Eine Nervenwurzelentzündung, oft durch einen Bandscheibenvorfall verursacht, kann erhebliche Beschwerden verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankung, einschließlich der Rolle der MRT-Querschnittuntersuchung.
Was ist eine Nervenwurzelentzündung?
Die Nervenwurzelentzündung, medizinisch als Radikulopathie bezeichnet, entsteht durch eine Reizung der Nervenwurzeln, die aus dem Rückenmarkskanal austreten. Diese Reizung kann zu erheblichen körperlichen Einschränkungen führen. Häufige Ursachen sind Verschiebungen der Wirbelkörper oder ein Bandscheibenvorfall, wodurch die Nerven unter Druck geraten. In selteneren Fällen können Infektionen wie Borreliose oder, in sehr seltenen Fällen, Tumore die Nervenwurzelreizung verursachen.
Symptome einer Nervenwurzelentzündung
Die Symptome einer Nervenwurzelentzündung manifestieren sich als Schmerzen, Missempfindungen (z. B. Kribbeln) und Muskelschwächen im Versorgungsgebiet der betroffenen Nervenwurzel. Bei Beschwerden in den Armen spricht man von einer zervikalen Nervenwurzelentzündung, während Symptome in den Beinen als lumbale Nervenwurzelreizung bezeichnet werden.
Jede Nervenwurzel versorgt bestimmte Körperbereiche. Beispielsweise versorgen Dermatome klar definierte Hautpartien. Beschwerden in diesen Hautpartien deuten oft auf eine Reizung des zugehörigen Nervs hin.
Diagnose einer Nervenwurzelentzündung
Die Diagnose beginnt oft mit der Zuordnung der Beschwerden zu den von bestimmten Nervenwurzeln versorgten Körperbereichen. Anschließend kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, um den betroffenen Nerv darzustellen und Ursachen wie einen Bandscheibenvorfall sicher zu diagnostizieren.
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MRT der Wirbelsäule: Präzise Diagnostik bei Beschwerden
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Aufnahmen des Körperinneren mithilfe eines starken Magnetfelds und Radiowellen erzeugt. Im Gegensatz zur Computertomographie (CT) oder zum Röntgen kommt sie ohne ionisierende Strahlung aus, was die MRT besonders sicher macht.
Eine MRT der Wirbelsäule kann gezielt einzelne Abschnitte oder die gesamte Wirbelsäule untersuchen:
- MRT der Halswirbelsäule (HWS): Abklärung von Nacken- und Armschmerzen, Bandscheibenvorfällen oder Nervenkompressionen.
- MRT der Brustwirbelsäule (BWS): Diagnose von Entzündungen, Frakturen oder Tumoren.
- MRT der Lendenwirbelsäule (LWS): Wichtig bei Ischiasbeschwerden, Bandscheibenschäden oder degenerativen Erkrankungen.
- MRT der kompletten Wirbelsäule: Empfohlen, wenn mehrere Abschnitte betroffen sein könnten, z. B. bei multipler Sklerose (MS) oder entzündlichen Erkrankungen.
Die MRT der Wirbelsäule ist sinnvoll bei:
- Anhaltenden oder starken Rückenschmerzen ohne erkennbare Ursache
- Neurologischen Symptomen wie Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinungen
- Bandscheibenvorfällen oder Verdacht auf eine Spinalkanalstenose
- Entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew
- Multipler Sklerose (MS) - zur Beurteilung typischer weißer Flecken auf MRT-Bildern der Wirbelsäule
- Tumorverdacht - Abklärung von spinalen Tumoren oder Metastasen
- Osteoporose-bedingten Wirbelbrüchen
Die MRT ermöglicht eine frühzeitige Diagnose, sodass gezielte Therapien eingeleitet werden können. Sie kann auch Anwendung finden, um den Sitz von Wirbelkörperprothesen und Bandscheibenprothesen zu überprüfen. Metallene Bestandteile sind dabei in der Regel kein Problem. Auch nach einer Versteifungs-OP am Rücken ist eine MRT möglich.
Mit einer MRT des Rückens lassen sich folgende Erkrankungen erkennen:
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- Bandscheibenerkrankungen und Nervenkompressionen:
- Bandscheibenvorfall (Prolaps) - wenn Gewebe auf Nerven drückt und Schmerzen oder Taubheitsgefühle verursacht
- Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) - eine Vorstufe des Bandscheibenvorfalls
- Spinalkanalstenose - eine Verengung des Wirbelkanals, die Nerven einengen kann
- Nervenwurzelreizungen (Ischialgie, Radikulopathie)
Therapieoptionen bei einer Nervenwurzelentzündung
Die Behandlung einer Nervenwurzelentzündung beginnt in der Regel mit einer konservativen Therapie, die Schmerzmedikamente, lokale Wärmeanwendungen und Krankengymnastik umfasst. Wenn diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, kann eine gezielte Mikrotherapie, auch bekannt als "MRT-gesteuerte periradikuläre Therapie", in Betracht gezogen werden. Im Gegensatz zur CT-gesteuerten periradikulären Therapie ist die MRT-gesteuerte Therapie strahlenfrei und somit schonender für den Patienten.
MRT-gesteuerte periradikuläre Therapie
Die MRT-gesteuerte periradikuläre Therapie wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist nahezu schmerzfrei. Unter ständiger optischer Kontrolle wird im MRT eine dünne Spezialsonde bis an die gereizte Nervenwurzel vorgeschoben. Über diese Sonde wird zunächst eine Kochsalzlösung injiziert, um die Verteilung der später verabreichten Medikamente zu planen. Anschließend werden ein naturheilkundliches Medikament (Traumeel) und ein lokal wirksames Kortisonpräparat zur Entzündungshemmung injiziert. Durch die präzise Steuerung im MRT kann der Arzt die Medikamente genau an den gereizten Nerv bringen und so die Entzündung bekämpfen.
Je nach Intensität der Beschwerden wird diese Therapie in der Regel vier bis acht Mal durchgeführt. Zu Beginn der Therapie finden die Injektionen meistens im Abstand von zwei Wochen statt, im weiteren Verlauf dann im Abstand von vier Wochen.
Bandscheibenvorfall: Ursachen, Diagnose und Behandlung
Ein Bandscheibenvorfall, oft Ursache einer Nervenwurzelentzündung, entsteht, wenn der Gallertkern der Bandscheibe durch den Faserring bricht und auf Nerven oder das Rückenmark drückt.
Was ist ein Bandscheibenvorfall?
Die Bandscheiben fungieren als Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern und ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Sie bestehen aus einem Gallertkern (Nucleus pulposus), der von einem Faserring (Anulus fibrosus) umgeben ist.
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Ursachen eines Bandscheibenvorfalls
Die Ursachen liegen meist in verschleißbedingten (degenerativen) Prozessen, seltener in einem Unfall (Trauma). Ab etwa dem 20. Lebensjahr werden die Bandscheiben schlechter mit Nährstoffen versorgt, und der Faserring bildet kleine Risse. Haltungsfehler, Fehlstellungen der Wirbelsäule, Bewegungsmangel und sitzende Tätigkeiten können die Entstehung begünstigen.
Symptome eines Bandscheibenvorfalls
Die Symptome variieren je nach Lage des Vorfalls:
- Halswirbelsäule (HWS): Ausstrahlung in Kopf, Nacken, Schultern und Arme, Gefühlsstörungen, Muskelschwächen, Schwindel, Ohrgeräusche.
- Brustwirbelsäule (BWS): Lokale Schmerzen, gürtelförmige Ausstrahlung im Rippenverlauf.
- Lendenwirbelsäule (LWS): Stechende Schmerzen, Ausstrahlung in Beine und Füße, Schonhaltungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Muskelschwächen.
In schweren Fällen kann es zum Cauda-equina-Syndrom kommen, einem medizinischen Notfall mit Lähmungen der unteren Extremitäten und Sensibilitätsstörungen.
Diagnose eines Bandscheibenvorfalls
Die Diagnose umfasst eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Reflexe,Sensibilität und Muskelkraft prüft. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT werden eingesetzt, um das Ausmaß und die Ausrichtung des Bandscheibenvorfalls zu beurteilen.
Behandlung eines Bandscheibenvorfalls
Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit wiederherzustellen und neurologische Ausfälle zu minimieren.
- Konservative Therapie: Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie, Wärmeanwendungen, Injektionen.
- Operative Therapie: Entfernung der geschädigten Bandscheibe und Ersatz durch eine künstliche Bandscheibe oder Versteifung (Fusion) der Wirbel.
Bandscheibendegeneration: Ein altersbedingter Prozess
Die Bandscheiben unterliegen im Laufe des Lebens Veränderungen, die als Degeneration bezeichnet werden. Sie verlieren Flüssigkeit, werden spröde und unelastisch. Dies führt zu einer verminderten Pufferwirkung und kann andere Rückenerkrankungen nach sich ziehen.
Ursachen und Folgen der Bandscheibendegeneration
- Ursachen: Alterung, Überlastung, Bewegungsmangel, ungünstige Stoffwechsellage.
- Folgen: Bandscheibenvorfall, Knochenauswüchse (Osteophyten), Spinalkanalstenose, Facettensyndrom, Wirbelgleiten.
Diagnose und Therapie der Bandscheibendegeneration
Die Diagnose erfolgt durch bildgebende Verfahren wie MRT oder CT. Die Therapie zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Funktion der Wirbelsäule zu erhalten. Konservative Maßnahmen wie Bewegung, Kräftigungsübungen und Schmerzmittel stehen im Vordergrund. In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn folgende Symptome auftreten:
- Anhaltende oder starke Rückenschmerzen
- Ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine
- Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche
- Lähmungserscheinungen
- Störung der Blasen- oder Darmfunktion
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