Die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Radiologie und Neurologie repräsentiert einen wichtigen Fortschritt in der modernen medizinischen Versorgung. Solche Gemeinschaftspraxen ermöglichen eine umfassendere und effizientere Diagnostik und Therapie von Erkrankungen, die das Nervensystem und den gesamten Körper betreffen. Dieser Artikel beleuchtet die Vorteile, die angebotenen Leistungen und die Bedeutung dieser interdisziplinären Zusammenarbeit.
Einführung in die fachübergreifende Gemeinschaftspraxis
In einer Zeit, in der die medizinische Versorgung zunehmend komplexer wird, ist die Zusammenarbeit von Spezialisten verschiedener Fachrichtungen unerlässlich. Die Verbindung von Radiologie und Neurologie in einer Gemeinschaftspraxis stellt eine solche synergetische Partnerschaft dar. Radiologen sind Experten in der Bildgebung des Körpers, während Neurologen sich auf die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems spezialisiert haben. Durch die Bündelung ihrer Kompetenzen können sie Patienten eine umfassendere Versorgung bieten.
Vorteile der interdisziplinären Zusammenarbeit
Die fachübergreifende Gemeinschaftspraxis bietet zahlreiche Vorteile für Patienten, Ärzte und das Gesundheitssystem insgesamt:
- Verbesserte Diagnostik: Die enge Zusammenarbeit zwischen Radiologen und Neurologen ermöglicht eine präzisere Interpretation von Bildgebungsbefunden. Dies führt zu einer schnelleren und genaueren Diagnose von neurologischen Erkrankungen.
- Effizientere Behandlung: Durch die gemeinsame Erstellung von Behandlungsplänen können Patienten von einer optimalen Therapie profitieren, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.
- Ganzheitliche Betreuung: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine umfassendere Betrachtung des Patienten, wodurch auch Begleiterkrankungen und psychosoziale Faktoren berücksichtigt werden können.
- Zeitersparnis: Patienten profitieren von kürzeren Wegen und weniger Doppeluntersuchungen, da alle relevanten Spezialisten unter einem Dach vereint sind.
- Wissensaustausch: Die Zusammenarbeit fördert den Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen den Fachrichtungen, was zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Behandlungsqualität führt.
Leistungsspektrum einer fachübergreifenden Gemeinschaftspraxis Radiologie Neurologie
Eine moderne fachübergreifende Gemeinschaftspraxis Radiologie Neurologie bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen an. Dazu gehören unter anderem:
Neuroradiologie
- Diagnostik von Hirnerkrankungen: Schlaganfälle, Tumore, Entzündungen,Multiple Sklerose
- Diagnostik vonWirbelsäulenerkrankungen: Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen, Tumore
- Gefäßdarstellungen: Angiographien von Hirn- und Halsgefäßen zur Erkennung von Aneurysmen oder Stenosen
- Interventionelle Neuroradiologie: Kathetergestützte Behandlung von Schlaganfällen und Aneurysmen
Die Klinik für Radiologie und Neuroradiologie an der St. Barbara-Klinik Hamm wurde apparativ und räumlich komplett neu gestaltet und arbeitet auf dem neuesten Stand der Technik. Ein Schwerpunkt der Arbeit stellt die neuroradiologische Diagnostik und Therapieverfahren dar. Dabei bietet die Abteilung das gesamte Spektrum kathetergestützter Behandlungsverfahren von der Schlaganfallbehandlung bis zur Versorgung von intrakraniellen Aneurysmen (Gefäßaussackungen) an.
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Radiologie
- Konventionelle Röntgendiagnostik: Untersuchungen des Skeletts, der Lunge und des Bauchraums
- Computertomographie (CT): Detaillierte Schnittbilder des Körpers zur Erkennung von Tumoren, Entzündungen und Verletzungen
- Magnetresonanztomographie (MRT): Schonende Bildgebung ohne Röntgenstrahlung zur Darstellung von Weichteilen, Gehirn, Rückenmark und Gelenken
- Mammographie: Röntgenuntersuchung der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs
- Sonographie (Ultraschall): Untersuchung von Organen und Geweben mit Ultraschallwellen
Das Behandlungsangebot umfasst das gesamte Spektrum der modernen Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Die Spezialisten arbeiten eng mit den Ärzten, Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen in der Region zusammen.
Minimal-invasive Verfahren
- Tumorbehandlung: Radiofrequenzablation (RFA),Transarterielle Chemoembolisation (TACE)
- Gefäßbehandlung: Angioplastie, Stentimplantation
- Schmerztherapie: Periradikuläre Therapie (PRT), Facetteninfiltration
Die Abteilung arbeitet eng mit dem Darm- und Brustzentrum der St. Barbara-Klinik zusammen und bietet ein breites Spektrum an minimal-invasiven Behandlungsverfahren auf dem Gebiet der Tumor-, Gefäß- und Schmerzbehandlung an.
Kernspintomographie (MRT) im Detail
Die Kernspintomographie, auch Magnetresonanztomographie (MRT) genannt, ist ein bildgebendes Verfahren, das ohne Röntgenstrahlen auskommt. Stattdessen werden ein starkes Magnetfeld und Radiowellen eingesetzt, um detaillierte Bilder vom Körperinneren zu erzeugen.
Funktionsweise:
Das Herzstück des MRT-Geräts bildet ein tonnenschwerer Elektromagnet mit einer röhrenförmigen Öffnung. Der Patient liegt auf einer Liege, die in diese Öffnung hineinfährt. Das Magnetfeld richtet die Atomkerne im Körper aus. Durch das Senden von Radiowellen werden diese Atomkerne kurzzeitig angeregt und senden dann selbst Radiosignale aus. Diese Signale werden von einem Computer erfasst und in detaillierte Bilder umgewandelt.
Vorteile der MRT:
- Keine Strahlenbelastung, daher auch für Kinder und Schwangere geeignet
- Sehr gute Darstellung von Weichteilen, Gehirn, Rückenmark, Muskeln und Gelenken
- Präzise Darstellung von Blutgefäßen
- Früherkennung von Tumoren
- Einblicke in den Körperstoffwechsel
Vorbereitung auf die MRT-Untersuchung:
Vor der Untersuchung müssen alle metallischen Gegenstände abgelegt werden, darunter Uhren, Hörgeräte, Scheck- und Kreditkarten. Metallteile im Körper, wie fester Zahnersatz, Gelenkprothesen oder Metallplatten, stellen in der Regel kein Problem dar. Patienten mit Herzschrittmachern oder Innenohrprothesen (Cochleaimplantaten) sind von der Untersuchung ausgeschlossen, da es im Magnetfeld zu Fehlfunktionen kommen kann.
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Ablauf der MRT-Untersuchung:
Während der Untersuchung liegt der Patient auf einer Liege, die sich langsam in die Öffnung des Geräts bewegt. An- und abschaltende Magnetfelder erzeugen laute, klopfende Geräusche, gegen die Ohrstöpsel oder ein Kopfhörer helfen. Die Untersuchung dauert je nach Körperregion und Fragestellung wenige Minuten bis zu einer halben Stunde.
Kontrastmittel:
In manchen Fällen ist die Gabe eines Kontrastmittels erforderlich, um bestimmte Strukturen oder Erkrankungen besser darzustellen. Das Kontrastmittel wird in eine Vene gespritzt und ist in der Regel gut verträglich.
Platzangst:
Manche Patienten leiden unter der Enge des MRT-Geräts ("Platzangst"). In diesem Fall kann der Arzt vorab beruhigende Medikamente verabreichen. In seltenen Fällen ist eine kurze Narkose notwendig.
Computertomographie (CT) im Detail
Die Computertomographie (CT) ist ein weiteres wichtiges bildgebendes Verfahren, das in der Radiologie eingesetzt wird. Im Gegensatz zur MRT verwendet die CT Röntgenstrahlen, um detaillierte Schnittbilder des Körpers zu erzeugen.
Funktionsweise:
Eine Röntgenröhre umkreist den Patienten und sendet gleichzeitig ein dünnes Röntgenstrahlenbündel aus. Ein Detektorsystem, das sich gegenüber der Röhre befindet, misst dieStrahlenmenge, die den Körper durchdringt hat. Diese Messwerte werden von einem Computer verarbeitet, um überlagerungsfreie Querschnittsbilder der untersuchten Körperregion zu erzeugen.
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Vorteile der CT:
- Schnelle Untersuchungszeit (wenige Sekunden pro Körperregion)
- Sehr gute Darstellung von Knochen und inneren Organen
- Hohe Verfügbarkeit
- Unverzichtbar beiUnfällen und Schlaganfällen
Vorbereitung auf die CT-Untersuchung:
Untersuchungen des Kopfes und der Skelettanteile erfordern in der Regel keine besondere Vorbereitung. Bei Untersuchungen des Bauches und Beckens müssen die Patienten meist 1-2 Liter Kontrastmittel trinken, um den Magen-Darm-Trakt abzugrenzen.
Ablauf der CT-Untersuchung:
Während der Untersuchung liegt der Patient auf einer schmalen Liege, die sich langsam in die ringförmige Öffnung des Geräts bewegt. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert je nach Aufwand 2 bis 10 Minuten.
Kontrastmittel:
Bei vielen CT-Untersuchungen ist die Gabe von Kontrastmitteln notwendig, um Blutgefäße, Tumoren oder Entzündungen besser darzustellen. Die Kontrastmittel werden in die Armvene gespritzt oder müssen getrunken werden. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen auf jodhaltige Kontrastmittel kommen.
Mammographie im Detail
Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, die zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt wird. Sie kann schon kleinste Veränderungen im Brustgewebe sichtbar machen, bevor sie tastbar sind.
Ziel der Mammographie:
- Früherkennung von Brustkrebs
- Aufsuchen noch nicht tastbarer Tumoren
- Nachweis von Mikroverkalkungen, die Hinweise auf Brustkrebs sein können
Ablauf der Mammographie:
Die Patientin steht vor dem Untersuchungsgerät. Die Brust wird zwischen zwei Plexiglasplatten vorsichtig zusammengedrückt, um eine gute Bildqualität zu erzielen und die Strahlenbelastung zu reduzieren. Es werden zwei Aufnahmen pro Brust angefertigt: eine von oben nach unten und eine schräg-seitliche Aufnahme.
Mammographie-Screening:
In Deutschland werden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre im Rahmen des bundesweiten Mammographie-Screenings zu einer Mammographie eingeladen. Dieses Programm soll dazu beitragen, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen und die Heilungschancen zu verbessern.
Wichtige Hinweise:
- Die Mammographie sollte in der ersten Hälfte des Zyklus durchgeführt werden, da die Brust dann weniger druckempfindlich ist.
- Vor der Untersuchung sollten keine Cremes oder Puder im Brustbereich verwendet werden.
- Bei bekannter oder möglicher Schwangerschaft sollte die Mammographie nicht durchgeführt werden.
Konventionelles Röntgen im Detail
Die Röntgendiagnostik ist eine der ältesten und wichtigsten Säulen der radiologischen Diagnostik. Sie wird eingesetzt, um Bilder von Knochen, Organen und Geweben zu erzeugen.
Funktionsweise:
Röntgenstrahlen durchdringen den Körper und werden von verschiedenen Geweben unterschiedlich stark absorbiert. Die Strahlen, die den Körper verlassen, werden von einem Detektor aufgefangen und in ein Bild umgewandelt.
Anwendungsbereiche:
- Untersuchung von Knochenbrüchen
- Diagnostik von Lungenerkrankungen (z.B. Lungenentzündung, Tumore)
- Darstellung von Fremdkörpern
- Untersuchung des Magen-Darm-Trakts mit Kontrastmittel
Vorbereitung auf die Untersuchung:
Die Vorbereitung hängt von der Art der Untersuchung ab. BeiUntersuchungen des Skeletts oder der Lunge sind in der Regel keine Vorbereitungen notwendig. Bei Untersuchungen des Magen-Darm-Trakts muss der Patient nüchtern sein.
Ultraschall (Sonographie) im Detail
Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist ein bildgebendes Verfahren, das ohne Röntgenstrahlung auskommt. Stattdessen werden Ultraschallwellen eingesetzt, um Bilder von Organen und Geweben zu erzeugen.
Funktionsweise:
Ein Ultraschallkopf sendet Ultraschallwellen aus, die von den verschiedenen Geweben im Körper unterschiedlich stark reflektiert werden. Die reflektierten Wellen werden von dem Ultraschallkopf wieder empfangen und in ein Bild umgewandelt.
Vorteile der Sonographie:
- Keine Strahlenbelastung, daher auch für Schwangere und Kinder geeignet
- Echtzeit-Bilder, die die Bewegung von Organen darstellen können
- Kostengünstig
- Breite Verfügbarkeit
Anwendungsbereiche:
- Untersuchung der Bauchorgane (Leber, Galle, Niere, Bauchspeicheldrüse)
- Untersuchung der Schilddrüse
- Untersuchung der Blutgefäße
- Schwangerschaftsvorsorge
Das Team: Kompetenz und Erfahrung
In einer fachübergreifenden Gemeinschaftspraxis arbeiten Radiologen, Neurologen und weiteres medizinisches Fachpersonal Hand in Hand. Das Team besteht aus erfahrenen Ärzten und qualifizierten Mitarbeitern, die sich kontinuierlich fortbilden, um ihren Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten.
Ein Beispiel hierfür ist das Westfälische Zentrum für Radiologie der St. Franziskus-Stiftung, das durch eine gezielte Ausbildung von Spezialexpertisen im Fach- und Oberarztsektor (z.B. Neuroradiologie, interventionelle Onkologie, Senologie, Muskuloskelettale Medizin) eine weitere Optimierung der Patientenversorgung durch die Einbringung von ‚Expertenmeinungen’ erzielt.
Moderne Technologien für eine präzise Diagnostik
Eine moderne fachübergreifende Gemeinschaftspraxis Radiologie Neurologie verfügt über modernste Medizintechnik, um eine präzise und schonende Diagnostik zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem:
- Hochauflösende Magnetresonanztomographen (MRT)
- Multidetektor-Computertomographen (CT)
- Digitale Mammographiegeräte
- Moderne Ultraschallgeräte
Bedeutung der Früherkennung
Die Früherkennung von Erkrankungen spielt eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg. Eine fachübergreifende Gemeinschaftspraxis Radiologie Neurologie bietet verschiedene Früherkennungsuntersuchungen an, um Erkrankungen wie Brustkrebs, Prostatakrebs oder Schlaganfälle frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
So ist beispielsweise das Prostata-MRT eine hervorragende Methode für die Erkennung von Prostatakrebs.
Kooperationen und Netzwerke
Viele fachübergreifende Gemeinschaftspraxen Radiologie Neurologie arbeiten eng mit anderen medizinischen Einrichtungen, wie Krankenhäusern,Universitätskliniken undRehabilitationszentren, zusammen. Diese Kooperationen ermöglichen eine umfassende und nahtlose Versorgung der Patienten.
Die Gründung des Westfälischen Zentrums für Radiologie der St. Franziskus-Stiftung, das eng mit dem St. Franziskus-Hospital in Münster und dem Herz-Jesu Krankenhaus Münster-Hiltrup vernetzt ist, verdeutlicht die Bedeutung solcher Kooperationen.
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