metastasierte Situation besteht.
Diagnostik vor einer en-bloc-Resektion
Vor einer en-bloc-Resektion sind umfassende diagnostische Maßnahmen erforderlich, um die genaue Lage, Größe und Art des Tumors oder des betroffenen Gewebes zu bestimmen. Dazu können gehören:
Bildgebende Verfahren: Sonografie, CT, MRT und gegebenenfalls PET-CT, um die Ausdehnung des Tumors zu beurteilen und Metastasen auszuschließen. Als morphologische Benignitätskriterien im Sinne eines Inzidentaloms gelten in der CT ein Durchmesser < 3,0 cm, eine rundliche Form, eine glatte Begrenzung und eine homogene Organdichte. Wegen des vergleichsweise hohen intrazytoplasmatischen Fettgehaltes haben Inzidentalome in der nativen CT meist Dichtewerte < 10 HE (7).
Laboruntersuchungen: Hormonelle Tests, um festzustellen, ob der Tumor Hormone produziert, die Symptome verursachen.
Biopsie: In einigen Fällen kann eine Biopsie erforderlich sein, um die Art des Tumors zu bestimmen und festzustellen, ob er bösartig ist. Eine Feinnadelaspiration (FNA) sollte nur in absoluten Ausnahmefällen stattfinden, da die Dignität meist histopathologisch nicht bestimmbar ist und lediglich eine Aussage darüber getroffen werden kann, ob es sich um ein ACC oder eine Metastase eines anderen Primarius handelt.
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Chirurgische Durchführung der en-bloc-Resektion
Die en-bloc-Resektion ist ein komplexer chirurgischer Eingriff, der in der Regel von einem erfahrenen Chirurgen in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt wird. Der Eingriff kann offen oder minimalinvasiv (laparoskopisch oder robotisch) durchgeführt werden, abhängig von der Lage und Größe des Tumors sowie der Erfahrung des Chirurgen. Als International Center for Robotic Urology liegt ein besonderes Augenmerk der Klinik für Urologie auf der minimalinvasiven robotischen Chirurgie. Sowohl Patient:innen aus der Region als auch aus ganz Deutschland und dem Ausland können so nach den modernsten medizinischen Standard und technischen Möglichkeiten behandelt werden.
Während des Eingriffs wird der Tumor oder das betroffene Gewebe sorgfältig freigelegt und in einem Stück entfernt, wobei darauf geachtet wird, die umliegenden Strukturen nicht zu verletzen. Bei der Adrenalektomie beispielsweise ist es wichtig, mindestens 1/3 der Nebenniere zu erhalten, um die adrenokortikale Funktion zu erhalten.
Risiken und Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff birgt auch die en-bloc-Resektion Risiken und Komplikationen. Dazu können gehören:
Blutungen: Die Blutungsgefahr ist erhöht durch die starke Vaskularisierung und erhöhte Fragilität der hyperthyreoten Struma; insbesondere beim Morbus Basedow.
Infektionen:
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Verletzung umliegender Organe:
Nervenverletzungen: Die anatomische Darstellung und Präparation des N. laryngeus recurrens („recurrant laryngeal nerve“, RLN) ist der Goldstandard. Der zusätzliche Einsatz eines intraoperativen Neuromonitorings (IONM; Abb. 3) zur Identifikation des Nervs hat sich in den letzten Jahren in Deutschland durchgesetzt [61]. Trotzdem sollten Muskelrelaxanzien mit kürzerer Halbwertzeit wie z. B.
Hormonelle Störungen: Nach bilateraler Adrenalektomie liegt das Risiko für eine schwere Addison-Krise bei circa 20 Prozent (4).
Hypokalzämie: Nach Thyreoidektomien kommt es in 5-20 % der Fälle durch eine Läsion der Epithelkörperchen in der späten postoperativen Phase zu einer passageren Hypokalzämie.
Nachsorge
Nach einer en-bloc-Resektion ist eine sorgfältige Nachsorge erforderlich, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dazu können gehören:
Überwachung der Vitalfunktionen: Aufgrund der Gefahr der Rekurrensparese und eines Stridors durch postoperative Weichteilschwellung und Nachblutungen ist eine lückenlose postoperative Überwachung im Aufwachraum für mindestens 2 Stunden erforderlich [34].
Schmerzmanagement: Auch die lokale postoperative Wundinfiltration mit Lokalanästhetika, z. B. 10-20 ml 0,5 % Bupivacain, hat sich als gute supportive Möglichkeit zur Analgesie erwiesen.
Hormonersatztherapie: Postoperativ sollte eine konsequente Glukocorticoid-Substitution und gegebenenfalls ebenfalls eine Mineralokortikoide, erfolgen.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: In den ersten zwei Jahren nach OP sollte alle drei Monate eine CT Thorax und Abdomen sowie eine endokrinologische Vorstellung zur Nachkontrolle erfolgen.
Alternative Behandlungsmethoden
Neben der en-bloc-Resektion gibt es auch alternative Behandlungsmethoden für urologische Probleme und Nebennierentumore bei Parkinson-Patienten. Dazu können gehören:
Medikamentöse Therapie: Beim unilateral hervorgerufenen Hyperaldosteronismus kann eine Blutdrucknormalisierung in bis zu 50 Prozent der Fälle erreicht werden. Alternativ kann eine lebenslange Einnahme von Spironolacton erwogen werden.
Strahlentherapie:
Andere chirurgische Techniken:
Die Wahl der geeigneten Behandlungsmethode hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. der Art und Größe des Tumors, dem Gesundheitszustand des Patienten und seinen individuellen Bedürfnissen.
Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit
Die Behandlung von Parkinson-Patienten mit urologischen Problemen oder Nebennierentumoren erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachärzten, wie z. B. Urologen, Endokrinologen, Neurologen und Onkologen. Nur durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit kann eine optimale Behandlungsstrategie entwickelt und umgesetzt werden.
Forschung und Studien
Um das Behandlungsanbot für Sie zu erweitern, sind wir sehr aktiv in Studien eingebunden und als Abteilung international bei Forschungsvorhaben vernetzt. Derzeitige ForschungsprojekteEndoscopic versus Laparoscopic Myotomy for Treatment of Idiopathic Achalasia: A Randomized, Controlled Trial Dies ist eine Europäische Multicenter-Studie in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. T. Prospektiv-randomisierter Vergleich von En-bloc- versus Piecemeal-Resektion von großen Rektumadenomen (PERLA) Diese Deutsche Multicenter-Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. T. Hybrid Argon Plasma Coagulation (Hybrid-APC) for the treatment of Barrett‘s esophagus with Low-Grade, High-Grade Intraepithelial Neoplasia or after Endoscopic Resection for Early NeoplasiaBei dieser Europäischen Multicenter-Studie in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. C. Ell und Prof. Dr. J. Bergman, wird die sogenannte Hybrid-APC Behandlung untersucht. A prospective randomized multi-center study comparing endoscopic pneumodilation and per oral endoscopic myotomy (POEM) as treatment of idiopathic achalasia Diese Europäische Multicenter-Studie in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. G.