Die Nerven, ein deutsches Post-Punk-Trio aus Stuttgart, bestehend aus Julian Knoth, Max Rieger und Kevin Kuhn, hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2010 einen Namen gemacht. Ihre Musik, die sich durch Energie und oft düstere Texte auszeichnet, hat sowohl rebellische Jugendliche als auch Feuilleton-Redakteure begeistert. Dieser Artikel beleuchtet die Entwicklung der Band, ihre Alben und ihren Einfluss auf die deutsche Musikszene.
Ursprünge und frühe Werke
Die Nerven wurden mit dem Ziel gegründet, laute und krachige Musik zu machen. Ihre frühen Werke waren geprägt von einem rohen und ungeschliffenen Sound, der an No-Wave-Bands erinnerte. Das Album "Fun" aus dem Jahr 2012, das beim Lieblingsplatte Festival aufgeführt wurde, gilt als eines ihrer prägendsten Werke und wurde vom Spiegel sogar als eine der bedeutendsten Platten des Jahrzehnts ausgezeichnet.
Entwicklung des Sounds
Im Laufe der Jahre hat sich der Sound der Nerven weiterentwickelt. Das Album "Out" (2015) zeigte eine Band, die ihre Energie an die lange Leine legte und den großen Ausbruch in jedem Lied hinauszögerte. Die Songs mäanderten auf unbehagliche Weise und enthielten Referenzen an Bands wie Wipers, The Gun Club und Mission Of Burma.
Mit dem Album "Fake" (2018) vollzogen die Nerven einen Bruch mit ihrer musikalischen Komfortzone. Sie wandten sich von rohem Lärm ab und hin zu strukturierten Popsongs mit einem Sound zwischen Post-Punk und New Wave. Das Album enthielt warme Dur-Akkorde und gezupfte Akustikgitarren, was einige Fans überraschte.
Das "schwarze Album" und die dunkle Seite des Lebens
Das selbstbetitelte "schwarze Album", das 2022 erschien, setzte den Weg fort, den die Nerven mit "Fake" eingeschlagen hatten. Die Musik war noch stärker von Post-Punk und New Wave beeinflusst und zeichnete ein düsteres Bild der aktuellen Lebensrealität. Die Texte, die oft aus Slogans und Schlaglichtern bestanden, fingen die Verunsicherungen, wegbrechenden Zukunftsperspektiven und Beklemmungen der vergangenen Jahre ein.
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Ein Gefühl der Machtlosigkeit schwebte über dem Album, sei es gegenüber politischen Entscheidungen, Algorithmen oder der Marktlogik. Zeilen wie "Und ich dachte irgendwie / in Europa stirbt man nie" brachten die Zweifel an der Idee von dauerhaftem Frieden und Wohlstand in Europa auf den Punkt.
"Wir waren hier" und die Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist
Das sechste Studioalbum der Nerven, "Wir waren hier", erschien im September 2024. Die Band war inzwischen froh, keine Achtzehn mehr zu sein, bewegte sich aber keineswegs selbstgerecht auf ausgetretenen Pfaden Richtung Rockstar-Ruhestand. Mit ihrem sägenden Noise-Rock vertonten sie das krisenhafte Weltgeschehen und trafen damit den Zahn der Zeit.
Die Nerven verurteilten mit ihrem Song "Europa" die europäische Politik der Ausgrenzung und Abschottung. Sie stellten fest, dass sich das krisenhafte Weltgeschehen am besten mit sägendem Noise-Rock vertonen lässt.
Live-Auftritte und Festivalteilnahmen
Die Nerven sind bekannt für ihre energiegeladenen Live-Auftritte. Die Energie, die Julian Knoth, Max Rieger und Kevin Kuhn auf ihre Alben bannen, explodiert live hundert Mal so stark. Sie haben an zahlreichen Festivals teilgenommen, darunter das Lieblingsplatte Festival, bei dem sie ihr Album "Fun" aufführten, und das Pop-Kultur Festival, bei dem sie neben anderen Künstlern wie Drangsal und Candelilla auftraten.
Kollaborationen und Soloprojekte
Neben ihrer Arbeit mit Die Nerven sind die Bandmitglieder auch in anderen Projekten aktiv. Max Rieger ist als Produzent tätig und hat mit Musikern wie Ilgen-Nur, Drangsal und Casper zusammengearbeitet.
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