Endovenöse Lasertherapie: Nebenwirkungen, Vorteile und Anwendungsbereiche

Die endovenöse Lasertherapie (EVLT) hat sich als eine minimal-invasive Behandlungsmethode zur Entfernung von Krampfadern etabliert. Im Vergleich zu traditionellen operativen Verfahren wie dem Venenstripping bietet sie einige entscheidende Vorteile. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der EVLT, einschließlich der möglichen Nebenwirkungen, der Anwendungsbereiche und der Kostenübernahme durch Krankenkassen.

Was ist die endovenöse Lasertherapie?

Die endovenöse Lasertherapie ist eine moderne Methode zur Behandlung von Krampfadern, bei der die betroffene Vene nicht chirurgisch entfernt, sondern von innen verschlossen wird. Dies geschieht durch die Einführung einer feinen Lasersonde in die Vene, die Laserenergie abgibt. Die Laserenergie erhitzt die Venenwand, was zu einem Verschluss der Vene führt. Im Laufe der Zeit wird die verschlossene Vene vom Körper abgebaut und verschwindet.

Wie funktioniert die EVLT?

  1. Diagnose und Markierung: Vor dem Eingriff erfolgt eine sorgfältige Diagnose mittels Doppler-Ultraschall, um die Ausprägung und den Verlauf der erkrankten Venen zu beurteilen. Der Arzt markiert den Verlauf der Krampfadern auf der Haut des stehenden Patienten.
  2. Lokalanästhesie: Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung. Der Arzt injiziert eine Tumeszenzlösung, die ein Lokalanästhetikum enthält, um das umliegende Gewebe zu schützen und Schmerzen zu minimieren.
  3. Einführung des Laserkatheters: Unter Ultraschallkontrolle wird ein dünner, flexibler Katheter in das Venensystem eingeführt und bis zur Hauptvenenklappe vorgeschoben.
  4. Laseranwendung: Der Laser wird schrittweise zurückgezogen, während die Laserenergie die Gefäßinnenwände der Krampfader erhitzt und zerstört.
  5. Abschluss: Nach dem Eingriff wird die Einstichstelle mit einem Pflaster versorgt und ein Kompressionsstrumpf angelegt.

Vorteile der endovenösen Lasertherapie

Die endovenöse Lasertherapie bietet im Vergleich zum traditionellen Venenstripping mehrere Vorteile:

  • Minimal-invasiv: Da keine großen Hautschnitte erforderlich sind, entstehen keine Narben.
  • Ambulante Behandlung: Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden, sodass der Patient die Praxis unmittelbar nach der Behandlung wieder verlassen kann.
  • Geringe Belastung: Der Körper wird kaum belastet, und der Patient kann in der Regel am nächsten Tag seinen normalen Tätigkeiten nachgehen.
  • Keine Vollnarkose: In den meisten Fällen ist keine Vollnarkose erforderlich, was das Risiko von Komplikationen reduziert.
  • Schnelle Erholung: Die Patienten können sich sofort nach der Behandlung wieder normal bewegen.
  • Geringere Schmerzen: Im Vergleich zum Venenstripping sind die Schmerzen nach der Lasertherapie geringer.
  • Geringere Infektionsgefahr: Das Risiko von Infektionen ist geringer als bei operativen Verfahren.
  • Kürzere Behandlungsdauer: Die Behandlungsdauer ist insgesamt kürzer als beim Venenstripping.

Anwendungsbereiche der endovenösen Lasertherapie

Die endovenöse Lasertherapie eignet sich besonders für die Behandlung von Krampfadern an den oberflächlichen Hauptvenen der Beine, den sogenannten Stammvenen (Vena saphena magna und Vena saphena parva). Sie kann auch zur Behandlung von Seitenastvarizen eingesetzt werden, insbesondere in Kombination mit anderen Verfahren wie der Sklerosierung oder der Mini-Phlebektomie.

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Obwohl die endovenöse Lasertherapie als ein sicheres Verfahren gilt, können in seltenen Fällen Nebenwirkungen und Komplikationen auftreten:

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  • Verhärtungen und Rötungen: Im Bereich der behandelten Krampfader kann es zu Verhärtungen und Rötungen kommen, insbesondere wenn die Vene oberflächlich verläuft. Diese Symptome verschwinden jedoch in der Regel nach einigen Tagen oder Wochen.
  • Schmerzen: Leichte Schmerzen können auftreten, wenn sich die Krampfader abbaut und im Durchmesser und in der Länge schrumpft.
  • Verfärbungen: Kurzzeitige Verfärbungen der Haut können auftreten.
  • Nervenverletzungen: In seltenen Fällen kann es zu Nervenverletzungen kommen, die sich durch Gefühlsstörungen der Haut äußern. Diese klingen jedoch meist rasch wieder ab.
  • Thrombosen: Sehr selten können oberflächliche oder tiefe Venenthrombosen auftreten.
  • Entzündungen: In seltenen Fällen kann es zu Entzündungen kommen.
  • Verbrennungen: In sehr seltenen Fällen kann es zu Verbrennungen der Haut kommen.
  • Allergische Reaktionen: Sehr selten kann eine allergische Reaktion auf das Lokalanästhetikum auftreten.
  • Wiedereröffnung der Vene: In etwa 3 % der Fälle kann sich die Stammvene wieder eröffnen.

Es ist wichtig zu betonen, dass die genannten Risiken deutlich geringer sind als bei operativen Verfahren. Eine ausführliche Aufklärung über mögliche Risiken ist vor der Behandlung unerlässlich.

Was ist nach der Laserbehandlung zu beachten?

Nach der endovenösen Lasertherapie sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Kompressionsstrumpf: Mindestens eine Woche lang sollte ein Kompressionsstrumpf getragen werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen und das Risiko von Komplikationen zu minimieren.
  • Bewegung: Normale Bewegung ist direkt nach der Behandlung erlaubt und erwünscht. Kleine Spaziergänge fördern den Blutfluss in den Beinvenen und beugen einer Thrombose vor.
  • Vermeidung von Wärme: Starke Wärme, wie z. B. Saunabesuche, sollte für mindestens vier Wochen vermieden werden, da sie die Venen erweitern und das Thromboserisiko erhöhen kann.
  • Kontrolluntersuchung: Eine zeitnahe Kontrolluntersuchung beim Phlebologen ist fester Bestandteil jeder Therapie mit einem endovenösen thermischen Verfahren. Dabei wird das Ergebnis der Behandlung mittels Duplexsonografie überprüft und auf mögliche Komplikationen geachtet.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Die Kostenübernahme für die endovenöse Lasertherapie durch Krankenkassen ist unterschiedlich geregelt. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel problemlos. Bei gesetzlich Versicherten ist die Kostenübernahme nicht immer gewährleistet.

Viele gesetzliche Krankenkassen haben jedoch spezielle Verträge im Rahmen der integrierten Versorgung abgeschlossen, die eine Kostenübernahme ermöglichen. Es ist ratsam, sich vor der Behandlung bei der Krankenkasse zu erkundigen, ob die Kosten übernommen werden. Wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, besteht die Möglichkeit, die Behandlung als Selbstzahlerleistung in Anspruch zu nehmen.

Alternativen zur endovenösen Lasertherapie

Neben der endovenösen Lasertherapie gibt es noch weitere Verfahren zur Behandlung von Krampfadern:

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  • Venenstripping: Die klassische Krampfaderoperation, bei der die erkrankte Vene chirurgisch entfernt wird.
  • Sklerosierung: Eine Methode, bei der ein Verödungsmittel in die Vene injiziert wird, um sie zu verschließen.
  • Radiofrequenztherapie: Ein Verfahren, bei dem Radiowellen zur Erhitzung und zum Verschluss der Vene eingesetzt werden.
  • ClariVein-Verfahren: Eine minimal-invasive Methode, bei der ein spezieller Katheter verwendet wird, um die Vene mechanisch zu reizen und gleichzeitig ein Verödungsmittel zu injizieren.
  • Heißdampftherapie: Ein Verfahren, bei dem Heißdampf in die Vene injiziert wird, um sie zu verschließen.
  • Mini-Phlebektomie: Ein Verfahren, bei dem kleine Krampfadern über winzige Hautschnitte entfernt werden.

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