Erhöhter Liquor von Psyche Ursachen: Eine umfassende Betrachtung

Einführung

Der Liquor cerebrospinalis, auch Hirnwasser genannt, umgibt und schützt Gehirn und Rückenmark. Ein erhöhter Liquordruck kann verschiedene Ursachen haben und zu einer Reihe von neurologischen und psychiatrischen Symptomen führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten eines erhöhten Liquorspiegels, wobei sowohl strukturelle Bildgebungsverfahren als auch funktionelle Aspekte berücksichtigt werden.

Strukturelle Bildgebungsverfahren in der psychiatrischen Diagnostik

Strukturell bildgebende Verfahren spielen in der Psychiatrie eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Ausschlussdiagnostik. Sie helfen, organische Ursachen für psychische Symptome zu identifizieren oder auszuschließen. Zu den wichtigsten Verfahren gehören die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT).

Computertomographie (CT)

Die CT nutzt Röntgenstrahlen, um Schnittbilder des Gehirns zu erzeugen. Dabei wird die unterschiedliche Absorption von Röntgenstrahlen durch verschiedene Gewebearten gemessen.

  • Funktionsweise: Röntgenstrahlen durchdringen den Patienten aus verschiedenen Richtungen. Detektoren messen die Strahlenschwächung, und ein Computer errechnet daraus die lokalen Strahlenabsorptionswerte.
  • Hounsfield-Skala: Die Grauwerte im CT-Bild werden anhand der Hounsfield-Skala gemessen, die von -1000 (Luft) bis +3000 (Knochen) reicht. Wasser hat den Referenzwert 0.
  • Fenstertechnik: Da das menschliche Auge nur begrenzt Graustufen unterscheiden kann, wird ein bestimmter Ausschnitt der Hounsfield-Skala (Fenster) ausgewählt, um die Bildbeurteilung zu optimieren.
  • Kontrastmittel: Die Gabe von Kontrastmittel kann die diagnostische Information der CT-Untersuchung erweitern, indem Areale mit gestörter Blut-Hirn-Schrankenfunktion sichtbar gemacht werden.
  • Nachteile: Im Vergleich zur MRT hat die CT einen geringeren Weichteilkontrast und ist mit einer Strahlenbelastung verbunden.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die MRT ist aufgrund ihrer hohen Kontrastauflösung und der multiplanaren Darstellung die Standarduntersuchungsmethode in der Neuroradiologie. Sie basiert auf den magnetischen Eigenschaften von Wasserstoffatomen im Körper.

  • Funktionsweise: Der Patient liegt in einem starken Magnetfeld, wodurch sich die Protonen (Wasserstoffatomkerne) ausrichten. Ein Hochfrequenzimpuls lenkt die Protonen aus dieser Orientierung aus. Beim Zurückkehren in die ursprüngliche Ausrichtung senden sie elektromagnetische Wellen, die von Empfängerspulen registriert und räumlich zugeordnet werden.
  • Sequenzen: Für die klinische Routine sind T1-, T2- und protonengewichtete Sequenzen am wichtigsten. Eine häufig verwendete Sequenz ist die FLAIR-Sequenz (Fluid Attenuated Inversion Recovery).
  • Kontrastmittel: Ähnlich wie in der CT kann die diagnostische Aussagekraft der MRT durch die intravenöse Gabe von Kontrastmittel erhöht werden.
  • Feldstärke: Moderne MR-Scanner haben Magnetfeldstärken von 1,5 oder 3,0 Tesla. Höhere Feldstärken werden für Forschungszwecke eingesetzt.
  • Klaustrophobie: Die Untersuchung kann für Personen mit Klaustrophobie unangenehm sein.
  • Metallteile: Patienten dürfen keine Metallteile im Körper tragen (Herzschrittmacher, Metallplatten etc.).

Funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT)

Die fMRT ist eine spezielle MRT-Technik, die es ermöglicht, Hirnaktivität in Echtzeit zu messen. Sie basiert auf der Zunahme der Durchblutung in Gehirngebieten mit hoher neuronaler Aktivität.

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  • BOLD-Effekt: Die am häufigsten verwendete Technik beruht auf dem "blood oxygenation level dependent effect" (BOLD). Die Aktivierung neuronaler Einheiten führt zu einem erhöhten Bedarf an Sauerstoff, was initial zu einer Abnahme des oxygenierten und zu einem Anstieg des desoxygenierten Hämoglobins führt. Dieser Effekt ist mit der fMRT messbar.
  • Stimulationsparadigmen: Während der fMRT-Untersuchung bekommt der Proband eine definierte Aufgabe gestellt (z. B. Fingertapping, Wortbildungen), die zu einer Durchblutungssteigerung in den aktivierten Gehirngebieten führen soll.
  • Klinische Anwendung: Im klinischen Alltag kommt die fMRT derzeit v. a. bei der Vorbereitung neurochirurgischer Operationen zum Einsatz, um funktionstragende Hirnstrukturen zu identifizieren und intraoperativ zu schonen.
  • Psychiatrische Forschung: In der Psychiatrie liegt der Anwendungsschwerpunkt der fMRT v. a. in der Untersuchung von Grundlagenfragen kognitiver Prozesse zur Erforschung psychiatrischer Erkrankungen.

Ursachen für erhöhten Liquordruck

Ein erhöhter Hirndruck entsteht, wenn Hirngewebe, Blut oder Liquor an Volumen zunehmen und den Schädelinnendruck erhöhen.

Mögliche Ursachen

  • Entzündungen: Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Enzephalitis (Gehirnentzündung)
  • Blutungen: Subarachnoidalblutung oder intrazerebrale Blutung
  • Infarkte: Hirninfarkt
  • Aneurysmen: Aussackungen von Hirngefäßen
  • Tumore: Hirntumore
  • Erhöhte Nervenwasserproduktion: Selten
  • Pseudotumor cerebri: Erhöhter Hirndruck mit unklarer Ursache, häufig bei übergewichtigen Frauen im gebärfähigen Alter
  • Hydrozephalus: Übermäßige Ansammlung von Liquor im Schädelinneren

Wie Tumore, Narben und weitere Faktoren die Hirnflüssigkeit beeinflussen

  • Unzureichende Absorption von Liquor: Nach der Umspülung des Gehirns wird der Liquor in das venöse Blutsystem aufgenommen. Störungen dieses Prozesses können zu einer Ansammlung von Nervenwasser führen.
  • Behinderung des Liquorabflusses: Blockaden durch Tumore, Blutgerinnsel, Membranen oder Narbengewebe können den Abfluss behindern.
  • Kommunikationsstörung: Der Liquor fließt normal durch die Hirnkammern, kann aber im Subarachnoidalraum nicht richtig zirkulieren.
  • Verstärkte Produktion von Liquor: In sehr seltenen Fällen wird zu viel Liquor im Gehirn produziert.

Symptome eines erhöhten Liquordrucks

Die Symptome eines erhöhten Hirndrucks können vielfältig sein und hängen von der Ursache, der Lokalisation und der Geschwindigkeit des Druckanstiegs ab.

Häufige Symptome

  • Kopfschmerzen: Oft morgens stärker und im Liegen zunehmend
  • Übelkeit und Erbrechen: Insbesondere bei akutem Hirndruck
  • Bewusstseinsstörungen: Von Benommenheit bis Koma
  • Sehstörungen: Verschwommen Sehen, Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle
  • Pupillenveränderungen: Unterschiedlich große Pupillen
  • Neurologische Ausfälle: Lähmungen, Sensibilitätsstörungen
  • Blutdruckanstieg, Abfallen der Herzfrequenz und Atemstörungen: Bei fortgeschrittenem Hirndruck

Symptome des Pseudotumor cerebri

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen: Gesichtsfeldausfälle, Doppelbilder, Verlust des Scharfsehens, Erblindung

Symptome des Normaldruckhydrozephalus (NPH)

  • Demenz
  • Gangstörungen
  • Urininkontinenz

Diagnose eines erhöhten Liquordrucks

Die Diagnose eines erhöhten Liquordrucks erfordert eine sorgfältige neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren.

Diagnostische Verfahren

  • Anamnese und klinische Untersuchung: Erhebung der Krankengeschichte und neurologische Untersuchung
  • Computertomographie (CT): Zur Beurteilung der Hirnstrukturen und zum Ausschluss von Blutungen oder Tumoren
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Detailliertere Darstellung der Hirnstrukturen und des Liquorsystems
  • Lumbalpunktion (LP): Entnahme von Liquor zur Druckmessung und Analyse
  • Liquorablasstest: Beim Normaldruckhydrozephalus zur Beurteilung der Symptomverbesserung nach Liquorablass

Liquordiagnostik zur Differenzierung neurologischer Erkrankungen

Die Analyse des Liquors ist ein wichtiges diagnostisches Verfahren in der Neurologie und Psychiatrie. Das Zellmuster in der Flüssigkeit kann bei vielen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen auf spezifische Art verändert sein. Durch die Analyse der Immunzellen im Liquor mittels Multiparameter-Durchflusszytometrie können autoimmune Entzündungen des Nervensystems erkannt und verschiedene Entzündungserkrankungen im zentralen Nervensystem differenziert werden.

  • Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems: Fünf Marker im Liquor können mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems hinweisen.
  • Multiple Sklerose (MS): Das Vorhandensein von Plasmazellen im Liquor in Kombination mit einer intrathekalen IgG-Synthese deutet mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine schubförmige MS hin.

Behandlung eines erhöhten Liquordrucks

Die Behandlung eines erhöhten Liquordrucks richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung.

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Allgemeine Maßnahmen

  • Behandlung der Grunderkrankung: Z. B. Antibiotika bei Meningitis, Operation bei Tumoren
  • Senkung des Hirndrucks: Medikamentös mit Mannitol oder durch operative Maßnahmen

Spezifische Behandlungen

  • Pseudotumor cerebri:
    • Körpergewichtsreduktion
    • Verringerung der Hirnwasser-Neuproduktion durch Medikamente (z. B. Acetazolamid)
    • Lumbalpunktionen zur Entlastung
  • Normaldruckhydrozephalus (NPH):
    • Shunt-Operation: Einsetzen eines Ventilsystems zur Ableitung von Liquor in die Bauchhöhle
  • Hydrozephalus:
    • Ventrikulozisternostomie: Beseitigung der Liquorflussbehinderung mit Hilfe eines Endoskops
    • Shunt-Anlage: Schlauchsystem mit Ventil zur Ableitung von Liquor

Medikamentöse Therapie

  • Mannitol: Fördert die Ausscheidung von Flüssigkeit und senkt den Hirndruck
  • Acetazolamid: Verringert die Produktion von Liquor

Weitere Maßnahmen

  • Körperliche Aktivität: Leichte Ausdauersportarten können helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen und den Blutdruck zu stabilisieren.
  • Vermeidung von Kraftsport: Kann zu starken Blutdruckschwankungen führen.

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