FDOK-bedingte Durchblutungsstörungen im Gehirn: Definition, Ursachen und Therapie

Einführung

Chronische Entzündungen im Kieferbereich, insbesondere die Fettig Degenerative Osteolyse im Kiefer (FDOK), können weitreichende Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben. Es wird zunehmend erkannt, dass diese Entzündungen nicht nur lokale Probleme verursachen, sondern auch systemische Auswirkungen haben können, einschließlich der Beeinträchtigung der Durchblutung des Gehirns. Dieser Artikel beleuchtet die Definition, Ursachen und Therapiemöglichkeiten von FDOK im Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Was ist FDOK?

FDOK, auch bekannt als NICO (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis), ist eine chronische, oft asymptomatische Entzündung des Kieferknochens. Sie entsteht häufig nach Zahnextraktionen, insbesondere nach der Entfernung von Weisheitszähnen, wenn der Knochen nicht vollständig heilt. Dabei bilden sich fettig-degenerative Nekrosen im Kieferknochen. Der deutsche Pionier in der Erforschung und Verbreitung dieses Problems ist Dr. Dr. (PhD) J. Lechner.

Ursachen von FDOK

FDOK entsteht in der Regel dort, wo der Knochen nach einer Zahnextraktion nicht vollständig gereinigt wurde. Mikroorganismen und Bakterien aus vorherigen Infektionen (z.B. Chronisch Apikale Parodontitis - CAP) können verbleiben und eine Entzündung auslösen. Laut Levy wurde in einer Studie mit 112 Patienten in 88% der Bereiche, in denen Zähne extrahiert wurden, FDOK gefunden.

Ein weiteres Problem ist, dass das Parodontale Ligament (ein Gewebe, das den Zahn mit dem Knochen verbindet) bei der Extraktion nicht vollständig entfernt wird. Dies kann die Ursache für FDOK sein, da der Kieferknochen die Abwesenheit des Zahns nicht erkennt, was zu Wachstumsstörungen führt.

Symptome von FDOK

FDOK verläuft oft asymptomatisch, was bedeutet, dass Betroffene keine Schmerzen oder offensichtlichen Beschwerden haben. Dies macht die Diagnose schwierig. Einige Patienten berichten jedoch über allgemeine Symptome wie:

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  • Chronische Müdigkeit
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Knieschmerzen
  • Schilddrüsenprobleme
  • Allergien
  • Motorische Defizite

In einigen Fällen kann FDOK auch zu Trigeminusneuralgie führen, einem sehr schmerzhaften Zustand, der durch Reizung des Gesichtsnervs verursacht wird.

FDOK und Durchblutungsstörungen im Gehirn

Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass chronische Entzündungen im Körper, wie sie bei FDOK vorkommen, die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen können. Entzündungsbotenstoffe, die bei FDOK freigesetzt werden, können über die Blutbahn ins Gehirn gelangen und dort Entzündungen und Schäden verursachen.

Mögliche Mechanismen

  1. Entzündungsbotenstoffe: FDOK führt zur Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen wie TNF-α, IL-1 und RANTES. Diese Stoffe können die Blut-Hirn-Schranke passieren und im Gehirn Entzündungen auslösen.
  2. Oxidativer Stress: Chronische Entzündungen verursachen oxidativen Stress, der die Zellen im Gehirn schädigen und die Durchblutung beeinträchtigen kann.
  3. Gerinnungsstörungen: Entzündungen können die Blutgerinnung beeinflussen und das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen, die die Blutgefäße im Gehirn verstopfen und zu Durchblutungsstörungen führen können.

Auswirkungen auf das Gehirn

Durchblutungsstörungen im Gehirn können eine Vielzahl von neurologischen Problemen verursachen, darunter:

  • Kognitive Beeinträchtigungen: Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte geistige Leistungsfähigkeit.
  • Neurologische Erkrankungen: Erhöhtes Risiko für Alzheimer, Multiple Sklerose und andere neurologische Erkrankungen.
  • Psychische Störungen: Depressionen, Angstzustände und andere psychische Probleme.

RANTES, ein Zytokin, das in hoher Konzentration in NICOs vorkommt, steht in Verbindung mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen:

  • Alzheimer: Nervenzellen reagieren auf RANTES und setzen Entzündungsfaktoren frei.
  • Multiple Sklerose: RANTES ist in Gehirnläsionen und Rückenmarksflüssigkeit von MS-Patienten erhöht.
  • Trigeminusneuralgie: Die Mehrheit der Trigeminalganglien sind latent von Herpes simplex-Viren Typ-1 infiziert.

Diagnose von FDOK

Die Diagnose von FDOK kann schwierig sein, da herkömmliche Röntgenaufnahmen (OPG) oft nicht ausreichend sind, um die Entzündungen zu erkennen. Eine 3D-Aufnahme (DVT oder CT) ist in der Regel erforderlich, um die Situation im Kieferknochen besser beurteilen zu können.

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Bildgebende Verfahren

  • OPG (Orthopantomogramm): Eine zweidimensionale Panorama-Röntgenaufnahme, die einen Überblick über den gesamten Kieferbereich bietet. Sie ist jedoch oft nicht ausreichend, um FDOK zu erkennen.
  • DVT (Digitale Volumentomographie): Eine dreidimensionale Röntgenaufnahme, die detailliertere Bilder des Kieferknochens liefert. Sie kann helfen, viele CAP und FDOK zu erkennen, aber die Auflösung ist möglicherweise nicht ausreichend, um alle vorhandenen FDOK zu identifizieren.
  • Multislice-Dental-CT (Computertomographie): Eine noch höher auflösende 3D-Aufnahme, die besonders gut geeignet ist, um Amalgamsplitter und Entzündungsherde (FDOK) zu sehen. Allerdings haben nur wenige Zahnarztpraxen ein 768er Multislice Dental CT.

Alternative Testverfahren

  • RANTES-Wert: Ein Bluttest, der den Spiegel des Zytokins RANTES misst. Erhöhte RANTES-Werte können auf Entzündungen im Kieferbereich hindeuten, aber niedrige Werte schließen FDOK nicht aus.
  • Neuraltherapie: Eine Injektion mit Procain in den Kieferbereich, um zu testen, ob dadurch eine Verbesserung der Symptome eintritt. Dies kann helfen, FDOK als Störfeld zu identifizieren.

Therapie von FDOK

Die Therapie von FDOK zielt darauf ab, die Entzündung im Kieferknochen zu beseitigen und die Heilung zu fördern.

Chirurgische Entfernung

Die gängigste Therapie ist die chirurgische Entfernung des entzündeten Knochengewebes. Dabei wird das beschädigte Gewebe abgetragen und der Entzündungsherd entfernt.

Ozontherapie

In einigen Fällen kann eine Injektion mit Ozon in den Kieferbereich versucht werden, um kleine FDOK zu behandeln. Ozon wirkt desinfizierend und kann helfen, Bakterien abzutöten.

Eigenbluttherapie (Choukroun A-PRF Methode)

Diese Methode verwendet Eigenblut, um die Heilung zu fördern. Das Blut wird zentrifugiert, um eine Membran zu gewinnen, die reich an Wachstumsfaktoren ist. Diese Membran wird dann in den Kieferbereich eingebracht, um die Heilung zu unterstützen.

Mikronährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel

Eine gezielte Nahrungsergänzung kann helfen, den Körper mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen, um die Heilung zu fördern. Wichtige Nährstoffe sind:

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  • Vitamin D3: Wichtig für die Knochengesundheit und das Immunsystem.
  • Zink: Unterstützt die Wundheilung und das Immunsystem.
  • Magnesium: Wichtig für die Muskel- und Nervenfunktion.
  • Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend.

Ganzheitlicher Ansatz

Ein ganzheitlicher Ansatz berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse des Patienten und zielt darauf ab, die Ursachen der Entzündung zu behandeln. Dazu gehören:

  • Ernährungsumstellung: Verzicht auf entzündungsfördernde Lebensmittel wie Zucker, Weizen und Kuhmilchprodukte.
  • Stressmanagement: Stress kann Entzündungen verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Entgiftung: Unterstützung der körpereigenen Entgiftungsmechanismen, um Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen.

Prävention von FDOK

Um FDOK vorzubeugen, ist es wichtig, auf eine gute Mundhygiene zu achten und sicherzustellen, dass Zahnextraktionen fachgerecht durchgeführt werden.

Gute Mundhygiene

  • Regelmäßiges Zähneputzen und Zahnseide verwenden.
  • Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt.
  • Verwendung von antibakteriellen Mundspülungen.

Fachgerechte Zahnextraktionen

  • Sicherstellen, dass der Knochen nach der Extraktion vollständig gereinigt wird.
  • Vollständige Entfernung des Parodontalen Ligaments.
  • Verwendung von schonenden chirurgischen Techniken.
  • Unterstützung der Heilung durch PRGF-Membrane und Ozontherapie.

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