Einführung
Die Korrektur von Sehfehlern durch Brillen ist ein weit verbreitetes Verfahren. Doch was passiert, wenn die Brille nicht optimal angepasst ist? Dieser Artikel beleuchtet die Auswirkungen einer Fehlkorrektur, insbesondere einer Überkorrektur, auf das Gehirn und das Sehvermögen, sowie alternative Behandlungsmethoden. Zudem wird die Rolle der Neurowissenschaften bei der Erforschung des Sehens und der Korrektur von Sehfehlern betrachtet.
Wie aufgeklärt ist unsere Wissenschaftskommunikation im 21. Jahrhundert?
Wie der Neurowissenschaftler Roger Sperry (1913-1994) 1981 schrieb, werden Ideologien, Philosophien, religiöse Doktrinen, Weltmodelle, Wertsysteme und Ähnliches mehr mit den Antworten stehen und fallen, die die Hirnforschung schließlich enthüllt. Es kommt alles im Gehirn zusammen. In den Jahrzehnten danach konnten wir sehen, wie Psychiatrie und Psychologie ihre Fragestellungen ans Gehirn anpassten. Dort gab (und gibt) es das meiste Forschungsgeld. Und das ist erforderlich, um auf der Karriereleiter nach oben zu klettern.
Die Bedeutung der korrekten Brillenstärke
Die Wahl der richtigen Brillenstärke ist entscheidend, um eine klare und komfortable Sicht zu gewährleisten. Optiker und Augenärzte führen genaue Messungen durch, um die optimalen Werte für Ihre Brille zu ermitteln. Eine Brille korrigiert die Brechung des Lichtes und unterstützt das fehlsichtige Auge so bei der Akkommodation, also dem Anpassungsvorgang der Linsen.
Anzeichen einer überkorrigierten Brille
Eine überkorrigierte Brille kann verschiedene Symptome verursachen:
- Verschwommenes Sehen: Ein offensichtliches Anzeichen dafür, dass Ihre Brille zu stark ist, ist, wenn Sie mit ihr verschwommen sehen. Objekte könnten unscharf erscheinen, und das Lesen von Texten oder das Erkennen von Details wird schwierig. Als verschwommenes Sehen bezeichnet man eine Sehstörung, bei der eine Veränderung der optischen Wahrnehmung vorliegt. Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, scharf zu sehen und erkennt, je nach Ausprägungsgrad der Sehstörung, nur noch Konturen und Formen des von ihm fixierten Objektes.
- Schwindel und Übelkeit: Eine Überkorrektur der Brille kann Schwindelgefühle oder Übelkeit verursachen. Dies liegt daran, dass die Augen überanstrengt werden, um die überkorrigierte Sehschärfe auszugleichen. Unscharfes Sehen kann mit Schwindel einhergehen. Die optische Wahrnehmung ist eine wichtige Komponente, die der Orientierung dient. Fällt sie weg, weil beispielsweise die Augenbeweglichkeit eingeschränkt ist oder eine Fehlsichtigkeit vorliegt, können visuelle Informationen nicht mehr adäquat vom Gehirn verarbeitet werden, was zu Schwindel führen kann. Auch starke Kopfschmerzen, wie zum Beispiel im Rahmen von Migräne, können verschwommenes Sehen und Schwindel verursachen.
- Kopfschmerzen: Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom einer zu starken Brille. Die Anstrengung der Augen kann zu Spannungskopfschmerzen führen. Kopfschmerzen können sowohl Ursache als auch Folge von verschwommenem Sehen sein. Liegen beispielsweise Verspannungen von Muskeln oder eine Fehlhaltung des Kopfes vor, kann dies Kopfschmerzen und eine Einschränkung der Sehschärfe verursachen. Liegt eine Fehlsichtigkeit vor, die durch ständige Anspannung der inneren Augenmuskeln bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen wird, kann dies ebenfalls zu Kopfschmerzen führen.
- Ermüdung der Augen: Wenn Ihre Brille zu stark ist, müssen Ihre Augen härter arbeiten, um sich auf verschiedene Entfernungen einzustellen. Dies kann zu einer schnelleren Ermüdung der Augen führen, insbesondere bei längerer Nutzung.
- Horizontales Schielen: Bei ca. 5 Dioptrien horizontalem Schielen, kann es vorkommen, dass man mit der Prismenbrille Kopfschmerzen bekommt, und auf einmal ohne Prismenbrille besser sieht. Nach dann wiederum 2-3 Tagen bekommt man mit dieser normalen Brille Probleme und mit der Prismenbrille ist es wieder besser. Das ist ziemlich nervig.
- Doppelbilder: Immer dann, wenn man den Kopf nach links neigt, z.B. beim Fernsehen, wenn man auf der Couch leicht schräg liegt, kann es zu Doppelbildern kommen. Erst ist es ok, dann nach 20 sekunden oder so wandern die Bilder auseinander.
Langfristige Auswirkungen einer überkorrigierten Brille
Das Tragen einer zu starken Brille über einen längeren Zeitraum kann langfristige Auswirkungen auf die Augen und das Sehvermögen haben. Zu den möglichen Konsequenzen gehören:
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- Verschlechterung der Sehschwäche: Eine überkorrigierte Brille kann dazu führen, dass Ihre Sehschwäche schneller fortschreitet.
- Asthenopie: Dieser Begriff beschreibt Augenbeschwerden, die durch überanstrengte Augen verursacht werden. Es kann zu Symptomen wie Augenbrennen, Trockenheit und vermehrtem Tränenfluss führen.
- Fehlende Anpassungsfähigkeit: Die Augen könnten Schwierigkeiten haben, sich an verschiedene Entfernungen anzupassen, wenn Sie eine zu starke Brille tragen. Dies kann Ihre allgemeine Sehqualität beeinträchtigen.
- Verlust des Kontrastsehens: Eine überkorrigierte Brille kann das Kontrastsehen beeinträchtigen, was die Fähigkeit zur Unterscheidung von Objekten bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen erschwert.
Was tun bei Verdacht auf Überkorrektur?
Wenn Sie denken, dass Ihre Brille zu stark ist oder Symptome auftreten, die auf eine überkorrigierte Sehschärfe hinweisen, sollten Sie sofort einen Augenarzt oder Optiker aufsuchen. Ein professioneller Sehtest kann feststellen, ob Ihre Brille angepasst oder neu vermessen werden muss. Es ist wichtig, Ihre Augengesundheit ernst zu nehmen und sicherzustellen, dass Ihre Brille genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Tragen Sie keine überkorrigierte Brille, da dies Ihre Augenbelastung erhöhen und langfristige Probleme verursachen kann.
Ursachen von Fehlsichtigkeit
Ursache von Fehlsichtigkeit sind Abweichungen im anatomischen Aufbau des Auges, die vom Optimum abweichen. Bei Kurzsichtigen ist der Augapfel länger als nötig, das Licht wird vor der Netzhaut gebündelt. Bei Weitsichtigen ist der Augapfel zu kurz, so dass die Bündelung des Lichtes zu weit hinten erfolgen würde. Kurzsichtigkeit hat eine starke Umweltkomponente: viel Lesen mit kurzem Sehabstand, schlechte Beleuchtung und wenig Aufenthalt im Freien sind die gegenwärtig bekannten Risikofaktoren.
Alternative Lösungen zur Sehkorrektur
Neben Brillen gibt es alternative Lösungen zur Korrektur von Sehproblemen, die eine langfristige Sehschärfe bieten können.
Laser-Augenchirurgie
- LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis): Bei dieser Operation wird die Hornhaut mittels eines Lasers eröffnet und ein Teil der unteren Hornhautschicht abgetragen. Anschliessend wird die Hornhaut wieder verschlossen. Daraus resultiert eine Korrektur des Krümmungsgrades der Hornhaut. Es bestehen allerdings Risiken der LASIK Operation. Es können zum Beispiel Infektionen, sowie Vernarbungen oder eine Instabilität der Hornhaut auftreten. Außerdem kann es passieren, dass eine Fehlkorrektur vorliegt und die Hornhaut auch nach der Operation einen ungeeigneten Krümmungsgrad aufweist.
- PRK (Photorefraktive Keratektomie): Zunächst wird die oberste Schicht der Hornhaut, das Epithel, mechanisch oder mittels Laser (Trans PRK) entfernt. Anschließend wird mit dem Excimer-Laser das Zentrum der Hornhaut abgetragen, um die Fehlsichtigkeit auszugleichen. Am Ende der OP wird mit einem speziellen Trichter die Hornhaut gekühlt. Das Epithel bildet sich unter einer Kontaktlinse in wenigen Tagen neu und schließt die oberflächliche Wunde. PRK, LASEK und trans-PRK sind im Wesentlichen gleichzusetzen.
- LASEK (Laser Epithelial Keratomileusis): Bei Advanced Surface Ablation Lasek (ASA-LASEK) handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Oberflächenbehandlung mit Schwerpunkt auf postoperative Kühlmethoden, für eine schmerzlosere und schnellere Heilung als bei herkömmlichen Oberflächenbehandlungen.
- SUPRACOR: Mit dem SUPRACOR-Laserverfahren können Sie in Zukunft ein Leben ohne Lesebrille führen. Bei Supracor wird die Hornhaut beide Augen gleichermaßen behandelt für die Fern- und Nahsicht.
Linsenimplantate
Bei diesem Eingriff wird eine künstliche Linse durch einen kleinen Schnitt ins Auge eingeführt und zwischen natürlicher Linse und Regenbogenhaut implantiert. Diese Linse korrigiert Kurzsichtigkeiten bis -20 Dioptrien, Weitsichtigkeiten bis +10 Dioptrien und Hornhautverkrümmungen bis zu - 6 Dioptrien.
Refraktiver Linsenaustausch (RLE)
Auch Refractive Lens Exchange (RLE) oder Clear Lens Exchange (CLE) genannt, wird die natürliche Augenlinse entfernt und durch eine multifokale oder akkommodative Kunstlinse ersetzt. Das Verfahren eignet sich zur Korrektur von Kurzsichtigkeit bis max. -30 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis max.
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Die Rolle der Augenmuskeln und Muskelverspannungen
Um einen Gegenstand oder seine Umgebung scharf zu sehen, ist ein Zusammenspiel verschiedener Augenmuskeln notwendig. Die äußeren Augenmuskeln, die rund um das Auge verlaufen, sind für die Bewegung des Auges verantwortlich. Muskeln des Augenlides sorgen für dessen Öffnung und Schließung, wie es bei jedem Lidschlag aber auch beim aktiven Zukneifen des Auges geschieht. Zudem gibt es innere Augenmuskeln, die nicht willkürlich von uns gesteuert werden und welche die Weit- und Engstellung der Pupille, sowie die Einstellung der Augenlinse regulieren. Beim Scharfsehen spielen all diese, von Muskeln gesteuerten, Komponenten eine wichtige Rolle. Um einen Gegenstand klar fixieren zu können, müssen die Augen sich in der richtigen Position befinden. Wie jeder andere Muskel, können auch die Augenmuskeln verspannt sein. Diese Verspannungen können zum Beispiel hervorgerufen werden, wenn der Blick des Betroffenen über einen langen Zeitraum sehr starr ist, beispielsweise beim langen schauen auf einen Bildschirm in der gleichen Augenposition. Verspannungen von anderen Muskelregionen wie der Stirn, des Kiefers oder des Nackens können sich auch auf die Augenmuskeln übertragen.
Die Neurowissenschaftliche Perspektive
Die Neurowissenschaften haben sich im 21. Jahrhundert als die Wissenschaft vom Menschen positioniert. Die Hirnforschung spielt eine wichtige Rolle bei der Erforschung des Sehens und der Korrektur von Sehfehlern. Es gibt Hinweise darauf, dass helles Licht die Kurzsichtigkeitsentwicklung hemmt, und zwar wahrscheinlich über die vermehrte Freisetzung von Dopamin aus der Netzhaut.
Weitere Ursachen für verschwommenes Sehen
Verschwommenes Sehen kann verschiedene Ursachen haben:
- Katarakt (Grauer Star): Unter Katarakt, auch Grauer Star genannt, versteht man eine Trübung der Augenlinse. Diese Trübung kann durch einen operativen Eingriff, bei dem der Kern der Linse oder die gesamte Linse ausgetauscht wird, behoben werden.
- Diabetische Retinopathie: Der erhöhte Zuckergehalt im Blut führt über verschiedene Mechanismen zu Gefäßschäden. Treten diese Gefäßschäden im Bereich der Netzhaut, wo die Gefäße besonders fein sind, auf, führt dies zu krankhaften Deformitäten der Netzhaut und ihrer Blutgefäße. Diese Anomalien können lange symptomlos bleiben, führen später jedoch zu einer Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung.
- Schilddrüsenerkrankungen: Liegt eine Erkrankung der Schilddrüse, wie eine Über- oder Unterfunktion vor, kann dies über viele Stoffwechselbeeinträchtigungen zu Sehstörungen wie beispielsweise verschwommenem Sehen führen. Eine Form der Schilddrüsenüberfunktion ist der Morbus Basedow. Er geht einher mit einer Vergrößerung der Schilddrüse, Herzrasen sowie einem Exophthalmus. Unter Exophthalmus versteht man das übermäßige Austreten des Augapfels aus der Augenhöhle.
- Stress: Stress kann ein Faktor sein, der zum Auftreten von verschwommenem Sehen beiträgt. Stress kann dazu führen, dass sich die Funktionen des Körpers im Ungleichgewicht befinden. Entfallen Entspannungs- und Erholungsphasen, kann es zu zahlreichen Fehlfunktionen kommen, die sich auch in verschwommenem Sehen äußern können.
- Trockene Augen: Ist nicht ausreichend Tränenflüssigkeit vorhanden, kann dies zu einer rauen Fläche des Auges führen. Dadurch bestehen keine optimalen Bedingungen für den Lichteinfall und die Bildverarbeitung mehr und man sieht unter Umständen verschwommen.
- Kontaktlinsen: Verschwommenes Sehen beim Tragen von Kontaktlinsen kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann es sein, dass die Stärke der Kontaktlinsen nicht der Visusanpassung des Betroffenen entspricht. Ein weiterer Grund kann die Reizung des Auges durch die Kontaktlinsen sein. Besonders beim Gebrauch von harten Kontaktlinsen, kann dies zu einer Irritation des äußeren Auges führen.
- Schwangerschaft: Die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit kann sich verändern, was ein trockenes Auge herbeiführen kann. Auch die Sehstärke kann sich während einer Schwangerschaft durch Einlagerung von Flüssigkeit in zum Beispiel die Linse verändern.
Begleitende Beschwerden
Das verschwommene Sehen kann von weiteren Beschwerden begleitet werden. Zu den häufigsten gehören Kopfschmerzen, Flimmern sowie Schwindel. Es können jedoch auch Schmerzen im Bereich des Auges auftreten, bedingt beispielsweise durch eine Infektion oder eine Irritation nach einer Operation. Im Rahmen der Schmerzen kann das Auge auch gerötet sein, jucken und tränen.
Diagnostik
Der erste Schritt zur Stellung der Diagnose ist die Anamnese, d.h. der Arzt befragt den Patienten zu seinen Beschwerden, Vorerkrankungen und Risikofaktoren für bestimmte Augenerkrankungen, beispielsweise Diabetes oder Bluthochdruck, da diese Erkrankungen zu Durchblutungsstörungen des Auges führen können. Darauf folgt die körperliche Untersuchung. Im Falle der Augenheilkunde gibt es verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, um die Sehschärfe des Patienten zu bestimmen. Ein einfaches Hilfsmittel ist die Sehtafel, auf der der Patient von einem festgelegten Abstand die darauf abgebildeten Symbole erkennen soll. Zudem kann eine Untersuchung des Auges erfolgen, zunächst durch vorsichtiges Tasten des Augapfels durch den Arzt, um festzustellen, ob eventuell ein zu hoher Augeninnendruck vorliegt, oder durch verschiedene augenärztliche Geräte. Mit Hilfe eines Ophtalmoskops kann der hintere Teil des Auges, wo sich die Netzhaut und der Beginn des Sehnervs befinden, beurteilt werden. Durch Anwendung einer Spaltlampe ist der Arzt in der Lage, einzelne Bereiche des Auges in starker Vergrößerung und direkter Beleuchtung zu inspizieren. Mittels Tonometrie kann der Augeninnendruck exakt bestimmt werden.
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Therapie
Liegt das Problem im Bereich der Netzhaut oder des Sehnervs, sollte schnellstmöglich eine adäquate Behandlung erfolgen, um langfristige Schäden zu vermeiden. Beispielsweise kann eine Netzhautablösung mit einer Laserbehandlung therapiert werden, bei der die Netzhaut wieder fixiert wird. Besteht eine Infektion des Sehnervs oder eines anderen Bereichs des Auges, kann eine antibiotische oder antivirale Therapie notwendig sein. Außerdem sollte das Auge dann geschont werden, indem es zunächst abgedeckt und evtl gekühlt wird. Liegt eine Fehlsichtigkeit vor, sollte auch hier zunächst die Art und Ursache festgestellt werden. Anschließend kann eine Sehhilfe, wie eine Brille oder Kontaktlinsen, in Gebrauch genommen werden. Besteht eine Trübung einer lichtdurchlässigen Struktur, kann diese durch eine Operation behoben werden. Im Falle der Linse erfolgt eine Katarakt Operation. Befindet sich eine trübe Flüssigkeit im Glaskörper, kann unterschiedlich vorgegangen werden. Oft reicht ein abwartendes Verhalten, da die trübe Flüssigkeit nach Behebung der Ursache oft resorbiert wird.
Neurozentriertes Training und Therapie
Neurozentriertes Training und Therapie ist kein abstraktes Konzept bleiben müssen - sondern direkt im Alltag von Trainern, Therapeuten und auch interessierten Laien umgesetzt werden können.