Eine Erkältung ist eine Viruserkrankung der oberen Atemwege, die durch verschiedene Symptome wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen gekennzeichnet ist. Obwohl sie in der Regel harmlos verläuft, kann sie das Nervensystem beeinflussen und zu Unwohlsein führen. Ein geschwächtes Nervensystem hingegen kann die Anfälligkeit für Erkältungen erhöhen und den Genesungsprozess verlangsamen. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Erkältung und geschwächtem Nervensystem und bietet Strategien zur Stärkung des Nervensystems und zur Vorbeugung von Erkältungen.
Einführung
Die moderne Forschung hat eine enge Wechselwirkung zwischen dem zentralen Nervensystem, der Psyche und dem Immunsystem aufgedeckt. Botenstoffe der Nerven wirken direkt auf die Immunzellen, und Botenstoffe des Immunsystems beeinflussen die Nerven. Psychische Belastungen können sich direkt auf das Immunsystem auswirken, was die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen kann.
Die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem
Stress ist ein natürlicher Mechanismus, der uns in Gefahrensituationen hilft. Bei kurzzeitigem Stress wird die Immunabwehr sogar erhöht. Hält die Stressbelastung jedoch länger an, werden die Abwehrkräfte geschwächt. Ein Grund dafür ist die hohe Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut, die bei Dauerstress entsteht. Immunzellen verlieren ihre Fähigkeit, sich zu vermehren, ihre Anzahl sinkt, und das körpereigene Abwehrsystem ist weniger in der Lage, Krankheitserreger effektiv abzuwehren.
Studien haben gezeigt, dass Menschen, die stark unter Stress stehen, schneller und heftiger an Erkältungsviren erkranken als Personen, die sich nicht gestresst fühlen. Stress kann auch die Genesung von einer Erkältung verlangsamen.
Wie eine Erkältung das Nervensystem beeinflusst
Eine Erkältung kann das Nervensystem auf verschiedene Weise beeinflussen. Virusinfektionen können depressive Verstimmungen auslösen. Forscher haben herausgefunden, dass das Protein CXCL10, das eigentlich die Virusabwehr steuert, eine Hirnregion hemmt, die auch bei Depressionen während kognitiver Prozesse vermindert aktiv ist.
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Symptome einer Erkältung wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und ein allgemeines Gefühl des Unwohlseins können ebenfalls das Nervensystem belasten. Wenn die Gedanken ständig von Ängsten und Sorgen bestimmt sind, befindet sich der Organismus dauerhaft in einem Alarmzustand. Dies kann zu schwerwiegenderen Problemen wie Bluthochdruck und Depressionen führen.
Strategien zur Stärkung des Nervensystems
Es gibt verschiedene Strategien, mit denen man das Nervensystem stärken und die Anfälligkeit für Erkältungen reduzieren kann.
Bewegung
Bewegung bringt Segen, auch bei nervösen Unruhezuständen. Studien zeigen, dass beim Sport ein Hormon (ANP) gebildet wird, das Panik lindert. Ein flotter Spaziergang in der Mittagspause oder eine lockere Runde Laufen nach Feierabend helfen dabei, Ängste zu verstoffwechseln. Die körperliche Aktivität verschafft den Gedanken eine Verschnaufpause, die Sorgen rücken in den Hintergrund. Wichtig dabei ist, dass die Bewegung Freude bereitet und ohne Zwang erfolgt. Besonders gut tut Bewegung an der frischen Luft.
Ernährung
Lebensmittel sind Nahrung für Körper und Geist. Was Menschen essen, bestimmt, wie sie sich fühlen. Der Blutzuckerwert hat beispielsweise Einfluss auf Gefühle wie Anspannung und Ärger. Einige Nahrungsmittel enthalten stimmungsaufhellende Inhaltsstoffe. Bananen liefern einen hohen Anteil des B-Vitamins Pyridoxin (B6), das an vielen Prozessen im Nervensystem beteiligt ist. Außerdem enthalten sie Kalium und Tryptophan. Aus Tryptophan wird der Botenstoff Serotonin gebildet, der eine Vielzahl emotionaler Prozesse beeinflusst. Auch Omega3-reiche Lebensmittel wie Fisch haben Einfluss auf eine gesunde Nervenfunktion. Für einen ruhigen Geist sollte die Ernährung vollwertig und möglichst vielseitig sein.
Ruhepausen
Ein ausgeglichener Geist und ein leistungsfähiger Körper brauchen ausreichend Ruhepausen. Dazu gehört ausreichend Schlaf. Möglichst 7,5 Stunden pro Nacht empfiehlt die moderne Schlafforschung. Durch Schlafmangel erhöht sich die Reizbarkeit, die Belastungsfähigkeit und die Stressresistenz werden gemindert. Ängsten und Stressempfinden wird Vorschub geleistet, die Gedanken kreisen permanent, man bekommt nachts kein Auge mehr zu. Um diesem Teufelskreis vorzubeugen, sind auch tagsüber ausreichend Ruhepausen notwendig. Die psychologische Forschung zeigt, dass sich viele kurze Entspannungsphasen günstiger auf die Erholung von körperlicher Arbeit auswirken als wenige lange Pausen. Menschen, die viel arbeiten, sollten jede Stunde für einige Minuten innehalten.
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Ursachenforschung
Die Ursachen für kreisende Gedanken sind vielfältig: Reizüberflutung, ständige Erreichbarkeit, Versagensängste und hohe Ansprüche an sich selbst können zu nervösen Zuständen führen. Viele Menschen fühlen sich jedoch gestresst, ohne genau zu wissen warum. Dann hilft es, Tagebuch zu führen, um den Auslösern auf den Grund zu gehen. Kennt man die Gründe für seine Sorgen, kann man gezielt Gegenstrategien entwickeln.
Achtsamkeit
Gedanken und Bewertungen entstehen aus Sinneswahrnehmungen und/oder Erinnerungen. Sie beeinflussen, wie sich etwas anfühlt, und rufen dadurch unmittelbare Körper- und Verhaltensreaktionen hervor. Wer sich dieser Verbindung von Körper und Geist bewusst ist, fühlt sich weniger ausgeliefert und lernt zielgerichteter mit Grübelei und Sorgen umzugehen. Eine einfache Übung ist die Atembeobachtung.
Gedankenstopp
Jeder Mensch denkt am Tag zwischen 40.000 und 60.000 Gedanken. Der Großteil davon ist unbewusst. Fast 90 Prozent kreisen immer wieder um das Gleiche, insbesondere um Schwierigkeiten und Probleme. Menschen sind ihren Gedanken aber nicht hilflos ausgeliefert. Sie können lernen, diese bewusst auszuwählen und manipulative, ängstigende Gedanken loszulassen. Eine Übung ist der Gedankenstopp.
Gefühle fokussieren
Leidvolle Gefühle wie Angst oder Unsicherheit rauben Energie und trüben die Lebensfreude. Wie im Umgang mit den Gedanken lohnt es sich, Gefühle bewusst wahrzunehmen und nicht wegzuschieben. Eine Übung ist das Fokussieren auf Gefühle.
Eigene Ressourcen kennen
Quälende Ängste und Sorgen zehren auf Dauer an den Kräften. Um dennoch leistungsfähig zu bleiben, sollten die Batterien regelmäßig aufgeladen werden. Dafür sollte man die eigenen Kraftquellen kennen. Entscheidend ist, dass sie positive Gefühle auslösen und dadurch die Lebensqualität verbessern.
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Ärztliche Beratung
Betroffene sollten mit einem Arzt sprechen, wenn sie sich dauerhaft unruhig und gereizt fühlen. Denn hinter diesen Symptomen verbergen sich manchmal auch behandlungsbedürftige, körperliche Ursachen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, starker Bluthochdruck, Unterzuckerung bei Typ-1-Diabetes). Aber auch bestimmte psychische Erkrankungen wie z.B. Angststörungen oder Depressionen gehen mit Nervosität und innerer Unruhe einher.
Weitere Maßnahmen
Gewohnheiten zu ändern und Erkrankungen abzuklären, sind wichtige Schritte auf dem Weg der Besserung. Auch ein Coaching (z.B. im Stressmanagement) kann den Umgang mit den Herausforderungen des Lebens verbessern. Daneben kann es sinnvoll sein, das aus der Balance geratene Nervensystem mit einem homöopathischen Komplexmittel wie dystoLoges zu unterstützen.
Vorbeugung von Erkältungen
Neben der Stärkung des Nervensystems gibt es auch Maßnahmen, die man ergreifen kann, um Erkältungen vorzubeugen.
Hygiene
Erkältungsviren verbreiten sich über winzige Tröpfchen, die beim Niesen oder Husten in die Luft versprüht werden. Halten Sie Abstand zu anderen, fassen Sie sich nicht ins Gesicht und waschen Sie Ihre Hände häufig mit normaler Seife.
Ernährung
Vitaminreiche, ausgewogene Kost sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin wirken sich positiv auf das Immunsystem aus.
Hausmittel und Vitamine
Honig oder pflanzliche Arzneimittel wie bestimmte Extrakte aus Pelargonienwurzel, Primelwurzel, Thymian, Eukalyptus oder Efeublättern können möglicherweise den Husten etwas lindern. Präparate mit Zink, Vitamin C oder Echinacea-Extrakten werden oft empfohlen. Ob sich dadurch eine Verkürzung der Erkrankungsdauer erzielen lässt, konnte noch nicht abschließend bewiesen werden.
Ärztlicher Rat
Eine Erkältung führt nur sehr selten zu ernsthaften Komplikationen wie zum Beispiel zu einer Lungenentzündung. Bei hohem Fieber, starken oder sich verstärkenden Symptomen, Schmerzen in der Brust, Luftnot, Problemen beim Atmen oder einer Erkrankung, die länger als eine Woche dauert, ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
Herzgesundheit und Erkältung
Erkältungs- und Grippeviren können selten den Herzmuskel befallen und eine Myokarditis auslösen. Warnzeichen wie Müdigkeit, Schwäche, Brustschmerzen und Herzstolpern sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei einem Infekt keinen Sport treiben und auf körperliche Anstrengungen verzichten.
Autoimmunerkrankungen und das Nervensystem
Auch Autoimmunerkrankungen können das Nervensystem beeinträchtigen. Bei einer Autoimmunerkrankung liegt eine Fehlfunktion des Immunsystems vor. Dieses erkennt nicht nur eingedrungene Krankheitserreger und bekämpft diese, sondern richtet sich fälschlicherweise auch gegen den eigenen Körper. Typische Beispiele für Autoimmunerkrankungen sind Diabetes Typ1, Morbus Crohn und Hypothyreose.
Ein möglicher Auslöser für Nervenschädigungen ist das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom (GBS), bei dem das autonome Nervensystem aufgrund von Entzündungsreaktionen betroffen ist. Lähmungserscheinungen sind auch Symptome der chronischen inflammatorischen demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP). Auch Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, die sich gegen das Nervensystem richtet. Bei Patienten, die an einer Neurosarkoidose erkrankt sind, bilden sich kleine Gewebeknötchen, die sogenannten Granulome, im Nervengewebe. Das Immunsystem verstärkt die Immunantwort und richtet diese auch gegen das körpereigene Nervengewebe.
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