Nervenkrankheiten: Ein umfassender Überblick über neurologische Erkrankungen

Das Nervensystem ist die zentrale Steuerzentrale unseres Körpers. Es kontrolliert, koordiniert und reguliert lebenswichtige Funktionen. Wenn diese Funktionen beeinträchtigt sind, spricht man von Nervenkrankheiten, auch neurologische Erkrankungen genannt. Diese Störungen können das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) oder das periphere Nervensystem (Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark) betreffen. Es gibt eine Vielzahl von Nervenkrankheiten, die sich in ihren Symptomen, Ursachen und Behandlungswegen unterscheiden.

Die Vielfalt neurologischer Erkrankungen

Nervenkrankheiten sind weit verbreitet. Im Jahr 2021 litten 43 Prozent der Weltbevölkerung unter neurologischen Erkrankungen. Es gibt verschiedene Arten von Nervenkrankheiten, die sich stark voneinander unterscheiden können. Einige schreiten langsam fort, während andere plötzlich auftreten und eine sofortige Behandlung erfordern.

Man unterscheidet verschiedene Kategorien von Nervenkrankheiten:

  • Erbliche Nervenkrankheiten: Diese sind entweder seit Geburt vorhanden oder entwickeln sich im Laufe des Lebens aufgrund einer erblichen Veranlagung.
  • Degenerative Nervenkrankheiten: Bei diesen fortschreitenden Erkrankungen sterben Nervenzellen nach und nach ab oder verlieren ihre Funktion. Dies kann Sprache, Bewegung oder Gedächtnis beeinträchtigen. Die genauen Ursachen sind oft unklar.
  • Entzündliche Nervenkrankheiten: Autoimmunreaktionen, Infektionen oder andere Prozesse können diese auslösen.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: Diese betreffen das Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Muskulatur.
  • Gefäßbedingte Nervenkrankheiten: Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Rückenmark führen zu einer unzureichenden Sauerstoff- und Nährstoffversorgung.

Häufige neurologische Erkrankungen

Einige Nervenkrankheiten treten häufiger auf als andere:

  1. Schlaganfall: Entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. In den meisten Fällen stecken Gefäßverschlüsse in den hirnversorgenden Arterien dahinter. Dies führt zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn. In Deutschland zählen Schlaganfälle zu den häufigsten Erkrankungen und den führenden Ursachen für erworbene Behinderungen. Außerdem sind sie die dritthäufigste Todesursache. Jährlich kommt es hierzulande zu ca. Symptome sind Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsverlust. Da Nervenzellen im Gehirn kaum regenerationsfähig sind, können bleibende Schäden entstehen, wie Persönlichkeitsveränderungen, Schwindel, Schluck-, Sprach- oder Sehstörungen.
  2. Hirnblutung: Eine Hirnblutung tritt auf, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt und Blut in das umliegende Gewebe austritt. Undichte Blutgefäße führen bei einer Hirnblutung zu Lähmungen, Sprach- und Bewegungsstörungen - diese Erkrankung zählt ebenfalls als Schlaganfall. Ungefähr 54.000 Schlaganfälle pro Jahr fallen unter diese Kategorie. Die austretende Blutmenge drückt auf das Gehirngewebe, was Nervenzellen zerstören oder ihre Funktion stark beeinträchtigen kann. Die Therapien für Hirnblutungen sind vielfältig - je nachdem um welche Art der Hirnblutung es sich handelt: Bei intrazerebralen Blutungen steht die richtige Blutdruckeinstellung im Vordergrund und ggf.
  3. Schädel-Hirn-Trauma: Entsteht durch eine äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf, oft durch einen Unfall oder Sturz. Die wohl bekannteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas ist die Gehirnerschütterung. Jährlich erleiden knapp 0,2 Prozent der Bevölkerung Schädel-Hirn-Traumata und sie sind eine der häufigsten Todesursachen bis zum Erwachsenenalter. Durch ein Schädel-Hirn-Trauma kann es auch zu Hirnblutungen - an jeder Lokalisation - kommen. Der Großteil der Schädelhirnverletzungen (91 Prozent) sind leicht. Abhängig von der Schwere der Einwirkung können Symptome von Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit und neurologischen irreversiblen Schäden reichen.
  4. Demenz: Infolge einer Degeneration oder Durchblutungsstörungen des Gehirns kommt es bei der Demenz zu Gedächtnisstörungen und einer Einschränkung des Denkvermögens, inkl. Defiziten der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Demenzen treten bei 2-3 Prozent der über 65-jährigen und 24-50 Prozent der über 85-jährigen auf. In Deutschland leben ca. 1,4 Millionen Demenzkranke. Häufigste Formen der Demenzen sind Alzheimer- und Gefäßerkrankungen.
  5. Morbus Parkinson: Eine neurodegenerative Erkrankung, bei der Dopamin produzierende Nervenzellen im Gehirn langsam absterben. 0,1 bis 0,2 Prozent der Deutschen leiden unter Parkinson, das sind bis zu 400.000 Menschen. Da Dopamin eine entscheidende Rolle bei der Steuerung von Bewegungen spielt, verlieren Betroffene zunehmend die Kontrolle über motorische Abläufe. Dies führt zu den Parkinson-typischen Symptomen wie Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Durch fortschreitenden Ausfall des Gehirnbotenstoffs Dopamin kommt es zu Bewegungsstörungen in Form von Zittern, Muskelstarre oder Bewegungsarmut. Hierzulande gibt es 0,1 bis 0,2 Prozent Erkrankte, bei den über 65-jährigen steigt die Häufigkeit auf bis zu 1,8 Prozent an.
  6. Multiple Sklerose (MS): Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die schützende Myelinschicht der Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark angreift. Bei der Multiplen Sklerose (MS) reagiert das Immunsystem fehlerhaft und Nervenscheiden entzünden sich. Insgesamt ist sie ist die häufigste neurologische Erkrankung mit bleibenden Behinderungen im jungen Erwachsenenalter. Die Schäden an der Myelinschicht führen dazu, dass Nervenimpulse langsamer oder gar nicht weitergeleitet werden, was Störungen verschiedener Körperfunktionen verursacht. Die vielfältige medikamentöse Therapie zielt auf eine Reduktion der Schubfrequenz ab. Die Erkrankung ist mittlerweile, wenn frühzeitig erkannt, gut behandelbar. Durch Angriff des eigenen Immunsystems werden Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark zerstört. MS schreitet meist schubförmig mit zunehmenden Lähmungen fort und ist die häufigste neurologische Erkrankung mit bleibender Behinderung im jungen Erwachsenenalter. In Deutschland gibt es etwa 120 000 Erkrankte.
  7. Hirnhautentzündung (Meningitis): Eine Entzündung der Hirnhäute, meist durch eine bakterielle oder virale Infektion verursacht. Als Hirnhautentzündung (Meningitis) wird eine Entzündung der Rückenmarkshäute und Hirnhäute bezeichnet. Ist zusätzlich das Rückenmark entzündet, spricht man von einer Meningomyelitis. Typische Symptome sind starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Fieber und in schweren Fällen Bewusstseinsstörungen. Unbehandelt kann die Entzündung zu schweren neurologischen Schäden wie Krampfanfällen oder Taubheit führen. Die Behandlung erfolgt zumeist medikamentös.
  8. Epilepsie: Ein epileptischer Anfall wird ein vorübergehender Zustand des Gehirns bezeichnet, bei dem es aufgrund einer pathologischen neuronalen Aktivität des Gehirns zu klinischen Symptomen kommt. Beim epileptischen Anfall handelt es sich um einen Krampfanfall, der auf unkontrollierte Entladungen von Nervenzellen im Gehirn zurückzuführen ist. An dieser neurologischen Erkrankung leiden 600.000 Patienten, wobei die Symptome sehr verschieden ausfallen. Ein Drittel der Epilepsien treten ab dem 60. Als epileptischer Anfall wird ein vorübergehender Zustand des Gehirns bezeichnet, bei dem es aufgrund einer pathologischen neuronalen Aktivität des Gehirns zu klinischen Symptomen kommt. Beim epileptischen Anfall handelt es sich um einen Krampfanfall, der auf unkontrollierte Entladungen von Nervenzellen im Gehirn zurückzuführen ist. An dieser schweren neurologischen Erkrankung leidet 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung und bis zu 5 Prozent an einmalig auftretenden epileptischen Anfällen.
  9. Kopfschmerzen und Migräne: Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung leiden unter immer wieder auftretenden sogenannten Spannungskopfschmerzen, 8-10 Prozent unter Migräne und vier Prozent unter chronischen Kopfschmerzen. Als Neurologe bzw. Neurologin begegnen Sie der Migräne besonders oft. Sie zeichnet sich durch einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzattacken aus und hat oftmals Appetitlosigkeit, Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit zur Folge. Die Auslöser der Migräne sind divers, unter anderem zählen Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder auch hormonelle Schwankungen dazu. Die Attacken mit oft einseitigem Kopfschmerz werden von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet. Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung leidet unter immer wieder auftretenden Spannungskopfschmerzen, 17 bis 12 Prozent unter Migräne und 4 Prozent unter chronischen Kopfschmerzen.
  10. Polyneuropathie: Unter Polyneuropathien versteht man generalisierte Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Zum peripheren Nervensystem gehören alle Strukturen, die außerhalb des Zentralnervensystems, d. h. Gehirn und Rückenmark, liegen: die motorischen, sensiblen und autonomen Nerven sowie ihre bindegewebigen Hüllstrukturen und die versorgenden Blut- und Lymphgefäße. Polyneuropathien machen sich durch oft durch ein an den Füßen beginnendes Taubheitsgefühl, Schmerzen und Lähmungen bemerkbar. Die Ursachen von Polyneuropathien sind vielfältig. Am häufigsten sind sie durch Zuckerkrankheit oder Alkoholmissbrauch verursacht. bezeichnet eine Schädigung mehrerer peripherer Nerven. Die geschädigten Nervenfasern leiten Reize nur noch fehlerhaft oder gar nicht weiter, was zu Empfindungsstörungen und unkontrollierter Muskelaktivität führt.
  11. Hirntumore: Auch im Gehirn können sich wie in anderen Organen Tumore bilden. Generell wird unterschieden zwischen primären Hirntumoren (bilden sich aus gut- oder bösartiger Hirnsubstanz bzw. Hirnhäuten) und sekundären Hirntumoren (Tochtergeschwülste bzw. Metastasen, die aus anderen Krebserkrankungen entstehen). Häufige Hirntumore sind Gliome, bestehend aus Bindegewebszellen des Gehirns, Meningeome, die von sich aus den Hirnhäuten heraus entwickeln, und Lymphome, die aus lymphatischem Gewebe entstehen. Die Art der Behandlung im Falle der Feststellung einer Erkrankung an einem Hirntumor ist meist eine individuelle Entscheidung. Auf interdisziplinären Tumorkonferenzen wir oftmals beschlossen, wie der jeweilige Tumor letztlich behandelt werden soll. Zahlreiche Wissenschaftler arbeiten an neuen Therapien, z. B. mittels Gentechnik gegen die besonders schwer zu behandelnden Glioblastome. Eine gutartige oder bösartige Wucherung im Gehirn, die durch unkontrolliertes Zellwachstum entsteht. Abhängig von der Lage kann er Kopfschmerzen, Sehstörungen, Sprachprobleme oder Lähmungen verursachen. Da der Schädelknochen das Gehirn umgibt, kann ein wachsender Tumor Druck auf Nervenzellen ausüben und deren Funktion beeinträchtigen. Diese Tumore sind häufig bösartig und gehen meistens vom Stützgewebe des Hirns aus. Auch Metastasen bilden sich oft im Gehirn. Selbst gutartige Gehirntumore sind gefährlich, weil sie überlebenswichtige Strukturen im Hirn zerstören können.

Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Neben den genannten Erkrankungen gibt es weitere Faktoren, die das Risiko für neurologische Erkrankungen beeinflussen können. Dazu gehören:

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  • Durchblutungsstörungen des Gehirns
  • Autoimmunerkrankungen
  • Funktionsstörungen der hirnelektrischen Aktivität
  • Schlaferkrankungen
  • Infektionskrankheiten
  • Verletzungen
  • Psychiatrische Erkrankungen mit neurologischer Ursache

Auch bestimmte Lebensstilfaktoren können das Risiko beeinflussen:

  • Schwerhörigkeit: Wenn Senioren immer schlechter hören, leidet ihr Sozialleben. Und auch das Gehirn trägt Spuren davon: Bei den Betroffenen verringern sich die geistigen Fähigkeiten wesentlich schneller als bei gut hörenden Altersgenossen - und zwar um bis zu 24 Prozent. Der Rat der US-amerikanischen Forscher, die den Zusammenhang entdeckt haben: Schwerhörigkeit nicht auf die leichte Schulter nehmen und lieber früh auf ein Hörgerät setzen.
  • Einsamkeit: Wer einsam ist, leidet darunter, dass er alleine ist. Genau dieses Gefühl ist offenbar auch ein Risikofaktor für eine Demenz. Wer in einer Studie mit 2.000 Teilnehmern von diesem seelischen Befinden berichtete, hatte eine 2,5-fach höhere Wahrscheinlichkeit, später an Demenz zu erkranken. Hier hilft rechtzeitiges Gegensteuern, zum Beispiel, indem man versucht, sein soziales Netz zu festigen und auszubauen.
  • Diabetes und Bluthochdruck: Diabetes und Bluthochdruck sind schlecht für die Gefäße. Deshalb haben Diabetiker ein höheres Risiko für Demenz. Und sie erkranken im Durchschnitt mehr als zwei Jahre früher an einer Altersdemenz als Nicht-Diabetiker. Bluthochdruck wiederrum erhöht die Gefahr der sogenannten vaskulären Demenz, laut einer Studie des George Institute for Global Health sogar um bis zu 62 Prozent, wenn der Bluthochdruck im Alter von 30 bis 50 Jahren auftritt.
  • Rauchen: Wer regelmäßig Zigaretten raucht, schadet nicht nur seiner Lunge und erhöht sein Krebsrisiko. Auch das Gehirn leidet, weil durch Nikotin und Co. die Gefäße verengt werden. Das erschwert unter anderem die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen - und zwar auch im Denkorgan. Dies wiederrum kann zu kognitiven Einbußen und schlussendlich auch zu Demenz führen.
  • Luftverschmutzung: Auch dreckige Luft steht im Verdacht das Demenzrisiko zu erhöhen. Eine Studie mit älteren Frauen zeigte, dass jene, die in Stadtvierteln mit extrem hoher Luftverschmutzung wohnen, ein um 92 Prozent höheres Risiko haben, an Demenz zu erkranken als jene, die in ländlichen Gegenden mit geringer Feinstaubbelastung leben.
  • Depressionen: Depressionen und Demenz gehen oft Hand in Hand. Dabei gilt auch: Je stärker die Symptome der Depression, desto höher das anschließende Risiko für die Demenz. Wer depressiv ist, sollte auch deswegen auf jeden Fall behandelt werden, so die Experten
  • Stress: Scheidung, Tod des Partners, psychisch kranke Angehörige - große seelische Belastungen treiben das Demenzrisiko in die Höhe. Eine mögliche Erklärung ist, dass Stress zu hormonellen Veränderungen führt, die sich negativ auf das zentrale Nervensystem auswirken.
  • Unstabile Persönlichkeit: Wer emotional weniger stabil ist, also beispielsweise besonders nervös, ängstlich, launisch, unsicher und stressempfindlich, trägt offenbar ein erheblich höheres Risiko für Alzheimer als emotional gefestigte Menschen.
  • Vitamin-D-Mangel: Sonnenbaden schützt möglicherweise vor Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen. Der Grund dafür: Im Sonnenlicht bildet der Körper Vitamin D. Einer Studie zufolge hatten Menschen mit Vitamin-D-Mangel ein um 53 Prozent erhöhtes Risiko, an Demenz zu erkranken.
  • Medikamente: Medikamente gegen Inkontinenz, Schlafstörungen oder Depressionen scheinen in höherer Dosis oder bei länger Anwendung das Risiko für Demenz zu erhöhen - und zwar auch, nachdem sie abgesetzt wurden. Forscher raten, anticholinerge Medikamente in der niedrigst möglichen Dosis zu verschreiben, den Therapieerfolg regelmäßig zu prüfen und die Behandlung zu beenden, falls die Medikamente nicht die gewünschte Wirkung zeigen.
  • Säureblocker: Senioren, die im Rahmen einer Studie Säureblocker wie Omeprazol und Pantoprazol über längere Zeit einnahmen, erkrankten mit einer um 44 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an Demenz als Probanden, die keine Protonenpumpenhemmer bekommen hatten.

Es gibt jedoch auch positive Nachrichten:

  • Gesunder Lebensstil: Was man vor allem tun kann, um sich vor Demen zu schützen, haben Forscher auch ergründet: Keine Zigaretten, kein Alkohol, eine gesunde Ernährung, Normalgewicht und Bewegung - diese fünf Lebensstilregeln stärken nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Gesundheit. Die Langzeitstudie walisischer Forscher zeigte, dass man damit tatsächlich die Wahrscheinlichkeit für Demenz um bis zu 60 Prozent senken kann.

Symptome von Nervenkrankheiten

Die Symptome von Nervenkrankheiten sind vielfältig und betreffen häufig die Motorik, die Sinneswahrnehmung oder die kognitive Leistungsfähigkeit. Es ist wichtig zu beachten, dass das Auftreten eines einzelnen Symptoms nicht unbedingt auf eine Nervenkrankheit hindeutet.

  • Motorische Störungen: Entstehen, wenn der Körper Nervensignale nicht mehr richtig an die Muskeln weiterleitet.
  • Sinnesstörungen: Treten auf, wenn das Nervensystem sensorische Reize nicht mehr richtig verarbeitet.
  • Kognitive Störungen: Betreffen das Denkvermögen, die Sprache, das Gedächtnis oder die Aufmerksamkeit.

Diagnose und Behandlung

Bei Verdacht auf eine Nervenerkrankung ist es wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Im ersten Schritt wird der Arzt Fragen stellen, um die Symptomatik und den Krankheitsverlauf zu verstehen. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. In weiterführenden Untersuchungen und Tests wird dann diagnostiziert, um welche Nervenkrankheit es sich explizit handelt.

Die Therapie von Nervenkrankheiten ist individuell und richtet sich nach der jeweiligen Diagnose, der Ursache und dem Krankheitsverlauf. Je nach Art der Erkrankung kann eine Kombination verschiedener Behandlungsansätze erforderlich sein, um die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Viele neurologische Krankheiten sind heutzutage wesentlich besser behandelbar als früher. Gegen die Parkinson-Krankheit und gegen Multiple Sklerose gibt es mehr Therapieformen. Und auch die Epilepsie stellt nicht mehr denselben Kontrollverlust dar wie einst. Die vielfältige medikamentöse Therapie zielt auf eine Reduktion der Schubfrequenz ab. Die Erkrankung ist mittlerweile, wenn frühzeitig erkannt, gut behandelbar.

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Die Bedeutung der Früherkennung und Behandlung

Nervenkrankheiten können schwerwiegende Auswirkungen auf die Lebensqualität haben, insbesondere wenn sie nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden. Viele neurologischen Erkrankungen schreiten unbehandelt fort und führen zu irreversiblen Schäden an Nerven und Gehirnstrukturen. Je früher du handelst, desto besser sind die Chancen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und deine Lebensqualität zu erhalten. Bleiben neurologische Symptome unbehandelt, kann es zu dauerhaften Einschränkungen kommen - im schlimmsten Fall sogar zur Berufsunfähigkeit.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten wegen einer Krankheit oder eines Unfalls plötzlich nicht mehr arbeiten - nicht nur für ein paar Wochen, sondern vielleicht für ein halbes Jahr oder länger. Zwar erhalten Sie während dieser Zeit Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung, jedoch begrenzt auf 78 Wochen. Danach greifen nur noch soziale Sicherungssysteme wie beispielsweise die Erwerbsminderungsrente. Genau hier kommt die Berufsunfähigkeitsversicherung als private Vorsorge ins Spiel. Sie zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf für mindestens 6 Monate zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben können. Diese Rente kann Ihnen helfen, weiterhin Ihre Rechnungen zu bezahlen und Ihren Lebensstandard zu halten, auch wenn Sie nicht mehr arbeiten können. Viele denken, dass sie von staatlicher Seite aus abgesichert sind. Doch die Wahrheit ist: Die sogenannte Erwerbsminderungsrente reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Außerdem haben gerade junge Menschen, die noch nicht oder erst kurz im Berufsleben stehen, nur unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Daher ist es wichtig, selbst vorzusorgen. Je früher Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, desto besser. Denn der Beitrag richtet sich neben der beruflichen Tätigkeit unter anderem auch danach, in welchem Alter Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben und wie Ihr Gesundheitszustand zu dieser Zeit war. Wenn Sie wegen Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall Ihrem letzten Beruf nur noch zu max. 50 % nachgehen können, gelten Sie in der Regel als berufsunfähig. Sie können eine Rente wegen Berufsunfähigkeit beantragen, wenn Sie voraussichtlich mind.

Vermuten Sie bei sich eine Nervenkrankheit, so ist als erstes Ihr:e Hausärzt:in der bzw. die geeignete Ansprechpartner:in. Er oder sie wird Sie gründlich untersuchen und entscheiden, ob der Verdacht begründet ist. Falls ja, kann sie Sie an eine:n Neurolog:in überweisen, der bzw. die die weitere Diagnostik durchführen kann. Zögern Sie nicht, sich frühzeitig an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zu wenden, anstatt Beschwerden monate- oder gar jahrelang auszuhalten. Die Behandlungsaussichten sind meist besser, je früher mit der Therapie begonnen wird.

Unterstützung für Betroffene und Angehörige

Außerdem kann es helfen, Angehörigen, Partner:innen oder Mitbewohner:innen von der Erkrankung zu erzählen. Bei vielen neurologischen Krankheiten werden Sie zumindest zeitweise Hilfe benötigen. Die psychische Belastung ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Lassen Sie sich jedoch nicht alles abnehmen, auch wenn Ihr Umfeld Sie schonen und unterstützen möchte. Für alle Betroffene egal welcher neurologischen Krankheit ist es sowohl für Psyche als auch für die körperliche Situation wichtig, all das selbstständig zu tun, was selbstständig geht.

Angehörigen mag es häufig schwerfallen, zuzusehen und Tätigkeiten nicht abzunehmen, die anstrengend oder mühselig erscheinen. Damit tun Sie jedoch niemandem einen Gefallen, sich selbst nicht, und dem bzw. der Betroffenen nicht. Dies bedeutet nicht, dass Sie jemandem, der Hilfe braucht, nicht die Treppe hinaufhelfen. Aber wenn beispielsweise normales Besteck aufgrund einer Polyneuropathie nicht mehr benutzt werden kann, suchen Sie lieber gemeinsam Lösungsstrategien. Besorgen Sie zum Beispiel dickeres Besteck, das der oder die Betroffene benutzen kann, anstatt das Fleisch vorzuschneiden.

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