In unserer schnelllebigen Zeit, in der Stress und Hektik allgegenwärtig sind, ist es keine Seltenheit, dass das Nervensystem überlastet ist. Erregte Nerven können sich in vielfältigen Symptomen äußern, von innerer Unruhe und Schlafstörungen bis hin zu Verdauungsproblemen und Kopfschmerzen. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von natürlichen Hausmitteln, die helfen können, das Nervensystem zu beruhigen und die innere Balance wiederherzustellen.
Die Rolle des Nervensystems und seine Überlastung
Der Alltag als Mutter kann zur echten Dauerbelastung werden: ständiger Zeitdruck, mentale Überforderung, wenig Raum für Selbstfürsorge. Der Körper bleibt dabei oft im Hintergrund - dabei zeigt er sehr genau, wenn das Nervensystem überfordert ist. Ein überlastetes Nervensystem zeigt sich durch viele kleine Symptome. Dauerstress aktiviert vor allem den Sympathikus - das kann auf Dauer zu Schlafstörungen, innerer Unruhe, Ängsten oder sogar körperlichen Erkrankungen führen. Ziel ist es daher, bewusst den Parasympathikus und den Vagusnerv zu aktivieren.
Symptome eines überlasteten Nervensystems:
- Schultern ständig hochgezogen
- Zuckendes Augenlid
- Verdauungsprobleme (Reizdarm, Blähungen, Völlegefühl)
- Nächtliches Aufwachen um 3 oder 4 Uhr (häufig durch erhöhte Cortisolwerte in der Leber)
- Ein Lied im Kopf, das dich nachts nicht loslässt (Ohrwurm)
- Ständiger Griff zum Handy ohne ersichtlichen Grund
Natürliche Hausmittel zur Beruhigung erregter Nerven
1. Atemtechniken für sofortige Entspannung
Eine einfache, aber effektive Methode zur Beruhigung des Nervensystems ist die Box-Atmung (auch 4-4-4-4 Atmung genannt). Diese Atemtechnik hilft dir, in kurzer Zeit wieder in einen regulierten Zustand zu kommen - ideal bei Reizüberflutung, Überforderung oder zur Vorbereitung auf den Schlaf.
So funktioniert die Box Atmung:
- Atme 4 Sekunden lang tief durch die Nase ein.
- Halte den Atem 4 Sekunden.
- Atme 4 Sekunden langsam aus.
- Halte den Atem erneut 4 Sekunden.
Wiederhole das Ganze für mindestens 3 Durchgänge. Du wirst merken, wie deine Atmung ruhiger wird, dein Puls sinkt und deine Gedanken sich beruhigen. Diese Übung wirkt direkt auf den Vagusnerv und stärkt deine Fähigkeit zur Selbstregulation.
Die Box Atmung kann mit einem ätherischen Öl wie z. B. Lavendel oder Bergamot kombiniert werden. Einfach einen Tropfen in den Handflächen verreiben, tief einatmen - das verstärkt die beruhigende Wirkung spürbar. Ätherische Öle beeinflussen über den Geruchssinn direkt das limbische System - also den Teil deines Gehirns, der für Emotionen, Erinnerungen und Stressverarbeitung zuständig ist.
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2. Zittern als natürlicher Stressabbau
In der Tierwelt ist es ganz normal: Nach einer bedrohlichen Situation zieht sich das Tier zurück - und zittert. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein natürlicher Selbstregulationsmechanismus, um Stresshormone aus dem Körper zu entlassen. Hebe das Becken leicht an und halte diese Position ca. Die Stärke des Zitterns kannst du über deine Beine regulieren. Je weiter deine Beide auseinander sind, desto stärker wird i.d.R. Dieses unwillkürliche Zittern, oft beginnend in den Beinen, ist ein Zeichen, dass dein Nervensystem beginnt, gespeicherten Stress zu entladen. Lass es geschehen, ohne es zu kontrollieren. Viele berichten danach von einem Gefühl tiefer Entspannung und Klarheit.
3. Kälteanwendung zur Vagusnerv-Stimulation
Eine Schüssel mit Eiswasser kann Wunder wirken - im wahrsten Sinne! Durch die Kälte wird der Vagusnerv stimuliert, was eine sofortige Beruhigung des Nervensystems auslöst. Tauche dein Gesicht für ca. Die Kälte aktiviert den sogenannten Tauchreflex - dein Herzschlag verlangsamt sich, die Atmung wird ruhiger, dein System „fährt runter“.
4. Tapping zur emotionalen Befreiung
Tapping, auch bekannt als EFT (Emotional Freedom Techniques), kombiniert sanftes Beklopfen bestimmter Akupressurpunkte mit bewusster Atmung und innerer Achtsamkeit.
So geht’s:
Nutze deine Fingerspitzen, um sanft Punkte wie Stirn, Schläfen, unter den Augen, Schlüsselbein und Brustbein zu beklopfen. Atme dabei tief ein und aus. Du kannst dir dabei sagen: „Ich bin sicher.
5. Die Bedeutung von Schlaf und Hormonhaushalt
Ein ausgeglichener Hormonhaushalt ist essenziell für das Wohlbefinden und die Gesundheit. Um Hormone auf natürliche Weise zu regulieren, können regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressmanagement entscheidend sein. Für die Regulation der Hormone braucht dein Körper ausreichend Ruhe. Bekommst du weniger als 7-8 Stunden Schlaf pro Tag, schafft es dein Körper nicht, genügend Hormone freizusetzen, die zum Beispiel für die Regeneration oder das Wachstum zuständig sind.
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6. Ernährungstipps für ein starkes Nervensystem
Fast Food, gesättigte Fette und zu viel Zucker sind tabu, wenn du deinen Hormonhaushalt natürlich regulieren möchtest. Setze stattdessen auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen. Zusätzlich kannst du hormonelle Störung behandeln, indem du verstärkt Lebensmittel zu dir nimmst, die aktiv deinen Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen. Dazu gehören zum Beispiel folgende:
- Samen (z.B. Leinsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne)
- Dunkle Schokolade (mind. 70% Kakao)
- Getrocknete Früchte
- Spirulina
- Hülsenfrüchte (z.B. Linsen oder Kichererbsen)
- Granatapfel und Cranberries
7. Sport und Bewegung als Stresskiller
Sport ist gut für den ganzen Körper und damit selbstverständlich auch dafür, deinen Hormonhaushalt natürlich zu regulieren. Setze dabei vor allem auf kürzere Work-outs mit hoher Intensität. Langes Ausdauertraining (mehr als 80 Minuten) kann sich hingegen negativ auswirken.
8. Himbeerblättertee zur Entspannung
Zu Heilzwecken genutzt werden die getrockneten Blätter der Himbeeren (in Form von Himbeerblättertee). Ihre Wirkung als Adstringens - also als Mittel, das zusammenziehend auf oberste Gewebeschichten wirkt - nutzt man aufgrund langjähriger Erfahrung hauptsächlich zur Behandlung von leichtem Durchfall. Hilfreich hierbei ist auch die entspannende Wirkung, die Himbeerblätter auf die Muskulatur des Verdauungstraktes ausüben können. Auf die Muskulatur der Gebärmutter greift der Entspannungseffekt ebenfalls über. Leichte krampfartige Menstruationsbeschwerden sind daher ein weiteres traditionelles Anwendungsgebiet von Himbeerblättertee.
Für einen Himbeerblättertee bei leichtem Durchfall oder Regelschmerzen übergießen Sie zwei bis vier Gramm getrocknete, geschnittene Blätter (1 TL = ca. 0,8 Gramm) mit etwa 150 Milliliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Aufguss zehn Minuten abgedeckt ziehen, bevor Sie die Blätter abseihen. Trinken Sie drei- bis viermal täglich zwischen den Mahlzeiten eine solche Tasse Himbeerblättertee. Als Dosierung pro Tag werden sechs bis acht Gramm Himbeerblätter empfohlen.
Kopfschmerzen als Folge erregter Nerven
Vom unangenehmen Druck über den Augen bis zu starken Kopfschmerzen hinter der Stirn: Du bist gerade erst aufgewacht und schon dröhnt dein Schädel. Und es geht nicht nur dir so: Jede*r dritte Deutsche ist von Kopfschmerzen geplagt - einige davon leiden sogar jeden Tag darunter. Ob pulsierende, stechende oder pochende Kopfschmerzen: Schnell stellt sich die Frage, woher die dauernden Beschwerden kommen und was man gegen sie unternehmen kann.
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Kopfschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben. Wetterumschwünge, Flüssigkeitsmangel, schlechter Schlaf und ungesunde Ernährung können allesamt Auslöser von Kopfschmerzen sein. Wenn du jedoch unter ständigen Kopfschmerzen leidest, kann auch Stress die Ursache sein. Andauernder Stress führt zu Beginn unbemerkt zur Anspannung deiner gesamten Muskulatur. Mit der Zeit entstehen dadurch Blockaden und Verspannungen - vor allem im Bereich des Rückens, der Schultern, des Nackens und des Kiefers. Die Muskulatur ist hart und unbeweglich und die Verspannung kriecht vom Rücken über den Nacken hoch zum Kopf.
Was tun gegen Spannungskopfschmerzen?
- Trinken Sie ausreichend: Achte darauf, dass du täglich zwischen 1,5 und 2 Litern Wasser zu dir nimmst - das hält dich fit und beugt Kopfschmerzen vor.
- Dehnübungen: Es gibt viele bewährte Dehnübungen, mit denen du Nackenschmerzen vorbeugen oder sie bei akuten Verspannungen gezielt angehen kannst.
- Frische Luft: Ein weiterer Tipp bei Spannungskopfschmerzen: einfach mal eine Runde spazierengehen.
- Pfefferminzöl: Ein wirksames Hausmittel direkt aus der Natur, das ganz ohne die Nebenwirkungen klassischer Kopfschmerzmedikamente auskommt: Pfefferminzöl! Einfach an schmerzenden Stellen auf der Haut einmassieren, schon erregt das Öl lokale Kälte- und Druckrezeptoren. In der Folge kann die Weiterleitung von Schmerzreizen blockiert und so dein Kopfschmerz vermindert werden.
- Ausreichend Schlaf: Verzichte im Schlafzimmer auf künstliches Display-Licht von deinem Fernseher, Smartphone oder Laptop - und schnapp dir stattdessen vor dem Einschlafen lieber ein Buch oder hör dir einen Podcast an.