Lasertherapie bei Nervenschmerzen: Eine umfassende Betrachtung

Die Lasertherapie, insbesondere die Low-Level-Laser-Therapie (LLLT), hat sich als eine vielversprechende Methode zur Behandlung von Nervenschmerzen und anderen Schmerzzuständen etabliert. Diese Therapieform nutzt die Kraft des Lichts, um biochemische Prozesse im Körper anzuregen und so Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und die Heilung zu fördern.

Was ist Lasertherapie?

Lasertherapie ist eine moderne Behandlungsmethode, bei der Lichtenergie verwendet wird, um Schmerzen zu lindern, die Durchblutung zu verbessern und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Die Abkürzung LLLT stammt von der englischen Bezeichnung der Behandlung als Low Level Laser Therapy und bezeichnet die therapeutische Nutzung eines niederenergetischen Lasers im Infrarotbereich. Im Unterschied zur Laserkoagulation im OP spielt bei der LLLT die Wärmeentwicklung nur eine untergeordnete Rolle. Genutzt wird vielmehr die Eigenschaft des Lasers, entzündungsfördernde Stoffwechselprodukte zu blockieren.

Wie funktioniert die Lasertherapie?

Die Lasertherapie ist eine Regulationstherapie. Durch die Bestrahlung mit gebündeltem Licht werden die Stoffwechselvorgänge in den Zellen aktiviert. Die Lichtintensität von Laserlicht durchdringt jede Materie, so können auch tief gelegene Gewebeschichten stimuliert werden.Das Licht des verwendeten Lasers hat eine besondere Wellenlänge und Farbe (ist monochromatisch), schwingt immer in derselben Phase (ist kohärent) und schickt das Licht gebündelt auf eine definierte Stelle (geringe Divergenz). Der Prozess der Bestrahlung kann als Flächen- und als Punktbestrahlung erfolgen. Da keine thermische Wirkung auf der Haut entsteht, dringen die Laserstrahlen während der Behandlung mit der Low-Level-Laser-Therapie völlig schmerzlos und risikofrei in das Gewebe ein.

Biochemische Prozesse und Zellstimulation

Ziel der Therapie ist es, durch die gebündelte Energie des Laserstrahls, den Zellstoffwechsel zu beeinflussen und biochemische Prozesse zur Zellerneuerung anzustoßen, was wiederum eine schmerzstillende Wirkung mit sich bringen kann. Die biochemischen Vorgänge können die Erkrankung des Gewebes abwehren und die Heilung begünstigen. Die Low-Level-Laser-Therapie wirkt stimulierend und regt die Selbstheilungskräfte des Gewebes an. Durch die Laserbestrahlung werden die Kraftwerke der Zellen - die Mitochondrien - aktiviert. In diesen laufen Energiestoffwechselprozesse ab. Außerdem werden neue Eiweißbausteine und kollagene Fasern gebildet, die dem Gewebe zu mehr Stabilität verhelfen. So können auch Giftstoffe in höherem Maß aus dem schmerzenden Gewebe abtransportiert werden und der Lymphfluss wird angeregt.

Schmerzlinderung und Entzündungshemmung

Der Laser ist weiterhin in der Lage, oxidativen Stress im Skelettmuskel zu reduzieren und damit einer frühen Ermüdung des Muskels entgegenzuwirken. Die Ermüdung des Muskels wird als Voraussetzung für zahlreiche Schmerzsyndrome im Bereich der Wirbelsäule angesehen. Auch spastische Muskelfasern - üblicherweise als Verspannung bezeichnet - können gelockert werden, indem die Reizübertragung am Skelettmuskel normalisiert wird. Schließlich gibt es neuere Hinweise, die belegen, dass der Laserstrahl günstig auf die Reizübertragung bestimmter Nervenfasern (schmerzleitende A δ-Fasern und Υ-Fasern) einwirkt. Der Laser blockiert damit die Übertragung schmerzhafter Nervenreize an das Gehirn.

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Anwendungsgebiete der Lasertherapie

Die Lasertherapie wird in der Orthopädie häufig bei Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates, wie Arthritis, Tendinitis, Rückenschmerzen und anderen orthopädischen Beschwerden, eingesetzt. Mit der Lasertherapie können alle schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt werden. Hierzu zählen alle Arthrosebeschwerden, Muskel- und Sehnenerkrankungen und Sportverletzungen. Die Lasertherapie verspricht heutzutage Erfolge in nahezu allen medizinischen Teilbereichen, wie der Dermatologie, Sportmedizin und Wundbehandlung. Auch in der Schmerztherapie sind Laser-Verfahren längst etabliert und erfreuen sich bester Resultate, die durch langjährige klinische Erfahrungswerte wissenschaftlich nachgewiesen sind.

Einige spezifische Indikationen umfassen:

  • Neuralgien (Nervenschmerz)
  • Stumpfschmerzen
  • Phantomschmerzen
  • Arthrose
  • Arthritis
  • Herpes zoster (Gürtelrose)
  • Herpes labialis (Fieberblasen)
  • Wirbelsäulenbeschwerden (Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule)
  • Hexenschuss (Lumbago)
  • Tennis- oder Golferellenbogen (Epicondylitis)
  • Sehnenentzündungen (Tendinitis)
  • Narbenbehandlung zur Linderung von Narbenschmerzen und Narbenjucken
  • Nachbehandlung von Knochenbrüchen zur Förderung der Heilung
  • Zerrungen und Verstauchungen
  • Wundheilungsstörungen bei chronischen Wunden oder nach Operationen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Schmerzen des gesamten Bewegungsapparates

Vorteile der Lasertherapie

Die Lasertherapie ist eine vollkommen schmerzfreie Behandlung ohne Nebenwirkungen, gleichzeitig mit einer hohen Wirksamkeit. Bei sachgemäßer Anwendung des Lasers sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Allerdings müssen bei der Anwendung besonders lichtempfindliche Organe (Augen) geschützt werden. Patient und Anwender tragen deshalb während der Behandlung eine Schutzbrille. Der Körper wird nicht zusätzlich belastet, wie bei einer medikamentösen Therapie und das Risiko für Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten oder Allergien wird auf ein Minimum reduziert.

Weitere Vorteile der Laser-Therapie:

  • Entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte durch die Regeneration der Zellen
  • Stimulierung des Immunsystems
  • Förderung der Wundheilung
  • Verbesserte Gewebedurchblutung durch die Neubildung von Blutgefäßen
  • Schmerzfreiheit der Behandlung
  • Erfolge sind oft schon nach der ersten Anwendung zu verzeichnen

High-Power-Lasertherapie

Die High-Power-Lasertherapie mit Opton und OptonPro bietet ein sehr breites Therapiespektrum: hochwirksame Schmerztherapie mit lokaler Wirksamkeit direkt am Schmerzort. Ein Teil der Laserenergie wird daneben in chemische Reaktionsenergie umgewandelt, wodurch Moleküle direkt durch Übertragung von Elektronen und indirekt durch Bildung von Sauerstoff-Radikalen angeregt werden. Hier sind in erster Linie gefärbte Moleküle der Atmungskette zu nennen, wie Flavoproteine und Cytochrome. Daraus resultiert eine Steigerung der Aktivität des Energiestoffwechsels, was als „Biostimulation“ bezeichnet wird. Die Anregung des Energiestoffwechsels in der Atmungskette der Zelle äußert sich auch in einer schnelleren Abheilung von Gewebeläsionen. Die therapeutische Wirkung des Opton-Lasers beruht entscheidend auf der thermischen Komponente der Energieübertragung und den thermischen Eigenschaften des Gewebes, die von der Wärmeleitfähigkeit und dem Temperaturleitwert des jeweiligen Gewebes abhängen. In der physikalischen Medizin werden therapeutische Wärmewirkungen im Temperaturbereich bis ca. Laserlicht wird in der Haut gestreut und absorbiert und somit größtenteils in Wärme umgewandelt. Ein schwacher thermischer Reiz auf die Nozizeptoren der Haut löst die bekannten segmentalen Schmerzhemmreflexe über das erste und zweite Neuron aus, wie sie mit der Gate-Control Theorie beschrieben werden. Starke thermische Reize aktivieren das endorphinerge neurale und humorale Schmerzhemmsystem. Mit Laserlicht aktivierte segmentale Reflexe lösen neben der Schmerzhemmung auch eine muskuläre Entspannung aus. Die beschriebene Beschleunigung von Heilungsprozessen wirkt sich vor allem in einer Aktivierung der Fibroblasten aus. Hervorzuheben ist die nicht thermische Natur der Aktivierung, es sind daher nur geringe Energiemengen des Laserlichtes erforderlich.

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Laserneedle-Therapie

Die Laserneedle-Therapie in Praxisklinik Stadthagen. In der modernen Medizin ist die Lasertechnologie heute nicht mehr wegzudenken. Im Bereich der Orthopädie kommt das Laserlicht (künstlich gebündelter Lichtstrahl) gezielt und punktuell zum Einsatz. Beim Laserneedle wird ähnlich wie bei der Akupunktur ein Reiz ausgesetzt über die Stimulation bestimmter Punkte. Weil die Lichtintensität des Laserstrahls jede Materie durchdringt, können auch tief gelegene Gewebsschichten stimuliert werden.

Ablauf einer Lasertherapie

Der Einsatz des Lasers erfolgt punktuell oder flächenhaft. Mithilfe von gebündelten Lichtstrahlen geht die Orthopädie mit der Lasertherapie gezielt auch in tief gelegenen Gewebeschichten gegen Schmerzen vor. Die Dauer einer Laserbehandlung hängt von der Art und Schwere des Problems ab, aber sie dauert in der Regel nur wenige Minuten. Eine Analyse aller bisherigen medizinischen Veröffentlichungen, die einem definierten Qualitätsstandard entsprechen, ergab, dass z.B. bei Nackenschmerzen im Durchschnitt ca. 8-12 Anwendungen notwendig sind. Dauerhafte Erfolge sind in der Regel nach etwa 6 Behandlungen zu erwarten. Bei chronischen Schmerzzuständen durchbricht die Lasertherapie den Schmerzkreislauf, indem sie die ablaufenden Entzündungsreaktionen hemmt.

Wissenschaftliche Anerkennung und Ergänzung zur Schulmedizin

Obwohl die Lasertherapie in der Medizin und Naturheilkunde weit verbreitet und ihre Wirksamkeit bei vielen Patienten nachgewiesen ist, wird sie von der Schulmedizin teilweise nicht anerkannt, da sie nicht Gegenstand aller wissenschaftlichen Forschungen ist. In vielen Fällen kann die Laserbehandlung als ergänzende oder alternative Therapie zu medikamentösen oder chirurgischen Behandlungen durchgeführt werden. Die Laser-Schmerztherapie kann sowohl allein als auch unterstützend zur Schulmedizin eingesetzt werden.

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