Feste Zahnspange: Schmerzen und Nerven – Was Sie wissen müssen

Der Weg zu einem geraden Lächeln kann manchmal mit Unannehmlichkeiten verbunden sein, insbesondere bei einer festen Zahnspange. Viele Patienten kennen das unangenehme Spannungsgefühl und die Schmerzen, die nach dem Einsetzen oder Nachjustieren auftreten. Obwohl diese Beschwerden ein normaler Teil der kieferorthopädischen Behandlung sind, können sie dennoch störend sein. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Ursachen von Schmerzen bei fester Zahnspange zu verstehen, verschiedene Schmerzarten zu unterscheiden und effektive Maßnahmen zur Linderung zu ergreifen.

Ursachen von Schmerzen bei fester Zahnspange

Die Schmerzen, die mit einer festen Zahnspange einhergehen, haben verschiedene Ursachen. Primär entsteht der Schmerz durch den gezielten Druck auf die Zähne, der notwendig ist, um sie in die gewünschte Position zu bewegen. Dieser Druck aktiviert Nerven im Zahnhalteapparat und löst Schmerzempfindungen aus. Der Körper passt sich jedoch an diese neuen Bedingungen an, und nach einer Eingewöhnungsphase von etwa drei bis fünf Tagen lassen die Schmerzen deutlich nach.

Arten von Schmerzen und ihre Bedeutung

Es ist wichtig, verschiedene Schmerzarten zu unterscheiden, um zu verstehen, was normal ist und wann ein Kieferorthopäde konsultiert werden sollte:

  • Druckschmerz und Spannungsgefühl: Diese gleichmäßigen, dumpfen Schmerzen sind normal und entstehen durch die Bewegung der Zähne. Sie sind ein Zeichen dafür, dass die Zahnspange ihre Wirkung entfaltet.
  • Reizungen und wunde Stellen: Scharf begrenzte Schmerzen an Wangen, Lippen oder Zunge deuten auf Reibungsstellen durch Brackets hin. Diese können durch scheuernde Brackets oder Drähte verursacht werden.
  • Schmerzen beim Kauen: Viele Patienten, die zum ersten Mal eine feste Zahnspange bekommen, sind überrascht, wie empfindlich die Zähne auf Druck reagieren - besonders beim Kauen. Der Druck der Brackets und Bögen auf die Zähne löst eine biologische Reaktion im Zahnhalteapparat aus. Der Körper beginnt, die Zähne im Kiefer zu verschieben, indem sich der Knochen abbaut und neu aufbaut. Dabei werden die Nerven gereizt - das verursacht Schmerzen, insbesondere bei der Belastung durch Kauen.

Maßnahmen zur Schmerzlinderung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Schmerzen durch eine feste Zahnspange zu lindern:

  • Schutzwachs: Schutzwachs ist ein unschätzbarer Helfer bei festen Zahnspangen. Dieses Wachs wird auf störende Brackets oder Drähte aufgetragen und bildet eine glatte Oberfläche, die Reibung reduziert.
  • Gels für gereizte Stellen: Für gereizte Stellen können spezielle Gels mit betäubender Wirkung hilfreich sein. Diese Gele enthalten Inhaltsstoffe, die die Schmerzen локально betäuben und die Heilung fördern.
  • Schmerzmittel: Bei stärkeren Schmerzen eignen sich rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. Ibuprofen wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend. Es ist jedoch ratsam, die Einnahme von Schmerzmitteln mit dem Kieferorthopäden abzusprechen.
  • Mundspülungen mit Salzwasser: Warmes Salzwasser kann helfen, leichte Zahnfleischentzündungen und daraus resultierende Schmerzen zu lindern. Eine Salzlösung kann auch zur Reinigung von kleinen Wunden im Mundraum verwendet werden.
  • Chlorhexamed: Liegt eine diagnostizierte Gingivitis vor, kann der Kieferorthopäde eine Salbe oder Mundspülung auf Basis von Chlorhexamed verordnen. Chlorhexamed wirkt desinfizierend und entzündungshemmend.
  • Thermoelastische Bögen: Viele Kieferorthopäden arbeiten mittlerweile mit thermoelastischen Bögen. Das sind Drähte, die auf Kälte reagieren. Wenn man beispielsweise etwas Kaltes trinkt oder ein Eis isst, lässt der Druck nach.
  • Weiche Ernährung: Vermeiden Sie harte und klebrige Lebensmittel, die während der Eingewöhnungszeit zusätzlichen Druck auf die Zahnspange ausüben. Weiche Lebensmittel wie Suppen, Joghurt, Kartoffelpüree und Smoothies sind leichter zu kauen und verursachen weniger Schmerzen.
  • Kühlen: Kühle Wangen oder Lippen mit einem Kühlpad - das reduziert Schwellungen und lindert Schmerzen.

Bedeutung der Mundhygiene

Eine gute Mundhygiene ist der Schlüssel zu einer schmerzfreien Behandlung mit fester Zahnspange. Durch gründliche Reinigung vermeiden Sie Entzündungen und zusätzliche Beschwerden. Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste oder spezielle Ortho-Bürsten und nutzen Sie Interdentalbürsten für die Zwischenräume. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sind ebenfalls empfehlenswert.

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Was tun bei anhaltenden oder starken Schmerzen?

Halten die Beschwerden über mehrere Tage an oder verschlimmern sie sich, sollten Sie nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. Dabei geht es nicht nur um die Linderung der Schmerzen, sondern auch um die Vermeidung langfristiger Schäden am Zahnhalteapparat oder den Kiefergelenken.

Wann Sie Ihren Kieferorthopäden kontaktieren sollten:

  • Die Schmerzen nach ein paar Tagen nicht nachlassen.
  • Sie offene Wunden oder starke Reizungen im Mund haben, die nicht heilen.
  • Ein Draht oder Bracket gebrochen ist.
  • Sie Probleme beim Essen oder Sprechen haben.

Notfallmaßnahmen

Wenn ein Bogenende stört oder in die Wange sticht, kleben Sie Wachs darauf. Versuchen Sie niemals, den Bogen mit einer Zange selbst zu kürzen. Wenn sich ein Bracket gelöst hat, aber noch sicher am Bogen hängt, belassen Sie es so und melden Sie sich zeitnah in der Praxis. Hat sich das Bracket vollständig gelöst, entfernen Sie es aus dem Mund und bringen Sie es zum Termin mit.

Die Rolle des Kieferorthopäden

Regelmäßige Kontrollen beim Kieferorthopäden sind unerlässlich. Bei diesen Terminen können kleinere Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden. Der Kieferorthopäde kann die Zahnspange anpassen, um den Druck zu reduzieren und den Komfort zu erhöhen.

Zahnspangen und Muskelverspannungen

Es gibt Hinweise darauf, dass eine Zahnspange auch Auswirkungen auf die Kopf-, Hals- und Nackenmuskulatur haben kann. Die gesamte Muskulatur ist permanent damit beschäftigt, den Kopf im Wachzustand zu balancieren. Im Bereich der Halswirbelsäule treten auch die Nerven zur Versorgung der Arme aus. Oft liegen verborgene („kompensierte“) Befunde schon vor. Eine relativ kleine Veränderung ist dann manchmal der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Mundschleimhaut und Zahnspangen

Nicht selten gehen mit einer festen Zahnspange Schmerzen im Mundraum einher. Sie können an der Mundschleimhaut regelrecht scheuern und Druckstellen verursachen. Auch das Zahnfleisch kann gereizt werden und sich entzünden, was zu einer schmerzhaften Zahnfleischentzündung führen kann. Wunden im Mund heilen generell sehr schnell, da die Zellteilung hier besonders hoch ist. Dauern die Beschwerden länger an, ist es ratsam, den Kieferorthopäden erneut aufzusuchen. Spülungen mit Kamillosan können die Abheilung zusätzlich fördern.

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Die psychologische Komponente

Bei vielen weckt der Gedanke an eine feste Zahnspange Unbehagen. Immerhin ist die Zahnkorrektur häufig nicht nur eine langwierige, sondern auch eine unangenehme Angelegenheit. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Schmerzen vorübergehend sind und das Ergebnis - ein schönes, gerades Lächeln - die Mühe wert ist. Ablenkung, positive Gedanken und die Unterstützung durch Freunde und Familie können helfen, die Zeit mit der Zahnspange besser zu überstehen.

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