Erkrankungen peripherer Nerven wie Karpaltunnelsyndrom, Nerventrauma und Neuropathie haben vielfältige Ursachen und Erscheinungsbilder. Funktionseinschränkungen oder Nervenschmerzen stellen für Betroffene im Alltag oft eine hohe Belastung dar. Das Neurozentrum Harlaching in der München Klinik Harlaching hat sich auf die intensive elektrophysiologische Diagnostik, Nervensonographie und spezialisierte Therapie peripherer Nerven in Zusammenarbeit mit der Schwesterklinik in Bogenhausen spezialisiert.
Schwerpunkt des Neurozentrums: Geschädigte Nerven
Periphere Nerven sind für Muskelbewegungen sowie Tast- und Temperaturempfindungen zuständig. Bei Schädigungen können Schmerzen, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen auftreten. In der Regel suchen Betroffene zuerst einen Neurologen auf, der sie zur komplexen Differenzialdiagnostik und ganzheitlichen Behandlung in die neurologische Tagesklinik überweist.
Diagnostik und Behandlung von Nervenschmerzen im Neurozentrum Harlaching
Das Neurozentrum Harlaching ist spezialisiert auf die Diagnostik und Behandlung von:
- Erkrankungen und Verletzungen peripherer Nerven (Nerventrauma, Nervenläsion, Nervenlähmung, Fazialisparese)
- Nervenengpasssyndrome (Karpaltunnelsyndrom, Sulcus ulnaris-Syndrom)
- Entzündungen der Nervenwurzeln, Guillain-Barre-Syndrom (GBS), Neuropathie (CIDP), Polyneuropathien, Motoneuronerkrankung
Umfassende Diagnostik peripherer Nerven
In der Neurologischen Tagesklinik der München Klinik Harlaching wird eine umfassende Untersuchung zur Ursachenforschung von Nervenschäden angeboten, z.B. nach Nerventrauma oder bei Engpasssyndromen. Folgende Untersuchungen sind in der Tagesklinik möglich:
- Elektromyographie
- Elektroneurographie (ENG/NLG) / Nervenleitgeschwindigkeit (NLG)
- Muskelsonographie
- Nervensonographie / hochauflösender Nervenultraschall
Untersuchungsablauf in der Neurologischen Tagesklinik
- Aufnahme: Gründliche klinische Untersuchung
- Spezifische Untersuchungen: Elektrophysiologische Untersuchung und ggf. Ergänzung bzw. Aktualisierung bereits mitgebrachter Messergebnisse; Nervensonographie des mutmaßlich geschädigten Nervenabschnitts
- Beratung: Gemeinsame Besprechung des Befundes und Empfehlung zur Weiterbehandlung (konservativ / operativ)
Nervensonographie: Visualisierung von Nervenschädigungen
Mithilfe hochauflösender Ultraschalltechnik können Schädigungen der peripheren Nerven direkt sichtbar gemacht werden. Die Nervensonographie ergänzt die klinische Untersuchung und elektrophysiologische Diagnostik.
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Indikationen für die Nervensonographie
- Nervenkompressionssyndrome (z.B. Karpaltunnelsyndrom, Kubitaltunnel-/Sulcus ulnaris Syndrom, Tarsaltunnelsyndrom)
- Lokalisation der Schädigung
- Empfehlung geeigneter Therapieverfahren (konservativ mit Schiene bzw. Physiotherapie oder Nerven-Nervendekompression durch OP)
- Nachoperativ: Hinweise auf Ursachen anhaltender Beschwerden (z.B. unvollständige Durchtrennung des Retinaculums bei Karpaldachspaltung, Rezidiv durch überschießende Narbenbildung)
- Nervenverletzungen: Visualisierung des Verletzungsausmaßes und entsprechende Therapieempfehlung (z.B. Physiotherapie bei inkompletter Schädigung des Nerven; OP (Nervennaht) bei kompletter Durchtrennung des Nerven und Anteilen des Nerven)
- Nachoperativ: Hinweise auf Ursachen ausbleibender Heilungsfortschritte nach erfolgter Nervenoperation (z.B. Nahtinsuffizienz, Neurombildung, Kompression durch Narben)
- Bei unklarer Erkrankung des peripheren Nervensystems als Baustein zur Differentialdiagnostik (.z.B. demyelinisierende Polyneuropathien, Motoneuronerkrankung etc.)
Vorteile der Nervensonographie
Die intensive Differenzialdiagnostik und insbesondere Nervensonographie ermöglicht oft die direkte Visualisierung von Art und Ausmaß der Nervenschädigung, was eine gezieltere Behandlung und bessere Prognoseabschätzung ermöglicht. Bei notwendigen chirurgischen Eingriffen kann die Nervensonographie der behandelnden Chirurgin bzw. dem behandelnden Chirurgen bei der exakten Planung des Eingriffs helfen.
Behandlungsangebote bei Schädigung peripherer Nerven
Die München Klinik als Haus der Maximalversorgung bietet individuelle Therapiemöglichkeiten. Es besteht eine enge standortübergreifende Vernetzung mit allen relevanten Nachbardisziplinen, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten - konservativ, operativ und rehabilitativ. Die Therapieempfehlung für die Nervenerkrankung wird im Team aus Neurologie und Neurochirurgie, Physikalischer Medizin sowie Orthopädie und Unfallchirurgie erarbeitet. Für eine zeitnahe Behandlung wird stets auf die chirurgische Abteilung mit entsprechender Spezialisierung verwiesen, die ggf. in der Schwesterklinik Bogenhausen zu finden ist. Je nach Krankheitsbild ist z.B. ein Eingriff in der Neurochirurgie (periphere Nervenchirurgie) oder der Handchirurgie, beides in Bogenhausen, denkbar. Die Abteilung für Physikalische Medizin (PhysMed) besitzt ein spezialisiertes Team aus Physio- und Ergotherapie. Zudem ist eine multimodale Schmerztherapie möglich. Wenn konservative Therapien nicht mehr greifen, kann eine Nerven-OP angeraten sein, die häufig mit einem kleinen Eingriff in lokaler Betäubung oder Kurznarkose durchgeführt werden kann. Nach erfolgtem Eingriff stehen die Ergotherapeutinnen der PhysMed zur Seite, um z.B. die Handfunktionen für Alltag und Beruf wieder herzustellen.
Radikulopathie: Wenn die Nervenwurzel gereizt ist
Bei einer Radikulopathie wird eine Nervenwurzel des Rückenmarks gereizt oder geschädigt. Je nachdem, welche Nervenwurzel betroffen ist, kommt es zu Schmerzen, Missempfindungen oder neurologischen Ausfällen. Die Ursachen für eine Radikulopathie sind vielfältig und reichen vom Bandscheibenprolaps bis zu Wirbelsäulentumoren.
Ursachen der Radikulopathie
- Bandscheibenvorfall: Die häufigste Ursache. Verlagerung der Bandscheibe führt zur Entstehung von Druck im Bereich des Rückenmarks.
- Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule (Spondylarthrose oder Spondylose): Durch Verschleiß entstehen z. B. knöcherne Anbauten, die auf Nervenwurzeln drücken.
- Tumore: Tumore können ebenfalls auf Nervenwurzeln drücken. Beispiele sind Chondrosarkome und Osteosarkome.
- Hämatome: Blutergüsse im Wirbelkanal können so groß werden, dass sie auf Nervenwurzeln drücken.
- Infektionskrankheiten: Nervenwurzeln werden auch direkt durch Infektionskrankheiten bedroht.
Symptome der Radikulopathie
Die Symptome einer Radikulopathie variieren je nach betroffenem Wirbelsäulensegment:
- Zervikale Radikulopathie (Halswirbelsäule): Nackenschmerzen, die in Schulter und Arm ausstrahlen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln bis in die Fingerspitzen.
- Thorakale Radikulopathie (Brustwirbelsäule): Rückenschmerzen und/oder Schmerzen im Bereich des Brustkorbs und der Körpermitte, Missempfindungen um den Brustkorb/Bauch herum.
- Lumbale Radikulopathie (Lendenwirbelsäule): Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Missempfindungen in Becken und Bein, Kraftverlust oder Lähmungen des Fußes oder Beines möglich.
Diagnostik der Radikulopathie
Die Diagnose einer Radikulopathie umfasst:
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- Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte und prüft Haltung und Beweglichkeit, Sensibilität und Reflexe, um die Höhe der Nervenwurzelreizung festzustellen.
- Bildgebung: Mithilfe der Bildgebung wird versucht, die Ursache und die genaue Lokalisation für die Nervenreizung zu finden. In der Regel reicht dazu eine MRT oder CT des betroffenen Areals.
- Liquorpunktion: Manchmal bleibt trotz bildgebender Diagnostik die Ursache einer Radikulopathie im Dunkeln. In solchen Fällen wird ggf. eine Liquorpunktion durchgeführt und die entnommene Hirnflüssigkeit untersucht.
Behandlung der Radikulopathie
Die Behandlung der Radikulopathie richtet sich nach ihrer Ursache und Lokalisation. Zu den konservativen Verfahren gehören:
- Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten, z. B. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac.
- Vorübergehende Verordnung von Opioiden bei starken Schmerzen.
- Psychotherapeutische Unterstützung (z. B. Verhaltenstherapien) oder Verordnung von Antidepressiva bei chronischen Verläufen.
- Physiotherapeutische Behandlungen, z. B. mit Kälte oder Wärme. Krankengymnastik dehnt und stärkt die Muskulatur und lindert dadurch die Schmerzen.
- Manchmal für kurze Zeit eine Halskrause, wenn die Halswirbelsäule betroffen ist.
- Interventionelle Schmerztherapie: Injektion eines Gemischs aus Kortison und Betäubungsmittel an die schmerzende Nervenwurzel.
In etwa 20 % der Radikulopathien muss die Ursache operativ beseitigt werden, meist ein Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose. Ziel der Operation ist die Dekompression der beengten Nervenwurzel. Dazu gibt es verschiedene Verfahren, wie die Entfernung von störendem Gewebe oder das Einsetzen von Cages als Platzhalter in das Bandscheibenfach.
Nervenwurzelentzündung (Radikulopathie): Eine detaillierte Betrachtung
Eine Nervenwurzelentzündung, auch Radikulopathie genannt, ist eine Reizung der Nervenwurzeln im Bereich des Rückens, wo die Spinalnerven aus dem Rückenmark austreten. Diese Nervenwurzeln enthalten motorische Nerven (für Muskelbewegungen) und sensible Nerven (für Empfindungen).
Symptome einer Nervenwurzelentzündung
- Schmerzen: Starke, stechende Schmerzen, die im Verlauf dumpfer werden können. Oft lageabhängig (z.B. Besserung im Liegen).
- Sensibilitätsstörungen: Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Missempfindungen im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.
- Muskelschwäche: Abschwächung oder Ausfall von Muskeln, wenn die motorischen Nervenfasern betroffen sind.
- Ausstrahlende Schmerzen: Schmerzen entlang des Nervenverlaufs, z.B. in die Beine bei einer Entzündung im Bereich der Lendenwirbelsäule.
Diagnose einer Nervenwurzelentzündung
- Orthopäden-Patienten-Gespräch: Erhebung der Krankengeschichte und der aktuellen Beschwerden.
- Körperliche Untersuchung: Überprüfung der Nervenfunktion und der Reflexe.
- Bildgebung:
- Röntgen: Zur Diagnose von Verschleißreaktionen der Zwischenwirbelgelenke und zur Beurteilung knöcherner Strukturen.
- MRT: Standardmäßig bei Verdacht auf Bandscheibenvorfall. Ermöglicht eine genaue Beurteilung des Bandscheibengewebes und anderer Veränderungen im Bereich des Bindegewebes.
- Ultraschall: Eher selten, da das MRT sensitiver ist.
Behandlung einer Nervenwurzelentzündung
Die Behandlung richtet sich nach Ausmaß und Ursache der Entzündung. Zunächst wird immer eine konservative Therapie versucht:
- Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac und Ibuprofen, um Schmerzen zu lindern und die Entzündung zu reduzieren.
- Cortison: Kann bei starken Schmerzen als Tablette eingenommen oder in den Bereich der Nervenwurzel gespritzt werden (Infiltration).
- Wärme: Kann nach einigen Tagen angewendet werden, um die Durchblutung anzuregen und die Muskeln zu entspannen.
- Kinesiotaping: Kann unterstützend eingesetzt werden, um die Muskeln zu entspannen und eine bewusste Bewegung zu fördern.
- Osteopathie: Sinnvoll bei chronischen Nervenwurzelreizungen.
- Operation: Bei starken Beschwerden oder wenn konservative Maßnahmen nicht helfen.
Dauer einer Nervenwurzelentzündung
- Akute Nervenwurzelentzündung: Dauert typischerweise mehrere Tage bis Wochen. Mit Behandlung können die Symptome oft innerhalb von 4 bis 6 Wochen abklingen.
- Subakute Nervenwurzelentzündung: Kann über mehrere Wochen bis Monate bestehen, wenn die Entzündung durch eine länger anhaltende Ursache ausgelöst wird.
- Chronische Nervenwurzelentzündung: Kann über Monate bis Jahre anhalten. Die Behandlung zielt oft darauf ab, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern.
Weitere diagnostische und therapeutische Optionen
- Muskulärer Dysbalancen-Check: Analyse der Muskelpartien im Bereich des Rückens, um verkürzte oder geschwächte Muskeln zu finden.
- EMG (Elektromyographie): Erkennung von Schädigungen der Nerven oder Muskeln.
- Wirbelsäulenvermessung: Erkennung von Fehlhaltungen oder Verkrümmungen der Wirbelsäule.
- Übungen: Spezifische Übungen zur Stärkung und Dehnung der Muskulatur.
MRT-gesteuerte periradikuläre Therapie
Eine MRT-gesteuerte periradikuläre Therapie ist eine minimalinvasive Behandlungsmethode bei Nervenwurzelentzündungen. Dabei wird unter örtlicher Betäubung und ständiger MRT-Kontrolle eine dünne Spezialsonde bis an die gereizte Nervenwurzel geschoben. Über die Sonde wird eine Kochsalzlösung und anschließend ein entzündungshemmendes Medikament (z.B. Traumeel) und ein lokal wirksames Kortisonpräparat injiziert. Die MRT-Steuerung ermöglicht eine präzise Platzierung der Medikamente an der gereizten Nervenwurzel. Je nach Intensität der Beschwerden wird die Therapie in der Regel vier bis acht Mal durchgeführt.
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Neuropathische Schmerzen
Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, entstehen als direkte Folge einer Schädigung von „Gefühlsfasern“ des Nervensystems. Die Schmerzimpulse entstehen in der Regel nicht mehr im Bereich der Nervenendigungen von Schmerzfasern in den Geweben des Körpers.
Symptome neuropathischer Schmerzen
- Brennende, bohrende, einschießende oder stechende Schmerzen.
- Schmerzen treten oft in Ruhe auf und können durch leichte Berührungsreize ausgelöst werden (Allodynie).
- Verstärkte Schmerzempfindlichkeit nach anderen schmerzauslösenden Reizen (Hyperalgesie).
- Gefühlsstörungen (Taubheitsgefühl) im Versorgungsgebiet eines Gefühlsnervs.
Diagnose neuropathischer Schmerzen
Die Diagnose „neuropathischer Schmerz“ wird anhand von übereinstimmenden Hinweisen auf eine Nervenschädigung im Rahmen der Untersuchung und Befragung des Patienten gestellt. Ergänzend können Schmerzzeichnungen, Schmerzfragebögen und weitere Spezialtests eingesetzt werden.
- QST (quantitative sensorische Testung): Prüfung der Hautempfindlichkeit.
- Neurographie: Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit.
- SEP (somatosensibel evozierte Potenziale): Prüfung der gesamten Gefühlsbahn von der Haut über das Rückenmark bis ins Gehirn.
- Bildgebende Verfahren (CT oder MRT): Können eine Nervenschädigung direkt sichtbar machen.
Mögliche Auslöser neuropathischer Schmerzen
- Bandscheibenvorfall
- Polyneuropathie (z.B. im Rahmen einer Zuckerkrankheit)
- Schmerzhafte Gürtelrose (Herpes zoster)
- Nervenquetschungen oder Nervendurchtrennungen im Rahmen von Unfällen oder Operationen
- Phantomschmerz
- Engpass-Syndrome (z.B. Karpaltunnel-Syndrom)
Behandlungsmöglichkeiten neuropathischer Schmerzen
Die Behandlung von Nervenschmerzen gestaltet sich oft schwierig. Schmerzfreiheit kann nur in den seltensten Fällen erreicht werden. Die Therapie neuropathischer Schmerzen gründet sich vor allem auf eine individuell abgestimmte Behandlung mit Medikamenten, um die Beschwerden zu lindern, bis sich die geschädigten Nerven zumindest weitgehend erholt und neu aufgebaut haben. Ergänzend können nicht-medikamentöse Verfahren, physikalische Maßnahmen, Ergotherapie und Psychotherapie sinnvoll sein.
Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) in der neurologischen Diagnostik
Zur Untersuchung bei Erkrankungen des Gehirns und des Nervensystems haben sich vor allen die Computertomographie (CT) und in zunehmendem Ausmaß die Magnetresonanztomographie (MRT) durchgesetzt.
Computertomographie (CT)
In akuten Notfallsituationen, z.B. bei Verdacht auf einen Schlaganfall, steht in der Regel die Computertomographie (CT) am Anfang der Diagnostik. Je nach Fragestellung kann es erforderlich sein, ein Röntgenkontrastmittel zu verabreichen. Die Vorteile der Methode liegen in einer breiten Verfügbarkeit und der schnellen, unkomplizierten Durchführbarkeit. Die eigentliche Untersuchung dauert normalerweise nur wenige Minuten. Allerdings muss aufgrund der Strahlenbelastung vor allem bei jüngeren Patienten stets eine strenge Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Die Magnetresonanztomographie (MRT) bietet den Vorteil, ohne Strahlenbelastung kontrastreiche, hochauflösende Bilder des Gehirns, des Rückenmarks und der Wirbelsäule liefern zu können. Daher stellt diese bei den meisten Krankheitsbildern und Fragestellungen des Nervensystems das Verfahren der ersten Wahl dar. Auch hier erhöht sich die Aussagekraft häufig durch Gabe eines Kontrastmittels. Der Nachteil des Verfahrens liegt zum einen in der je nach Fragestellung deutlich längeren Untersuchungsdauer (ca. 15 - 45 Minuten). Zum anderen dürfen sich aufgrund des herrschenden starken Magnetfeldes nicht alle Patienten im Kernspintomographen untersuchen lassen (z.B. Patienten mit Herzschrittmachern).
MRT Nerven / MR Neurographie
Die Magnetresonanztomographie (MRT) der Nerven (auch MR Neurographie) kann Ursachen für unklare Schmerzen präzise lokalisieren oder ausschließen.
Indikationen für eine MR Neurographie
- Unklare Schmerzen, wenn trotz verschiedener Untersuchungen keine Ursache gefunden werden konnte
- Andauernde (chronische) Schmerzen
- Schmerzen an mehreren Stellen gleichzeitig (Polyneuropathien)
- Stechende Schmerzen und Missempfindungen in Fingern und Händen
- Stechende Schmerzen und Missempfindungen in Beinen und Füßen
- Starke Schmerzen, die nicht auf Medikamente ansprechen
- Lähmungen
Ablauf der MR Neurographie
Bei der Nerven-MRT werden betroffene Körperregionen gezielt untersucht. So können zum Beispiel die Nerven ausgehend von der oberen Wirbelsäule/Nacken über das Arm-Nerven-Geflecht und den Arm bis in die Finger dargestellt werden. Zudem werden die anatomischen Nachbarstrukturen wie Gelenke, Knochen und Muskeln mituntersucht. Die MR-Untersuchung wir entsprechend Ihrer individuellen Schmerzanamnese von Spezialist:innen geplant und sorgfältig ausgewertet. Die Untersuchung wird in der Rückenlage durchgeführt und dauert in der Regel ca. 30 Minuten. Bei Bedarf können auch gezielte Schmerztherapien unter direkter Kontrolle im MR Scanner oder mittels Ultraschalles durchgeführt werden.
Feststellung von Nervenschädigungen
Auch wenn Symptome wie Schmerzen, Taubheitsgefühle, Störungen in den Bewegungsabläufen und ein verminderter Tastsinn bereits auf eine Nervenschädigung hinweisen können, gibt es zahlreiche sehr gute Verfahren zur sicheren Diagnosestellung. Experte für die Feststellung von Nervenschädigungen ist der Neurologe.
Diagnostische Verfahren
- Anamnese: Der Facharzt erkundigt sich nach der Krankengeschichte und den aktuellen Beschwerden.
- Neurologische Untersuchung:
- Reflexprüfung: Überprüfung von Reflexen, wie beispielsweise dem Kniesehnen-Reflex.
- Berührungsempfindlichkeit: Überprüfung der Berührungsempfindlichkeit von Armen oder Beinen, z.B. mit einer Stimmgabel.
- Elektroneurographie: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.
- Elektromyographie: Bestimmung der elektrischen Muskelaktivität.
- Blutuntersuchung: Spezielle Messwerte und Parameter des Bluts können Hinweise auf die Ursache einer Nervenschädigung geben.
- Liquoruntersuchung: Mithilfe der Liquoruntersuchung kann entschieden werden, ob Gehirn und Rückenmark von den Nervenschädigungen betroffen sind.
- Nervenbiopsie: Entnahme einer Gewebeprobe direkt aus einem Nerv zur mikroskopischen Untersuchung.
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