Lasertherapie bei Migräne: Eine umfassende Betrachtung

Einführung

Migräne ist eine häufige und beeinträchtigende neurologische Erkrankung, die Millionen Menschen weltweit betrifft. Die Suche nach wirksamen Behandlungsmethoden ist daher von großer Bedeutung. Die Lasertherapie hat sich in den letzten Jahren als eine vielversprechende Option zur Linderung von Migräne-Symptomen etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Lasertherapie bei Migräne, von den zugrunde liegenden Mechanismen bis hin zu den klinischen Anwendungen und Erfolgen.

Was ist Lasertherapie?

Die Lasertherapie ist eine moderne physikalische Behandlung, die hochenergetisches Licht nutzt, um therapeutische Effekte im Gewebe zu erzielen. "Laser" ist ein Akronym für "Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation" (Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung). Im Wesentlichen handelt es sich um gebündeltes Licht, das in der Lage ist, Materie zu durchdringen und so auch tiefer liegende Gewebeschichten zu stimulieren.

Wirkungsweise

Die Lasertherapie wirkt auf verschiedenen Ebenen:

  • Schmerzlinderung: Sie hat eine schmerzlindernde Wirkung.
  • Stoffwechselanregung: Sie regt den Stoffwechsel an.
  • Abschwellende Wirkung: Sie wirkt abschwellend.
  • Durchblutungsförderung: Das gebündelte Licht regt die Durchblutung im behandelten Gewebe an.
  • Zellstimulation: Die zugeführte Energie stimuliert die Zellen und regt den Zellstoffwechsel an.
  • Endorphin-Ausschüttung: Die Lasertherapie stimuliert die Endorphin-Ausschüttung, was zusätzlich zur Schmerzlinderung beiträgt.

Anwendungsbereiche

Die Lasertherapie findet in verschiedenen medizinischen Bereichen Anwendung. Einige Beispiele umfassen:

  • Orthopädie: Behandlung von Erkrankungen des Fußes, Sprunggelenks, der Achillessehne, des Fersensporns, der Hüfte, des Knies, der Schulter, des Ellenbogens und der Hand.
  • Dermatologie: Behandlung von Hauterkrankungen wie Rosazea, Akne, Narben, aktinischen Keratosen und Hautkrebsvorstufen.
  • Ästhetische Medizin: Faltenbehandlung, Fett-weg-Spritze, Mikroneedling, Mikro-Sklerotherapie.
  • Weitere: Gefäßentfernung, Entfernung gutartiger Hautveränderungen, Tätowierungsentfernung, Warzenentfernung, Nagelpilz, Behandlung von Schnarchen und Schlafapnoe, gynäkologische Laserbehandlung.

Lasertherapie bei Migräne: Ein spezifischer Fokus

Migräne ist eine chronische neurovaskuläre Erkrankung, die oft von pulsierenden, einseitigen Kopfschmerzen begleitet wird. Übelkeit, Erbrechen sowie Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit sind häufige Begleiterscheinungen. Die Lasertherapie bietet hier einen vielversprechenden Ansatz.

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Mögliche Mechanismen

Die genauen Mechanismen, wie die Lasertherapie bei Migräne wirkt, sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Theorien:

  • Beeinflussung der Schmerzwahrnehmung: Eine Studie deutet darauf hin, dass lichtempfindliche Zellen in der Netzhaut mit Hirnregionen in Verbindung stehen, die Schmerzsignale empfangen und weiterleiten. Die Lasertherapie könnte hier ansetzen, indem sie die Aktivität dieser Nervenzellen moduliert.
  • Deaktivierung überempfindlicher Schmerzrezeptoren: Einige Ärzte, wie der Karlsruher Augenarzt Peter Höh, behandeln Kopfschmerzpatienten über die Augen, indem sie mit einem Laserstrahl die überempfindlichen Schmerzrezeptoren im Auge suchen und gezielt deaktivieren.
  • Entzündungshemmende Wirkung: Die Lasertherapie wird als entzündungshemmende Schmerztherapie eingesetzt.
  • Verbesserung der Mikrozirkulation: Die Lasertherapie kann die Mikrozirkulation im Auge verbessern, was möglicherweise einen positiven Einfluss auf Kopfschmerzen hat.

PowerCure: Eine spezielle Methode

Eine spezielle Methode zur Lasertherapie bei Migräne ist PowerCure. Dieses Gerät kombiniert 4 medizinische 808nm-Laserdioden und 12 Haushaltslaserdioden mit 650nm. Die Behandlung erfolgt in zwei Schritten:

  1. Das Gerät wird für 8 Minuten über dem linken Ohr platziert.
  2. Anschließend wird es für weitere 8 Minuten um das Hinterhirn herum angelegt.

Ein Behandlungszyklus umfasst fünf Tage mit zwei Tagen Abstand zwischen den Zyklen. Während der Behandlungszeit wird die Therapie einmal täglich für jeweils 30 Minuten durchgeführt.

Klinische Evidenz und Erfolge

Es gibt Berichte über erstaunliche Erfolge mit der Lasertherapie bei Migräne. So berichtet beispielsweise Agnes Hell, die 40 Jahre unter Migräne litt, dass sie seit der Augen-Laser-Therapie vor fünf Jahren nur noch selten Kopfschmerzen hat.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die wissenschaftliche Evidenzlage noch nicht ausreichend ist. Weitere Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit der Lasertherapie bei Migräne umfassend zu belegen.

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Augen-Laser-Therapie nach Peter Höh

Der Karlsruher Augenarzt Peter Höh behandelt seit über einem Jahrzehnt Kopfschmerzpatienten mit einer speziellen Augen-Laser-Therapie. Er geht davon aus, dass überempfindliche Schmerzrezeptoren im Auge eine Rolle bei der Entstehung von Kopfschmerzen spielen.

Ablauf der Behandlung

  1. Voruntersuchung: Eine dreistündige Voruntersuchung umfasst die Bestimmung der Sehschärfe, den Ausschluss von grünem Star und Untersuchungen an der Netzhaut, um die Mikrodurchblutung im Auge zu beurteilen.
  2. Behandlung: Die Bindehaut wird mit Augentropfen betäubt. Anschließend tastet der Laser die Iris-Oberfläche ab. Der Patient gibt eine Einschätzung des Schmerzes ab, um eine sogenannte Augenkarte zu erstellen.
  3. Laserschuss: Die Schmerzzonen werden mit dem Laser vernichtet.

Erfolgsaussichten

Laut Höh wirkt die Methode bei etwa 70 Prozent der Patienten. Er kann jedoch nicht vorhersagen, bei wem die Therapie erfolgreich sein wird.

Weitere Anwendungsgebiete der Lasertherapie

Die Lasertherapie wird auch in anderen Bereichen erfolgreich eingesetzt:

  • Schmerzen: Die Lasertherapie kann bei der Behandlung von Schmerzen im Bewegungsapparat helfen, wie z. B. bei Arthrose, Rückenschmerzen und Sportverletzungen.
  • Entzündungen: Die Lasertherapie hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann bei der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis und Tendinitis eingesetzt werden.
  • Hauterkrankungen: Die Lasertherapie kann bei der Behandlung von Hauterkrankungen wie Akne, Ekzemen und Psoriasis eingesetzt werden.
  • Wundheilung: Die Lasertherapie kann die Wundheilung beschleunigen und das Risiko von Narbenbildung verringern.
  • Ästhetische Medizin: Die Lasertherapie wird in der ästhetischen Medizin zur Faltenbehandlung, Haarentfernung und zur Behandlung von Pigmentstörungen eingesetzt.

Kosten und Erstattung

Die Kosten für die Lasertherapie bei Migräne variieren je nach Art der Behandlung und dem behandelnden Arzt. Da die Lasertherapie keine Versorgungsleistung der gesetzlichen Krankversicherung ist, müssen gesetzlich Versicherte die Kosten in der Regel selbst tragen. Einige Privatkassen übernehmen die Kosten jedoch, abhängig von der Diagnose und Indikation. Es empfiehlt sich, vor Behandlungsbeginn einen Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse einzureichen.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Lasertherapie gilt im Allgemeinen als eine sichere Behandlungsmethode. Nebenwirkungen sind selten und meist geringfügig. Mögliche Nebenwirkungen sind:

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  • Rötung der Haut: Die Haut kann nach der Behandlung gerötet sein.
  • Schwellung: Es kann zu einer Schwellung im behandelten Bereich kommen.
  • Schmerzen: In seltenen Fällen können Schmerzen auftreten.
  • Veränderungen der Hautpigmentierung: In sehr seltenen Fällen kann es zu Veränderungen der Hautpigmentierung kommen.

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