Die Trigeminusneuralgie, oft als "der größte Schmerz der Welt" bezeichnet, ist eine äußerst belastende Erkrankung, die durch plötzliche, heftige Gesichtsschmerzen gekennzeichnet ist. Die Lasertherapie, insbesondere die Softlasertherapie (Low-Level-Lasertherapie, LLLT), hat sich als vielversprechende Option zur Linderung dieser Schmerzen etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Lasertherapie bei Trigeminusneuralgie, von den Grundlagen der Erkrankung bis hin zu den spezifischen Anwendungen und Vorteilen der Lasertherapie.
Einführung in die Trigeminusneuralgie
Die Trigeminusneuralgie ist ein Gesichtsschmerz im Versorgungsbereich des Nervus trigeminus, dem fünften Hirnnerv. Dieser Nerv teilt sich in drei Hauptäste auf und versorgt wichtige Gesichtsabschnitte mit Gefühlswahrnehmungen, darunter Stirn, Augen, Nase, Ober- und Unterkiefer sowie Kinn. Die Erkrankung verursacht plötzliche, blitzartig einschießende, heftigste Schmerzattacken im Gesicht, die Sekunden, selten länger als zwei Minuten andauern. Die Attacken können spontan oder durch Reize wie Kauen, Sprechen, Schlucken, Zähneputzen, Berührung im Gesicht, kalte Luftzüge oder Bewegungen der Gesichtsmuskulatur ausgelöst werden.
Zwischen den Attacken besteht in der Regel Beschwerdefreiheit, wobei die Attacken mehrmals täglich über Wochen oder Monate auftreten können. Zu Beginn der Erkrankung sind auch wochen- bis monatelange schmerzfreie Intervalle möglich, jedoch ist der Verlauf in der Regel progredient. Die Schmerzen erreichen auf einer Schmerzskala von 1 bis 10 (VAS) fast immer den höchsten Wert. Begleitend zu den Schmerzen können sich Teile der Gesichtsmuskulatur zusammenziehen (Tic douloureux), und es können Hautrötungen und Augentränen auftreten.
Nach der aktuellen Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft wird zwischen der klassischen (idiopathischen) und der symptomatischen Trigeminusneuralgie unterschieden. Bei der symptomatischen Trigeminusneuralgie können auch Sensibilitätsstörungen im Dermatom des betroffenen Trigeminusastes vorhanden sein, und es wird keine Schmerzfreiheit zwischen den Attacken gefordert.
Die Ursache der klassischen Trigeminusneuralgie ist wahrscheinlich ein pathologischer Gefäß-Nerven-Kontakt zwischen dem Nervus trigeminus und der Arteria cerebelli superior, wodurch es zu einer Irritation der Wurzel des Nervus trigeminus im Kleinhirnbrückenwinkel kommt. Symptomatische Trigeminusneuralgien treten als Symptom von Raumforderungen (Akustikusneurinome, Metastasen), bei umschriebenen Hirnstammischämien, Angiomen des Hirnstamms oder bei Multipler Sklerose auf. Bei einem Teil der symptomatischen Trigeminusneuralgien bedingen die Raumforderungen einen pathologischen Gefäß-Nerven-Kontakt. Bei der Multiplen Sklerose führt die Schädigung der Myelinscheide im Bereich der Eintrittsstelle der Nervenwurzel zu den Schmerzattacken.
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Mögliche Differentialdiagnosen der Trigeminusneuralgie sind beispielsweise die postzosterische Neuralgie, der Cluster-Kopfschmerz, die kraniomandibuläre Dysfunktion oder die Trigeminusneuropathie (mit Dauerschmerz und Gefühlsstörungen, kein Triggereffekt, oft nach Gesichtsverletzungen).
Die Lasertherapie: Grundlagen und Wirkungsweise
Die Softlasertherapie bzw. Low-Level-Lasertherapie (LLLT) ist ein Verfahren der komplementären Medizin, das mithilfe eines Lasers mit niedriger Leistungsdichte durchgeführt wird. Sie gehört zum Teilgebiet der Lichttherapie. Aufgrund seiner niedrigen Leistung entwickelt der Laser keine thermische Wirkung auf der Haut und ist somit nebenwirkungsfrei und schmerzlos, sofern er nach der medizinischen Geräteverordnung zugelassen ist.
Der Softlasertherapie wird ein stimulierender Einfluss auf das Gewebe und die Zellen zugeschrieben. Die Low-Level-Lasertherapie gehört zu den komplementärmedizinischen Verfahren.
Verfahren der Lasertherapie
Bei der Lasertherapie werden Elektronen durch elektromagnetische Strahlung energetisch angeregt. Die Wechselwirkung von Lasern und Geweben erfolgt vornehmlich im molekularen und makromolekularen Bereich. Die neue Leistungskategorie repräsentiert ein bisher nicht bekanntes Leistungspotenzial für Therapieerfolge. Sie stimuliert sowohl oberflächliche Schmerzrezeptoren als auch tieferliegende Gewebestrukturen durch gleichzeitige Applikation von zwei Wellenlängen.
Wirkungen der Softlasertherapie
Die Softlasertherapie stimuliert wichtige Regulationsprozesse im Körper und hat folgende Wirkungen:
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- Entzündungshemmend
- Ödemrückbildend
- Beschleunigung des Lymphabflusses
- Durchblutungsfördernd
- Wundheilungsfördernd
- Schmerzstillend
Die Therapie dauert je nach Krankheitsbild 10-30 Minuten.
Nutzen der Lasertherapie
Die Lasertherapie führt zur Regeneration von Zellen und hat entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte. Des Weiteren wird das Immunsystem stimuliert und die Heilung gefördert.
Physikalische Eigenschaften des Laserlichts
Das normale Licht, z. B. das einer Glühbirne, besteht aus einer komplexen Zusammenstellung von Licht unterschiedlicher Wellenlänge bzw. Farbe und Ausbreitungsrichtung. Laserlicht hingegen weist folgende Eigenschaften auf:
- Monochromasie: Das Licht ist monochromatisch, d. h. es hat nur eine bestimmte Wellenlänge bzw. Farbe.
- Kohärenz: Das Licht ist kohärent, d. h. es schwingt in derselben Phase bzw. Wellenform.
- Geringe Divergenz: Das Licht wird gebündelt und in eine definierte Richtung geschickt.
Alle diese Eigenschaften ermöglichen die speziellen Wirkungen der Softlasertherapie ("Low-level laser therapy“ (LLLT); 635-830 nm), die in erster Linie stimulierend ist und die Selbstheilungskräfte des Organismus stärkt. Zudem wird die Wirkung auf die Aktivierung der zelleigenen Energiepotenziale durch die kohärente Laserstrahlung zurückgeführt. Laut der zugrunde liegenden Theorie würden die Zellen erneut auf einem „geordneten Niveau schwingen”.
Zelluläre und biochemische Effekte
Die Lasertherapie beeinflusst verschiedene zelluläre und biochemische Prozesse:
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- Steigerung der Aktivität der Mitochondrien um ca. 150 %: Die Mitochondrien werden auch als Kraftwerke der Zelle bezeichnet. In ihnen wird das Molekül ATP (Adenosintriphosphat) synthetisiert, das als Energiewährung zu sehen ist und z. B. bei der Muskelkontraktion verbraucht wird.
- Beschleunigung des Lymphabflusses: Das Lymphgefäßsystem bildet eine Drainage, die Wasser und Stoffwechselprodukte aus der Peripherie (Arme und Beine) wieder dem Blutkreislauf zuführt.
- Schmerzlinderung: Durch die stimulierende Wirkung auf eine große Zahl regulatorischer bzw. immunologischer Faktoren.
Die genaue Form der Therapie richtet sich nach der Individualität des Patienten und nach seiner Erkrankung.
Lasertherapie bei Trigeminusneuralgie: Spezifische Anwendung
Die Lasertherapie, insbesondere die Softlasertherapie, wird als komplementäre Behandlungsmethode bei Trigeminusneuralgie eingesetzt. Sie zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Einige Studien deuten darauf hin, dass die LLLT eine schmerzlindernde und beruhigende Wirkung auf den Trigeminusnerv haben kann. Ein Beispiel ist die Anwendung von "PowerCure", bei der das Gerät auf 8 Minuten eingestellt und an der Verzweigung des Augenmeridians platziert wird.
Die Laserpunktur ist eine weitere Form der Lasertherapie, bei der das Laserlicht auf die elektrisch signifikanten Punkte der Haut - darunter auch die Akupunkturpunkte - einwirkt. Der Laser wirkt normalisierend und regulierend. Für die Laserpunktur gelten die gleichen Regeln und Vorschriften wie für die „klassische“ Akupunktur mit Nadeln.
Anwendungsbereiche der Lasertherapie
Die Lasertherapie hat sich nicht nur in der Human- sondern auch in der Veterinärmedizin bestens bewährt. Die zu behandelnden Körperregionen werden mit dem stark gebündelten, energiereichen Licht des Lasers bestrahlt, wodurch die Schmerzfühler (Nociceptoren) - das sind in allen Geweben verteilte Nervenenden - unempfindlicher und ausgeglichener werden. Gleichzeitig lädt sich der Stoffwechsel der Zellen mit Energie auf, so dass die Stoffwechselaktivität, die Durchblutung und der Lymphfluß gefördert werden. Es kommt darüber hinaus zur Erhöhung der Zellteilungsrate und zu einer Zunahme von Zellen, die Schadstoffe abbauen (Phagozyten). Diese „Biostimulation“ unterstützt den Heilungsprozess.
Dauer und Häufigkeit der Behandlung
Je nach Befund dauert eine Anwendung zwischen 10 und 20 Minuten. Notwendig sind in der Regel mindestens acht Behandlungen.
Weitere Anwendungsgebiete der Lasertherapie
Die Lasertherapie findet auch in anderen medizinischen Bereichen Anwendung, darunter:
- Orthopädie: Arthrosen, Bänderzerrung, Muskelriss und Muskelverletzungen, Sehnenverletzungen, Dorsalgie, Lumbalgie, Cephalgie
- Hals-Nasen-Ohren-Bereich (HNO)
- Zahnheilkunde: Wundheilungsstörungen
- Dermatologie: Wunden und Narben, Akne (purlienta und conglobata), Dekubitus, Ulcus Cruris, Herpes Zoster und Herpes Simplex, Brandwunden
- Weichteile: Bursitis, Tendinitis, Myositis, Epicondylitis, Behandlung schmerzender Stellen, Karpaltunnel-Syndrom als Folge von Tendosynovitiden, Partielle Rupturen
- Knochen resp. Gelenke: Rheumatische und arthritische Erkrankungen, Beschleunigte Knochenregeneration nach Frakturen, M.
Risiken, Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Obwohl die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) in der Regel als sicher und nebenwirkungsfrei gilt, gibt es einige Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen, die vor der Behandlung berücksichtigt werden sollten.
Kontraindikationen
- Augen: Die Anwendung von Laserlicht in der Nähe der Augen kann schädlich sein.
- Schwangerschaft: Die Sicherheit der LLLT während der Schwangerschaft ist nicht ausreichend erforscht.
- Medikamente: Einige Medikamente können die Empfindlichkeit gegenüber Licht erhöhen.
- Narben und Tattoos: Laserlicht kann bei Narben und tätowierter Haut unerwünschte Reaktionen hervorrufen.
Mögliche Komplikationen
Obwohl die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) in der Regel als sicher und nebenwirkungsfrei gilt, können in seltenen Fällen einige Komplikationen auftreten. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Komplikationen selten sind und die meisten Menschen die Behandlung ohne Probleme durchführen können. Dennoch sollten Patienten sich der möglichen Risiken bewusst sein.
- Lokale Reaktionen: Es kann zu vorübergehenden Rötungen oder leichten Schwellungen im behandelten Bereich kommen.
- Hautreizungen: In einigen Fällen kann es zu vorübergehenden Hautreizungen, Rötungen oder Schwellungen im Bereich der Bestrahlung kommen.
- Überstimulation: Bei übermäßiger Anwendung oder zu hoher Intensität des Laserlichts kann es zu einer Überstimulation des Gewebes kommen.
- Augenprobleme: Wenn das Laserlicht versehentlich in die Augen gelangt, kann dies Augenprobleme verursachen, einschließlich vorübergehender Sehstörungen.
- Photosensibilität: Personen, die empfindlich auf Licht reagieren (Photosensibilität), könnten verstärkt auf die LLLT reagieren.
- Schmerzen: Einige Patienten könnten während oder nach der Behandlung leichte Schmerzen oder Beschwerden verspüren.
- Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auf die verwendeten Materialien auftreten.
- Unzureichende Wirkung: Die LLLT wirkt möglicherweise nicht bei allen Patienten oder allen Arten von Erkrankungen.
Vorbereitung auf die Low-Level-Lasertherapie
Die Vorbereitung auf eine Low-Level-Lasertherapie ist in der Regel unkompliziert. Es sind keine speziellen Vorbereitungen wie Nahrungskarenz erforderlich.
Konventionelle Behandlungsmethoden der Trigeminusneuralgie
Neben der Lasertherapie gibt es verschiedene konventionelle Behandlungsmethoden für die Trigeminusneuralgie, die je nach Art und Schweregrad der Erkrankung eingesetzt werden.
Klassische Trigeminusneuralgie
Zu Beginn der Therapie wird die klassische Trigeminusneuralgie meist mit Medikamenten behandelt. Wirken diese Medikamente gut, kann dies auch ein zusätzliches Diagnosekriterium sein, zum Beispiel zur Abgrenzung von psychosomatischen Erkrankungen.
Da es vor allem für die klassische Trigeminusneuralgie mit der Mikrochirurgie eine ursächliche Behandlungsmöglichkeit gibt, sollten Betroffene diese Therapie in jedem Fall mit ihrer/ihrem behandelnden Ärztin/Arzt besprechen.
Als Alternative zur Behandlung der klassischen Form steht die stereotaktische Bestrahlung zur Verfügung. Die Wirksamkeit dieser Behandlungsform ist ebenso hoch und eine Operation kann dadurch vermieden werden.
Medikamentöse Therapie
Anfangs wird diese Behandlung bevorzugt. Beide Formen der Trigeminusneuralgie können mit einer konservativen Schmerztherapie behandelt werden - schon, weil man die quälenden Schmerzen rasch unterdrücken möchte. In der Regel werden Medikamente eingesetzt, welche die Beschwerden vermindern beziehungsweise die Schmerzsignale blockieren, die zum Gehirn gesendet werden.
Manchmal genügt eine kurzzeitige medikamentöse Behandlung. Eine länger andauernde Medikamenteneinnahme sowie eine Kombination mehrerer Medikamente sollten vermieden werden.
Typischerweise wird die medikamentöse Therapie mit Gabapentin oder Pregabalin begonnen. Beide Mittel stammen aus der Behandlung der Epilepsie und werden daher auch als Antikonvulsiva bezeichnet.
Als Wirkstoffe der Gruppe der Gabapentinoide zählen Gabapentin oder Pregabalin zu den Kalziumkanalblockern. Indem Kalzium blockiert wird, wird die Freisetzung von wichtigen Neurotransmittern im zentralen Nervensystem normalisiert und damit die schmerzreduzierende Wirkung erreicht. Andere antiepileptische Wirkstoffe, die bei der Trigeminusneuralgie eingesetzt werden können, sind beispielsweise Carbamazepin, Oxcarbazepin, Lamotrigin oder Phenytoin.
Gabapentin kann eine Vielzahl von Nebenwirkungen haben. Zu den häufigsten zählen Virusinfektionen, Schwindel, Müdigkeit, Bewegungsstörungen und Fieber. Pregabalin zählt neben Gabapentin zu den Medikamenten der Wahl.
Mikrovaskuläre Dekompression
Die mikrovaskuläre Dekompression ist die einzige Behandlung, welche die wesentliche Ursache der klassischen Trigeminusneuralgie, den Konflikt zwischen Gefäß und Nerv, beseitigt. Die Operation wird auch nach ihrem Entwickler „Janetta-Operation“ genannt.
Bei der mikrovaskulären Dekompression werden der Nervus trigeminus sowie die mit ihm in Verbindung stehende Arterie über einen Hautschnitt hinter dem Ohr zugänglich gemacht. Anschließend wird die Arterie vorsichtig vom Nerv getrennt und ein Stück Kunststoff als Puffer zwischen die beiden eingebracht. Auf diese Weise wird eine weitere Reizung des Nervens durch das Blutgefäß verhindert.
Wird sie von erfahrenen Neurochirurg:innen durchgeführt, gilt die mikrovaskuläre Dekompression als sichere Behandlungsmethode. Studien zeigen, dass das Komplikationsrisiko bei rund 1,4 Prozent liegt. Die häufigsten Nebenwirkungen - die für sich genommen mit rund einem Prozent trotzdem sehr selten auftreten - sind einseitige Taubheit oder Gefühlstörungen auf der operierten Seite.
Im Gegensatz zur medikamentösen Behandlung kann mit der Janetta-Operation in sehr vielen Fällen die Ursache der Erkrankung behoben werden. Rund 75 Prozent aller Patient:innen sind nach der mikrovaskulären Dekompression über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren schmerzfrei. Kommt der Schmerz zurück, kann die Operation noch einmal durchgeführt werden.
Stereotaktische Bestrahlung (radiochirurgische Behandlung)
Eine weitere Behandlungsmethode ist die radioaktive Bestrahlung der Trigeminuswurzel im Hirnstamm mit ionisierenden Strahlen (GammaKnife®, CyberKnife®). Wenn die Schmerzen zurückkehren, kann man noch einmal bestrahlen.
Durch die gezielte Bestrahlung wird ein millimeterkleiner Strahlenschaden im Nerven verursacht. Die Schmerzlinderung setzt nach wenigen Wochen ein. Allerdings sind die Langzeitergebnisse nicht so gut wie bei der mikrovaskulären Dekompression. Der Vorteil liegt jedoch darin, dass sie ohne operativen Eingriff erfolgt.
Nach heutigem Kenntnisstand eignet sich das Verfahren vor allem, wenn ein erhöhtes Operationsrisiko besteht oder eine Trigeminusneuralgie bei Multipler Sklerose vorliegt.
Bei der stereotaktischen Bestrahlung wird eine hohe Strahlendosis gezielt auf einem kleinen Bereich angewendet. Dadurch wird das bestrahlte Gewebe vernichtet. Das Verfahren ermöglicht so eine Art Operation ohne Skalpell.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Gefühlsstörungen im Gesicht, die auch die Hornhaut des Auges betreffen können.
Der Erfolg der radiochirurgischen Behandlung ist etwas geringer als der anderer Verfahren. Rund 70 Prozent der Patient:innen berichten nach der Behandlung davon, keine Beschwerden mehr zu haben.
Symptomatische Trigeminusneuralgie
Hier stehen folgende Behandlungsformen zur Verfügung:
- Medikamente
- Perkutane Verfahren (Ballonkompression, Glycerininjektion, Thermokoagulation)
- Elektrostimulation
Wenn der Trigeminusneuralgie eine Multiple Sklerose oder eine andere Grunderkrankung zugrunde liegt, wird natürlich auch diese behandelt werden.
Perkutane Verfahren
Zu den sogenannten perkutanen („durch die Haut“) Verfahren zählen:
- Die Ballonkompression
- Die Glycerininjektion
- Die Thermokoagulation
Bei den Verfahren wird zunächst ein Nervenknoten, das Ganglion Gasseri, mit einer Nadel (Kanüle) zugänglich gemacht und dann ein oder mehrere Äste des Trigeminusnervs durch Druck (Ballonkompression), Alkohol (Glycerininjektion) oder Hitze (Thermokoagulation) geschädigt.
Meist führen die verschiedenen Verfahren über einige Jahre zu Schmerzfreiheit. Stellen sich die Schmerzen dann erneut ein, können die Eingriffe im Allgemeinen wiederholt werden.
Elektrostimulation
Bei der Elektrostimulation wird zunächst eine Teststimulation über eine Nadelelektrode durchgeführt. Wirkt diese, so wird über verschiedene Zugangswege eine Elektrode im Bereich des Nervenknotens (Ganglion) eingesetzt. Mit der dauerhaft implantierten Elektrode kann zum Teil eine gute Schmerzlinderung erzielt werden. Der Vorteil gegenüber den oben beschriebenen zerstörenden Techniken ist, dass die Nebenwirkungen umkehrbar (reversibel) sind.
Bei der Teststimulation kann es zu leichten Blutergüssen und Schmerzen im Bereich der Elektrodeneinführung kommen. Ebenso wie beim Einsetzen einer dauerhaften Elektrode besteht ein geringes Risiko von Infektionen und Verletzungen des Nervens.
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