Schmerzen sind ein Warnsignal des Körpers, das vor potenziellen Schäden schützt. Sie entstehen durch verschiedene Reize, von äußeren Einflüssen wie Hitze oder Kälte bis hin zu inneren Prozessen wie Entzündungen oder Nervenkompression. Wenn Schmerzen chronisch werden, können sie ihre Warnfunktion verlieren und sich zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickeln. Daher ist eine frühzeitige und konsequente Therapie entscheidend.
Schmerzen und ihre Ursachen
Schmerzen können sich vielfältig äußern, von brennend über dumpf bis drückend. Begleitsymptome wie Schwellungen, Muskelversteifungen, Bewegungseinschränkungen und Missempfindungen können hinzukommen. Die Ursachen sind ebenso vielfältig:
- Äußere Reize: Hitze, Kälte, Reibung
- Innere Prozesse: Entzündungen, Schwellungen, Überdehnungen, Druck auf Nerven
- Neuropathischer Schmerz: Läsion oder Fehlfunktion des Nervensystems
- Nozizeptiver Schmerz: Traumata oder Entzündungen
Bleiben akute Schmerzen längere Zeit unbehandelt, besteht die Gefahr, dass sie ihre Warnfunktion verlieren und sich verselbständigen. Sie werden vom Symptom zum eigenständigen Krankheitsbild und quälen unabhängig von ihrer Ursache dauernd: Die Nervenzellen haben sich den Schmerz dann „gemerkt“. Sie reagieren zunehmend heftiger auf Impulse - bis irgendwann gar kein Auslöser mehr nötig ist, damit sie Signale ans Gehirn abfeuern und wir Schmerzen empfinden. Vor der Ausbildung so eines Schmerzgedächtnisses schützt nur eine konsequente Therapie. Starke und anhaltende Schmerzen sollten Betroffene daher stets zum Arzt führen.
Konventionelle Behandlungsmethoden
Neben medikamentösen Behandlungen wie NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) und Opioiden gibt es konservative Ansätze wie Kälte- oder Wärmeanwendungen, Massagen und Krankengymnastik, die darauf abzielen, die Patienten schnell wieder mobil zu machen. Die drei neurotropen Vitamine B1, B6 und B12 werden ergänzend in der Schmerztherapie eingesetzt. Studien zeigen, dass ein Vitamin B-Komplex die Wirkung von Schmerzmitteln verstärken und dazu beitragen kann, ihre Dosis zu reduzieren, so dass das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen gesenkt wird. Patienten mit neuropathischen Schmerzen haben einen erhöhten Bedarf an B-Vitaminen. NSAR werden aufgrund ihrer Wirkung zur allgemeinen Schmerzbehandlung eingesetzt, insbesondere bei unspezifischen Rückenschmerzen, Schmerzen des Bewegungsapparates, Kopf- und Zahnschmerzen. Viele dieser Arzneimittel sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich, sodass sie im Rahmen der Selbstmedikation ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden können. Und das werden sie oft. Allein in Deutschland leiden 23 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Aber mit dauerhafter Einnahme steigt auch das Risiko für Nebenwirkungen. Dies sind vor allem Magen- und Darmprobleme, Leberschäden und Blutdruckerhöhung. Darüber hinaus werden NSAR mit der Verschlechterung von Asthma in Verbindung gebracht.
Die Rolle von Enzymen bei Entzündungen und Schmerzen
Entzündungen spielen eine zentrale Rolle bei vielen Schmerzzuständen, insbesondere bei Rücken- und Bandscheibenschmerzen. Sie werden von Zytokinen gesteuert, wobei ein Ungleichgewicht zwischen pro- und antientzündlichen Zytokinen besteht. Hier setzt die Enzymtherapie an.
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Die Enzymtherapie ist eine naturheilkundliche Behandlungsmethode, die aus der Gabe von Enzympräparaten besteht. Jede Zelle des menschlichen Organismus - wie Leber-, Muskel- oder Nervenzelle - bildet Enzyme. Die verschiedenen Enzyme dienen als sogenannte Biokatalysatoren: Sie können biochemische Reaktionen im Organismus beschleunigen, hemmen oder auf andere Weise beeinflussen. Die Grundlage der Enzymbehandlung zeigt sich vor allem bei ihrer Anwendung gegen Entzündungen: Letztere sind meist Reaktionen des Immunsystems, an der auch Enzyme beteiligt sind. Bei der Enzymtherapie geht man davon aus, dass die eingenommenen Präparate unangemessene Reaktionen des Immunsystems regulieren können.
Wobenzym: Ein Beispiel für Enzymtherapie
Wobenzym ist ein Arzneimittel, das bei Schmerzen eingesetzt wird. Entzündungen spielen je nach Ursache der Rücken- bzw. Bandscheibenschmerzen eine große Rolle. Sie werden von Zytokinen gesteuert: Es gibt welche, die eine Entzündung vorantreiben, sowie solche, die sie hemmen. Bei einer Entzündung liegt ein Ungleichgewicht zwischen diesen pro- und antientzündlichen Zytokin-Typen vor. Die Enzymkombination in Wobenzym kann helfen, die Balance zwischen den pro- und antientzündlichen Botenstoffen wieder herzustellen: Dadurch läuft der Entzündungsvorgang schneller und effektiver ab. Die Heilung wird beschleunigt, die Entzündung als eigentliche Ursache der Beschwerden beseitigt. Gleichzeitig führt die Therapie zur Abschwellung des betroffenen Gewebes, was ebenfalls Schmerzen lindert.
Die Wobenzym-Wirkung beruht auf der Kombination von drei Enzymen, die die Heilung beschleunigen. Wirkstoff Anwendungsgebiete Nebenwirkungen Anwendungshinweise Abgabeform Dieser Wirkstoff steckt in WobenzymBei den Wobenzym-Inhaltsstoffen handelt es sich um eine Kombination von drei natürlichen Enzymen: Bromelain, Rutosid und Trypsin. Der Hauptinhaltsstoff Bromelain gehört zur Familie der Cysteinproteasen, das aus der Ananas gewonnen wird und auf entzündetes Gewebe abschwellend wirkt. Gleiches gilt für Rutosid, ein Flavonoid, welches in vielen Pflanzen vorkommt. Tierisches Trypsin ist dem menschlichen Enzym sehr ähnlich und beugt einer unnatürlichen Zusammenballung von Blutplättchen vor. Es wirkt durchblutungsfördernd und versorgt das Gewebe mit Nährstoffen.Enzyme befördern physiologische Prozesse im Körper. Durch sie laufen Stoffwechselvorgänge wesentlich schneller ab. Bei Entzündungen beruht die Wobenzym-Wirkung auf einer Beschleunigung des natürlich ablaufenden Heilungsprozesses.In erster Linie findet Wobenzym Anwendung bei Entzündungen und Schwellungen nach Verletzungen. Außerdem hilft es bei einer akuten Venenentzündung (Thrombophlebitis) sowie Gelenksentzündungen (aktivierte Arthrose). Wie bei jedem anderen wirksamen Medikament können auch bei der Anwendung von Wobenzym Nebenwirkungen auftreten. Diese sind jedoch verhältnismäßig gering und treten eher selten auf.Gelegentliche Wobenzym-Nebenwirkungen sind Blähungen, Völlegefühl oder ein weicher Stuhlgang. Selten leiden Patienten nach der Behandlung unter Übelkeit und Durchfall. Nur sehr selten kann es zu Erbrechen, Schwitzen, Kopfschmerzen oder Hungergefühl kommen.
Wobenzym enthält eine Kombination aus Bromelain, Rutosid und Trypsin. Bromelain wird aus der Ananas gewonnen und wirkt abschwellend auf entzündetes Gewebe. Rutosid ist ein Flavonoid mit ähnlichen Eigenschaften, und Trypsin beugt der Zusammenballung von Blutplättchen vor, fördert die Durchblutung und versorgt das Gewebe mit Nährstoffen. Die Wobenzym-Präparate enthalten hochkonzentrierte Enzyme natürlichen Ursprungs: Bromelain und Papain sowie das Flavonoid Rutosid. In der Kombination wirken sie entzündungshemmend, abschwellend und dadurch schmerzlindernd. Die Konzentration der Wirkstoffe in den Wobenzym-Präparaten ist so hoch, dass eine Aufnahme derselben Menge über die Ernährung gar nicht möglich wäre. Auch werden mit der Nahrung aufgenommene Enzyme durch die Magensäure zerstört und während der Verdauung verbraucht. Deshalb sind die Enzyme in den Wobenzym-Präparaten durch einen Schutzfilm vor der Magensäure geschützt. Sie werden erst im Dünndarm aufgenommen, und so können sie ihre volle Arzneimittelwirkung entfalten.
Die Wirkstoffe im Detail
- Bromelain: Dieses Enzym ist ein echtes Allround-Talent, hilft gegen Entzündungen und bei Verletzungen aller Art.
- Trypsin: Trypsin wird im menschlichen Körper in Bauchspeicheldrüse und Darm produziert. Es gehört zu den wichtigsten Enzymen in unserem Verdauungssystem, denn es spaltet größere Eiweiß-Verbindungen in kleinere Bausteine. Außerdem hilft Trypsin im Körper dabei, dass unser Blut nicht verklumpt, aber auch gegen Schmerzen und Entzündungen in Muskeln oder Gelenken, bei Prellungen, Verstauchungen sowie allgemeinen Wunden.
- Rutosid: Rutosid ist ein pflanzlicher Wirkstoff, kein Enzym und wird von Pflanzen als Schutz gegen UV-Strahlung gebildet. Es ist in unterschiedlichsten Gewächsen zu finden, z.B. in Buchweizen, Weinraute oder wilden Stiefmütterchen. Heutzutage wissen Experten, dass Rutosid gut ist für unsere Blutgefäße und eine entzündungshemmende und schwach antimikrobielle Wirkung hat.
- Papain: Eine hohe Konzentration von Papain findet sich vor allen Dingen in der Schale und den Kernen von unreifen Papayas, daher auch der Name. Papain hilft komplexe Eiweiße zu verstoffwechseln, unterstützt dasVerdauungssystem und hat eine beruhigende Wirkung auf den Magen. Zudem soll es antibakteriell und antientzündlich wirken. Es wird auch bei Wunden, Verbrennungen, Hautschäden oder Insektenstichen eingesetzt. Zusammen mit anderen Enzymen trägt Papain dazu bei, Ödeme, Schmerzen, Entzündungen, Sportverletzungen oder Arthritis zu lindern.
Anwendung und Hinweise zu Wobenzym
Die Wobenzym-Dosierung ist je nach Schweregrad und Typ der Entzündung unterschiedlich. In jedem Fall muss vor der Anwendung der genaue Dosierungshinweis in der Packungsbeilage gelesen beziehungsweise der Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden. Bei akuten Verletzungen sollte das Medikament so lange eingenommen werden, bis die Entzündung vollständig verheilt ist, jedoch nicht länger als beschrieben. Bei chronischen Leiden sollte ein Arzt aufgesucht werden.Wobenzym sollte 30 bis 60 Minuten vor den Mahlzeiten mit etwa 250 ml Wasser eingenommen werden. Die gleichzeitige Einnahme mit Nahrung kann zu Unverträglichkeiten oder Wirkungsverlust führen. Die Tabletten sind mit einem magensaftresistenten Film überzogen, der die Wirkstoffe vor dem Abbau im Magen schützt. Dieser Schutz ist nur gewährleistet, wenn die Tablette unzerkaut und ungebrochen verschluckt wird.
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Die maximale Tagesdosis von Wobenzym kann je nach Darreichungsform zwischen sechs oder zwölf Tabletten variieren und darf nicht überschritten werden. Hierbei muss die Packungsbeilage beachtet werden. Sollten im Falle einer Überdosierung starke Nebenwirkungen auftreten, so muss ein Arzt aufgesucht werden. Generell treten die Nebenwirkungen mit zunehmender Dosis verstärkt auf.Sollten Allergien gegen die Inhaltsstoffe oder Hilfsstoffe bekannt sein, darf Wobenzym nicht eingenommen werden.Des Weiteren darf das Arzneimittel nicht eingenommen werden bei:Blutgerinnungsstörungen (z.B. Bluterkrankheit)Gleichzeitiger Einnahme mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien)kurz vor oder nach einer OperationEs gibt einige Arzneimittel, die bei gleichzeitiger Einnahme mit Wobenzym Nebenwirkungen und Wechselwirkungen hervorrufen können. Zu diesen Medikamenten zählen:Antibiotika (werden in ihrer Wirkung verstärkt)Antikoagulanzien (blutgerinnungshemmende Wirkung wird verstärkt)
Enzymtherapie bei Nervenschmerzen
Nervenschmerzen, auch Neuralgien oder neuropathische Schmerzen genannt, können eine enorme Belastung darstellen und den Alltag erheblich einschränken. Sie entstehen durch Schädigungen oder Reizungen von Nerven und äußern sich oft als stechende, brennende oder einschießende Schmerzen. Nervenschmerzen betreffen besonders den Oberarm, seltener den Unterarm.Der rechte und linke Arm ist gleichermaßen betroffen.
Ursachen von Nervenschmerzen
Grundsätzlich kann man die Nervenschmerzen, die im Arm vorkommen in verschiedene Kategorien unterteilen.
- Überlastung: Überlastungen können dazu beitragen, dass Nerven im Bereich der Arme oder im Bereich der Wirbelsäule gereizt werden. Diese hat die Folge, dass die Arme in typisch neuropathischer Weise schmerzen.
- Fehlbelastung: Auch Fehlbelastungen können dazu beitragen, dass es zu einer Nervenreizung kommt, die dann Schmerzen am Arm verursachen. Meistens bleiben Fehlbelastungen lange unbemerkt und verursachen keine Beschwerden. Plötzlich beginnen aber dann Beschwerden.
- Nervenkompressionssyndrome: Die bekanntesten Beispiele hierfür sind das Karpaltunnelsyndrom (Kompression des Medianusnervs am Handgelenk) und das Kubitaltunnelsyndrom (Einengung des Ulnarnervs am Ellenbogen).
- Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule: Wenn ein Bandscheibenvorfall auf Nervenwurzeln in der Halswirbelsäule drückt, können ausstrahlende Schmerzen und Taubheitsgefühle entlang des Arms auftreten, oft bis in die Finger.
- Engpasssyndrome: Durch strukturelle Engpässe in den Bereichen, wo die Nerven verlaufen, können auch Engpasssyndrome wie das Thoracic-Outlet-Syndrom zu Nervenschmerzen im Arm führen.
- Stoffwechselbedingte Ursachen: Auch Stoffwechsel-bedingte Ursachen können hinter Nervenschmerzen am Arm stecken. Der häufigste Grund für stoffwechselbedingte Ursachen ist der schlecht eingestellte Diabetes Mellitus.
- Toxische oder medikamenteninduzierte Neuropathie: Einige Medikamente und toxische Substanzen (z. B.
- Verletzungen oder Traumata: Ein direktes Trauma, wie etwa durch eine Fraktur oder eine Prellung, kann Nervenschäden verursachen, wenn Nerven durch Knochenfragmente oder Schwellungen unter Druck geraten.
Diagnose und Behandlung von Nervenschmerzen
Die Diagnose von Nervenschmerzen erfordert eine sorgfältige Anamnese und neurologische Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie MRT können helfen, die Ursache der Schmerzen zu identifizieren.
Die Behandlung von Nervenschmerzen zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Ursache zu beheben. Neben Schmerzmitteln wie NSAR und Opioiden kommen auch Antidepressiva und Antikonvulsiva zum Einsatz. In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu entlasten.
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Enzymtherapie als ergänzende Behandlung
Die Enzymtherapie kann als ergänzende Behandlung bei Nervenschmerzen eingesetzt werden, insbesondere wenn Entzündungen eine Rolle spielen. Enzyme können helfen, die Entzündung zu reduzieren und die Heilung des Nervs zu fördern.
Neuritis: Entzündung der Nerven
Als Neuritis bezeichnen Mediziner eine häufig mit Schmerzen verbundene Entzündung der Nerven. Es können sowohl die peripheren (außerhalb des zentralen Nervensystems liegende) Nerven als auch die Hirnnerven betroffen sein. Doch woher kommen die Entzündungen und damit einhergehenden Nervenschmerzen? Werden Nerven gereizt oder entzünden sie sich, können verschiedene Beschwerden auftreten. Diese sind auch abhängig davon, welcher Nerv betroffen ist. Ausfällen von Körperfunktionen reicht. Ein Beispiel: Beim sogenannten Karpaltunnelsyndrom wird mechanischer Druck auf den mittleren Handnerv (Nervus medianus) ausgeübt, wodurch eine Entzündung entstehen kann. Das medizinische Fachwort für Nervenschmerzen lautet Neuralgie oder neuropathische Schmerzen. Die Gründe für die Entstehung von Nervenentzündungen sind vielfältig. Des Weiteren ist eine Hauptursache mechanischer Druck auf den Nerv, wodurch sich dieser entzündet. Dies geschieht vor allem bei einem Bandscheibenvorfall, Tumoren oder dem Karpaltunnelsyndrom.
Diagnose und Behandlung von Neuritis
Wenn Sie unter Missempfindungen, Taubheitsgefühlen und Nervenschmerzen leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bei einem solchen Anliegen ist der Allgemeinarzt eine gute erste Anlaufstelle. Er kann Sie dann - etwa bei Verdacht auf eine entzündliche Nervenschädigung - an einen Neurologen verweisen. Zunächst beginnt der behandelnde Arzt mit einer ausführlichen Befragung (Anamnese) des Patienten. Der Mediziner möchte hier vor allem wissen, wann und wo genau die Beschwerden auftreten, wie lange diese schon bestehen (hier ist zum Beispiel ein zuvor erstelltes „Schmerztagebuch“ hilfreich) und ob es Vorerkrankung bei dem Betroffenen selbst oder in der Familie gab. Sobald diese Fragen geklärt sind, beginnt die neurologische Untersuchung. Dabei werden verschiedene Überprüfungstests durchgeführt. Im Rahmen der neurologischen Untersuchungen werden verschiedene Überprüfungstests durchgeführt. Sinneswahrnehmungen: Dazu zählen beispielsweise Tast-, Hör-, Seh-, Riech- und Geschmackstests. Mimik und Augenbewegung: Der Patient soll bestimmte Bewegungen ausführen. Motorische Fähigkeiten: Der Mediziner prüft die Motorik, Koordination und Reflexe. Beispiel: Er schlägt mit einem kleinen Reflexhammer vorsichtig auf eine Sehne, woraufhin eine Reaktion in Form einer Muskelkontraktion folgen sollte. Sonstige Körperfunktionen: Hier untersucht der Arzt den Herzschlag, die Atmung, Schweißproduktion und Verdauung. Bei Verdacht auf eine Nervenentzündung mit Nervenschmerzen besteht des Weiteren die Option, das Blut auf Erreger einer Infektion zu untersuchen. In eher seltenen Fällen wird Liquor (Gehirn- beziehungsweise Rückenmarksflüssigkeit) über eine Lumbalpunktion im Lendenbereich entnommen und im Labor überprüft. Bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) können Entzündungsherde im zentralen Nervensystem zeigen. Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit via Elektroneurographie gehört ebenfalls zu den Untersuchungsmöglichkeiten eines Neurologen.
Therapie von Neuritis
Wenn der Arzt eine Nervenentzündung beziehungsweise Nervenschmerzen diagnostiziert, wird er mit Ihnen die Möglichkeiten der Behandlung besprechen. Um sich ausreichend auskurieren zu können, stellt der Mediziner üblicherweise eine Krankschreibung aus. Die Frage, wie lange man bei Nervenentzündungen daheimbleiben sollte, lässt sich jedoch pauschal nicht beantworten, da die Zeit abhängig von der Ursache und der Stärke der Beschwerden ist. Können Erreger wie Viren oder Bakterien für die Entzündung der Nerven verantwortlich gemacht werden - etwa bei einer Gehirnentzündung (Enzephalitis), Masern und Mumps oder Borreliose - erfolgt die Behandlung mit der entsprechenden Medikation. Gegen bakterielle Infektionen verschreiben Mediziner oftmals Antibiotika. Bei einem Virenbefall ist dieses Medikament jedoch wirkungslos, hier kommen antivirale Arzneien (Virostatika) zum Einsatz. Opioid-Analgetika. Unter Ersteren versteht man „einfache“ Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen. Durch das Blockieren des sogenannten COX-Enzyms reduzieren sie die Produktion der Prostaglandine, also bestimmter chemischer Verbindungen, die an der Schmerzentstehung beteiligt sind. Ihre Wirkung bei Nervenschmerzen wird von Experten aber eher als gering eingestuft. Bei schweren und akuten Schmerzen kommen rezeptpflichtige Opioide zum Einsatz, die im zentralen Nervensystem wirken. Sie docken an sogenannte Opioid-Rezeptoren an und hindern so die Nervenzellen an der Schmerzweiterleitung. Bei der Behandlung von Nervenschmerzen mit Opioiden wird ein körpereigener Prozess genutzt: Der Körper bildet bei unerträglichem Schmerz kurzfristig selbst Opioide - diese sind besser unter der Bezeichnung Endorphine bekannt. Alternative Schmerzmedikamente kommen oftmals auch aus der Epilepsie- oder Depressions-Therapie. Dazu zählen beispielsweise Antikonvulsiva oder Antidepressiva. Wie der Körper auf die verschiedenen Präparate zur Schmerzbekämpfung reagiert, ist sehr individuell.
Vorbeugung von Nervenentzündungen
Natürlich lässt sich eine Nervenentzündung nicht mit Sicherheit verhindern. Es ist jedoch möglich, die Gefahr von Nervenschmerzen durch eine gesunde Lebensweise zu reduzieren. Hierzu gehört unter anderem, den täglichen Alkoholkonsum einzuschränken. Solange Erwachsene eine bestimmte Menge an Alkohol nicht überschreiten, gilt dieser Konsum als risikoarm. Ihre Nerven freuen sich zudem besonders über eine Ernährung mit vielen Vitaminen. Rohkost, Obst sowie Milchprodukte und wenig Fleisch gelten als besonders gut, um einen Vitaminmangel vorzubeugen. Achten Sie zudem darauf, Stress - ob im Job oder in der Freizeit - zu vermeiden und gönnen Sie Ihren Nerven ausreichend Erholung, Ruhe und Schlaf. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga helfen Ihnen dabei. Regelmäßiger Sport dient ebenfalls dazu, Stress abzubauen.
Die Bedeutung der Nervenregeneration
„Man hört häufig, dass sich Nerven schlecht regenerieren können“, sagte Dr. med. Martin Wimmer, Neurologe aus München, im Rahmen eines von Trommsdorff unterstützten Expertenvortrags. „Dabei sieht man speziell im peripheren Nervensystem immer wieder erstaunliche Wiederherstellungsprozesse“, so Wimmer weiter. Wird die Ursache der Nervenschädigung etwa bei chronischen Rückenschmerzen, Polyneuropathie oder Karpaltunnel Syndromen behoben, können sich Nerven regenerieren. Dabei ist die Gabe einer Nährstoffkombination aus Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure eine geeignete unterstützende Behandlungsoption.
Uridinmonophosphat (UMP) zur Unterstützung der Nervenregeneration
Bei einer peripheren Nervenschädigung sind meist die Myelin produzierenden Schwann-Zellen der peripheren Nerven betroffen, sodass ein wesentlicher Aspekt der Behandlung in der Regeneration und dem Schutz der Myelinscheide besteht. In klinischen Modellen zu Myelinscheiden- Schädigungen hat sich die Gabe von Nukleotiden wie Uridinmonophosphat (UMP) als sinnvoller Ansatz erwiesen. UMP besteht aus den Komponenten Uracil, einer Ribose sowie Phosphat. Das Pyrimidinnukleotid ist ein natürlicher Bestandteil der in allen Zellen vorkommenden Ribonukleinsäure (RNA). UMP kann mit weiteren Phosphaten energiereiche Verbindungen eingehen und als Bestandteil gruppenübertragender Coenzyme mit der abgegebenen Energie zahlreiche Stoffwechselreaktionen aktivieren. Dadurch wird die Synthese von Phospho- und Glykolipiden sowie Glykoproteinen angeregt und der Wiederaufbau der Myelinschicht unterstützt. Zusätzlich fördert UMP als RNA-Baustein die Biosynthese von Strukturproteinen und Enzymen. Insgesamt trägt die gezielte Stimulation des Nervenstoffwechsels zur Unterstützung der physiologischen Reparaturmechanismen nach Nervenläsionen bei.
UMP in Form von Nahrungsergänzungsmitteln„Wenn ein Nerv wachsen soll, sollte Uridinmonophosphat in ausreichender Menge vorhanden sein. In Kombination mit Vitamin B12 und Folsäure ist es ein wichtiger Baustein, um das optimale Millieu für eine Regeneration zu schaffen“, erläuterte Wimmer. Enthalten ist UMP sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Um aber die benötigte Menge zu sich zu nehmen, können Nahrungsergänzungsmittel mit entsprechend hoher UMP-Konzentration in die Therapie zur Unterstützung der Nervenregeneration einbezogen werden. Diese sollten regelmäßig und über einen längeren Zeitraum von mindestens 60 Tagen eingenommen werden, da die Regeneration zerstörter Nervenfasern Zeit benötigt. „Für alle Patienten mit Nervenschädigungen, insbesondere bei langfristigen Beschwerden, kann die Einnahme von UMP in Verbindung mit Vitamin B12 und Folsäure empfohlen werden“, so Wimmer.UMP wird bereits seit 40 Jahren erfolgreich eingesetzt
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